Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 1 March 1922, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier, Goetheanum
1. März 1922
Sehr verehrter lieber Lehrer!
Olga hat mir gerade diesen Brief von Mrs. Mackenzie heraufgebracht. Ich habe den Brief gelesen; leider ist es diesmal mit der Eurythmie aus, aber weil es doch nicht hätte richtig durchgeführt werden können, ist es vielleicht doch besser, Oxford abzuwarten; man wird dann wirklich etwas ordentliches zustande bringen können. Es tut mir doch etwas leid. Sonst ist keine Nachricht gekommen.
Heute haben wir den Ahriman herausgeschafft und angefangen mit der vorbereitenden Arbeit, um den Luzifer hinüberzuschaffen - Geck natürlich hat sich dagegen gesträubt und zuerst an Sonderegger und dann an Aisenpreis appelliert, aber vergeblich, weil das, was ich angeordnet habe, das einzig richtige war. Sie hat sich dann gefügt!
Gestern war ich in Basel und heute gehe ich um 5 Uhr zur Post, und meine Stiefel bei «Vater» abholen!
Das Atelier sieht furchtbar aus, die allergrößte Unordnung überall, und 4 Arbeiter darinnen. Es wird noch eine Weile dauern.
Ich hoffe, Sie sind nicht allzu müde? Die letzte Zeit war wirklich ganz schrecklich.
Wenn Sie nur recht viele Ferien nehmen in Berlin! Dann würden Sie vielleicht Zeit gewinnen, um einen Aufsatz für den Hibbert zu schreiben? Aber nur, wenn es recht viele freie Stunden gibt. Sonst wäre es schade und keine Freude.
Ich hoffe, daß die Vorträge in Halle und Leipzig recht gut gegangen sind, und viel besucht wurden. Auch möchte ich gerne wissen, daß es viel ruhige Zeit gibt in Berlin; die Leiter von Tag zu Tag werden wohl nicht wieder erscheinen, sobald ihr eigener Tag vorüber ist! Vielleicht werden
sie sogar begraben.
Mit herzlichen Grüßen
Edith Maryon