8. Ansprache zur Eurythmie
Aber bei all dem ist es unser ätherischer Leib, der gewissermaßen in sich ruhend bleibt, aber Teile von sich - also sein Inneres - zu einem Widerklang des natürlichen Geschehens macht. In dem Augenblicke aber, wo wir die Naturgeheimnisse, ich möchte sagen tiefer in uns einströmen lassen, als das beim Gesang und bei der Deklamation der Fall ist, dann werden wir die Sprach- und Gesangorgane durchströmen lassen, in die ganze Leibesorganisation dasjenige [strömen lassen], was in der äußeren Natur ist. Dann fühlt sich der Mensch nicht so, dass er hält gewissermaßen - wie beim Singen oder Deklamieren - dasjenige, was er als Echo der Natur ertönen lässt, sondern er fühlt sich so, dass er dasjenige, was er der Natur an Geheimnissen ablauscht, gleich wieder selbst in Bewegung überführt. Sodass der Mensch zwar das Instrument ist, um die bewegte oder symmetrische oder proportionierte Übernatur zur Darstellung zu bringen, aber gleich wieder geht er in die Natur über, er behält das nicht, was er von Gesang oder Musik aufnimmt in sich, sondern geht gleich in die äußere Natur über. Der Mensch ist ganz selbstlos, physisch selbstlos. Er wird zu einem Werkzeuge desjenigen, was die Geheimnisse der Natur selber sind, wenn er eurythmisiert.
Cite:
GA 277c/1920-10-17/p013 · edition original