Übungen mit bekanntem Datum

Von diesen Übungstexten stammen die ersten drei noch aus der Zeit vor der im Mai 1904 erfolgten offiziellen Einrichtung der Esoterischen Schule. Darum wurde die Übung Archiv-Nr. 5299, obwohl sie eine Morgen-Abend-Übung ist, hier eingeordnet.

Strecke den Zeigefinger aus und empfinde darinnen Kosmisches I

Bilde einen Winkel mit der Hand und empfinde darin: A

Bewege die Hand dem Daumen entgegen und berühre den Daumen mit dem Zeigefinger und empfinde darin O

IAO

Bilde mit dem Zeigefinger am Daumen: Schlange und Merkurstab und empfinde darin E

Eine Faust ist U: O mit Punkt darin Ö ⊙

Doppelt I ist Ü: spitzes A ist Ä

☾ mit Zeigefinger gibt die Empfindung von AU

Saturn ~

Sonne: Da wird im Äther nach dem Wesen der Buchstaben der Körper geschrieben.

Mond: Da wird im Astralleib die Begierde in die Glieder gelegt.

Erde: Da wird durch das Intensivwerden der Begierde die Schrift unkenntlich gemacht.

I. Jeden Tag ist eine Rückschau zu üben auf die Erlebnisse der Persönlichkeit an dem Tage. Man hält sich selbst die wichtigsten Erfahrungen vor, die man während des Tages gemacht hat, und die Art, wie man sich innerhalb ihrer benommen hat. Das alles geschieht unter dem Gesichtspunkte, daß man vom Leben lernen wolle. Wie kann ich eine Sache, die ich heute getan habe, besser machen? Solche Fragen legt man sich vor. Man macht sich dadurch nicht stumpf gegen Lust und Leid. Im Gegenteil. Man wird feiner empfindlich. Aber man bleibt nicht haften an der Sorge und Reue über das, was man getan hat, sondern man verwandelt diese in den Vorsatz, in der Zukunft alles besser zu machen. Man wird sein eigener Baumeister. Wie dieser sich nicht hinstellt und reuevoll an einem Hause, das er gebaut hat, jammert, daß es nicht besser ist, sondern die Erfahrungen, die er an dem weniger guten macht, bewertet zu einem nächsten ev. Bau, so der Mensch gegenüber sich selbst. In Reue und Sorge geht unsere Persönlichkeit unter; durch Lernen steigt sie aufwärts. Reue und Sorge nützen zu nichts; die Zeit, die wir für sie verschwenden, sollen wir für Aufwärtsentwickelung verwenden. Das Ganze braucht nicht mehr als 3-4 Minuten in Anspruch zu nehmen. Man schläft dann mit einem Manas ein, der in sich die Kraft erhalten hat, sich aufwärts zu entwickeln. Kann man zu dem noch hinzunehmen einen wichtigen Vorsatz fürs Leben oder auch einen guten Gedanken für Mitmenschen, so ist es besonders gut. Dadurch wird man allmählich wie umgewandelt, weil man dem im Schlafe von allen Schranken des Persönlichen freien Manas einen würdigen, die Entwickelung fördernden Inhalt gegeben hat.

II. Morgens als erste Tages-Gedankenarbeit:

a) Erhebung zu dem eigenen höheren Selbst durch volle Hingabe an die Formel:

Ich bin der lebendige Trieb in meinen Hüllen.

Mein höheres Selbst ist rein wie der reinste Kristall.

b) Konzentrierte Hingabe an einen hohen Gedanken. Am besten ist da die Meditation von Bhagavad-Gita, Kap. III, Karma Yoga. Von dem dritten Vers an:

Wie ich dir bereits gesagt habe, ...

Immer nur einen Vers. Man bleibt 2 Wochen bei einem Vers. Nach zwei Wochen wählt man den nächsten, und so fort.

Dabei muß sowohl bei dieser Meditation, sowie auch bei der vorhergehenden Erhebung zum höheren Selbst das Blickfeld des Bewußtseins ganz rein sein. Jeder andere Gedanke muß ganz ferngehalten werden. Taucht einer auf, muß er mit aller Kraft entfernt werden.

c) Devotionelle Stimmung gegenüber dem, was einem das Heiligste ist. (Das schöpferische All, Gott u.s.w. je nachdem man, nach seiner Persönlichkeit, das Höchste hat schätzen und benennen gelernt.)

Zu der Morgenmeditation 8 - 10 Minuten.

Geduld und Ausdauer, absoluter Ernst sind durchaus notwendig. Man muß in die Stimmung kommen, daß der Geist diese Meditation als ein Bedürfnis so selbstverständlicher Art empfindet, wie der Körper die physischen Bedürfnisse. Und dann wartet man, bis einem gegeben wird. - Es wird jedem gegeben nach der angemessenen Zeit.

Der Anfang damit kann jetzt gemacht werden am 16. April (nicht früher), dann wieder am 16. Mai. —

1.) Strahlender ...

2.) Einatmung, Ausatmung, Atementhalten

Ich bin, das durch den ganzen Körper ergossen wird.

dieses dreimal hintereinander, wobei eigentlich das «Ich bin» den ganzen Prozeß begleiten soll.

Einatmung, Ausatmung, Atementhalten

Es — wobei es eigentlich «Ich» ist.

Es ist

dieses wieder dreimal

Einatmung, Atemhalten, Ausatmung

Inneres ist

3.) Die Strömungen innerhalb des Körpers.

Dann nach der Meditation ein sich Versenken und auf sich Wirkenlassen folgender Figuren:

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267-44

Was heißt in sich verschwinden und aus seinem Verschwindenden wieder entstehen?

267-45
267-45

Wie wird der Punkt Kreis, und wie wird der Kreis Punkt?

267-46
267-46

Was ist Inneres, was ist Äusseres; was ist Oberes, was ist Unteres; was ist Materie, was ist Geist; was ist physischer Stoff, was ist Äther?

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267-47

Was ist astralisch?

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267-48

Wie wirken die Geister der Empfindung auf den Träger des Stoffes?

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Wie geschieht das «Wenden» in der Evolution? (Involution - Evolution)

Dieses sich vorstellen, wie wenn die
Linien Spangen aus Fischbein
wären, die in obiger Lage sind;
aber in jedem Augenblicke durch
ihre Kraft sich dieser Lage widersetzen.

Man vertieft sich ganz in die Vorstellung

Unpersönliches höheres Selbst

Es kommt nicht darauf an, daß man dabei eine von irgend jemand vorgeschriebene Vorstellung ins Auge fasse, sondern daß man versuche, die beste Vorstellung sich von dem «höheren Selbst» zu bilden, die man sich nach seinem Entwickelungsgrad nur bilden kann.

Diese Vorstellung behandle man nun so, als ob man sie an die Stelle im Innern des Kopfes versetze, wo etwa die Z (Zirbeldrüse) sitzt. Dahin verlege man für eine Weile das Bewußtsein und erfülle dieses ganz mit der obigen Vorstellung «Unpersönliches höheres Selbst». Für eine Weile also imaginiert man, das eigene Wesen sei in Z zusammengedrängt und man sei da die obige Vorstellung. Alles andere verbanne man aus dem Bewußtsein.

Hat man so eine Weile getan, so führe man die obige Vorstellung langsam von Z in einer Linie zum Anfang des Rückenmarkes ungefähr da, wo das Gehirn in das Rückenmark übergeht. Dann führt man sie von da weiter ungefähr die Gegend des Rückenmarkes hinunter bis zu einem Punkte, den man K (Kundali) nennt. Nachdem man imaginiert hat, daß man dort die obige Vorstellung mit Kundalinikraft (geistigem Feuer) durchtränkt hat, führt man sie wieder aufwärts langsam das Rückenmark entlang bis zu einem Punkte, der im Kopfinnern liegt: etwa an der Stelle (B) vom kleinen Gehirn (Hinterkopf). Nun führt man die Vorstellung (Unpersönliches höheres Selbst) von diesem Punkte in zwei Linien zu den beiden Augen und läßt sie durch diese gleichsam ausströmen in den unendlichen Raum. Dann zieht man sie ebenso wieder durch die Augen ein und führt sie zu dem Punkte B hin. Man macht dies nochmals, indem man die Vorstellung von B zu den beiden Ohren führt, sie durch diese in den unendlichen Raum strömen läßt und dann wieder durch die Ohren nach B führt.

Hat man so imaginiert, daß man die Vorstellung «Unpersönliches höheres Selbst» zweimal durch den Weltraum geführt und mit dessen Inhalt erfüllt hat, so führe man die also bereicherte Vorstellung wieder von B durch das Rückenmark nach K, durchtränke sie dort in der Imagination mit dem geistigen Feuer und führe sie nun ganz langsam (so langsam, daß die Zeit, während man von K zu dem Punkte aufsteigt, der im Hals in Kehlkopfhöhe liegt, etwa 20 Minuten dauert) bis an den Hals (in Kehlkopfhöhe). Dort denke man nun intensiv:

Ich bin nicht Du.

Ich, die Vorstellung des höheren Selbst nach allen Wegen, die sie in obigem Sinne durchgeführt.

Du, das gewöhnliche Ich, mit dem man sich in diesem Augenblick nicht identifiziert.

Am ersten Tag: Ich bin ist meines Wesens Mittelpunkt

dieses vier Tage lang.

Am 5. Tag: Ich will mich in die andern Wesen versenken.

durch 7 Tage.

Am 12. Tag: Ich will in die andern Wesen eindringen.

durch 7 Tage.

Am 19. Tag: Ich kann vieles nicht überwinden.

durch 11 Tage

Am 30. Tag: Ich will im Dunkel nicht verzagen.

ca. 1907 Archiv-Nr. 5287

Konzent. l.b.1.F. = Standhaft stell ich mich ins Dasein

Konzent. r.B.r.F. = Sicher schreit ich die Lebensbahn

7 mal im Tag.

Man versucht aus rotem Lichte einen Strahl zu imaginieren, welcher über dem linken Auge in das Gehirn eindringt (bei a)

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Dieser geht durch den Kopf durch bis zur rechten Seite des Rückgrates (bei b); dann geht er in Spiralen um das Rückgrat herum; (c, d, e, f, g, h);

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Während er herumgeht läßt man ihn in die gelbe und dann in die grüne Farbe übergehen;

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Dann führt man ihn wieder zurück in Spiralen um das Rückgrat herum, indem man ihn blau und dann violett werden läßt; als violetter Strahl komme er in einem Punkte c an ebensoviel links vom Rückgrat gelegen wie vorher b rechts; dann gehe er durch den Kopf, um als violetter Strahl (bei d) über dem rechten Auge auszutreten.

Diese Übung soll so langsam gemacht werden, daß sie 10-12 Minuten in Anspruch nimmt.

Bevor man die Übung vornimmt, meditiert man über den Gedanken: die Linie AB, welche gerade durch das Rückgrat läuft, stelle das unterbewußte Ich dar; nach der Übung meditiert man über den Gedanken, dieselbe Linie stelle das überbewußte Ich dar.

Man mache diese Übung Sonntag, Montag, Dienstag - dann die übrigen vier Tage der Woche die gewöhnlichen Übungen: - - -.

Zur Kommentierung.

Wenn man diese Übungen seiner Meditation einfügt, so setzt man sich rhythmisch mit gewissen Kräften im Makrokosmos in Kontakt. Es sind immer gleichzeitig auch alte Kräfte im Kosmos vorhanden, die einmal da waren, und welche einmal da sein werden, also gegenwärtig bloß im Keime vorhanden sind. Alle Kräfte sind auf einer gewissen Stufe so geordnet, daß sie spiralig in den Mikrokosmos (den Menschen) einlaufen.

In dem roten Teile des Strahles hat man die Saturnkräfte
In dem gelben Teile des Strahles hat man die Sonnenkräfte
In dem grünen Teile des Strahles hat man die Erdenkräfte
In dem blauen Teile des Strahles hat man die Jupiterkräfte
In dem violetten Teile des Strahles hat man die Vulkankräfte

(Es bleiben die Mondenkräfte und die Venuskräfte weg, weil sie eine Retardation der Entwickelung bewirken würden.)

Indem man sich diese Kräfte durch die beschriebene Meditation einverleibt, wird man nach und nach tatsächlich die Bewegungen der zweiblättrigen Lotusblume fühlen können und man wird sich im Besitze von Geisteshänden finden, welche geistige Wesenheiten berühren können.

  1. Sich selbst sich so gegenüberstellen
    daß man durch die Haarwirbelung
    eine Linie zieht wie einen farblosen
    Kraftstrahl, der in der Richtung
    des Rückgrats nach abwärts geht; dabei den Gedanken
    längs dieser Linie laufen lassen:

Daher dein Wesen

  1. Sich selbst sich so gegenüberstellen
    daß man durch Augenbrauenmitte eine
    Linie zieht wie einen blauen
    Lichtstrahl, der sich schlangenartig
    um den erst imaginierten Kraft-
    strahl windet; dabei den Gedanken längs dieser Linie laufen lassen:

So mein Schauen

  1. Sich selbst sich so gegenüberstellen
    daß man durch Kehlkopf eine
    Linie zieht wie wenn ein
    dumpfer Ton (o oder u) sich in
    Schlangenwindung um den erst
    imaginierten Kraftstrahl windet; dabei den Gedanken
    längs dieser Linie laufen lassen:

Dadurch meine Kraft.

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267-51

Liebe trag ich im Wesenskern

Hoffnung heg ich bei jeglichem Tun

I) Nach der Morgenmeditation und vor der Abendmeditation:

1.) tief einatmend sagen Jahve;

2) Pause

3) atmend dasselbe Wort umgekehrt aussprechen.

Für diese 3 Momente ca. 2 Minuten verwenden.

2 bis 7 Mal wiederholen

II) Zu der Morgen- und Abendmeditation die innere Vertiefung in die «Sixtinische Madonna» dazu nehmen - sich vorstellen, daß sie sich allmählich verkleinert und in mein Herz einzieht, während aus der Hauptfigur und den Köpfchen im Hintergrund Kraft ausströmt.

1914 Archiv-Nr. 3131

Jahve einatmen, sich ganz erfüllen mit der

Kraft des Namens

Dann Vorstellung, daß Lotusblumen Wirbel herauswächst

Also erblühe meines Leibes Sterngebilde

In die Sonne als Imagination blicken und denken, die Sonne (Christus) sagt:

Im Urbeginne war das Wort

Das Wort wohne in dir (Herz).

Siebenwöchige Übung1

Ich verstehe die Welt.
Ich weiß was vor der Welt war.
Ich dringe in göttliches Sein - Liebe leuchtet.
Ich fasse göttliches Sein - Liebe begreift.
Gösttliches Sein strömt in mich.
Liebe erfüllet mich ganz.

Jeder Satz ist eine Woche lang zu üben; in einer siebenten Woche alle sechs zusammen.

Innere Ruhe.

Die Laute üben

R S K G c h h f n l t d P B M

von außen nach innen, gegen das [Ohr], so daß die ersten Konsonanten in dieser Folge mehr mit dem äußeren, die letzten mit dem inneren Ohr gehört werden

I U O E A

Die Vokale in dieser Reihe müssen nur innerlich zum Tönen gebracht werden, so daß sie immer mehr Kräfte] gewinnen und schaffend auch das physische Ohr erfüllen von innen nach außen

Christ spricht

Rosenkreuz

Nacht

Stumm einatmen

Ich bin in Weltenweiten - ausatmen

und weit ist das eigne Sein - einatmen

Mein Auge ist der Himmelsraum - ausatmen

Und der Lebensfäden (Nerven) Ende- Atem anhalten
das sind die Sterne - langsam einatmen
Die Sterne in meinem Weltenauge - langsam ausatmen
und meine Pupille ist der Mond - Atem halten
Ich sehe, ich sehe das Firmament - langsam einatmen
Und ein Punkt - schnell ausatmen
ist das Firmament — schnell einatmen
Das Firmament ist meine Seele - Atem halten
meine Ich-tragende Seele - ausatmen stumm einatmen
stumm ausatmen.



  1. Die Übung wurde auf die Bitte um eine Übung zur Entwicklung der Lotosblumen gegeben. ↩

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