Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1908-02-26

GA 266a/1908-02-26 · 1908-02-26 · original · 13 passages · 3760 words
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## GA 266/1 — 1908-02-26, Berlin

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Berlin, 26. Februar 1908 Das in dieser Stunde an der Tafel entwickelte Schema weicht in den verschiedenen Aufzeichnungen gering voneinander ab. In Rudolf Steiners Notizbuch Archiv-Nr. 536 findet es sich wie folgt: Aufzeichnung A Ihr erinnert Euch an den esoterischen Spruch, der auf einer unserer Säulen beim Münchner Kongreß stand: «Im reinen Gedanken findest du das Selbst, das sich halten kann.» - Ihr müßt bedenken, daß die Wahrheit dieses Spruches einen großen Teil des esoterischen Lebens ausmacht. Alles dasjenige, was der Mensch heute denkt und fühlt, läßt sich in zwei getrennte Gebiete einteilen. Der weitaus größte Teil der Menschheit denkt und fühlt angeregt durch äußere Wahrnehmungen. Die Gedanken und Gefühle entzünden sich an den Dingen. Glaubt nicht, wenn Ihr wissenschaftliche, populäre Bücher lest, zum Beispiel über die Entstehung der Erde, die Entwicklung des Planetensystems, über Chemie und dergleichen, daß dasjenige, was darinnen enthalten ist, auf einem anderen Wege entstanden ist als durch die Anregung von außen durch Wahrnehmung. Im Prinzip ist es vollkommen dasselbe, wenn Ihr einen Tramwaywagen auf der Straße seht und durch diesen zu einem Gedanken angeregt werdet oder wenn der Astronom durch sein Teleskop die Bahn eines Sternes beobachtet mit Hilfe des Kreisbogens und auf Grund dieser Wahrnehmungen Berechnungen anstellt. Alle derartigen Gedanken, die von außen angeregt werden, wirken hemmend ein auf die Weiterentwicklung des Astralkörpers. Wenn der Mensch schläft, so liegen sein physischer und ätherischer Körper im Bett, der Astralkörper schwebt darüber. Er ist die ganze Nacht hindurch tätig. An ihn kommen heran alle die Gedanken, die der Mensch am Tage gedacht hat. Und da dies meistens solche Gedanken sind, die durch Anregung von außen entstanden sind, so belästigen sie ihn. Nur der Teil des Astralleibes, der sich seine Harmonie bewahrt hat dadurch, daß er aus höheren Welten heraus geboren ist, arbeitet an der Wiederherstellung des abgenutzten Äther- und physischen Leibes. Aber nur diejenigen Gedanken, die nicht von außen angeregt sind, wirken als Kräfte im Astralleib und fördern und läutern ihn. Woher rühren diese Gedanken? Sie stammen von den göttlichschaffenden Geistern. Das Wissen der Gedanken dieser geistigschaffenden Wesenheiten ist von ungeheurer Wichtigkeit für den okkulten Schüler. Diese Wesenheiten hatten die heutige Welt zuerst als Gedanken in sich, bevor sie sie schufen. Zuallererst lag in ihnen der Wille. Die Tat war zuerst da.* Dieser regte sie zu dem Gefühl an. Und erst aus dem Gefühl entstand der Gedanke, nach dem sie die Dinge verfestigten, schufen. Die Welt ist also nach Gedanken gebaut. - Beim heutigen Menschen vollzieht sich die _______________ * Gemeint ist: Zuallererst lag in ihnen der Wille. Der Wille zur Tat war zuerst da. Vgl. Aufzeichnung B. Vollbringung einer Handlung in der umgekehrten Reihenfolge. Zuerst ist da der Gedanke - angeregt durch einen äußeren Gegenstand -, dieser ruft das Gefühl hervor, dann erst tritt das Willensprinzip des Menschen auf, um eine Handlung zu vollbringen. Alles wahrhaft esoterische Leben kann sich nur entwickeln in dem Aufnehmen der Gedanken jener göttlich-schaffenden Geister, der Gedanken vor Erschaffung der Dinge. Das ganze exoterische Leben ist diesem feind. Der größte Teil der Menschen geht völlig in den Gedanken des exoterischen Lebens auf und sucht jedes esoterische Leben zu unterdrücken. Diese Menschen, derer eine sehr große Menge ist, halten in Wahrheit, wenn auch unbewußt, den Fortschritt der Menschheit auf. Sie sind Feinde jeglicher Weiterentwicklung - sie bewirken das Erstarren des Menschen. Nur die esoterischen Wahrheiten wirken fördernd auf die Entwicklung der Menschheit ein. Nun ist es ein Gesetz im Okkultismus, daß eine jegliche esoterische Wahrheit sich nach einiger Zeit abnutzt. Und es muß von den Führern der Menschheit dafür gesorgt werden, daß eine neue verkündet werde. Nun ist aber auch die Zahl derer im Esoterismus groß, die da sagen: was brauchen wir eine neue Wahrheit? - Derartige Menschen bewirken ein Stationärmachen der Religionen, jeglichen esoterischen Fortschrittes. Es ist aber die Aufgabe des wahren Esoterikers, dafür Sorge zu tragen, daß das ganze Gedankenleben lebendig im Fluß gehalten wird. Dies wird erreicht durch das Aufnehmen jener Gedanken der göttlich-schaffenden Wesenheiten. Diese Gedanken arbeiten nachts im Astralleib und wirken ein auf den Ätherleib. Und wenn die Arbeit dieser Gedanken im Astralleib immer stärker und wirkungsreicher wird bezüglich des Ätherleibes, dann naht allmählich jener Augenblick heran, der für jeden Schüler früher oder später kommen muß, wo er sich bewußt wird der geistigen Welten, wo sich die Gedanken im Ätherleib so abdrücken, wie das Siegel im Wachs. Einer von jenen Gedanken ist ausgedrückt in dem rosenkreuzerischen Spruch, den wir in voriger Stunde behandelt haben.* _______________ * Am 12. Februar 1908.

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Heute wollen wir denselben Spruch von einem etwas anderen Gesichtspunkte aus betrachten. Wir wissen, zuerst war da [der Saturn]. Im Verlaufe der folgenden Ausführungen wurde offensichtlich an die Tafel geschrieben. In dieser Aufzeichnung (A) ist das wie folgt festgehalten: Die Materie des Saturn war nicht einmal luftförmig, es war eine Wärmematerie. Ein Mensch mit heutigen Sinnesorganen hätte den alten Saturn nicht wahrgenommen. Er hätte nur, wenn er sich an der Stelle befunden hätte, an der der Saturn stand, Wärme empfunden. Der Saturnmensch bestand aus Wärmematerie. Die Atmosphäre des Saturn war feurig-blutig. Der Mensch hatte noch kein Blut, aber in der Atmosphäre um ihn lag der erste Keim zu seinem späteren Blute. Vom Menschen selber waren seine physischen Glieder erst im Keim vorhanden. Wenn man mit dem geistigen Blick, der über die Planeten hinstreift, betrachtet, wie nach einem Pralaya der alte Saturn sich zu der Sonne hinüberverwandelt, so bemerkt man, wie die Wärmeatmosphäre des Saturn sich zur Luft verdichtet. Der Mensch erhält auf der Sonne einen Ätherleib. Er ist ein leuchtendes Wesen. Die geistigen Wesenheiten wirken durch die Astralatmosphäre der Sonne ein auf den Ätherleib, entzünden ihn und bringen ihn so zum Leuchten. Diesen Prozeß nennt man den sulphurischen Prozeß. Etwas ganz Ähnliches entsteht heute beim Denken. Dadurch, daß unser feuriges Blut an die Nervenmasse herangeführt wird, findet ein Verbrennungsprozeß statt, ein Leuchten entsteht. Beim Übergang von der Sonne zum Mond verdichtet sich die Luft zum Wasser. Der Mondkörper ist ein Wasserkörper. An diesem Wasserkörper bemerken wir eine große Eigentümlichkeit. An vielen Stellen zeigen die einzelnen Wassertropfen die Merkwürdigkeit, daß sie mit ungeheurer Lebhaftigkeit ihre Lage verändern und herumschnellen mit innerer Beweglichkeit. Man kann diese Eigenschaft jener Wassertropfen in gewisser Beziehung mit dem Quecksilber vergleichen. Daher nennt man dieses Prinzip, das auf dem Monde neu hinzukommt, das Merkurial-Prinzip. Das ist aber nicht alles. Ihr wißt, daß jegliche Fortpflanzung dadurch geschieht, daß sich die weibliche Zelle teilt und diese Zellen sich abermals teilen und so weiter. Wenn Ihr eine Platte nehmt, auf der ein feines Pulver liegt, und mit einem Geigenbogen an dem Rand der Platte herunterstreicht, dann ordnen sich die Teilchen des Pulvers gemäß der inneren Kraft des Tones an. Etwas Ähnliches fand auf dem alten Monde statt. Ein kosmischer Ton durchdrang den ganzen Mondkörper und ordnete an manchen Stellen jene Wasserteilchen an. Hierdurch kam das weibliche Prinzip hinzu. Ein männliches Prinzip gab es noch nicht. Beim Übergang vom Mond zur Erde verdichtete sich das Wasser zur Erde. Auf der Erde fand zum ersten Male statt dasjenige, was man den Salzprozeß nennt, eine Klärung, eine Trennung. - Ferner hatte die Erde in sich das männliche Prinzip, ohne das keine Weiterentwicklung möglich war. Hieraus entstand der Mensch. Auf der Erde bekam der Mensch das «Ich», das irrende Ich. Wenn wir jetzt diese Entwicklungsreihe betrachten, so sehen wir zunächst die vier Elemente: Feuer, Luft, Wasser, Erde - gleich der dritten Reihe des Spruches. In zweiter Ordnung folgen: Sulphur, Merkur und Salz. In dritter Linie das weibliche und männliche Prinzip, die in vierter Linie den eigentlichen Menschen als Krönung haben. So verstanden, gewinnt der alte Rosenkreuzerspruch Bedeutung: Wer der Zahlen Wirken ... (siehe Seite 309ff.) Aufzeichnung B Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Menschen und den Göttern. Der Mensch wird zum größten Teil von außen bearbeitet, durch das äußere Universum. Er sieht Gegenstände und hat gewisse Vorstellungen und Gedanken über dieselben. Diese Gedanken verursachen bei ihm gewisse Gefühle in Beziehung zu den genannten Gegenständen. Und zuletzt wird durch seine Gefühle sein Wille angeregt, der ihm den Impuls zum Handeln von innen heraus gibt. Bei den schöpferischen Göttern ist gerade das Umgekehrte der Fall. Da ist der Wille das erste. Der Wille zum Schaffen (der schöpferische Wille) verursacht eine gewisse Empfindung in diesen Göttern, und als Folge dieses Gefühls tritt der schöpferische Gedanke auf, und dieser Gedanke kristallisiert sich zur Form. Während der Saturnperiode gab es nur ein Element, das Feuer. Jedoch drückte es sich nicht aus als Feuer, sondern als Wärme, so wie wir das Feuer im Blute als Wärme haben. Dagegen gab es während der Saturnzeit kein Licht. Es konnte kein Licht geben, weil der kosmische Äther den Saturn nicht durchdrang (erfüllte), und daher war damals derjenige Zustand vorhanden, den wir haben würden, wenn unser Äther außerhalb der Erde wäre. Damals konnten die Sonnenstrahlen unsern Globus nicht erleuchten. Während der Sonnenperiode durchdrang der kosmische Äther den Globus. Der Saturn erhellte sich, leuchtete wie die Sonne und wurde zur Sonne. Es tritt ein anderes Element hinzu, die Luft, und wenn Feuer und Luft verbunden sind, so entsteht Ver-

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* brennung, und das verborgene Feuer wird sichtbar als Licht. Dieser Verbrennungsprozeß wird in den okkulten Schriften symbolisch dargestellt als Sulphur (Schwefel) und liegt allen Gedanken zugrunde. Daher entspricht er dem «Gefühl» in dem göttlichen Entwicklungsprozeß. Man kann sagen: Die Saturnperiode war der Wille; die Sonnenperiode war das Gefühl. Während der Mondperiode durchdringt die kosmische Astralität den Globus, und das dritte Element, das Wasser oder die Feuchtigkeit, wird zu den beiden andern hinzugefügt. In der Atmosphäre erschienen gewisse kleine Wasserkugeln, die sich hin und her bewegten mit großer Schnelligkeit und die alles durchsetzten, so daß etwas dem Quecksilber sehr Ähnliches auftrat bei diesem Vorgang. Daher wird jene Art von Tätigkeit in den okkulten Schriften mit dem Symbol des Merkur bezeichnet: . Diese Art Tätigkeit ist die dritte Stufe bei der göttlichen Entfaltung; es ist die Stufe des schöpferischen Gedankens, so wie der Saturnzustand die Stufe des Willens darstellt und die Sonnenperiode die Stufe des Fühlens.* Dieser schöpferische Gedanke offenbart sich als «Ton»,** und durch diesen Ton werden die Körper der Menschen und Tiere gestaltet in dem Wasser des Planeten. In der Saturnperiode war die Anlage zur Körperlichkeit als Wärme ausgedrückt; in der Sonnenperiode verdichtete sie sich zu Luft; doch jetzt, während der Mondperiode, erzeugen die innere Hitze des Planeten einerseits und die Kälte des äußeren kosmischen Raumes andererseits die Feuchtigkeit; und wir haben da die Stufe des Wassers, während welcher die Anlage zum Körper sich bis zum Wasser verdichtet. Diese Tätigkeit ist jedoch negativer Art, und so erscheint während der Mondepoche die erste der beiden Polaritäten, das Weibliche. Während der Erdenperiode wird das vierte Element hinzugeAnmerkungen in der Aufzeichnung: * «Im reinen Gedanken findest du das Selbst, das sich halten kann.» - Aus dem Gefühl ist der schöpferische Gedanke entstanden und daraus der Gegenstand. ** Ein kosmischer Ton wirkt auf diese Teile, hält sie auf und bringt sie in Formen; dadurch entstehen menschliche und tierische Formen.

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_______________ fügt. Während durch die Wärme der Saturnperiode in Verbindung mit der Luft der Sonnenperiode Verbrennung erzeugt wurde und durch die Zusammenwirkung mit der Kälte des umgebenden Raumes die Feuchtigkeit hervorgebracht wurde, entsteht jetzt durch das Zusammenwirken von Feuer und Wasser, Hitze und Feuchtigkeit die Kristallisation, und so haben wir das vierte Element: Erde. Das ist auch die vierte Stufe in der göttlichen Entfaltung. Und der Wille, das Gefühl und der schöpferische Gedanke der drei vorhergehenden Perioden lassen die Form der vierten Stufe entstehen, den physischen Menschen der Erdenperiode. Die Form ist also erreicht worden. Die vier Elemente haben sie gegeben. Doch wäre die Form alles, so würde die Kristallisation bald der Weiterentwicklung ein Ende machen, und so findet der negative, weibliche Pol der Wesenheit der Mondperiode eine Ergänzung durch das Männliche oder Positive. Das, was die Verbrennung der Sonnenperiode, die Tätigkeit der Mondenperiode und die Kristallisation der ersten Hälfte der Erdenperiode erreicht haben, das begann «der Mensch», die Menschheit, der bewußte Denker, wieder aufzulösen, damit die Evolution weiterschreiten konnte. Das bedeutet, daß das Kristallisationsprinzip gehemmt wird durch das Prinzip der Auflösung. Das ist das Prinzip der Entwicklung, der Erlösung aus dem Kerker der Materie. Das wird in den okkulten Schriften als «Salz» bezeichnet: Das wird auch in einer andern Methode okkulter Schriften gezeigt, wie unten angegeben ist: zuerst die Vier , die die Elemente darstellen, dann die Drei , nämlich Schwefel, Merkur und Salz, dann die Zwei · ·, die «Männlich» und «Weiblich» darstellen, und zuletzt die Eins · , die den Denker, den Menschen darstellt.

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Schema von Aufzeichnung Β

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Aufzeichnung C (Auszüge) Esoterik treiben heißt, Gottesgedanken nachdenken. Alle Esoterik ist uns gegeben als Gedankeninhalt göttlich-geistiger Wesenheiten, der in der Menschenseele - der solcher Inhalt gegeben, anvertraut wird - weiterwirken und zu Leben sich entfachen soll. Wie kommen wir nun dazu, solche Gottesgedanken empfangen zu können? - Da muß hingewiesen werden auf eine gewisse Technik, die dazu dient, den Menschen fähig zu machen, solche Gedanken in sich zu wahrem Leben zu entfachen. Im Schlaf hebt sich der Astralleib heraus aus dem physischen Leibe. Der Mensch lebt dann in einem Meer des Astralischen, er schwimmt sozusagen im Weisheitsmeer göttlicher Gedanken. Aber er weiß nichts davon, da sein Astralleib zum größten Teil getrübt, verdunkelt ist von dem Denken des irrenden Ich, das sich durch die Sinne während des Tageslebens in die Außenwelt fesselt. Das reproduziert er in der Nacht. Aber es gibt im Astralleib einen ganz kleinen Teil, der sozusagen so geblieben ist, wie einst in Urzeiten der göttliche Astralleib war, aus dem der Astralleib des Menschen herausgeboren ist. Dieser ganz kleine Teil ist nie getrübt worden durch Triebe, Lüste, Begierden, Leidenschaften, die den Menschen herabziehen; er ist jungfräulich geblieben. Nur dieser jungfräulich gebliebene Teil des menschlichen Astralleibes kann noch in diesem Meere göttlicher Gedanken während der Nacht leben, er kann sich betätigen in diesem Meere von Licht, diesem Weisheitslicht. Aber der Mensch weiß während des Tageslebens nichts oder nur dumpf ahnend etwas von diesem Erleben. Und es wird immer wieder übertönt, verschlungen von dem lauten Gewirr des Tageserlebens der Sinne. - Durch ein Denken, wie es die Esoterik gibt, bereichern wir aber in vollem Bewußtsein während des Tages wiederum diesen jungfräulichen Teil unseres Astralleibes, wir lassen ihn wachsen, starken ihn, so daß er zuletzt stark genug wird, um dem sozusagen derben oder festen Ätherleib seine Eindrücke zu übermitteln. Er drückt sie ihm ein wie ein Petschaft in heißes

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Siegellack. Dann werden dem Menschen bei vollem, klaren Tagesbewußtsein die geistigen Welten offen, er kann bewußt leben im Meere der göttlichen Gedanken. Das ist sozusagen die Technik. Dann kann der Mensch Gottesgedanken in vollster Klarheit und Reinheit nachdenken. Er wird von dem Rosenkreuzerlehrer geführt und geleitet zu diesem Erleben. Gottesgedanken sind niedergelegt in gewissen Zeichen der okkulten Schrift, sie sind nicht willkürlich ersonnen. Diese Zeichen entsprechen Kräften, die durch die Welt weben. In allen Geheimschulen gibt es diese okkulte Schrift, und alle eigentlichen Geheimlehren sind darin abgefaßt. Der Schüler erlernt, indem er solche okkulte Schrift lesen lernt, zu überschauen die großen Weltzusammenhänge. Er erkennt das Werden der Welt und seiner Selbst, er lernt Zweck und Ziel seines Entwicklungsweges durch die Welt hindurch kennen. Solche okkulte Schrift wird Euch heute überliefert. Lernt von ihr Gottesgedanken nachdenken, indem Ihr sinnend Eure Seele verweilen laßt auf dieser Schrift! Ihr werdet an dieser Schrift erkennen, wie aus Gottesgedanken die Welt und der Mensch ihren Ursprung nahmen. Ihr werdet erkennen, wie der Mensch, indem er Gottesgedanken in sich aufnimmt, durch solche Schrift wiederum den Weg zurückfindet zu seiner Gottheit. Aus einem Punktuellen entströmt alles. Der Punkt bedeutet den Urbeginn. Was den ganzen Menschen ausmacht, war einst in einem Punkte zusammengedrängt. Aus dem Punkte quoll hervor die Mannigfaltigkeit. Auch jetzt noch beginnt im Leibe der Mutter der menschliche physische Leib sein Dasein mit einem Punktuellen, der Keimzelle. So begann der Mensch sein kosmisches Dasein mit einem Geistig-Punktuellen. Die Mannigfaltigkeit seiner Leibesglieder mit allen darin wirkenden Kräften entsprang aus diesem Punkt. Im Menschen sind ja alle charakteristischen Eigenschaften der mineralischen, der pflanzlichen und der tierischen Welt vorhanden. Das wirkt heute im Menschen miteinander. Zwar sind bei den Tieren einzelne Eigenschaften mehr entwickelt als beim Menschen, doch

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das ist nur die Folge einer einseitigen Entwicklung beim Tiere, die auf Kosten der Mannigfaltigkeit stattgefunden hat. Vielseitig, mannigfaltig ist der Mensch. Diese Entfaltung zur Vielseitigkeit aus dem Punktuellen liest der Schüler, wenn er den Punkt anschaut. Die Entfaltung ist ausgedrückt in der zweiten Reihe. Da beginnt jede Figur wiederum mit einem Punkt. Da wird hingewiesen auf die allgemeine Erscheinung des Lebensentwicklungsstromes. Nach erreichter, voller Entfaltung geht alles samenhaft in ein Punktuelles hinein, und das Neuhinzukommende beginnt seine Entwicklung wiederum aus dem Punktuellen, dem es sich angliedert. Das ist der Punkt, der wirkt wie der embryonale Punkt im Leibe der reifen Mutter. Das Ich strömt aus dem Schoße der Gottheit, seiner selbst unbewußt. Der lange Gang durch die planetarischen Entwicklungen bekleidet es mit seinen Körpern, in denen es zum bewußten und endlich [zu dem] seines göttlichen Ursprungs bewußten Ich wird. Die Rosenkreuzer stellen das dar in dieser okkulten Schrift. Seine Entwicklung begann der Mensch auf dem Saturn. Dieser besaß nur einen dunklen Wärmeleib. In dieser Wärme bildeten sich aus die Anfänge unseres physischen Leibes. Nachdem Saturn seine höchste Entwicklung erreicht hatte, geht er über in den Samenzustand, den Punkt: das Pralaya. Dann entsteht aus diesem der Sonnenzustand. Das Neue kommt hinzu: die Sonne hatte einen leuchtenden Luftleib. Warum leuchtete sie? Weil nach und nach der Ätherleib in sie hineinzog. Von außen gliederte er sich der dunklen Wärme an, und es fand statt eine Art Verbrennungsprozeß. Auch das Atmen ist ein solcher Prozeß. Auch heute findet das statt im Menschen. Das Denken kommt zustande durch einen Verbrennungsprozeß. Auf der Sonne wirkten göttlich-geistige Wesenheiten durch ihren Astralleib hindurch, der wie ein Mantel um die Sonne mit ihrem Ätherleib herum war und den sie dem Sonnenwesen opferten. Dadurch wurde die Sonne glühend, glimmend sichtbar.

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Wieder geht alles hinein in das Punktuelle, das Same ist für den Mondenzustand. Da wird alles weiterverdichtet zum Wäßrigen. An vielen Stellen bilden sich Kügelchen; die sind selbständig, in immerwährender Bewegung, so wie sich heute Quecksilber verhält, aber noch nicht metallisch. Aufgehalten werden sie in ihrer Bewegung durch den Ton (woher dieser stammt - davon später.*) Der Ton wirkt so, wie man das heute auf der Chladnischen Platte nachkonstruieren kann: da bildet der Ton bestimmte Figuren. Und so wirkt der Ton nun auf die wäßrigen Kügelchen [des Mondes], so daß sich eine gewisse Struktur erzeugt, indem sich zuerst eins ans andere hängt, dann je zwei zu zwei und so weiter. Dadurch tritt die größte Vermannigfaltigung der Gestaltungen ein. (In den entstehenden Eisblumen am Fenster schaut der Okkultist den Prozeß, der durch die im Wäßrigen wirkenden Gestaltungskräfte wiederholt wird.) Die grotesken Mondwesenheiten entstanden durch das Wirken des kosmischen Tones auf die wäßrige Mondensubstanz. Der Ton wirkte von außen auf den Mond - der fühlt sich wie das Weibliche, Empfangende, Formgebende. Auf der Erde wirkt das Weibliche so, daß durch die Kräfte desselben sich zusammensetzen die Zellen zu bestimmten Formen, Ohren, Nasen, Gliedern des entstehenden Menschenkörpers. Der Mond war ein Kosmisch-Weibliches. Dieses war eher da als das Männliche. Das entstand erst im Erdenzustande. Eine weitere Verfestigung geschah [auf der Erde]: aus dem Wäßrigen schlägt sich nieder das Feste, und das Wäßrige verfeinert sich. Nun entsteht aus den reinen Erdenkräften das Männliche. Und im Zusammenwirken des Männlichen und Weiblichen kann erst der Erdenmensch entstehen. So wird aus 4, 3, 2, 1 gebildet das: 1. Feuerwirkung (Saturn) 2. Luftwirkung (Sonne) 3. Wasserwirkung (Mond) 4. Erden Wirkung (Erde). Darüber das , das alles, indem es erkennend wiederum rückläufig durchlebt wird, wieder auflösen, das heißt der Vergeisti_______________ * Es ist nicht bekannt, ob dies erfolgt ist.

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gung zuführen wird [bis] zum Punkt, dem Ich im Menschen, das durch das Zusammenwirken von männlich und weiblich Geistigem den reinen Menschen, den Adam Kadmon, darstellt. Der führt aus die Verbrennung, Beweglichkeit, Auflösung, das heißt die Schwefelprozesse der Sonnenzeit, die Quecksilber-Merkurial-Prozesse der Mondenzeit, die Auflösungs-Salzbildungs-Prozesse des Erdenzustandes, und wiederholt im Aufwärtsschreiten diese Prozesse. Und darin besteht zugleich das Erbauen, das Erbilden der zukünftigen planetarischen Zustände: Jupiter, Venus, Vulkan. Die könnten nicht entstehen, wenn nicht der Mensch mitarbeiten, mitschaffen würde am Götterwerke. Das ist: So ist Vergangenheit und Zukunft in diesen Zeichen ausgedrückt, und der Mensch mitten darinnen als Wirksames, Punktuelles. In der lemurischen Zeit begann des Menschen Abstieg in die vier Elemente. Er umgab sich mit seinen physischen Hüllen, er zog an sein Erdenkleid. Da ist das wichtigste chemische Element der Kohlenstoff, sei er als schwarze Kohle oder als durchsichtiger Diamant da. Kohlenstoff lagert sich ab als das Dichteste, er ist okkult die Verkörperung des Prinzipes des physischen Planes: Dies Zeichen bedeutet zugleich die Verfestigung des physischen Körpers.* * Die in dieser Aufzeichnung noch folgende Passage ist fast identisch mit einem Abschnitt der Aufzeichnung C vom 12. Februar 1908 («In der Pflanzenwelt wird der Kohlenstoff ...»).

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_______________ Aufzeichnung D Saturn ganz Wärmestoff, auch die Menschen-Anfänge. Der jetzige Mensch würde von ihm nichts gesehen haben, nur ihn beim Durchschreiten durch die wärmere Temperatur bemerkt haben. Sonne zu Luft verdichtet; aber die Sonne war sichtbar; sie glühte respektive glimmte, und zwar durch eine Art Verbrennungsprozeß. Diese Verbrennung wird uns durch den Schwefel symbolisiert. Mond weiter verdichtet, und zwar, wenigstens zu Anfang, zu Flüssigkeit («Wasser»). In dieser flüssigen Mondmasse bildeten sich an vielen Orten kleine Partikelchen, die in fortwährender lebhafter Tätigkeit sich bewegten, wofür jetzt das Quecksilber ein Beispiel zeigt. Diese Teilchen wurden durch einen von außen kommenden Ton (von wo der stammt - später) zu Formen zusammengefügt, ähnlich wie die Klangfiguren. Erst fügten sich zwei zusammen, dann je zwei zu vier und so weiter, wie jetzt noch bei jeder neuen Lebensform bei Pflanze, Tier und Mensch. Dies ist das Prinzip des Weiblichen. Das Weibliche war eher da als das Männliche auf den früheren physischen Daseinsformen der Erde. Die Erde schließlich verdichtete sich zu dem festen Element «Erde». Erst das Vorhandensein des Festen neben dem Flüssigen ermöglichte den Prozeß des Auflösens - wie Salz im Wasser; dafür ist das Salz der Prototyp (Schwefel - Quecksilber - Salz). Die Anregung zur Formung im Weiblichen trat jetzt auch auf der Erde selbst auf, das männliche Prinzip. Und aus allem diesem wurde schließlich der jetzige Mensch. - Physisch betrachtet wurde der Daseinsschauplatz für die Menschen immer komplizierter. Es wird aus diesen 4, 3, 2 und 1 die obige Figur gebildet, unten das Quadrat der vier Elemente; darüber das Dreieck der drei Prinzipien Schwefel, Quecksilber und Salz (Verbrennung, Beweglichkeit und Auflösung); die zwei Punkte: die zweifache Geschlechtlichkeit; und der eine Punkt: der Mensch. Siehe den Spruch: Wer der Zahlen Wirken ... (siehe S. 309ff.)

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ESOTERISCHE STUNDE

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Cite: GA 266a/1908-02-26 · edition original