Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 7 August 1923, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier, Goetheanum
Dornach bei Basel, 7. Aug. 1923
Sehr verehrter lieber Lehrer,
der Brief von Sonntag [ist] heute angekommen, ich bin beruhigt und beunruhigt über den Grund der Verspätung, aber will keine Bemerkungen machen, außer der einen, daß ich froh bin, daß es einen Überrock gegeben hat! Ich hoffe auch, daß er von genügend schwerer Qualität ist für nordenglische Verhältnisse und später für das Meer? Das ist gerade dumm über der Schnur! Ich dachte, das Paket sollte gerade Sonntag da sein. Wenn es nicht da ist, bedeutet das wahrscheinlich, daß man noch nicht das Schweizer Geld gewechselt hat - ich hatte kein englisches - oder daß, weil ich keine Straßennummer besaß, der «Manager» das Geld für sich behalten kann, wenn er will, weil ich nicht weiß, wohin schreiben zum Reklamieren. Deswegen schreibe ich ein Briefchen für Sie, das Sie schicken können, falls das Paket nicht kommt. Nur muß man zuerst bei der Post das Londoner Telephonbuch verlangen und Messrs. Salmon und Glückstein, Tobacconists, Edgware Road, suchen, wegen der Hausnummer. Auch englische Briefmarken mitschicken, natürlich! Sollten Sie einen Ausflug nach York machen, würde man sicher «Schnee» dort bekommen, weil der Gebrauch in Nordengland und Schottland noch ziemlich häufig ist. In jeder großen Stadt in Nordengland ist das wahrscheinlich zu haben.
Jetzt sind «Special Address» und auch zwei Vorträge schon vorbei. Wie sind sie gegangen? Ist das Publikum gut und aufmerksam?
Hier ist es sehr heiß heute, ich lese, male Figuren und sitze im Garten; und denke an die Arbeit in Ilkley. Hoffentlich ist es nicht zu anstrengend dort? Ist es möglich, ein bißchen Ruhe für sich zu haben?
Mit besten Gedanken und Grüßen
Edith Maryon