Übungen mit dem Meditationsspruch «In den reinen Strahlen des Lichtes ...»
Dieser Spruch ist Anfang 1906 entstanden und wurde in der Esoterischen Schule bis ca. 1914 gegeben.
Morgens früh, bald nach dem Erwachen, wenn noch keine anderen Eindrücke durch die Seele gezogen sind, ist eine Meditationsübung zu machen. Man muß alle Aufmerksamkeit von äußeren Eindrücken ablenken - man ist dann ganz still und innerlich friedvoll in der Seele. Für diese Zeit müssen auch alle Erinnerungen an das alltägliche Leben schweigen und insbesondere alle Sorgen und Bekümmernisse des Lebens müssen für die Zeit der Konzentration aus der Seele verschwinden. - Damit die Konzentration leichter erreicht werden kann, denke man zuerst an eine einzige Vorstellung z. B. Ruhe; dann wenn man es erreicht hat, das ganze Bewußtsein auf diese einzige Vorstellung zu konzentrieren, lasse man auch diese Vorstellung aus dem Bewußtsein verschwinden und in der Seele dann durch 5 Minuten nur die folgenden 7 Zeilen leben:
In den reinen Strahlen des Lichts
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.
Nachdem diese 7 Zeilen 5 Minuten in der Seele gelebt haben, machen Sie durch einen starken Willensentschluß eine Konzentration Ihres Bewußtseins auf den Punkt zwischen und etwas hinter den Augenbrauen; also so, als ob Sie nur in diesem Punkte lebten und alles andere auch Ihres eigenen Körpers verschwunden wäre. In dieser Konzentration denken Sie an irgend etwas, was Sie ausführen wollen. Dann lassen Sie diesen Gedanken aus dem Bewußtsein verschwinden und denken nichts anderes als «Ich will»; dabei behalten Sie die Konzentration auf den genannten Punkt immer bei.
Dann machen Sie ganz das gleiche, nur daß die Konzentration nicht mit Bezug auf oben genannten Punkt, sondern mit Bezug auf die Füße vorgenommen wird. Dieses zweite Glied der Meditation soll wieder 5 Minuten dauern.
Dann erfolgt 5 Minuten andächtige Hingabe an Ihr göttliches Ideal.
Abends: Rückschau auf den Tag. In umgekehrter Zeitfolge. Ohne Reue.
Versuch zu üben:
- Monat: Gedankenkonzentration. —
Morgens früh nach dem Erwachen Herstellung vollkommener innerer Seelenruhe; Ablenkung der Aufmerksamkeit von allen äußeren Wahrnehmungen; dann schaffen aus der Seele alle Sorgen und Bekümmernisse.
Dann Versenken (kurz) in das Wort Ruhe.
Dann lassen Sie diese Vorstellung fallen und leben 5 Minuten in folgenden 7 Zeilen:
In den reinen Strahlen des Lichts
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.
Dann 5 Minuten sich versenken in Eine Vorstellung:
im 1. Monat: Selbstvertrauen
im 2. Monat: Selbstbeherrschung
im 3. Monat: Beharrlichkeit
Dann 5 Minuten: Versenkung devotionell (andächtig) in Ihr eigenes göttliches Ideal.
Abends vor dem Einschlafen:
Rückschau auf Tageserlebnisse und Tagestaten. Ohne Reue. Nur mit der Tendenz, vom Leben zu lernen. Von Rückwärts nach vorn. -—
Lesen: Theosophie von mir.
In einer anderen gleichlautenden Übung (Archiv-Nr. 3059) ist nach dem Spruch als individuelle Formel angegeben:
Im Laufe des Tages:
- Woche: Wie erlange ich Selbstvertrauen?
- Woche: Wie erlange ich Selbstbeherrschung?
- Woche: Wie erlange ich Geistesgegenwart?
Hauptübung
Morgens: Ruhe.
In den reinen Strahlen des Lichts
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.
Ruhe in der Stärke
Stärke in der Ruhe; dann abklingen, ohne was zu denken.
Devotionell sich vertiefen in das eigene göttliche Ideal
Abends: Rückschau auf das Tagesleben: Von rückwärts nach vorn
Hauptübung Morgens:
Ruhe:
dann 5 Minuten:
In den reinen Strahlen des Lichts
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.
dann 2½: Minuten: Lichte Klarheit
dann 2½ Minuten an nichts denken, sondern die Worte «Lichte Klarheit» abklingen lassen.
dann: Andächtige Hingabe an das eigene göttliche Ideal.
Abends:
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit
Rückschau auf die Tageserlebnisse, bildlich von rückwärts nach vorn. Morgens:
5 Minuten
In den reinen Strahlen des Lichts
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.
5 Minuten
Ich atme Ich ein
Ich atme Ich aus.
5 Minuten
Selbständigkeit 1. Woche<> Standhaftigkeit 2. Woche<> Zuversicht 3. Woche<>
Abends: Rückschau auf Tagesleben.
Ohne Reue. Von rückwärts nach vorn.
[Morgens:] Ruhe
5 Min:
In den reinen Strahlen des Lichts Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt.
Einatmen I
Atemhalten ICH
Ausatmen CH
Devotionelle Hingabe an das eigene Ideal.
[Abends:] Rückschau auf das Tagesleben. Bildsam.
Von rückwärts nach vorn.
Morgens vor jedem andern Tageserlebnis, bei vollkommener innerer Ruhe und Ablenkung des Bewußtseins von äußeren Eindrücken Versenkung in die folgenden sieben Zeilen:
In den reinen Strahlen des Lichts Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt.
Diese Versenkung soll etwa 5 Minuten lang dauern, jedoch nicht nach der Uhr, sondern nach dem Gefühl.
Dann stelle man sich das Bild einer werdenden Pflanze vor, wie zuerst der Keim da ist, wie er allmählich sich entfaltet zu Stengel, Blättern, Blüte u.s.w. Diese Vorstellung muß so sein, daß die Pflanze im Gedanken ganz langsam entsteht, sodaß man (wieder nicht nach der Uhr, sondern nach dem Gefühl) 5 Minuten braucht, bis man aus dem Keim heraus das ganze Pflanzenbild vor sich hat entstehen lassen.
Dann durch weitere 5 Minuten devotionelle Hingabe, völliges andächtiges Sichversenken in das eigene göttliche Ideal.
Abends: Rückschau auf das Tagesleben. Bildlich. Von rückwärts nach vorn.
Dazu im Laufe des Tages
die beigefügten Nebenübungen. - [siehe S. 55]
Morgens:
10 Min:
In den reinen Strahlen des Lichts Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt.
Gott in mir.
Im Lauf des Tages: Werden und Vergehen einer Pflanze langsam konzentriert.
Abends: 1. Woche: Wesen des Menschen.
2. Woche: Leben zwischen Tod und Geburt.
Rückschau auf das Tagesleben. Bildsam. Rückläufig.
[Die Angaben «Wesen des Menschen», «Leben zwischen Tod und Geburt» beziehen sich auf die entsprechenden Kapitel in der Schrift «Theosophie», GA 9.]
Morgens: Ruhe
In den reinen Strahlen des Lichts Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt.
Bildhafte Vorstellung
1.) Werdende Pflanze
2.) Vergehende Pflanze.
dreimal:
Einatmung - I
Beim Ateminnehaben ICH verteilen im Körper
Ausatmung CH.
Abends:
1.) Kleines Stück «Theosophie» lesen und etwa ¼ Stunde darüber ganz eigene Gedanken machen.
2.) Devotionelle Hingabe an das eigene göttliche Ideal.
3.) Rückschau. Bildhaft von rückwärts nach vorn. —
Morgens:
Ruhe in sich ausgießen. Dann sich versenken in folgende 7 Zeilen:
15-20 Min. nicht nach der Uhr, sondern nach dem Gefühl.
In den reinen Strahlen des Lichts Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt. Dann Einatmen I(esus) } bewußt siebenmal
Ausatmen CH(rist...) Dann Meditation über das Johannesevangelium (fortlaufend). Beibehalten für jeden Tag die ersten 14 Verse.
Im Laufe des Tages 5 Minuten Gedankenkonzentration. Auf einen unbedeutenden Gegenstand die Gedanken richten, und sie 5 Minuten lang daran festhalten. (Längere Zeit denselben Gegen stand).
Abends:
Rückschau auf die Tageserlebnisse. Bildsam. Von rückwärts nach vorn; von abend nach morgen.
Morgens: Hauptübung Ruhe
In den reinen Strahlen des Lichts Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt.
Mich finden im Weltenall
Mich wollen im Weltenall
Mich gestalten im Weltenall
Mich schaffen im Weltenall
Einatmung tief [1 Zeiteinheit]
Ausatmung tief [2 Zeiteinheiten]
Atementhaltung [3 Zeiteinheiten]
Bei der ersten Atmung mit dem Gedanken:
«Ich erkenne» in die Füße
Bei der zweiten Atmung mit dem Gedanken:
«Ich bin» in die vordere Kopfpartie
Bei der dritten Atmung mit dem Gedanken:
«Es denkt» in die Gegend des Kehlkopfes
Bei der vierten Atmung mit dem Gedanken:
«Sie fühlt» in die Arme und Hände
Bei der fünften Atmung mit dem Gedanken:
«Er will» in den ganzen Leib.
Andächtige Versenkung in das eigene göttliche Ideal.
Abends: Langsame ruhige Rückschau auf die Tageserlebnisse. Von rückwärts nach vorn.
Abends: Rückblick.
🕈
leben unter Nachwirkung.
Morgens: 🕈
In den reinen Strahlen des Lichts (Licht - Weisheit) Erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen (Wärme - Liebe) Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selbst finden In der Gottheit der Welt.
leben in der Nachwirkung
S.306. 6 Eigenschaften: Studium.1
Durch 5 Minuten zur Herstellung des Gleichgewichtes der Seelenkräfte sich konzentrieren auf die Worte:
Ich bin.
In den so in ein Gleichgewicht gebrachten Seelenkräften die Vorstellung des
🕈
bringen, mit all den Gefühlen und Empfindungen, welche in der GHW. [«Geheimwissenschaft»] davon angegeben sind. Dann wie strahlend aus dem Rosenkreuz die folgenden Seeleninhalte empfangen:
In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In dem reinen Weben der Weisheit
Erlebt sich göttliches Sein
Ich bin ruhend in der Gottheit der Welt
Ich bin lebend im Wollen
Ich bin.
Diesen Vorstellungsinhalt wieder wie zurücklaufen lassen in das 🕈 und dann durch eine Zeit, die anfangs notwendig kurz sein wird, dann immer länger in ruhigem Seelensein verharren, das keine Außeneindrücke und keine Erinnerungen aufkommen läßt.
Abends: Vorstellung einiger Tageserlebnisse genau bildlich, aber rückläufig.
Übergang zum 🕈
Wie von diesem empfangend die gleichen Eindrücke (7 obigen Zeilen) wie am Morgen.
Wieder ruhiges Darinnenverharren, womöglich bis der Schlaf eintritt.
Als Nebenübung Aneignung der 6 Eigenschaften, wie sie S. 306 GHW. beschrieben sind.
Abends:
1.) Rückschau. Bildhaft. Rückläufig 5 - 6 Min.
2.) Ein Tageserlebnis so, daß es Selbstbeurteilung wird.
3.) Indes Lichtes reinen Strahlen Erglänze meinem Geist die Gottheit der Welt: 10 Min
🕈
In des Herzens reiner Wärme
Erstrahle meiner Seele die Gottheit des Menschen
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Mein Selbst ergreife sich
Sich haltend in der Gottheit der Welt
(Seelenruhe)
Morgens: 🕈
15 Min.
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Mein Selbst ergreife sich
Sich haltend in der Gottheit der Welt
(Seelenruhe)
6 Übungen: Geheimw. S. 306.
[Zwei weitere Fassungen des Spruches]
1908 Archiv-Nr. 3432
In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt.
In dem reinen Feuer des Äthers
Erstrahlt der Ichheit hohe Kraft.
Ich ruhe im Geiste der Welt,
Ich werde mich immer finden
Im ewigen Geiste der Welt.
1908 Archiv-Nr. NB 337
In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt der Geist der Welt
In der reinen Wärme für alle Wesen
Erstrahlt die Seele eines Lebens
Ich ruhe in der Seele der Welt
Ich werde mich selber finden
Im Geiste der Welt.
-
Hiermit wird verwiesen auf die Nebenübungen in der Schrift «Die Geheimwissenschaft im Umriß», S. 306 in der 1. Auflage von 1910, siehe Hinweise S. 527. ↩