Supplements to Member Lectures
GA 246 — 28 April 1914, Berlin
Über Marcello Haugen
Aus einem Vortrag
Niemand als gerade der atavistisch Hellsehende oder Hellfühlende oder der nicht «weiß», sondern aus einem dunklen Gefühl heraus tappst, niemand würde mehr in unsere Gesellschaft hineingehören, um das nachholen zu können, wovon sich deutlich zeigt, dass er es noch nicht durchgemacht hat in seinen früheren Inkarnationen. Gerade eine Pflegestätte für die Menschen, welche sozusagen noch atavistische Fähigkeiten haben, müsste unsere Gesellschaft sein. Das dürfte man nicht missverstehen! Dass man es missverstanden hat, das hat uns in den letzten Wochen schwere Sorgen gemacht. Eine Persönlichkeit, die durch die ganze Art und Weise, wie sie wirkte, in unsere Gesellschaft hineingekommen ist und die in unserer Gesellschaft zur «Pflege» aufgenommen werden sollte, um hinaufgebracht zu werden zu einem wirklichen Erfassen des Geisteswissenschaftlichen, eine derartige Persönlichkeit ist als eine solche genommen worden, die etwas ganz besonders Bedeutsames leisten könne.
Aber man kann mit solchen alten Kräften gerade das nicht leisten, was in unserer Gesellschaft geschätzt werden sollte. So hat man [denn] jene Persönlichkeit, die das Entgegengesetzte von dem ist, was ich jetzt als notwendig auseinandergesetzt habe, Herrn Haugen aus Norwegen, der bei uns gepflegt werden sollte als einer, der durch unsere Geisteswissenschaft «erzogen» wird, sie hat man als einen «Erzieher» genommen. Dadurch hat sich der Zentralvorstand der Anthroposophischen Gesellschaft jetzt genötigt gefühlt zu erklären, dass Herr Haugen nicht mehr weiter Mitglied bei uns sein kann. Das müssen wir verstehen, welche Aufgabe unsere Geisteswissenschaft in der heutigen Zeit hat. Deshalb hat der Zentralvorstand mit schwerem Herzen diese Maßregel gefasst, damit sich solche Fälle nicht wiederholen; sonst würde unsere Gesellschaft nicht in das Licht hinauf, sondern in den Sumpf geführt werden. Selbstverständlich muss gesagt werden: Es kann so [etwas wie] diese Maßregel keine «Strafe» sein oder etwas, was über das Privatleben des Betreffenden urteilt. Aber wenn das Gebaren eben so ist, dass es im Gegensatz zu dem steht, was dem Prinzip der Gesellschaft entspricht, so kann es sich als notwendig erweisen, sagen zu müssen, dass dies nicht der Mission der Anthroposophischen Gesellschaft entspricht, die wir aus den geistigen Welten heraus kennen!