Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 14 October 1922, Hildesheim

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Bildhauer Atelier Goetheanum,
14. Okt. 1922

Sehr verehrter lieber Lehrer,

Das Programm scheint so:

7 Nov. Hook ab
1-8 Nov. London an.
2-9 Don Probe Abends Royal Academy Dramatic Art:
3-10 Frei Probe
4-11 Sam(1) Aufführung 8Uhr3«
5-12 Son Probe Abends
-13 M.(2) Aufführung 8 Uhr 30 (2 Programme)
7-1 4D. Probe Abends
8-15 M.(3) Aufführung 8 Uhr 30
9-16 D.
10-17 F.(1) Vortrag 7 Uhr Steimway Hall.
11-18 S.(2) Vortrag 3 Uhr
12-19 S.(3) Vortrag 3 Uhr
13-20 M.
14-21 D. England ab. (wenn gewünscht)

Baron Rosenkrantz meint, man wird vielleicht Einladungen bekommen von Theatermanagern, falls die Eurythmie gefällt. Mit Miss Wilson hat man schon vierzehn Leute, schade, daß man den Rattenfänger nicht angesetzt hat, er gefällt immer, und Goethe könnte man ruhig geben, besonders in diesem Lokal! Vielleicht ist es nicht zu spät für die erste Aufführung? Die Leute beim Konsulat meinen, es wird keine Schwierigkeiten geben, die Pässe in London verlängern zu lassen, falls man es wünscht. Weiteres über die Eurythmie-Erlaubnis habe ich nicht, aber ich habe heute wieder in London angefragt. Nächste Woche muß man vielleicht etwas energischer vorgehen in dem Falle, daß sie immer noch nicht kommen.

Ich werde sehr froh sein, wenn Sie zurückkommen; es ist hier ruhig und unruhig, wenig Menschen, aber viel Ordnung zu machen, und dazwischen immer telephonieren und ewig Briefe schreiben, ich komme eigentlich zu nichts.

Ich befürchte, daß wir eine etwas schlechte Zeit haben werden in London, es scheint, als ob allgemeine Parlamentswahlen vor der Türe stehen, dann denken und reden alle Menschen von nichts anderem und alles steht auf dem Kopfe. Patrons für England sind vorläufig.

A.E. (Keine Idee, wer A.E. ist!) Albert Edward ??
Miss Sybil Thorndike (adress.)
Lady Louisa Lodor
The Duchess of Grafton
The Lady St. Helier
Miss Lena Ashwell
M. Edmond Holmes
Miss Manda Royden (Pfarrerin)
Miss L. Bayley (Polytechnic.) Erziehung.

Dieser Prospekt wird herumgeschickt, es scheint mir nicht schlecht als Vorbereitung.

Der Brief machte mich sehr traurig, es ist wirklich schrecklich, daß die Leute so wenig Verständnis und Enthusiasmus haben, und ohne diese zwei [Dinge] kommt man trotz der anstrengenden und übermäßig langen und vielen Arbeit nicht schnell und fest genug vorwärts. Man kann doch nicht überall zu gleicher Zeit sein, man muß doch zuverlässige und energische Mitarbeiter haben. Ich denke, Hartley ist zu wenig gescheit, viel bemerkt zu haben. Hier bewundert er zumeist Blümels Stunden in der Schule.

Den Brief muß ich gleich zur Post schicken, so sendet nur noch allerherzlichste Grüße

Edith Maryon

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