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GA 246 — 25 February 1913, Mannheim

Über das Leben Zwischen Tod und Neuer Geburt

Die Theosophie soll nicht Theorie, sondern Lebenselixier werden, und das wird sie, wenn man erkennt ihre Wirkungen.

Ein Mensch stirbt; ein Seher setzt sich mit ihm in Verbindung und erfährt, dass dieser Mann unglückselig ist, weil er sich nicht mehr in Verbindung setzen kann mit seiner noch lebenden Frau, die er sehr liebte auf Erden. Die Verbindung kann nicht hergestellt werden, weil die Frau nicht erweckt hat in sich das höhere Leben, wozu Theosophie führen soll.

Zwei Menschen leben miteinander; der eine ist Theosoph, der andere bekämpft die Theosophie, aber in seinem Innern lebt, gerade weil er sie bekämpft, Sehnsucht nach theosophischen Erkenntnissen. Der letztere stirbt. Der erstere kann dem Toten vorlesen aus theosophischen Schriften und hilft ihm dadurch.

Menschen, die hier gewissenlos waren, müssen im Kamaloka dienen den Geistern, die Krankheit und Tod den Menschen bringen. Menschen, die hier lügenhaft waren, müssen dienen den bösen Geistern.

Christian Rosenkreutz traf ein Abkommen mit Buddha, dass er sein Erdenwirken aufgab und zum Mars emporstieg, um dort als Fürst des Friedens zu wirken, wo er eine Art Kreuzigung durchmachte. Von dort hilft er auch den Menschenseelen, wenn sie die Marssphäre zu durchziehen haben.

In der Sphäre Mond, Merkur, Venus und so weiter gräbt der Mensch, wenn er vorbeikommt, zwischen Tod und neuer Geburt seine Taten ein, seine Tugenden und Fehler; sie stehen dort geschrieben, bis sie nach Abbüßung wieder ausgelöscht werden können.

Menschen, die bei einem Unglück plötzlich aus dem Leben gerissen werden, bilden den Sukkurs für die guten Geister, die den bösen, eben genannten Geistern entgegenwirken. Wenn nun jemand sich selbst das Leben nehmen wollte, um den guten Geistern damit zu Hilfe zu kommen, so wäre dies zwecklos. Das Opfer würde nicht angenommen. - Nur Unglück von außen kann dies herbeiführen. Auch Menschen, die jung sterben, plötzlich, nicht durch Alterstod, helfen den guten Geistern.

Nach dem Tode wächst die Seele bis zu den Planeten heran; zur Wiederverkörperung wird sie dann immer kleiner und kleiner, bis sie zu einer kleinen Kugel wird, die dann bei der Empfängnis sich verkörpert.

Das Märchen vom Storch war ganz gut; und die Aufklärungsbestrebung ist durchaus danach angetan, das Werden des Menschen materiell nur zu erklären. Die Märchen sagten eben, dass ein Kind nicht entstehen kann nur allein aus dem, was Vater und Mutter geben konnten. Einst wussten alle Menschen von den wiederholten Erdenleben. Dieses Wissen musste ihnen verloren gehen. Nun bringt die Theosophie diese Erkenntnis wieder und gibt vielen Menschen das erlösende Gefühl, was man hat, wenn man sich auf etwas Wertvolles, auf das man sich mit aller Mühe nicht besinnen konnte, wieder besinnt.

Erschütternd ist für den Seher zu sehen der Moment, wo der Mensch abgelegt hat alles, was ihn mit dem früheren Erdenleben noch verband, und entgegensieht der Zukunft und einer neuen Geburt. Aber eine durch Theosophie geschulte Seele wird diesen großen Schmerz nicht durchzumachen haben, weil sie wissend entgegengeht einem neuen Leben.

Ein Lutherspruch: Wenn ich zornig bin, kann ich am besten predigen - bedeutet: Unterdrückter, besiegter Zorn steigt ins Unterbewusstsein herab und kommt herauf als Liebe.

German original of On Life Between Death and New Birth · ← Previous · Next →