Von Jesus zu Christus
Auf diese zweifache Art wurden alle Erkenntnisse erlangt, die im Altertum zu Erkenntnissen der Menschheit geworden sind. Was war damals notwendig? Notwendig war in diesen alten Zeiten, dass die Menschheit gleichsam frische Kräfte bekam, durch die sie zur aufsteigenden Entwicklung gebracht wurde — notwendig war es, weil sie bei ihrer Menschheitsgeburt auf der Erde dieses äußere Sinnesleben nicht so voll auslebte, wie auch das Kind nicht die volle Menschheit auslebt. Diese [damalige] Menschheit kam [erst] durch die Mysterien zur vollen Menschheit. Aus zwei Stücken setzt sich die gesamte alte Kultur zusammen: aus dem, was man erlebte, indem das Innenleben erkraftet wurde, oder aus dem, was man erlebte, indem man das ganze große Weltall in seinen grandiosen Zuständen erschaute und sich so sagen konnte: Das alles tendiert, zieht hin nach dem Menschen, nach dem, was ich als Geistig-Seelisches in mir habe. — Namentlich der letztere Mysterienschüler blickte so hinaus nach den Weltenweiten, dass er sagte: Da draußen in den Weltenweiten ist dasjenige, was über mich kommen muss, was in mich eindringen muss, wenn ich mich im vollsten Sinne des Wortes als Mensch erkennen soll. Ich lebe auf der Erde und kann nicht hinausblicken in die Weiten der Welt. Doch kommt aus den Weiten der Welt der Geist über mich, dann kann ich im vollsten Sinne des Wortes mich als Mensch betrachten.
Cite:
GA 69c/1913-11-15/p030 · edition original