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GA 246 — 23 January 1913, Klagenfurt

Karmische Folgen von Bequemlichkeit und Lügenhaftigkeit

Klagenfurt, 23. Januar 1913

Während der letzten Monate beschäftigten mich okkulte Forschungen über das Leben des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Das Gewissen ... Klarheit darüber, was das Gewissen ist, ergibt sich durch die Beobachtung der Seele durch den Scher zwischen dem Tode und der neuen Geburt. Das Leben solcher Seelen wirft Schatten voraus zum zukünftigen physischen Leben. Immer mehr und mehr tauchen die Ereignisse auf, die uns zwischen dem Tode und einer neuen Geburt beschieden sein werden.

Vorschau in die Zukunft hinein ...

Dann kommt ein bestimmter Augenblick, etwa in der Mitte zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Dieser wirkt erschütternd auf den Seher, wenn er ihn zum ersten Male bei einer Seele erlebt. — Kamaloka

246-12
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Gleich nach dem Zeitpunkte tritt etwas ein. Wir stehen vor dem Zeitpunkte so erschüttert wie vor dem Tode in der physischen Welt.

In der ersten Hälfte des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben wir mehr in Vorstellungen, in der zweiten Hälfte sind wir mehr Willenswesen. Wenn wir in der zweiten Hälfte dieses Lebens sind, können wir für das künftige physische Leben nichts mehr ändern. Die Kräfte, die in der zweiten Hälfte dieses Lebens auftreten, bewirken Krankheit und Tod. Derjenige, der gegen sein Gewissen handelt, was wird er tun? Alle Eigenschaften im physischen Leben wirken herein in das übersinnliche Leben. Ob in Zukunft Epidemien stattfinden werden oder nicht, hängt ab von den moralischen Impulsen, die die Menschen jetzt haben.

Die Menschen sind nicht schlecht, sondern bequem. Aus Bequemlichkeit und Gewohnheit [wurde Giordano Bruno verbrannt und Galilei zu Hausarrest verurteilt]. Heute hat man andere Mittel, da man feiger geworden ist. Bequem sind die Menschen. Sie wollen sich nicht umändern, nicht umdenken in Fragen des seelisch-geistigen Lebens. Die Geister der Hindernisse sind Scharen, die Ahriman dienen. Ahriman setzt sich hauptsächlich die Aufgabe, Widerstand im Leben zu installieren. Durch unsere Bequemlichkeit werden wir Diener der Geister der Hindernisse. Der Bequeme sieht in der ersten Hälfte des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in Vorschau, dass er ein Diener der Geister der Hindernisse wird und ein Bremser der Weltentwicklung. Er bekommt dadurch im nächsten Leben dicke Säfte. Man empfindet das Bremsen als Druck gegen sich selbst. Ungeschicklichkeit im Leben rührt daher, dass man ein Bequemling gewesen ist. Wir sind heute im Übergang. Im nächsten Leben werden die Zusammenhänge der Inkarnationen deutlich(er?) sein. In Zukunft wird der Mensch das furchtbare Gefühl haben: Ungeschicklichkeit kommt von Bequemlichkeit.

Ein besonderes Kapitel ist das Wesen der Lüge. Unwahrhaftigkeit spielt im heutigen industriellen und kaufmännischen Leben eine bedeutende Rolle. In dem Maße war es vor kurzer Zeit nicht der Fall. Das Wesen der Lüge ist das Folgende: Was will der Mensch, wenn er bewusst oder unbewusst lügt? Jeder, der lügt, will mit der Lüge eine Kraft entwickeln, die ihn vergeistigt. Die Elohim gaben dem Menschen, damit er seine Mission vollbringe, das Erdenleben. Luzifer will die Menschen das Erdenleben nicht durchmachen lassen. Lügen ist Luzifer dienen: Wegreißen des Menschen aus dem Erdenleben in ein geistiges Reich, aber in ein luziferisches Reich. Lügner = Schwärmer; das alles luziferischer Einfluss. Wenn der Mensch in seinem vergangenen Erdenleben ein Lügner gewesen ist, sieht man in der ersten Hälfte des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wie er ein Diener der luziferischen Scharen wird. Menschen, die besonders den luziferischen Scharen gedient haben (die Lügner waren), sind solche, die krasse Egoisten werden. Aller Egoismus in späteren Leben wird vorbereitet durch die Lüge in früheren Leben. Dadurch, dass der Mensch sich aus der Wahrheit herausstellt, stellt er sich aus der Menschheit heraus. Karmisch kommt der Egoismus aus der Lügenhaftigkeit. Die Unwahrheit über die höheren Welten zu sagen, kommt aus der Trunkenheit aus dem Okkultismus heraus.

Viele der Seelen, die hier sitzen, waren in alten Hirtenvölkern inkarniert. Sie sahen zum gestirnten Himmel hinauf und sahen viel deutlicher als die physischen Planeten - die diese umgebenden geistigen Wesenheiten, Erzengel und so weiter. Die Hierarchien zu leugnen, wäre damals unmöglich gewesen, da sie wahrgenommen wurden. Heute ist es nötig, den Menschen ein altes Wissen heraufzuholen. Theosophie ist ein nach und nach Erinnern der Menschheit an ein ursprüngliches Wissen. Unsere Zeit ruft die bösesten Geister durch ihre Ableugnung (des Geistigen).

Menschen, die ihren alten Astralleib bei einer neuen Inkarnation noch nicht abgelegt haben, sind dann Hellseher. Sie sehen aber nur dämonische Gestalten, die sie unausgesetzt peinigen.

German original of The Karmic Consequences of Laziness and Mendacity · ← Previous · Next →