Zum Gedenken An Verstorbene

Meine Liebe sei den Hüllen,
Die dich jetzt umgeben
Kühlend alle Wärme,
Wärmend alle Kälte Opfernd einverwoben!
Lebe liebgetragen,
Lichtbeschenkt, nach. oben!

An Paula Stryezek
nach dem Tode von Anna Wagner
31. Dezember 1905

Ihr denen meine Liebe strömt
Euch kühle Eure Wärme
Euch wärme Eure Kühle
Diese meiner Liebe Treue
Sie schaue im Geiste
Zu Eurer Geisteszukunft
Aus meinem Herzen immerwährend.

An Rudolf Meyer gegeben
am 3. März 1911

Mit dir meine Seele
Sie sucht dich ahnend
Sie ist mit dir
Und lebt mit dir
Deine Aufgabe
So wir vereint
Karmisch alle Zeit.

An Gertrud und Wilhelm v. Heydebrand
nach dem kurzen Leben eines ihrer Kinder
1911/12

Abends:

Dir sei gesandt

meine Liebe so wie sie war
als du hier mit mir warst.
Sie lindre deine Wärme,
sie lindre deine Kälte,
dass du findest den Weg
aus dem Seelen- ins Geistgebiet.

15 - 20 Minuten

[Morgens:]

🕈 schwarz. rot

Wie aus dem schwarzen Kreuzesholz
sprießen die roten Lichtesrosen,
so aus Weltenfinsternissen
der Gottessonne Klarheit,
so aus gutem Menschenherzen
der Liebe stärkend Wesen,
sie werde meiner Seele.

(Seelenruhe)

An Matilda Björklöf gegeben
Juni 1913

Morgens:

Im Urbeginne war das Wort ...

Mittags:

Meine Liebe folget, folget dir
folget dir in deinem Schmerz
folget dir in der Seligkeit.

Abends:

Die Meditation wie in der Geheimwissenschaft S. 298-301 angegeben. [Rosenkreuz-Meditation]

An Anna Leuthel
beim Tode ihres Sohnes
Anfang 1915

Durch des Todes Pforte will ich folgen
Treulich deiner Seele in des Geistes
Lichterzeugende Zeitenorte
Liebend dir mindern Erdenkälte
Wissend dir ordnen Geisteslicht
Denkend bei dir will weilen ich
Dämpfend dir sengende Weltenwärme.

An Gertrud Noss
beim Tode ihres Sohnes Fritz Mitscher
Februar 1915

Meine Seele folge dir in Geistgebiete,
Folge dir mit jener Liebe,
Die sie hegen durfte im Erdgebiete
Als mein Auge dich noch schaute,
Lindre dir Wärme, lindre dir Kälte,
Und so leben wir vereint
Ungetrennt durch Geistestore.

Zum Tode von Gertrud Noss
September 1915

Im Urbeginne war das Wort
Und in dem Wort war ich selbst,
Und das Wort war bei Gott.
Und mit dem Wort war ich selbst bei Gott.
Und ein Gott war das Wort.
Und ein Gott schaute mich in dem Wort,
nd das Wort soll leben in meiner Seele.

Au commencement était le Verbe
Et dans le Verbe j’étais moi-même,
Et le Verbe était en Dieu.
Et avec le Verbe j’étais moi-même en Dieu,
Et un Dieu était le Verbe.
Et un Dieu me regarda dans le Verbe,
Et le Verbe doit vivre dans mon âme.

An Hippolyte Corre beim Tode seines Vaters
undatierbar

Zeichnung:
gelbe Sterne auf blauem Grund

Wie aus dem blauen Geistesgrund
Die golderglänzenden Sterne
So aus meinen Seelentiefen
Die starken Haltekräfte.

An Hermine Stein
beim Tode ihres Sohnes Friedrich
gefallen am 22. März 1915

In Geistgefilde will ich senden
Die treue Liebe die wir fanden
Um Seele der Seele zu verbinden
Du sollst mein Denken liebend finden
Wenn aus Geistes lichten Landen
Du suchend wirst die Seele wenden
Zu schauen, was in mir du suchest.

Notizbuch 1916

Dir Licht spendend: Mir
In Lichtesweiten
Wesenwirkend
Bin ich: Bist du

Einig denk-fühlend
Streben wir
verwebend
Seele in die Seele.

Nur in den Bereich seiner Gedanken.
Soll suchen, was sie ihm nach Geistes-Erfahrung geben kann.

Notizbuch 1917

Du warst unser
Und unser wirst du sein
Wenn jetzt des Geistes Licht
Deinem hingebungsvollen
Seelenauge strahlt.

Es wird deiner
Gedanken edle Kraft
In Geisteswelten suchen
Liebe, die wir treu
Dir bewahren wollen.

Notizbuch 1917

Meine Liebe sei den Hüllen
Die dich jetzt umgeben
Wärmend deine Kälte
Kühlend deine Hitze
Opfernd eingewoben
Schwebe liebegetragen
Lichtbeschenkt nach oben.

Notizbuch 1917

Unsre Liebe folge dir,
Seele, die da lebt im Geist,
Die ihr Erdenleben schaut;
Schauend sich als Geist erkennt
Und was dir im Seelenland
Denkend als dein Selbst erscheint
Nehme unsre Liebe hin
Auf dass wir in dir uns fühlen
Du in unsrer Seele findest
Was mit dir in Treue lebet.

Zum Tode von Marie Hahn
September 1918

Herzensliebe dringe zu Seelenliebe
Liebewärme strahle zu Geisteslicht
So nah ich mich dir
Denkend mit dir Geistgedanken
Fühlend in dir Weltenliebe
Geistig-wollend durch dich
Eins-Erleben seiend weben.

An Rudolf Hahn
für seine Frau Marie
September 1918

Abends:

1.) Rückschau
2.) Imaginieren die Welt der Sterne auf blauem Himmel:

Mein Ich wird sein
Im geisterfüllten Raum
Es wird verlassen haben
Den Fleischesleib
Es wird weben
Im Gottesgeiste
Krafterfüllt

In Ruhe warten
Gedanken an ihn mit der gegebenen Meditation

Morgens:

Imaginieren die Sonne
Sonne tönt in das Herz:

Christus ist bei dir
Er erfüllet dein Herz
Christus ist in dir
Er erfüllet deine Seele
Christus ist um dich
Er erfüllet deinen Geist
Fühle Ihn.

In Ruhe warten

Vorstellen Gesicht

Vorstellen Hände Tastung

Komme, Seele, zu mir
Ich warte
Komme in meine Gedanken
Sie warten
Komme in meine Gefühle
Sie warten
Mein Ich wartet.

An Theodora Cayley-Robinson
ca. 1919/20

Zu dir
In Liebe
Auf Christi Wegen
Suche mein Herz
Lebe du
In meinen Gedanken
Wie ich in deiner Seele.

An eine Mutter
nach dem Tode ihres kleinen Kindes
Juni 1921

In deinen Seelenschlaf herzwärmend
Strömen meine Gedanken.
Erlebe sie in deinem befreiten Ich.
Ich will bei dir sein.
Und dir bringen vom Erdensein,
Was du für Geist-Erinnerung
Aus deinem Leben brauchest.

An Margarete Bockholt
nach dem Tode ihres Vaters
Januar 1924

Aus Dem Nachtodlichen Erleben M In Memoriam

Im Lichte der Weltgedanken
Da webet die Seele, die
Vereint mit mir auf Erden

Notizbuch 1924

Deine Seelenaugen mögen schauen
In meiner Gedanken tiefere Kraft
Es ist so mein Wille.
Möge er treffen deinen Willen
In der Kraft des Vaters
In der Gnade des Christus
In dem Lichte des Geistes.

An William Scott Pyle
nach dem Tode von Edith Maryon
Mai 1924

Meines Herzens warmes Leben
Es ströme zu deiner Seele hin
Zu wärmen deine Kälte
Zu sänftigen deine Hitze
In den Geisteswelten
Mögen leben meine Gedanken in deinen
Und deine Gedanken in meinen.

Notizbuch 1924

Und wir verrichten als Menschen ein gutes, ein schönes, ein herrliches Gebet, wenn wir über den Zusammenhang des Lebens mit dem Tode oder über einen Verstorbenen so denken, daß wir sagen:

  1. Es empfangen Angeloi, Archangeloi, Archai
    im Ätherweben das Schicksalsnetz des —1
  1. Es verwesen in Exusiai, Dynamis, Kyriotetes
    im Astral-Empfinden des Kosmos
    die gerechten Folgen des Erdenlebens des —
  1. Es auferstehen in Thronen, Cherubim, Seraphim
    als deren Tatenwesen die gerechten Ausgestaltungen
    des Erdenlebens des —

V. Dornach, 4. Juli 1924

In künftiges Erdenleben
Dich kräftig einzuführen,
Warst du uns übergeben
Durch deiner Eltern Willen.

Im Schmerz an des Todes Pforte
Zu sprechen vermögen allein
Die seelenbeflügelten Worte
Die dem reifenden Leben bestimmt.

So nimm statt der Schule Lenken
Für irdisches Tun und Leben
Der Lehrer liebend Gedenken
Hinüber in jenes Geistessein

Wo die Seele umwebet
Der Ewigkeit helles Licht
Und der Geist erlebet
Das Gottes-Willens-Ziel.

Zum Tode des Schülers Robert Kürzdörfer
Mai 1924

Ich schaue auf Dich in der geistigen Welt
In der Du bist
Meine Liebe lindre Deine Wärme
Meine Liebe lindre Deine Kälte
Sie dringe zu Dir und helfe Dir
Zu finden den Weg
Durch des Geistes Dunkel
In des Geistes Licht.

undatierbar

Es strebe zu dir meiner Seele Liebe,
Es ströme zu dir meiner Liebe Sinn.
Sie mögen dich tragen, Sie mögen dich halten
In Hoffnungshöhen,
In Liebessphären.

undatierbar

Ihr die ihr weilet im Geistgebiet
Euch sei meine Liebe Folger
In Eure Kälte folge sie
In Eure Hitze folge sie
Trage treulich mit Euch
Was zu tragen Eurer Seele ist
Ich mit Euch.

Notizblatt
undatierbar

In Geisteswesenheit zu Dir
Entrücke warme Liebeskraft
Der Seele bestes Geistgefühl
Mitlebend lindernd deine Wärme
ittragend stärkend deine Kälte
Und schauend dich in mir
Und wollend mich in dir.

Notizblatt
undatierbar

Meine Liebe sei dir im Geistgebiet.
Lasse finden deine Seele
Von meiner suchenden Seele.
Lasse lindern deine Kälte
nd lindern deine Wärme
Von meinem Denken deines Wesens.
So seien wir verbunden
Ich mit dir
Und du mit mir.

undatierbar

In Welten, wo weilet
Deines Wesens Seelenkern
Schick ich Liebe dir —
Zu kühlen deine Wärme,
Zu wärmen deine Kühle.
Und findest du mich fühlend,
Will ich dir stets nahe sein.

undatierbar

So wisse auch, dass deine künft'ge Geistesschau
In unsren Seelen Treue finden soll,
Die wir dir dauernd halten wollen,
Wenn wir dich liebend-denkend suchen müssen
Im Seelenreich durch jene Pforte, die Geisteskraft
Von uns zu dir erschließen möge.

Notizblatt
undatierbar

Was auch dir wird
Im Zeiten- und Weltenlaufe
Mein liebend Herz
Mit allen seinen Kräften
Wird bei dir sein
tragend
helfend.

An Lucie Bürgi gegeben
undatierbar

  1. Dein Wille war schwach
  2. Stärke Deinen Willen
  3. Ich schicke Dir Wärme für Deine Kälte
  4. Ich schicke Dir Licht für Deine Finsternis
  5. Meine Liebe Dir
  6. Mein Gedanke Dir
  7. Werde weiter

An Franz Gerner
für einen durch Selbstmord verlorenen Freund
um 1914

Seele im Seelenlande,
suche des Christus Gnade
die dir die Hilfe bringet,
die Hilfe aus Geisterlanden,
die auch jenen Geistern Friede verleiht,
die im friedelosen
Erleben verzweifeln wollen.

An eine Mutter für ihren Sohn,
der sich das Leben nahm

Du meines Lebens
Gefährte, helfe
dem Sprossen, meine
Gedanken gehen
zu dir, sie ihm recht
zu bringen, bitt' ich
die Seele, Gatte —

An diese Mutter, um sich an ihren
früh verstorbenen Gatten zu wenden
undatierbar

Im Leuchtenden,
Da fühle ich
Die Lebenskraft.
Der Tod hat mich
Vom Schlaf erweckt,
om Geistesschlaf.

Ich werde sein,
Und aus mir tun,
Was Leuchtekraft
In mir erstrahlt.

Worte eines jungen Gefallenen
V. Berlin, 2. März 1915

In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, dass warm es werde
Im Feuer heil'gen Kräftewirkens;

In Weltgedanken will ich weben
as eigne Denken, dass klar es werde
Im Licht des ew'gen Werde-Lebens;

In Seelengründe will ich tauchen
Ergeb'nes Sinnen, dass stark es werde
Für Menschenwirkens wahre Ziele;

In Gottes Ruhe streb' ich so
Mit Lebenskämpfen und mit Sorgen,
Mein Selbst zum höhern Selbst bereitend;

Nach arbeitfreud'gem Frieden trachtend,
Erahnend Welten-Sein im Eigensein
Möcht' ich die Menschenpflicht erfüllen;

Erwartend leben darf ich dann
Entgegen meinem Schicksalsterne,
Der mir im Geistgebiet den Ort erteilt.

Ansprache für Lina Grosheintz
10, Januar 1915

In Menschenseelen will ich lenken
Das Geistgefühl, dass willig es
Das Osterwort in Herzen wecke;

it Menschengeistern will ich denken
Die Seelenwärme, dass kräftig sie
Den Auferstand'nen fühlen können;

Es leuchtet hell dem Todesscheine
Des Geisteswissens Erdenflamme;
Das Selbst wird Welten-Aug und Ohr.

Für Lina Grosheintz
Ostern 1915
Notizbuch

Ich bin als Seele nicht auf der Erde, sondern nur in Wasser, Luft und Feuer;

In meinem Feuer bin ich in den Planeten und der Sonne.

In meinem Sonnensein bin ich der Fixsternhimmel —

Ich bin als Seele nicht auf der Erde, sondern in Licht, Wort und Leben;

In meinem Leben bin ich im Innern des planetarischen und Sonnenseins, im Geiste der Weisheit.

In meinem Weisheitsein bin ich in dem Geist der Liebe

Jahreswende 1917/18 Notizbuch

Ich war mit euch vereint,
Bleibet in mir vereint.
Wir werden zusammen sprechen
In der Sprache des ewigen Seins.
Wir werden tätig sein
Da, wo der Taten Ergebnis wirkt,
Wir werden weben im Geiste
Da, wo gewoben werden Menschen-Gedanken
Im Wort der ew'gen Gedanken.

Ansprache für Georga Wiese
11. Januar 1924

Trennen kann keine Schranke
Was im Geist vereint bewahrt
Das lichterglänzende
Und liebestrahlende
Ew'ge Seelenband
So bin ich in Eurem Gedenken
So seid ihr in meinem.

Entwurf

Seine Seele ruht in Christi Reich
Die Gedanken seiner Lieben sind bei ihm.

Grabsteinspruch für Johann Steiner
gestorben 22. Januar 1910

Hier suchte sie Geistsein
Dort finde sie Geistsein
Ihrer Lieben Gedanken
Weilen bei ihr.

Grabsteinspruch für Helene Reebstein
gestorben 2. August 1918

🕈
Im Leben war sein Sinnen
dem Geiste zugewandt
So finde er im Tode
Des Geistes Leben.
Mit ihm sind
Seiner Lieben Gedanken.

Grabsteinspruch für Friedrich Stein
gefallen 2. März 1915

An S. St.

Unersetzlich bist Du uns
In unseren Erden-Reihen;
Urverbunden sind wir Dir
In Geistes-Ewigkeiten.

Dr. Rudolf Steiner

Gedenkblatt für Sophie Stinde
Dezember 1915

Nach dem Lichte strebte ihr Sinn,
Aus der Liebe wirkte ihr Herz.

Auf dem von Rudolf Steiner 1918
modellierten Relief Sophie Stindes
gestorben 17. November 1915



  1. Beim Schreiben an die Tafel wurde gesprochen: des betreffenden Menschen. ↩

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