Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik
So sieht Richard Wagner seine ganze künstlerische Sendung an. Er ist kein Künstler, der bloß das, was zufällig in der Seele lebt, herausoffenbaren will. Er will die Notwendigkeit des Platzes empfinden, an dem er steht in der Entwicklung. Er sieht zurück in urferne menschliche Vergangenheit, in eine menschliche Vergangenheit, wo es noch nicht gab, was man vereinzelte Kunst nennt. Hier berühren wir einen tiefen Punkt, der Richard Wagner fortwährend beschäftigte, wenn er seine Mission empfand, jenen Punkt, über den Nietzsche so tief nachdachte und den er versuchte, in seiner Schrift «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» zu charakterisieren. Wir wollen dem aber nicht nachgehen, was Nietzsche geschrieben hat, wir wollen uns vielmehr an die Mystik anlehnen, denn die weiß mehr zu sagen, als was Nietzsche über Richard Wagner zum Bewußtsein zu bringen vermochte. Sie weist uns zurück in Urzustände menschlicher Entwicklung.