Supplements to Member Lectures

GA 246 — 30 September 1911, Bern

Glaube, Liebe, Hoffnung

Meine lieben theosophischen Freunde!

Wenn wir uns als Theosophen mit den Kenntnissen befassen, die uns durch die Theosophie gegeben werden, taucht in uns wohl zuweilen energisch die Frage auf: Welche Bedeutung hat überhaupt die Vertiefung in die theosophischen Erkenntnisse für den Menschen?

Im Zusammenhang damit taucht die andere Frage auf: Warum diese Theosophie gerade in unserer Zeit für den Menschen ganz besonders wichtig werden soll, da sie doch zu andern Zeiten von den Menschen entbehrt worden ist, nicht verlangt worden ist?

Diese zwei Fragen führen uns dazu, in der Theosophie selber Umschau zu halten, was in der gegenwärtigen Menschennatur das Verlangen, den Trieb zur Theosophie erzeugt. Denn in der Tat, es werden heute zahllose Seelen zur Theosophie getrieben einfach durch das, was sie sind, fühlen und empfinden, sodass man sagen könnte: Wäre diese Theosophie nicht vorhanden, so würden diese Seelen nach etwas verlangen, was eben nicht da ist und würden unbefriedigt bleiben.

Warum verlangen diese Seelen diese ganz besondere geistige Befriedigung? Wenn Sie durchdenken, was Sie aus der Theosophie wissen, werden Sie durchdrungen sein davon, dass die menschliche Seelennatur im Laufe der Jahrtausende sich verändert hat, dass der innerste Charakter etwas anders ist als früher. Und der, welcher auch nur äußerlich die Geschichte der Menschenseelenentwicklung überblickt, wird sofort den großen Unterschied herausfinden zwischen dem Leben des alten Griechen und alten Römers und unserem cigenen Seelenleben.

Wir brauchen nicht einmal so weit zurückzugehen. Vergleichen wir die Entwicklung der Seele tiefernster Menschen des zwölften, dreizehnten oder vierzehnten Jahrhunderts, der großen Mystiker.

Wenn wir so zurückblicken in das Seelenleben, sagen wir, eines Meister Eckharts, [eines] Taulers, die noch auf viele andere Seelen gewirkt [haben], so finden wir ein Wort, mit dem wir bezeichnen können das mystisch-moralische Ideal dieser Menschen: Gelassenheit. Man verlangte diese Gelassenheit. Das ist gerade dasjenige, was diese Mystiker von denjenigen fordern, die zu einem tiefen Gottes- und Christus-Bewusstsein kommen sollen. Sie ist jene Seelenstimmung, in der der Mensch die kleinen und schwierigen Ereignisse des Lebens mit einer gewissen Ruhe der Seele an sich herankommen lässt, dass er nicht aus dem Geleise gebracht werden kann durch das, was ihn an Furchtbarem trifft und nicht zum «Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt» gebracht werden kann durch etwas Freudiges, durch etwas Trauriges. Gleichgewicht im Ertragen des Freudigen, des Schmerzlichen: Das war die Gelassenheit. Man verlangte diese Gelassenheit, weil man wusste, dass jenes innere Leben der Seele sich nicht anders entwickeln kann. Das Leben gegenüber dem Göttlichen, dem Geistigen der Welt, kann sich nicht anders entwickeln, als wenn die Seele der Welt mit Gelassenheit gegenübertreten kann.

Die Stürme der Seele schnüren das zu, was hereinlassen soll das Göttliche, das gottinnige Leben, das ausfüllen soll die Scele zu der eigenen Befriedigung. Diese Stürme, sie vertreiben aus der Seele das, was eine klare Einsicht in fruchtbare moralische Grundsätze und ethische Impulse bringt. Ein richtiges Bewusstsein von dem Göttlich-Geistigen, das die Welt durchpulst, erfuhr man nur durch Gleichgewicht der Seele, durch Gelassenheit wie bei Johannes Tauler und Meister Eckhart.

Ein bekanntes Erlebnis, das uns geschildert wird von Johannes Tauler, wie er predigte zu der Gemeinde, bevor er Gott in der eigenen Seele erlebte, und wie ganz anders er nun auf der Kanzel sprechen konnte, nachdem er Gott in der eigenen Seele erleben durfte.

Wir dürfen sagen, wenn wir uns vertiefen in die Predigten der alten Mystiker oder in ihre Wirksamkeit, so unterscheidet sich das sehr von dem, wie in unserer Zeit auf Seelen gewirkt werden kann. Es kann in unserer Zeit nicht mehr so wie damals gewirkt werden.

Wenn wir den objektiven Grund suchen, warum das nicht sein kann, finden wir, dass unsere Seelen andere geworden sind, dass damals unter der gläubigen Gemeinde andere Seelen noch lebten, in denen ein innerer Gehalt verborgen war, der das Göttliche in sich hatte, anders, als die Seelen der Menschen es heute haben. Man konnte damals aus den Seelen etwas herausholen, was man heute nicht mehr kann. Es ist der innere Gott, der in jeder Seele schlummert und seit jener Zeit in tiefere Schichten der Seele zurückgewichen ist. In jener Zeit lag es mehr in den oberen Schichten der Seele; heute liegt es tiefer. Und in den oberen Schichten liegt heute das, was der Mensch aufbringen kann an Verständnis für die äußeren Welterscheinungen, was den Charakter, die Seele bildet.

Wir kennen den unglücklichen Nietzsche, der geltend machte, was in seiner eigenen Seele lebte. Nietzsche wäre trotz allem frommer Katholik geworden, weil er nur dadurch seine Seele befriedigen konnte.

Zu den Menschen, die ihr Selbst ausleben wollen, gehört [Langbehn, der Autor des Buches «Rembrandt als Erzicher», das unter der anonymen Autorschaft «Von einem Deutschen» erschien] - wie viel Aufsehen hat dieses Buch gemacht! 1900 ist [Langbehn] zum Katholizismus übergetreten und als frommer Katholik gestorben. Es ist etwas tatsächlich Unlogisches, wenn jemand, der nur das geltend machen will, was in seinem Innern lebt, gedrängt wird, sich einem religiösen Bekenntnis anzuschließen. Es wurde sogar bezweifelt, ob der «Rembrandtdeutsche» noch bei vollem Bewusstsein war, als er zum Katholizismus übertrat.

Welcher Religion ein Mensch auch angehört - wenn er wirklich fromm ist, wird er durch jede Religion schließlich zum gleichen Ziele gelangen. Sie wird ihn zum gleichen Ziele führen. Wer da glaubt, nur durch den historischen Jesus zu Christus zu kommen, der ist im Irrtum.

Es bestand eine Einheit zwischen Meister Eckhart und Johannes Tauler und denen, die ihnen zuhörten. Sie konnten aussprechen, was in ihrer eigensten, innersten Seele lebte, und sie glaubten, wahres Christentum dadurch auszusprechen, dass sie das, was in ihrer innersten Seele lebte, aussprachen. Das Innere, indem es sich ausspricht, kann den Christus dem Worte einverleiben. Sie finden den Christus oder den Weltengeist, der ihr ganzes Seelenleben befriedigen kann.

Die Seelen der früheren Zeit verhalten sich zu den Seelen der heutigen Zeit wie die Atmungsorgane der Fische zu den Atmungsorganen der höheren Tiere. Seit jener Zeit hat sich die geistige Atmosphäre umgestaltet und heute hat der Mensch gleichsam ein anderes geistiges Atmungsorgan, und der heutige Mensch wird immer mehr brauchen die Einsicht in das, was uns als Geist umgibt. So kommen wir heute nur dadurch zur richtigen Selbsterkenntnis und können die Seele zu einer inneren Ruhe und Harmonie bringen, wenn wir in Erkenntnis die Welterscheinungen erfahren. Nur, wenn wir uns so recht in die Geisteswissenschaft vertiefen und höher streben, wird uns die Welterkenntnis der geistigen Dinge offenbart werden. Das ist Theosophie.

Wir können nicht mehr so ohne Weiteres den göttlich-substanziellen Gehalt aus unserer Seele herausholen, weil er in tiefere Schichten gezogen ist. Heute bedarf es der Theosophie. Wir müssen die Welterkenntnis der geistigen Dinge haben, und diese will uns die Theosophie geben.

Meister Eckhart und Johannes Tauler konnten noch sprechen (?) und durch die Gelassenheit ihr Innerstes der Seele finden. Doch was früher noch mit Gelassenheit konnte erreicht werden, ist heute nicht mehr möglich. Alles, was wir heute aufbringen könnten an Worten, die noch so schön klingen würden, alles, was wir heute sagen könnten, das wäre unendlich nüchtern im Verhältnis zu dem, was jene Meister sagen konnten mit ihren von einem geistigen Feuer durchzogenen Worten.

Wir müssen heute dieselben Wirkungen erzeugen; aber auf ganz andere Weise. Was würde geschehen, wenn jene Gelassenheit nicht erzeugt würde? Gerade jetzt und in der Zukunft wird die Gelassenheit noch viel mehr nötig sein; aber auf ganz andere Weise muss sie in unsere Scelen eingepflanzt werden: dadurch, dass wir in einer richtigen Art unsere Seelen führen lernen. Gerade von der entgegengesetzten Seite müssen wir anfangen als früher. Dazu muss man sich einiges Wissen aneignen. Wer nicht lernen will, kann auch nicht den Faden finden. Wir haben uns einige Begriffe angeeignet über die Beschaffenheit der Seele: Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele, Bewusstseinsseele. Wir können diese Unterscheidungen nicht entbehren, wenn wir uns selbst begreifen wollen. Es ist ein großer Unterschied in den einzelnen Tatsachen des Seelenlebens.

Wenn Meister Eckhart und Johannes Tauler sprachen von Gelassenheit, wirkte das auf die Empfindungsseele. Heute müssen wir zur Bewusstseinsseele sprechen, uns an die Einsicht, an das Denken wenden. Bis zum dreizehnten Jahrhundert wurde gewirkt auf die Empfindungsseele. Bis zum sechzehnten Jahrhundert wurde gewirkt auf die Verstandes- und Gemütsseele und seither und heute auf die Bewusstseinsscele. (Giordano Bruno wirkte auf die Verstandes- und Gemütsseele, kopernikanische Weltanschauung.) Heute müssen wir uns an das Denken wenden, wir müssen zu der Bewusstseinsseele sprechen. Die Seelen drängen dazu.

Man darf sagen, die Zeit sei noch gar nicht so weit, seitdem man das Denken hat. Ohne frivol zu sein, kann man sagen: Seelen, die gute Katholiken oder Protestanten [sind] - oder welcher Religion sie auch angehören - und [die] geistig vorwärtsstreben, werden ans Ziel gelangen. Es ist das Ziel der Theosophie, alle Religionen in einer Synthesis, das heißt in eins zusammenfließen zu lassen. Theosoph kann man überall werden. Der Mohammedaner innerhalb des Mohammedanismus, der Protestant innerhalb des Protestantismus und so weiter und so weiter, und [dafür ist es auch ganz gleich,] ob man an diesem oder jenem Orte geboren ist.

Wenn heute die Seele in der Bewusstseinsseele ergriffen wird von dem, was wir als Theosophie bieten können, wer Geduld hat, das in ernster Arbeit zu verarbeiten, der kommt zu Gelassenheit. Ein Aufsteigen in die höheren Welten ist nur möglich durch die Gelassenheit, und dazu bringt uns die Theosophie. Wir müssen zuerst die Einsicht in die geistigen Weltengründe fördern, und es wird das Loskommen vom Egoismus erreicht. Wir sehen in uns den Sinn des Weltalls; [wir sehen] aber auch die Verantwortlichkeit, aus dem ganzen Sinn des Weltalls unsre sittlichen Impulse zu holen. Es ist ein Aufgehen in dem Sinn des Weltenalls, und nur das gibt innere Harmonie und Seligkeit der Seele. Das Gefühl der Verlassenheit kann durch Theosophie überwunden werden. Theosophie muss die Seelen der Menschen erobern, sonst würden die Menschen zusammenbrechen. Innerlich haltlose Menschen werden häufiger werden und können nur durch Theosophie wieder Halt erlangen; sie darf aber nicht einseitig sein. Mit innerer Charakterstärke allein können wir nicht auskommen.

In alten Zeiten bedeutete ein Trosteswort viel mehr als heute. Ein solches Wort war erfüllt von Herzensglut. Heute sind wir nicht mehr in der Lage, eine solche Wirkung von Seele zu Seele auszuüben. Sie werden heute vielfach hören, dass ein Mensch an Ängstigungen, an Furcht leidet; aber weil wir nicht mehr so wie früher auf die Empfindungsseele einwirken können, wird es für den Menschen mehr Überwindung dazu brauchen, sich davon zu befreien. Aber auf etwas kann man wirken. Wir können heute pflegen die Bekämpfung der Selbstsucht, des Eigenwillens, des Eigensinnes. Und diese Bekämpfung hängt zusammen mit der Bewusstseinsseele. Durch pädagogische Grundsätze, die uns die Theosophie gibt, kann man Furcht- und Angstgefühle aus der Seele hinaustreiben. Eine Seele, die durchdrungen ist von einer wirklichen Empfindung der theosophischen Lehren, wird erkennen, was krankhafte Angst- und Gemütszustände sein können. Wir unterscheiden nicht nur Tatsachen. Es hängen gewisse [moralische Dinge mit dem physischen Leibe zusammen].

Was wir heute mit dem Worte Glaube ausdrücken, finden wir im astralischen Leibe. [Man diskutiert viel darüber, was Gegenstand des Glaubens ist. Doch wie die Sonne leuchten würde, auch wenn man sie leugnen würde, so mögen die Menschen die Existenz Gottes leugnen, Gott ist doch da.] Wie oft sagt sich der Mensch: Ich will an nichts mehr glauben. - Aber im astralischen Leib bleibt dieses Glaubensbedürfnis doch vorhanden. Dieser Zweifel tritt auf als Schwäche der Seele. Man sucht, durch die Theosophie klarzumachen: Ich glaube, weil ich weiß, warum ich glaube. - Aber dieses Wissen muss der Seele gebracht werden. Eine Seele, die nicht glauben kann, muss zur Verzweiflung gebracht werden. Der Astralleib verlangt den Glauben.

Der Ätherleib braucht die Liebe. Und ein Mensch, der nicht lieben kann, dessen Ätherleib muss vertrocknen. Immer mehr und mehr wird es sich zeigen, dass Liebe in der Welt nur dann von Nutzen sein kann, wenn sie sich auf Verständnis und Weisheit gründet. Wir dürfen nicht sagen: Die Liebe macht blind. - Die Liebe soll schend machen. Das Ideal der Liebe steht auf theosophischem Boden, wo wir eindringen in die wahren Dinge, in die wahre Wesenheit der Dinge. Diese Liebe ist notwendig, da erst die wahre theosophische Liebe dazu kommen wird, bis in den physischen Leib hineinzuarbeiten. Ohne Hoffnung kann der physische Leib nicht gedeihen. Hoffnung ist zugleich Zuversicht.

Der Mensch wirkt am besten auf dem physischen Plan durch physische (?) Arbeit. Er darf nicht zaudern an einer eventuellen Erfolglosigkeit, sondern er soll durchdrungen sein davon, dass das, was als Arbeit geleistet wird, Früchte tragen muss. Die Ursachen müssen als Wirkungen zum Dasein gelangen.

Echte Hoffnung, starke Hoffnung - wie können sie in die moderne Seele hineingelegt werden? Wir müssen die Gesetze erfassen im Zusammenhang von Leben zu Leben und müssen erfassen die Wiederverkörperungsidee. Derjenige, der diese Wiederverkörperungsidee richtig verstanden hat, dem wird diese Idee ein starkes Rückgrat geben, wenn er zuschen muss, wie Hunderte von Dingen in Erfolglosigkeit übergehen. Moralische Ursachen sind nicht ohne moralische Wirkungen - das ist die richtige Auffassung. Er weiß, dass die Erfolglosigkeit Maya ist, dass die Wahrheit doch darin besteht, dass irgendwo für recht vollbrachte Ursachen die richtigen Wirkungen hervorgebracht werden müssen. Aus der physischen Welt kann uns nichts anderes als Maya kommen. Es kommt auf das Tun, das Wissen an.

Einen neuen Glauben müssen wir uns aneignen (Astralleib), [eine] neue Liebe (Ätherleib), [eine] neue Hoffnung (physischer Leib).

Unsere Zeit ist eine wichtige Zeit. Es werden in dem zwanzigsten Jahrhundert noch mehr Seelen auftauchen, die das Erlebnis des Paulus vor Damaskus erleben werden. Die ersten Vorzügler sind jetzt schon inkarniert und werden im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts das große Ereignis erleben dürfen. Es ist damit verbunden eine Geburt höherer Seelenkräfte. Die Menschen würden sich nicht entwickelt haben, wenn Christus wieder im physischen Leibe käme. Nicht nur für diejenigen, welche im physischen Leib leben, aber auch für die, die zwischen Tod und neuer Geburt sich befinden, wird Christus sichtbar sein. Aber [die Verstorbenen] müssen von der Theosophie in ihrem früheren Leben gehört haben. Denn auf der Erde, in der physischen Verkörperung muss sich der Mensch diese Kenntnisse erwerben. Diejenigen Menschen, die sich weigern, darüber aufgeklärt zu sein, sie werden es nicht können nach dem Tode; sie können das Christusereignis nicht erleben.

Es ist wichtig, was die orientalische Weltgeschichte immer wieder gesagt hat: Der größte Vorbereiter ist der Gautama Buddha. Er hat am stärksten vorbereitet die heutige Menschheit des Ostens. Der größte Impuls der Erdenentwicklung ist das Christusereignis. Was Buddhismus ist, muss richtig verstanden werden. Wenn man nachforscht, wird man ihn verstehen können. Die Individualität des Gautama Buddha wird nicht mehr im physischen Leibe erscheinen, sondern sie wirkt aus den geistigen Welten auf die physische Welt. 5000 Jahre nach der Erleuchtung des Buddha unter dem Bodhibaum wird Maitreya-Buddha («der Bringer des Guten»), dessen Worte dann magische Kräfte enthalten, erscheinen, von jetzt an in 3000 Jahren. Er wird der größte Lehrer für das Christentum. Der Bodhisattva, der kommen wird im zwanzigsten Jahrhundert, er wird auf den Ätherleib des Jesus hindeuten und wird auch diejenige Individualität sein, die im Okkultismus als die in 3000 Jahren bestimmte Individualität des Maitreya-Buddha anerkannt ist. Heute wäre die Erscheinung des Maitreya-Buddhas noch nicht möglich.

Moralische Grundsätze müssen wir aussprechen; Moralität mit Intellektualität in Einklang bringen. Ein unmoralischer Mensch wird immer dümmer werden. Ein moralischer, wird auch ein kluger Mensch sein.

In höheren Welten kann man sich heute ein Bild machen von dem, was in 3000 Jahren der Maitreya-Buddha bringen wird. Die Majestät dieser Lehre wird alle Gefühle des Christentums in Einklang bringen. Theosophie bildet gleichsam die ersten Bausteine jenes Zeitalters. Die Theosophie als intellektuelle Tatsache wirkt auf die Bewusstseinsseele. Der Mensch wird fähig werden, bis in den physischen Körper hineinzuwirken. Das Fleisch wird stark werden und rein. Die Erde wird so dem Himmel zugeführt werden können vor dem Pralaya. Die Intelligenz wird entstehen aus dem Innern der Moralität. Mit vollem Bewusstsein wird der Mensch nun Theosoph sein. Man wird die Bedeutung des Christentums erfahren. Tiefste Sehnsucht hinaufzusteigen und zu erfahren, zu erleben wird unser Innerstes erfüllen. Wir versenken uns immer mehr und mehr in den Geist und sehen es als Verpflichtung an, uns hineinzuarbeiten. Wenn wir auch scheinbar nicht wachsen, so dürfen wir uns doch bewusst sein, dass auch die kleinste Arbeit in aller Bescheidenheit, im Unsichtbaren uns eine Stufe höher bringt im Geistesleben.

Von dem Ernst und der Würde der theosophischen Arbeit sollen wir durchdrungen sein. Die Theosophen mit ihrem Denken - wenn sie auch von anderen Menschen für dumm gehalten werden, wie dies so oft geschieht und wie man so oft hört -, wie viel können sie der Menschheit dadurch dienen! Die Theosophie wird umgestaltend wirken. Wo auch nur im ganz kleinen Kreis für Theosophie gearbeitet wird, wird für die Ewigkeit gearbeitet.

German original of Faith, Love and Hope · ← Previous · Next →