Supplements to Member Lectures

GA 246 — 28 February 1913, Karlsruhe

Zusammenarbeit mit den Geistern der Gesundheit

Nicht schablonenhaft einrichten die Logenräume, wenn auch Festhalten am Grundsätzlichen, Einheitlichen. Sinnbild, dass innerhalb unserer ganzen Bestrebung Mannigfaltigkeit geschaffen und gepflegt werde. Nicht blindes Wiederholen der Lehren, sondern individuelles Verarbeiten.

Wenn [wir] Pyramide betrachten, können wir sehen den Zusammenhang mit den Weltengeheimnissen. Griechischer Tempel [ist] Ausdruck der inneren Geschlossenheit; Gott mit sich selbst; Tempel war eine geschlossene Ganzheit, [das ist das] Wesentliche der griechischen Architektur. Der gotische Dom [ist erst] abgeschlossen, wenn die Gemeinde pflegen will dasjenige, was sie verbindet mit dem Göttlichen; die gläubige Gemeinde gehört dazu.

Wir werden Innenarchitektur pflegen. Architektonische Formen müssen sich anpassen den Forderungen der Zeit. - Ausbildung der Bahnhöfe, Warenhäuser; die sind uns äußere Baustellen. Da, wo theosophische Betrachtung gepflogen wird, sollte nur [ein] innerer Ausbau sein. Innenarchitektur.

Färbung, Tönung scheinbar anspruchslos, wird immer mehr Verständnis bei Mitgliedern finden. Was in den Tiefen der Seele liegt, hängt zusammen mit Gesundheit des Menschen. Totalität entsteht in uns. Bewegung der Mannigfaltigkeit der Farben an verschiedenen Stellen. [Jeder Raum hat seine ganz besondere Stimmung.] Dieser Raum regt an, etwas Leidvolles zu empfinden, wenn hier die Wahrheit nicht gefunden würde. Das etwas unbehagliche, unsympathische Gefühl des strafenden Richters aus Strömung der roten Farbe. Wer keine Liebe zur Wahrheit [hat], wird unzufrieden aus diesem Raume treten. Herunterrufen der spirituellen Mächte in den Raum, wo die Karlsruher ihre Arbeit leisten werden. Wer die richtigen Gefühle und [die richtige] Stimmung mitbringt, wird fruchtbare Arbeit leisten.

[Ein] Mensch, von dem man sagt, er lebt korrekt, denkt nicht besonders schlimm von seiner /unleserlich]. [Wer] nicht aus Pflicht, Nötigung, Anständigkeit, sondern [aus] Enthusiasmus für [das] Rechte und Gute [handelt], [der] handelt gut und richtig. Handlung kann geschehen aus Begeisterung, Liebe, Freiheit - oder genötigt. Äußerlich scheint es dasselbe, führt oft zu gleichen Taten. Aber für Gesamtheit des Lebens beträchtlicher Unterschied - besonders wenn man in Betracht zieht die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

Vergleich [des Sterbens] einer Seele [mit] Wasser und Dampf; fällt als Regen zurück - vergleichbar mit dem [neuen] Menschenleben.

Wasser, Luft - hinter allen Elementen stehen geistige Wesenheiten der höheren Hierarchien und leiten, fördern die gesundenden Kräfte des Menschen. - Mensch wird nach Tode Diener der Geister der Gesundheit, des Wachstums, des Aufblühens der Menschen auf Erden. Das sind Seelen, die vorher der ganzen Seelenverfassung nach mit Begeisterung und religiöser Stimmung gut zu denken, gut zu handeln [wussten]. Gewisse Zeit hindurch nach dem Tod so Diener für Hygiene. Nicht nur gepflegt durch äußere Faktoren, sondern dadurch, dass einziehen [möge] in die Seelen die Begeisterung für gute Gedanken, Gefühle, Handlungen - also nicht bloß aus Pflichtgefühl.

[Der] moderne Mensch weiß sozusagen nichts davon. Was man nicht sieht, [davon] herrscht [die] Meinung, [dass es] nicht existiert. [Es gibt] Menschen, die die geistige Welt ablehnen, unter anderen Gründen, weil sie sie nicht sehen. Menschliche Seele hängt zusammen mit verborgenen Kräften der geistigen Welt.

[Eine Seele wird] nie recht veranlagt [sein], heilende Wirkungen zu erzeugen, [wenn sie] nicht zusammenhängt mit [der] Arbeit der Herren der gesundenden Elemente. Bereiten [wir] uns dafür vor, Diener nach dem Tod für Gesundheit, aufblühendes Leben aus Liebe dazu [zu sein], und [der] Mensch sollte dann sich inspirieren lassen von den [genannten] Mächten. [So] schaffen [wir] die Ursachen der gesundenden und wachsenden Elemente auf der Erde. [Aber das] Umgekehrte [ist] auch wahr: Durch Gewissenlosigkeit [wird man] Diener der bösen Geister, [die] Krankheit und frühen Tod [bringen].

Vermeiden des Begriffsmäßigen über die Dinge. Bloße Gewissenhaftigkeit wird nicht das Gegenteil bewirken. Enthusiasmus, Liebe die führen dahin, dass wir Diener der Gesundheitswesen werden, nicht bloß Gewissenhaftigkeit.

Der Seher muss versuchen, das Forschen mit möglichst wenig Denken zu halten. Inspiration, Intuition abwarten; [abwarten] begnadet zu werden mit diesen oder jenen Wahrheiten. In dieser Beziehung macht man oft sonderbare, unmögliche Anforderungen an den Hellseher. Die Leute glauben, man brauche bloß schauen zu können. [Auch die] Versuchung ist da, Begriffe zu drexeln. Resignation [ist] erforderlich - abwarten, bis dadurch die Begnadung kommt. Das ist das eine.

Dann [kommt als] zweite Arbeit: Denken in Begriffe gießen. Also erst forschen, dann denken. Es wird viel zu viel spekuliert über das «Schauen». Vom gewöhnlichen Denken aus kann die übersinnliche Welt nicht konstruiert werden.

[Ein] großer Teil unseres Lebens [ist] verbunden mit ungeheuer viel Bequemlichkeit. Hindernisse [sind] hier ahrimanische Kräfte. Wir müssen [die] Sklavenkette des Herrn der Hindernisse [eine] Zeit lang auf uns laden, wenn [wir] Bequemlichkeit geliebt haben. Stumpfsinnig können gewisse Menschen durchs Leben gehen, unempfänglich für [eine] schöne Landschaft. Bewirkt bedeutende Folgen nach [dem] Tode. Wenn [aber] reges Bewundern [gelebt wird], dann dürfen [wir] teilnehmen am Menschheitsfortschritt von der übersinnlichen Welt aus.

Erfinderische Köpfe helfen zum Fortschritt; wie [ein] Hereinbrechen der Gedanken. [Es sind] nicht [diejenigen die] besten [Gedanken], die wir erst aus [dem] Gehirn pressen müssen oder wenn wir eine viertel Stunde an einer Feder nagen. [Die] besten Gedanken sind die, die über uns kommen. Sie kommen von den Seelen, die regen Anteil an allem auf [der] Erde genommen [haben] und nun in höheren Welten [leben]. (Es gibt ja Männer, die nicht einmal einen Knopf annähen können, sogar noch manches anderes nicht.) Geschicklichkeit — Stimmung - sich interessieren, [es] als Unmöglichkeit betrachten, etwas nicht zu können.

Noch etwas anderes: Auf Erden [sind] gewisse Dinge die Vollkommensten: die wirklich schönen Kunstwerke. [Diese] haben [eine] gewisse Bedeutung auch nach [dem] Tode. - Wichtige Erdenereignisse: Töne [werden] erzeugt durch physische Saiten, [die sind nicht hörbar; oder auch:] die Sixtinische Madonna [ist] nicht sichtbar von höheren Welten. Das Vollkommenste auf Erden erreicht auf Erden seine Vollendung. Die Seelen aber tragen es in höhere Welten, wenn [sie] es erfasst haben. Raffael konnte seine Madonna nicht [wie der Seher] schauen, sie lebte in seiner Seele.

Übersinnliche Welten leben davon: [Sie sind] angewiesen, sich das Schönste von der Erde durch die Seelen mitbringen zu lassen. Wird gebraucht für die Kräfte, die da oben entwickelt werden.

Die Stumpfsinnigen kommen dort mit leeren, die anderen mit vollen Händen an. Jede Seele, die stumpfsinnig durchs Leben geht, trägt zur Ertötung, Vertrocknung des Erdendaseins bei. [Man vergegenwärtige sich] wie Leonardo den Christus sich an der Wand malerisch dachte, Licht von innen ausstrahlend; und zugleich [mache man sich klar, dass Leonardo] der Wahrheit in [der] Malerei getreu [bleiben wollte]; deshalb kam [der Christus an der Wand] nicht [so] zustande wie in seiner Seele. - Nach seinem Tode, weil [er] im Leben sich nicht hatte ausdrücken können, wie [es seine] Absicht gewesen [war], inspirierte [er] manche folgenden Geister, weil Leonardo so viel Unvollendetes in die geistige Welt mitgenommen [hat].

Erziehungstätigkeit des Doktors - rechnen mit dem, was aus der übersinnlichen Welt heraus dirigiert wird. Theosophie wird Menschen nahebringen, die Kluft zu überbrücken, in der wir leben zwischen Geburt und Tod und Tod und neuer Geburt.

Da hat eine der Persönlichkeiten - die uns so viel Schwierigkeiten machten, die es nötig machten, die Anthroposophische Gesellschaft zu gründen -, wollen geistreich sein und das Wort geprägt: Theosophen wollen Theosophie leben; Anthroposophen wollen Theosophie erleben. - Ein Spielen, ein Spielball mit Worten.

[Wir wollen ein] immer lebendigeres Band zwischen den Seelen hier und dort [knüpfen]. [Die] weitaus meistens Monisten, Materialisten sind dies aus Furcht [und] Angst. [Sie] fürchten die Unsicherheit beim Eintreten in [die] geistige Welt. [Diese] Erfahrung ist gemacht worden: Sie fürchten sich, überprüft zu werden.

Vergleich mit Eisen und magnetischer Kraft: Die Menschen würden sich nicht darum kümmern wollen. Was gehen uns die Kräfte an, die aus übersinnlichen Welten hereinspielen sollen. Sie sehen ja nicht, [dass die] Theosophie entspringt aus [einer] ernsten, würdigen Notwendigkeit.

Wer gesehen hat die Seelen, die da [sind] Sklaven der bösen Geister, [und wer] den gesehen hat, der folgt aus Begeisterung für Gutes, [für] Interesse am Leben, [der] weiß, [dass die] Theosophie bald das Erdenleben durchdringen muss.

[Aus der Fragenbeantwortung:]

Es müssen höhere Wesen eingreifen, wenn [der] Mensch schläft, [wie auch] in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Ebenso müssen höhere Wesen eingreifen bei [der] Regelung des heutigen Tages und [der heutigen] Nacht, [wie sie auch] in [der] Genesis erwähnt [wird].

German original of Collaboration with the Spirits of Health · ← Previous · Next →