Übungen mit unbekanntem Datum

Am Abend suche ich eine Antwort auf die Frage: Inwieferne ist Wärme das Symbolum für Liebe?

Diese Frage eine Woche lang jeden Abend sich vorlegen, dann eine Woche lang jeden Abend: Inwiefern ist Licht das Symbolum für Weisheit?

In der dritten Woche: inwiefern ist Luft das Symbolum für Intelligenz?

Die Antwort soll sie sich darauf geben, die sie will, und immer

versuchen zu erkennen, wie die Antwort besser wird von 3 zu 3 Wochen.

Auf dieses soll folgen die Rückerinnerung an ein Ereignis des Tages, das sie sich vorstellt ganz bildlich und rückläufig. Also so: wenn man einen [Hut] abnimmt, man ihn aufsetzt. Dann soll sie sich die Vorstellung bilden: Wenn ich meine linke Hand bewege, so ist das in Wahrheit meine Seele, die diese linke Hand bewegt; wenn ich meine rechte Hand bewege, ist es dieselbe Seele, die diese Hand bewegt. Die Seele ist die Ordnerin und Regiererin der Bewegung der Hände. Ich lasse nun an die Stelle der Vorstellung meiner Glieder die großen Erscheinungen der Natur treten, und bilde mir den Gedanken: der göttliche Geist zu den Erscheinungen der Natur, wie meine Seele zu meinen Gliedern. Dann versuche ich zu diesem göttlichen Geist langsam und deutlich die Worte zu sprechen:

Du bist die Weltintelligenz
Du bist die Weltweisheit
Du bist die Weltliebe
Ich bin in dir wie eines meiner Glieder in mir.

Damit soll sie versuchen einzuschlafen. Am Morgen wieder diese Vorstellungen wachrufen und in der folgenden Weise in sich sprechen:

Ich bin in dir wie eines meiner Glieder in mir.
Du bist die Weltliebe,
Du bist die Weltweisheit,
Du bist die Weltintelligenz.

267-24
267-24

[Text der Vorlage: Handschrift Marie Steiners; Zeichnung: Handschrift Rudolf Steiners. Der Wortlaut wurde wahrscheinlich von Rudolf Steiner diktiert.]

Abends, möglichst nach Vollendung aller Tagesarbeit, so daß zwischen der Verrichtung der Übung und dem Einschlafen die Seele nicht mehr auf andere Gedanken als die der Übung - welche in ihr abklingen sollen - gelenkt wird.

  1. Sich verschließen vor allen äußeren Eindrücken; ganz nur in der eigenen Seele leben - Unterdrücken aller Erinnerungsvorstellungen. In der also leeren Seele läßt man aufleben nur die Vorstellungen:

Weltseele in Ich.

Man stellt diese 4 Silben zunächst so vor, daß man mit dem Bewußtsein mit jeder derselben etwa '/2 Minute ganz Eins wird. Nach diesen zwei Minuten (die Zeit wird nach der Empfindung, nicht nach der Uhr bemessen) fixiert man das Vorstellen, das von nichts als den obigen vier Silben erfüllt sein soll im Vorderhaupt. (Man konzentriert sich ganz dahin und abstrahiert von dem übrigen Leib). Nachdem man so das Vorstellen 2 Minuten lang in das Vorderhaupt verlegt hat, läßt man es langsam von dem Kopfe durch den Körper gleiten bis in den rechten Fuß (so daß die Strömung etwa 1 Min. dauert), von da aus läßt man diesselbe Vorstellung durch den Körper in die linke Hand (wieder 1 Min.) von da in die rechte Hand; von da (wieder 1 Min.) in den linken Fuß; von da (1 Min.) in den Kopf zurück; vom Kopfe läßt man sie ins Herz gleiten; da konzentriere man sich, solange man die Vorstellung festhalten kann. (nicht zu lang, 2-3 Min.).

Man bleibt dann ruhig, in sich geschlossen, auf die eigene Seele lauschend.

Die Vorstellung: «Weltseele in Ich» soll so empfunden werden, daß in ihr eine Hinlenkung des Bewußtseins auf das Auswirken der konkreten Weltkräfte im menschlichen Seelenwesen gedacht wird.

Morgens, wieder so, daß zwischen Aufwachen und Üben keine andern Gedanken, Tagessorgen etc. liegen.

Man versenke sich durch etwa 4 Min. in den Gedanken

Ich in Weltseele

Nun verfahre man mit dieser gegenüber der abendlichen umgekehrten Vorstellung so, daß man mit ihr dieselben Übungen ausführt, wie am Abend.

(Es müssen alle diese Vorgänge bloße innere Vorgänge sein. Eine irgendwie geartete krampfhafte physische Anspannung etc. darf nicht stattfinden. Alles muß bei voller Selbstkontrolle des [Wachbewußtseins geschehen. Der Schluß des Textes fehlt.])

Am Abend, nach Vollendung des gesamten Tagewerkes, so daß keine Tagessorgen etc. zwischen diese Übung und das Einschlafen fallen: Ausfüllen des gesamten Bewußtseinshorizontes mit einem ernsten, der Weltanschauung entnommenen Gedanken, den man in wenige Silben zusammenfaßt.

Z. B. man denke über das Leben der Weltseele in der Menschenseele durch einige Minuten nach, so daß einem konkrete Gedanken über die Sache durch die Seele ziehen und das ganze Nachdenken einen hingebungsvollen Charakter hat. Man denkt nicht bloß die Wahrheiten; man empfindet, fühlt sie. Man faßt sie dann zusammen, so:

Weltseele im Ich

Auf eine solche Vorstellung - die also Endergebnis einer Gedanken- und Gefühlsreihe ist - konzentriere man das gesamte Bewußtsein; erfülle sich mit derselben so, daß man alles andre Denken, Fühlen und Empfinden ausschließt.

Dann erfülle man die eigene Leibesform ganz mit dieser Vorstellung, indem man sie im Gedanken vom Kopfe durch den Leib in die Füße und Hände gleiten läßt. (Zeit etwa 10 Min. für das Ganze. Nicht nach der Uhr; nach dem Gefühle.)

Lage des Körpers etc. ist an sich gleichgültig. Es kommt nur darauf an, daß man sich in eine solche Situation versetzt, in welcher man durch nichts abgelenkt werden kann. Je länger man dann - ohne die Sache zu übertreiben - in der Seele den Nachklang der Übung - ohne andre Vorstellungen - festhalten kann, desto besser.

Am Morgen, nach dem Erwachen, wiederhole man den ganzen Übungsvorgang.

Man kann den gleichen Vorgang viele Tage fortsetzen - am besten kommt man vorwärts, wenn man die Geduld hat, mit den gleichen Vorstellungen wochenlang zu arbeiten - dann variiert man ihn.

Morgens:

5 Min.: Alles, was um mich geschieht und alles, was mit mir geschieht ist notwendig.

Konzentration auf die Augen: Ich will so alles 5 Min. was um mich herum ist ansehen.

Konzent. Herz Arme Hände: Ich will so alles tun, was durch mich zu tun ist.

5 Min.:

267-25
267-25

Kraft in mich.

[1 Stirn. 2 linker Fuß. 3 rechte Hand. 4 linke Hand. 5 rechter Fuß. 6 Stirn.]

Im Laufe des Tages: Gedankenkonzentration 5 Min.

Abends: 7-8 Zeilen lesen in Theosophie: ¼ Stunde ganz eigene Gedanken machen.

Kurze Rückschau auf das Tagesleben. Bildsam. Rückläufig.

Abends:

Vorstellung der eben aufgegangenen Sonne, die tönend wird. Aus ihrem Ton entwickeln sich die folgenden Meditationsvorgänge, von denen man die Vorstellung hat, daß man sie mit dem Herzen wie mit einem seelischen Gehörorgane hört:

In deines Wesens Innerem
Da wohnet richtunggebend
Der geistgetragne
Der seeleerfüllte Mensch.
Er ergreifet denkend Weltenlicht,
Er opfert wollend Menschenliebe.

(Die Übung ist jeden zweiten oder auch dritten Tag zu machen nach Wahl, dann aber regelmäßig im Rhythmus.)

Morgens:

267-26
267-26

Man spricht:
zu Stern I: Ich opfere wollend Menschenliebe
zu Stern II: So verbind ich mich dem All
zu Stern III: So erhält im All sich das Ich
zu Stern IV: Ich ergreife denkend Weltenlicht
zu Stern V: So gründet im Ich sich ein All
zu Stern VI: So lebet ein All in dem Ich

Geistig die ganze Sternfigur im Seelenauge habend und zu ihr sprechend:

I-VI: Ich lebet liebeopfernd so im Liebesweltenlicht.

Morgens:

Sich konzentrieren auf eine Linie, welche durch den Körper geht, so

267-27
267-27

Dann meditieren dasjenige, was in den folgenden Worten liegt:

Wärmendes Licht dringt von oben in mich
Schwere der Erde breitet wärmendes Licht in mir aus und gestaltet mich,

dann durch eine längere Zeit festhalten die Vorstellung

Ich bin

dann nichts vorstellen, sondern im leeren Bewußtsein abwarten, was kommt.

Abends: Versuchen, sich auf die eigene Leibesempfindung zu konzentrieren in folgenden Etappen:

Ich bin mein Kopf
Ich bin mein Hals
Ich bin meine Arme
Ich bin meine Brustumhüllung
Ich bin mein Herz
Ich bin das Blut, das in mir zirkuliert
Ich bin meine Lunge

dann, sich konzentrieren auf den Atem in folgender Weise:

Konzentrieren auf Einatmung und die einziehende Luft empfinden als (I)

Konzentrieren auf die den Leib erfüllende eingeatmete Luft und diese empfinden als (A)

Konzentrieren auf die Ausatmung, und die aus dem Leib ziehende Luft empfinden als (O)

Dieses mit sieben aufeinanderfolgenden Atemprozessen machen; dann sich kontemplativ konzentrieren auf das Innere des Kopfes (Punkt a)

267-28
267-28

dort fühlen, als ob das Wort (IAO) ertönte; diesen Ton durch 1-2 Minuten festhalten, dann nichts vorstellen, sondern im leeren Bewußtsein abwarten, was kommt.

siebenmal jedes 2 Minuten (14 Minuten)

Lichtstrom von Augenbrauenmitte zum Nacken: (I)

Lichtstrom geht längs der Wirbelsäule: (A)

267-29
267-29

Lichtstrom innen von der Wirbelsäule zurück zu Augenbrauenmitte: (O)

(IAO|) dringt in mich durch mich aus mir so oft
(IAO|) schaffet Kräfte in mir durch mich aus mir [wie]
(IAO|) lebt webend in mir durch mich aus mir möglich

Stimmung: (IAO|) als Name des Christus
Dieses hängt mit dem Geheimnis zusammen,
wie Christus im Menschen wirkt.

Morgens: Anzahl Atemzüge:

E: Anziehung durchkraftet alle Dinge.
A: Abstoßung stärkt alle Dinge in sich.

Mittags: Anzahl Atemzüge:

E: Jedes Ding wirkt auf jedes Ding.
A: Jedes Wesen spiegelt sich in jedem Wesen.

Abends: Anzahl Atemzüge:

E: Jedes Wesen offenbart sich.
A: Jedes Wesen lebt in sich.

[E = Einatmen; A = Ausatmen]

Die bisherigen Übungen bei zunehmendem Monde. Diese Übungen bei abnehmendem Monde.1

Morgens:

Oben ..... überall ..... Geist

3mal langsam atmen

Unten ..... überall ..... Seele

3mal langsam atmen

Innen ..... stärker und stärker ..... Kraft

3mal langsam atmen

(Seelenruhe)

Abends: Licht um mich .... Licht in mir

Herz ..... Licht in mir

3mal langsam atmen

Herz ..... Licht gibt Kraft

3mal langsam atmen

Herz ..... In der Leib

3mal langsam atmen

(so in der Seele empfinden, wie wenn man fühlen würde das Licht als Kraft hinströmen)

Am Morgen:

Ich erkenne das Gedankenbild
Meines Wesens
In meinem Haupt;
Ich denke den Gefühlsrhythmus
Belebend mein Wesen
In meinem Herzen;
Ich fühle die Willenskraft
Festigend meine Glieder
In meinem ganzen Leib.

Am Mittag:

Es ströme
Des rechten Auges Kraft
In meinen linken Arm
Und meines linken Armes Kraft
In mein rechtes Bein —
Es ströme
Des linken Auges Kraft
In meinen rechten Arm
Und meines rechten Armes Kraft
In mein linkes Bein. —

Vor dem Einschlafen:

Ich werde
Meinen Leib verlassen
Mein Fühlen folgt mir
Mein Wille betritt das Geistgebiet
Kraft durchdringe ihn
Er ergreife erwachend alle Glieder - - -

Morgens unmittelbar nach dem Erwachen:

1.) 5 Min

Inneres wallendes Seelenlicht —
Aus des Äthers endlosem Umkreis
Sogest du Geistesleben —
Aus der Sterne Harmonien
Ertönten dir Lebenskräfte —
Du trittst in des Leibes Hülle
Zu spiegeln den Abglanz des Geistes.

2.) 5 Min:

Oben Licht als Vorstellung: Ich war
Im Haupt Licht als Vorstellung (wie die Aura im H.): Ich bin
Aus Haupt strahlend Licht: Ich werde sein.

Mittag: wiederholen 2. Teil

Abends:

Eine Woche: Wesen des Menschen.
Zweite Woche: Zwischen Tod und neuer Geburt

5 Min.

Inneres wallendes Seelenlicht —
Du verläßt den Abglanz des Geistes
Aus des Leibes Hülle trittst du
Des Lebens Kräfte werden dir ertönen
In den Harmonien der Sternenwelt —
Geistesleben wirst du saugen
Aus des Äthers endlosem Umkreis.

Rückschau auf das Tagesleben.

[Wesen des Menschen / Zwischen ... = «Theosophie», GA 9.]

Abends: I. Tag: 10 Min.

Resumé einer Erkenntnis in einen kurzen Satz
Verwandlung in ein mathematisches oder physikalisches Symbol.

Atemzüge:

Einatmen: Konsumieren des Symbols durch den Kopf.
Atemhalten: Aufbewahren des Symbols.
Ausatmen: Vorstellung, daß man das Symbol in sich und Atemluft ohne Symbol herausläßt.

Morgens: 15 Min.

Wiederholung derselben Übung.
Verharren mit innerer gleichmäßiger
Seele ohne äußere Eindrücke und ohne Erinnerungen an das Leben auf dem physischen Plan.

Abends: II.Tag:

Resumé einer Erkenntnis in einen Satz
Verwandlung in ein pflanzliches Symbol.

Atemzüge:

Einatmen: Konsumieren des Symbols durch das Herz
Atemhalten: Aufbewahren des Symbols
Ausatmen: Vorstellung, daß man das Symbol in sich behält und Atemluft ohne Symbol herausläßt.

Morgens:

Wiederholung der Übung und Verharren wie am ersten Tage.

Abends: III. Tag:

Resumé einer Erkenntnis in kurzen Satz
Verwandlung in Symbol im Tierreich.

Atemzüge:

Einatmen des Symbols durch den Kehlkopf.
Atemhalten: Bewahren des Symbols
Ausatmen: Vorstellung, daß Symbol innen bleibt und leere Atemluft herausgeht.

Morgens: Wiederholung wie andere Tage.

Keinen Alkohol. Keine Linsen, Bohnen, Erbsen. —

Abends:

Die Kraft meines Herzens
Nehme ich auf in die Seele
Dann ist Christus bei mir
Ich gebe ihm Wohnung
Ich denke durch Ihn
Ich fühle mit Ihm
Ich will bei Ihm

Morgens: 🕈

Die Kraft meines Hauptes
Nehme ich auf in den Geist
Dann ist Göttliches in mir
Ich trage ihn in mir
Ich trage ihn als Gedanken
Ich trage ihn als Fühlen
Ich trage ihn als Wollen.

Morgens:

Ich schaue die Sonne
Die leuchtende, die strahlende,
Sie leuchtet mir in die Seele
Sie strahlet mir in das Herz
Ich fühle Sonne überall
Sie wärmt mich
M - ich

Abends:

Mein Herz leuchtet
Ober meinem Haupte leuchtet ein Stern.
Herz und Stern leuchten zueinander
Ich fühle Seelenwärme
In Sternenleuchten
In Herzenswärme

Morgens:

Wenn mein Auge sich öffnet,
Und des Tages Licht empfängt,
Nachdem Ruhe der Nacht mich gestärkt;
Soll mein Herz mit starkem Willen
Kraftvoll fühlen, wie Mut und Leben
us des Gottes weiter Welt
Sich strömend meinen Gliedern schenken.
Und wissen soll ich jeden Augenblick,
Daß segnend durch das Leben tragen
Die hohen Gotteskräfte immerdar,
Alles was an mir ich fühlen
Und was ich kraftvoll leisten kann.

Abends:

Wenn mein Auge sich schließt
Und des Tages Licht verläßt
Nachdem Arbeit des Lebens getan;
Soll ich kraftvoll fühlen
Wie des Gottes weite Welt
Mich segnend in sich nimmt.
Und hohe Gotteskräfte immerdar
Stets Mut und Leben mir bewahren.

Morgens: das 🕈 etwa 5 Minuten,

dann anschließend, so daß Meditant lebt in den Vorstellungen:

Um mich flutend Licht
Sinnbildend Geistes-Schaffenskraft
In mir milde Wärme
Sinnbildend Seelen-Fassungskraft
So binde ich mich selbst
An Weltentiefen
Zu Geisteshöhen
(Dann Seelenruhe)

Abends: Übliche Rückschau

dann 5-10 Minuten

🕈

Außerdem die 6 Übungen [Nebenübungen]

Abends:

5 Min.

Um mich fühlend stärkend Licht
Stärkend Licht mutverleihend
Verleihend auch Kraft
Kraft die mich durchdringt
Daß ich mit ihr
Mich erlebend
In mir selber finde.

Morgens:

Daß ich in mir selber
Mich erlebend
Wahrhaft finde
Durchdringe mich
Geisteskraft
Gotteslicht
Seelenwärme.

Mut-Übung

Morgens:

Verborgener Mut meines Herzens
ströme lichtvoll
in mein Haupt!
Ich bin,
denke, fühle, will.

Abends:

Denken, Fühlen, Wollen
ist mein Sein.
In meinem Haupte
wirke lichtvoll
meines Herzens verborgener Mut!

[Abends:]

Großer umfassender Geist
Der du die Welten durchdringest
Der du die Menschen erfüllest
Durchdringe was ich schauen darf
Erfühle, was ich erkennen kann
Mein Ich erhebe sich zu Dir
Es dringe von unten nach oben
Zu schauen dein Schaffen
Es dringe von oben nach unten
Zu leben dein Schauen
Und liebend Weltenwesenheit
Erfühl’ es sich im Sein
Und halte sich im Fühlen.
In DIR, großer umfassender Geist.

[Morgens:]

In DIR, großer umfassender Geist
Halte sich im Fühlen
Erfühle sich im Sein
Liebend Weltwesenheit
Mein Ich
Zu leben dein Schauen
Dringe es von oben nach unten
Zu schauen dein Schaffen
Dringe es von unten nach oben
Daß es erfühle, was es erkennt
Daß es durchdringe, was es erschaut Durch DICH
Der Du die Menschen erfüllest
Der Du die Welten durchdringest
Großer umfassender Geist.

Erst die übliche Abendrückschan

Abends

Weltengeist
Träger der erhabenen Güte
Träger der umfassenden Weltgesetze
Bringe Licht
Und des Geistes Wort
In meine Seele
Daß sie offenbare
Meinen Geist
Der ich selber bin
Durch die zeitenlose Dauer
Durch alle Weiten des Raums

Morgens

Durch alle Weiten des Raums
Durch die zeitenlose Dauer
Bin ich als Selbst
Im Geiste
Deshalb offenbare
Meinen Geist
Mir meine Seele
Als Geisteswort
Als Geisteslicht
Das da kommt
Vom Träger der umfassenden Weltgesetze
Vom Träger der erhabenen Güte
Vom Weltengeist

Morgens:

Weltengeist
Führet mich.
Denkend-Leuchtend,
Fühlend-Wärmend,
Wollend-Kraftend,
Leb ich in ihm,
Ruh ich in ihm.

Abends:

Seiendes Ich
Findet in mir
Denkendes Ich.
Denkendes Ich
Schöpfet Lebekraft
us Weltenmacht
In mir.

Abends:

Rückschau

Sich vorstellend versetzen in den monddurchhellten
Nachtraum; darin empfindend erlebend:

Im Urbeginn war Jahve
Und Jahve war bei den Elohim
Und Jahve war einer der Elohim
Und Jahve lebt in mir

Dann vorstellend verwandeln lassen den monddurchhellten Raum in den sonnendurchleuchteten Tagraum; darin empfindend erleben:

Und Christus in mir
Und Christus ist einer der Elohim
Und Christus ist bei den Elohim
Am Ende wird sein Christus

Morgens:

Erst sonnendurchleuchteter Tagraum - empfindend erleben in Abenddämmerungstimmung:

Am Ende wird sein Christus

Dann Vorstellung Sonne über dem Haupte:

Und Christus ist in mir

Dann Vorstellung Tagraum - empfindend erleben in Morgenstimmung:

Und Ich bin in durchchristeter Welt.

Dazu: 6 Übungen.

Morgens.

Im Urbeginn war J...
Und J... war bei den El...
Und der El... Einer war J...
Und J... wohne in meiner Seele [mit leerem Bewußtsein]:
Wachend warten
Wartend wachen

Abends nach der Rückschau

J... ist mein Atem
Und mit dem Atem zieht J...
In sein vorbereitet Haus
Und sein Haus ist mein Leib
Mein Leib ist der El... Haus
Und J... heiligt sich in Wärme
Und J... ist geheiligt in Wärme
Chr.

Abends:

Rückschau bildhaft rücklaufend.

Meine Seele ahne in Weltenweiten
Göttliche Schöpferkraft
Meine Seele fühle in Herzenstiefen
Geistige Liebemacht
So sinnbilde mir
Siebenfach mein Zeichen
Mich in Dir
(Ruhe in der Seele)

Morgens:

In Liebe
Friede
Ruhe
Verlaufe
Kraftvoll
Mir
Meines Tages Werk

Abends:

Endlos wirket Geisteskraft
Durch Raumesweiten
Ewig lebet Seelenwesen
Durch Zeitenfolgen
Im Raumesmeer
Und Zeitenlauf
Webt mein ewig Selbst.

Morgens:

Siebenfach
Geisteslicht
Erstrahlt
Kraftverleihend
In
Mich
Wirksam ein.

Abends:

Rückschau

In Weltenweiten webe willig
Meiner Seele Wesenskern
Im Geistes Innern fühle
Weltenwebens Wärme
Der Seele Innenwesen
Und trage, führe, halte
M - Ich
(Seelenruhe)

Morgens:

In Händen erstarke
Im Herzen erwirke
Weltenmenschenkraft
Und löse lindernd
In mir mich tragend
Geistes-Werdekraft
Ich in mir
(Seelenruhe)

Des Abends:

mehr vorstellend meditieren:
Es schwebet empor
Aus den Weltentiefen
Die Christussonne vorstellend-fühlend meditieren:
Ihr Licht ist Geist — fühlend meditieren:
Es leuchtet im All
Es geistet in mir
Es lebet in meinem Ich

Des Morgens:

mehr fühlend meditieren:
Es lebet in meinem Ich
Es geistet in mir
Es leuchtet im All vorstellend-fühlend meditieren:
Es ist des Geistes Licht — vorstellend meditieren:
Es ist Licht der Christussonne
Aus den Weltentiefen
Aus denen es schwebend kommt

[Abends:]

Der Wesen Offenbarung
Umschließt in Raumesweiten
Das Leben meiner Seelenkraft
Aus Lichtes Klarheit
Ersprießt durch Geistestiefen
Der Seele wahrer Wert
Des Lebens starke Kraft

[Morgens:]

Des Lebens starke Kraft
Der Seele wahrer Wert
Ersprießt durch Geistestiefen
Aus Lichtes Klarheit
Das Leben meiner Seelenkraft
Umschließen Raumesweiten
Und Wesens Offenbarungen.

Abends: Rückschau. 4-6 Minuten

🕈

Sieben helle Rosensterne
Auf schwarzem Kreuzesholz
Sei mir Bild
Starker Geistes-Leuchtekräfte
Im Seelendunkel
Suche du meine Seele
Im Dunkel das Licht
(Seelenruhe)

Morgens:

Sonnenlicht durchwallet den Raum
Geisteslicht durchwallet die Seele.

6 Übungen.

Abends:

Vorstellung des Rosenkreuzes

Du meine Seele,
Blicke hin auf dieses Zeichen:
Ausdruck sei es dir
Des Weltengeistes,
Der erfüllet Weltenweiten,
Der da wirkt durch Zeitenfolgen
Und ewig wirkt in dir.
(Seelenruhe)

Morgens:

Vorstellung des Rosenkreuzes

In diesem Zeichen
Stehe mein Denken,
Stehe mein Wollen,
Stehe mein Fühlen.
Was es deutet
Lebe in meines Herzens Tiefen,
Lebe als Licht in mir.
(Seelenruhe)

Abends:

Rückerinnerung an ein Tagesereignis - und Selbstbeurteilung
«Theosophie» 5-6 Sätze.

🕈

In Dich
Mein Seelenleben
In Dich
Mein Geistesstreben
All mein Sein
Dir.

Morgens:

🕈
Dir
All mein Sein
Mein Geistesstreben
In Dich
Mein Seelenleben
In Dich.

Rücknahme der 5-6 Sätze

¼ Stunde sich in diese Sätze vertiefen.

Abends:

1.) Rückschau. Bildhaft. Rücklaufend.

2) 🕈

bis 15 Min.:
In diesem Deinem Zeichen
O Weltenschöpfer Christus
Zeige Deiner Seele
Licht
Leben
Kraft
Wort
(Seelenruhe)

Morgens:

Zuerst Vorstellung von
Licht vor sich selbst,
dann dieses Licht ins
Herz gehe:

dann:

10-15 Min.:
Licht der Welt
Licht des Geistes
In meine Seelentiefen.

Abends:

🕈

Ich blicke auf Zu diesem Zeichen Es lasse mich empfinden Des Weltengeistes Kraft Des Weltengeistes Licht Des Weltengeistes Weisheitswort Alles dies lebe in mir (Seelenruhe)

Morgens:

🕈 Des Weltengeistes Kraft
Des Weltengeistes Licht
Des Weltengeistes Weisheitswort
Alles dies lebe in mir
Entfache in mir
Innere Gottes Kraft
Die tragend mich hält
(Seelenruhe)

Abends:

1.) Rückschau. Bildhaft. Rücklaufend. 5-6 Min.

2.) 10 Min.

Es senke mein Denken sich
In meine Seelentiefen
Es weite mein Fühlen sich
In weite Geistesräume
So einige sich in mir
Seelentiefe und Geistesweite
Im fühlenden Denken
(Seelenruhe)

Morgens: 10-15 Min.

🕈
Siebenfach
leuchtet
Rosensternenlicht
Siebenfach
will
ich
streben
(Seelenruhe)

Abends:

1.) Rückschau. Vom Abend zu Morgen.

2.) Blau des Himmels mit vielen Sternen:

Fromm und ehrfürchtig
Sende ahnend in Raumesweiten
Meine Seele den fühlenden Blick
Aufnehme dieser Blick
Und sende in meines Herzens Tiefen
Licht Liebe Leben
Aus Geisteswelten
(Seelenruhe)

Morgens:

🕈
Was in diesem Sinnbild
Zu mir spricht
Der Welten hoher Geist
Erfülle meine Seele
Zu aller Zeit
In allen Lebenslagen
Mit Licht, Liebe Leben
(Seelenruhe) —

6 Nebenübungen.

Abends:

Rückschau. Bildhaft. Rücklaufend.

Suche Du, meine Seele
Dich ahnend in dich selbst zu versenken;
Auf deinem Grunde liegt dein Geist;
In deinem Geiste wirkt der Weltengeist.
Ich bin in alledem,
denkend fühlend,
lebend.
(Seelenruhe)

Morgens:

🕈
In dir, du Weltenbuchstabe
Erschaue ich
Des Geistes siebenfach Wirken
In sieben Rosensternen
Des Lebens dunkle Pfade
Im schwarzen Kreuzesholze
Ich bin in alledem
(Seelenruhe).

Am Abend: Erst ein Tageserlebnis rückwärts vorstellen, dann Imagination des

Urkräfte haltet mich
Geister des Feuers befreiet mich
Geister des Lichtes erleuchtet mich
Daß ich greife nach Geistessein
Daß ich fühle die Seelenwesen
Daß ich schreite über Ungewißheiten
Daß ich stehe über Abgründen

dann versuchen ganz sich vertiefen in:

In mir lebe der Christus
Und wandle meinen Atem
Und wärme meines Blutes Lauf
Und leuchte meinem Seelenwesen.

Ruhiges Verharren in sich:

Am Morgen:

Imagination auf Berg. Empfangenwerden.
Vorhalten 🕈
Mein Haupt erhärte Weltengeist
Befreie mir daraus Gedankenlichtesleben
Meine Kehle verdorre Lüfteseele
Ergieße in sie Geisteswortessinn
Mein Herz bewohne du mein Geistesführer
Da Eine du mich mit Dir
Daß ich schwebe lebe webe im Geistesseelensein.

[Zum Zusatz auf dem Faksimile siehe den Hinweis im Register.)

In the evening:

retrospective glance upon the events of the day. In pictures. Going backwards. 10 minutes

Try, thou my soul,
To penetrate into thy depths,
In thy depths acts creatively
The world spirit’s life-force,
The world spirit’s wisdom-light,
The world spirit’s will-power;
I belong to this all.
5 minutes (Quiet of the soul; feeling of expectation.)

In the morning:

🕈
Thou, symbol of the world’s activity,
Thy seven shining rose-stars
On the black wood of the cross
Shape seven rays of spiritual activity
In the dark entity of the world
In the depths of my soul
In this quiet feeling.
(Quiet of the soul. Expectation.)

Wednesday evening:

Retrospective glance on the other days.

a) Concentration on the point between the eyebrows (half a centimeter in): I am

b) Concentration on the throat: It thinks
c) Concentration on the heart, arms, fingers: She feels
d) Concentration on the bodily form: He will

Saturday morning: the same

The 6 qualifications

Abends:

Rückschau auf die Ereignisse des Tages. In Bildern. Rückwärts. 10 Minuten

Suche, du meine Seele,
In deine Tiefen zu dringen,
In deinen Tiefen wirkt schöpferisch
Des Weltengeistes Lebenskraft,
Des Weltengeistes Weisheitslicht,
Des Weltengeistes Willenskraft,
Zu allem diesem gehöre ich.
5 Minuten (Seelenruhe; Erwartungs-Stimmung,.)

Morgens: 267-30 267-31

🕈
Du, Symbol des Weltenwirkens,
Deine sieben leuchtenden Rosensterne
Auf dem schwarzen Holz des Kreuzes
Bilden sieben Strahlen des geistigen Wirkens
In der dunklen Wesenheit der Welt
In den Tiefen meiner Seele
In diesem ruhigen Fühlen.
(Seelenruhe. Erwartung.)

Mittwoch abend:

Rückblick auf die vergangenen Tage.

a) Konzentration auf den Punkt zwischen den Augenbrauen (einen halben Zentimeter nach innen): Ich bin
b) Konzentration auf die Kehle: Es denkt
c) Konzentration auf das Herz, Arme, Finger: Sie fühlt
d) Konzentration auf die ganze Form des Leibes: Er will

Samstag morgen: ebenso.

Die 6 Eigenschaften [Nebenübungen]

Abends:

1.) Rückschau

2.) Versenkung in:

Zu lichten Räumen
Entschwebe, Seele
In Zeiten Schaffen
Entströme, Geist
Im Innern suche
Des Selbstes Wesen,
Das Du im Ich

🕈

Morgens: Imagination:

Einatmung: Lebendes Ich
Atemhalten: Webend das Selbst
Ausatmung: Sich gebend dem All

Leitgedanke: Was man in sich empfindend (fühlend) erlebt: es ist im eignen Wesen doch wahrhaft konzentriertes Wesen der Geist-Hierarchien, wie das Wirken des Auges wahrhaft im Augapfel konzentriertes Wesen des webenden Lichtes ist.

Abends: Sonnenaufgang:

tönt: 3-4 Minuten

Sonne:
Weltgedanken
leuchten
Und ihr Leuchten
Empfinde
in deinem Herzen
hell
stark

ganz ruhig werden in der Seele.

Morgens: Sonnenuntergang

Ich:
stark
hell
in meinem Herzen

Empfinde ich
Euer Leuchten
Denn es leuchten
In Euch Weltgedanken

ganz ruhig in der Seele.

Abends:

Rückschau halten. Dann den untergehenden Mond vorstellen, darin das Kreuz mit Rosen:

Christi Licht
Aus großen Sternen
Strömt in mein Herz.

Morgens:

Eine blaue Blume vorstellen, die immer größer wird. Dann vor dieser Blume stehen bleiben:

Christi Lebenskraft
Keime in meiner Seele. Ganz in die Blume hineingehen ...
Wieder abklingen lassen und einige
Minuten ruhig bleiben.

Abends:

Ober dem Kopfe steht ein Stern
Aus dem Stern tönen die Worte: Christus, der Pfleger deines Herzens
Ist kraftvoll in deiner Seele
Er gibt dir Lebensmacht
Höre ihn im Geiste
Er tröstet die Menschen
Er hält dein Ich in seiner Hand.

Morgens:

Aufgehende Sonne: Von Dir (Chr.) empfange mein Herz
Die Kraft des Wortes,
Das die Welt gebildet hat.

Abends.

Sich vorstellen:

☆

Trage meines Wollens
Geist Durch deine Macht
Zu dem Weltengeist.

Morgens.

Sich (über dem Kopf) vorstellen:

☆

Geist aus der Ewigkeit
Teil’ ich dir mit.
Empfange ihn durch mich.

Abends:

Aufgehend2

Weltenweisheitslicht schicke ich in dein Herz

Seelenruhe

Morgens:

Untergehend 🕈

Weltenweisheitslicht empfange ich in mein Herz.

Seelenruhe

In the morning:

Picture to yourself that you are in the midst of cosmic space, surrounded by Light, and that a voice comes to you from the four points of the compass (a single voice, but coming from four different directions) speaking to you:

Be a strong I.
Give thy heart to the Spirit of the World.

(Be very quiet in your soul after this meditation.)

In the evening:

Review the day in backward order from evening till morning. Picture to yourself that you are in the midst of cosmic space, surrounded by Darkness, and that you are speaking to the Full Moon in the East:

I will be a strong I.
I will give my heart to the Spirit of the World.

(Be very quiet in your soul after this meditation.)

Morgens:

Stellen Sie sich vor, daß Sie inmitten des kosmischen Raumes sind, umgeben von Licht, und daß eine Stimme zu Ihnen dringt aus den vier Himmelsrichtungen (eine einzige Stimme, aber aus vier Richtungen), sprechend:

Sei ein starkes Ich.
Gib dein Herz dem Geiste der Welt.

(Ruhe in der Seele nach dieser Meditation.)

Abends:

Rückschau über den Tag rückwärts vom Abend zum Morgen.

Stellen Sie sich vor, daß Sie inmitten des kosmischen Raumes sind, umgeben von Dunkelheit, und daß Sie zum Vollmond im Osten sprechen:

Ich werde ein starkes Ich sein.
Ich werde mein Herz dem Geiste der Welt geben.

(Ruhe in der Seele nach dieser Meditation.)

[Abends:]

Das ganze System in Ruhe, etwas diese Ruhe empfindend verbleiben, dann sich die Sonne matt rot leuchtend in Horizontweite vorstellen und meditieren:

Das Rot strömt willenstärkend durch mein Wesen

dann sich die Sonne blau vorstellen:

Das dunkle Blau setzt meinem Willen keinen Widerstand entgegen

Die ganze Übung braucht nicht länger wie 3 - 4 Minuten zu sein, kann aber nach einer Viertelstunde wiederholt werden.

Morgens:

Die Nacht hat meinen Willen gestärkt

zur blauen Sonne, dann zur roten:

Das Rot stärkt mich als Willenswesen

Zeitdauer wie abends.



  1. mit dem Spruch «In der Gottheit der Welt ...», siehe S. 183ff. ↩

  2. In der Handschrift fehlt die Angabe, wer auf- oder untergeht, vermutlich ist die Sonne gemeint, siehe Übung Archiv-Nr. A 6632, S. 405. ↩

German original of Exercises with Unknown Dates · ← Previous · Next →