Our Dead

GA 261 — 18 January 1914, Berlin

Gedenkworte gesprochen bei Generalversammlungen 1914

Bevor ich versuchen werde, meine lieben Freunde, mit einigen Worten die Gedankengänge fortzusetzen, sei das Wort gewidmet den Freunden, welche, seit wir das letzte Mal hier versammelt waren, den physischen Plan verlassen haben, und als Angehörige unserer uns so sehr am Herzen liegenden Bewegung nun aus geistigen Welten heute auf unsere Tätigkeit herunterschauen. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch dieses Mal wiederum betonen, daß diejenigen, die vom physischen Plan hinweggegangen sind, auch des weiteren für uns selbstverständlich als unsere im schönsten Sinne tätigen Mitglieder gelten, daß wir uns mit ihnen so vereint fühlen, wie wir es getan haben, als wir sie noch unter uns bei dieser oder jener Gelegenheit auf dem physischen Plan begrüßen durften.

Es sei zunächst gedacht - und es wird ja schwierig werden, da wir dieses Mal auf eine große Zahl von Freunden zu sehen haben, alle Einzelnen anzuführen -, es sei zuerst gedacht einer alten theosophischen Persönlichkeit, alt in dem Sinne, daß sie am längsten von den meisten unserer Reihen verknüpft war mit demjenigen, was wir wahrhaftiges, echtes theosophisches Leben nennen, Frau Baronin E. von Hoffmann. Zsa denen, die ihr ganzes Fühlen und tätiges Wollen durchdrungen haben mit demjenigen, was wir als theosophische Gesinnung bezeichnen, gehört sie. Viele wußten das tief liebevolle Herz dieser Frau schon aus dem Grunde zu schätzen, weil sie in Leid und Nöten unendliche Kräfte von diesem Herzen her sich zuströmen gefühlt haben. Ohne daß davon viel in die Außenwelt gedrungen ist, war Frau von Hoffmann eine treue, aufopferungsvolle Helferin für viele. Und wir dürfen es als etwas ganz besonders Wertvolles bezeichnen, daß sie, welche die theosophische Entwickelung seit langer Zeit mitgemacht hat, zuletzt in unserer Mitte gestanden hat. Und mit ihrer uns sehr lieben Tochter, welche in unserer Mitte weilt, werden wir der lieben, gesinnungstreuen, hilfsbereiten Frau ein treues Gedächtnis bewahren, welches mit der in der geistigen Welt Weiterlebenden vereint sein will.

Ich habe weiter zu gedenken mancher alten Mitglieder, die uns gerade in diesem Jahre für den physischen Plan verlassen haben. Ich habe zu gedenken unseres lieben alten Freundes Edmund Eggert in Düsseldorf. Wenn einige von uns vielleicht wissen, mit welch großen inneren Schwierigkeiten dieser unser Freund zu kämpfen hatte, mit welch heroischer Kraft er sich einarbeitete in dasjenige, was wir unsere geistige Strömung nennen, so werden diejenigen, die den guten, lieben Mann kannten, gewiß mit mir unablässig sich bemühen, auch weiterhin für die geistigen Welten treue Freunde unseres lieben Eggert zu sein. Und diejenigen von den lieben Freunden, welche dieses hören, was ich aus bewegtem Herzen spreche, werden in Treue ihre Gedanken dem von dem physischen Plan Geschiedenen senden.

Ich habe weiter eines lieben, treuen Mitgliedes zu gedenken, eines Mitgliedes, das uns stets .innige, aufrichtige Freude gemacht hat, wenn wir es immer wieder in unserer Mitte sehen konnten, unserer lieben Frau van Dam-Nieuwenhuisen aus Nymwegen, welche den physischen Plan verlassen hat in dieser letzten Zeit, und die gewiß bei denjenigen, die ihre näheren Freunde waren, zu den allergeliebtesten Persönlichkeiten gehört hat, die in Treue an unserer Sache gearbeitet hat, seitdem wir sie kannten, die insbesondere auch für eine entsprechende Vertretung unserer Sache im Kreise unserer holländischen lieben Freunde viel gewirkt hat.

Ich habe weiter zu gedenken eines treuen, wenn auch vielleicht stilleren Mitgliedes, das mir immer wiederum große Freude machte, wenn ich es sehen konnte im Kreise unserer lieben Nürnberger Freunde, Fräulein Sophie Ifftner. Sie war viel geschätzt im Kreise unserer Nürnberger Freunde, die dafür sorgen werden, daß durch ihre Empfindungen der Weg geschaffen werde, daß wir sie stets finden, wenn wir sie in geistigen Welten suchen.

Einer anderen treuen Freundin, Fräulein Frieda Kurze, die durch lange Jahre innerhalb des Kreises unserer Weltanschauung sich betätigt hat, habe ich zu gedenken. Sie ist in einer tragischen Weise von dem physischen Plan in die geistigen Welten abgerufen worden. Wir gehören zu denjenigen, denen sie wert und teuer geworden ist, und die mit ihren Gedanken bei ihr sind und bleiben wollen.

Zu gedenken habe ich unseres Julius Bittmann, der von dem physischen Plan hinweggerissen von seiner lieben Familie und von uns, bis in seine letzten schweren Tage den festen Richtpunkt seines inneren Lebens, trotz äußerer schwieriger Verhältnisse, in dem hatte, was wir Theosophie nennen. Es war für mich eine tiefe Freude, daß ich am Vorabend des Todes unseres lieben Bittmann noch einmal an seiner Seite weilen konnte, und ich bin sicher, daß diejenigen unserer Freunde, welche diesem Manne näherstanden, nicht ermangeln werden, auch hier den Weg zu bilden, auf welchem die theosophischen Gedanken mit dem Freunde in der geistigen Welt uns vereinen.

Jakob Knotts in München habe ich zu gedenken, der ein Mann war, der aus den verschiedensten Kämpfen des Lebens heraus zuletzt seine feste Stütze und seinen bestimmten Richtpunkt in der 'Theosophie gefunden hat, so daß seine Freunde in derselben Weise die Vermittler zu ihm sein werden.

Eines anderen Freundes habe ich zu gedenken, der in dieser Zeit den physischen Plan verlassen hat, der den Weg gefunden hat von Holland zu uns, Herr Eduard Zalbin, den wir, schmerzlich betrauert von seiner Frau und seinen Kindern, von dem physischen Plane durch einen raschen Tod scheiden sahen. Kurze Zeit, bevor dieser eintrat, war Zalbin noch auf unserer letzten Generalversammlung, und es mußte dabei schon auf sein Verlassen des physischen Planes hingedeutet werden.

Zu gedenken habe ich einer alten Freundin der Stuttgarter Loge, welche ihr engstes, innigstes Leben sich so eingerichtet hatte, daß sie alles, was sie dachte, mit der Theosophie in Verbindung brachte, und die jetzt von allen denjenigen, die sie gekannt haben, mit treuen Gedanken ganz gewiß umgeben sein wird, Fräulein Duttenhofer.

Zu gedenken habe ich des Fräulein Oda Waller, welche wir als mit ihrer ganzen Seele verbunden fühlten, lange Zeit hindurch, mit unserer Sache. Sie war eine dieser Sache so treu ergebene Seele, wie es eine Menschenseele auf Erden nur sein kann; so treu ergeben, daß wir nicht allein mit tiefem Schmerz scheiden sahen diese Seele vom physischen Plan — mit einem Schmerz, der in diesem Falle gar nicht besonders ausgesprochen zu werden braucht, weil ihn alle, die Fräulein OdaWaller gekannt haben, mit tiefstem Mitgefühl empfunden haben-, sondern wir sahen zugleich hinauf mit den schönsten Hoffnungen zu ihr in die Geisteswelten, mit jenen Hoffnungen, die berechtigt sind bei einer so treuen Seele, die so tief wie Oda Waller in ihrem Herzen festgesetzt hat, für alle Zeiten mit der theosophischen Sache verbunden zu bleiben. Es werden nicht wenige sein, welche, mit ihrer lieben Schwester Mieta Waller gedanklich vereint, in innigem Zusammenhang stehen werden mit unserem lieben Fräulein Oda Waller.

Zu gedenken habe ich unseres Münchener Freundes Georg Kollnberger. Diejenigen, die ihn gekannt haben, werden für uns die Vermittler sein, wenn wir mit unseren Gefühlen und Empfindungen ihm nachdenken.

Zu gedenken habe ich einer lieben Freundin in Bonn, die vor nicht langer Zeit den physischen Plan verlassen hat, Fräulein Marie von Schmid. Tief fühlen diejenigen, die sie gekannt haben, wie innig die Seele Fräulein von Schmids verbunden war mit dem geistigen Leben. Es haben viel verloren diejenigen, die sich im engeren Sinne mit Fräulein von Schmid verbunden fühlten, einer für das geistige Leben so offenen Seele, wie einer für das äußere Leben zugleich scheuen und in sich selbst sich zurückziehenden Natur. Einer solchen Natur, wie sie war, begegnet man im Leben so gerne. Gerade weil sie so wenig aus sich heraustrat, lernte man sie so wenig kennen. Diejenigen, die sie gekannt haben, wissen, was ich mit diesen Worten sagen will.

Zu gedenken haben wir eines Mitgliedes, das uns in bezug auf seine physische Arbeitskraft leider allzufrüh entrissen ist, eines Mannes, der gerne auch seine physischen Kräfte in den Dienst unserer Sache gestellt hat, der uns aber auch in der Form, in der er jetzt mit uns verbunden ist, ein teures Mitglied sein wird, Herr Oro Flamme in Hannover.

Zu gedenken habe ich der Persönlichkeit, die im Kreise unserer nordischen Freunde in unserer Mitte sich gefunden hat, und die nach langem, heldenmäßig ertragenem Krankheitsleben, trotz der sorgfältigsten liebevollsten Pflege, zuletzt doch den physischen Plan verlassen mußte, Fräulein Manch. Vielleicht haben gerade diejenigen, die ihr nähergestanden haben, das Verständnis für das, was ich auch von dieser Seele aussprechen möchte, wenn wir des Umstandes gedenken, wie sie, ich möchte sagen mit inneren Kräften an der theosophischen Sache gehangen hat und damit hindurchgegangen ist durch die Pforte des Todes.

Einer Freundin habe ich zu gedenken, welche auch unseren Berliner Freunden bekannt geworden ist, die nach langen schweren Leiden in der letzten Zeit den physischen Plan verlassen hat, Frau Augusta Berg) aus Kristiania. Sie war voll durchglüht von der Sehnsucht, auf dem physischen Plan ins praktische Leben umzusetzen, was ihr so schön für ihr Herz und ihre Seele entgegenleuchtete. Sie wird gewiß jetzt auf anderen Schauplätzen ihre Tätigkeit fortsetzen in einer Weise, wie wir das auch bei unserem lieben Freunde Flamme aus Hannover voraussetzten.

Aller, so von uns gegangen, wie auch derjenigen, die weniger bekannt geworden sind in den Kreisen unserer Mitglieder, ihrer aller gedenken wir in dieser für uns feierlichen Stunde: des Herrn Brizio Aluigi aus Mailand, der Frau Julie Neumann aus Dresden, der Frau Emmy Etwein aus Köln, der Frau E. Harrold aus Manchester, und wir bekräftigen, daß wir in dem bezeichneten Sinne gedanklich mit ihnen leben wollen - mit diesen lieben verstorbenen Mitgliedern, die für uns ja nur die Form ihrer Lebensführung geändert haben, daß wir sie umgeben wollen mit den Kräften und Gedanken, mit denen wir gewohnt sind, uns in Verbindung zu setzen mit denjenigen Freunden, die den physischen Plan verlassen haben. Wir bekräftigen dieses Wollen und Gedenken, indem wir uns erheben von den Sitzen.

German original of Eulogies Given at the 1914 General Meeting · ← Previous · Next →