Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 12 August 1923, Ilkley
Letter to Edith Maryon
Rudolf Steiner an Edith Maryon
Ilkley, Hillside
12. August 1923.
Meine liebe Edith Maryon!
Heute abend war die zweite «spezielle Adresse», die ich gehalten habe. Sie war ähnlich derjenigen, die ich in Oxford in der Kapelle gesprochen habe. Gestern war der sechste regelmäßige pädagogische Vortrag. Nun folgen noch fünf. Heute waren eine Anzahl von Lehrern — eigentlich Lehrerinnen — aus dem Kursus als Deputation bei mir; man wollte den Plan einer wirklichen Waldorfschule besprechen. Das Komit£, das einstmals für die Umgestaltung der King’s Langley Schule geschaffen worden ist, besteht nur noch aus Mrs. Drury-Lavin; alle andern haben resigniert. Sie halten den Plan, mit Miss Cross etwas zu machen, für hoffnungslos. Diese selbst ist darüber sehr betrübt. Es scheint aber doch, als ob jetzt in einige eine anerkennenswerte Energie käme. Die jetzigen Vorträge scheinen doch zum Verständnis manches beizutragen.
Sonst geht es hier wirklich gut. Und ich hoffe, daß dies auch dort der Fall ist und die Gesundheit weiterschreitet. Für die erhaltenen Briefe bin ich dankbar. Ich schreibe nochmals die Adresse für später: Penmaenmawr Grand Hötel (North Wales).
Bitte sich nicht zu sorgen, daß etwa Schwierigkeiten entstehen könnten wegen der traurigen Nachrichten, die jetzt aus Deutschland eintreffen. Es wird schon sorgfältig wegen der Rückreise gesorgt werden, und daß auch keine Verzögerung eintritt. Also darüber, bitte keine Sorge und ja nicht ängstlich sein. Aber andrerseits ist, was da geschieht, unsagbar betrübend. Leider konnte man das voraussehen; niemand wollte einem glauben.
Allerherzlichste Gedanken
Rudolf Steiner