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Esoteric Lessons for the First Class III

GA 270 — 20 September 1924, Dornach

Siebente Wiederholungsstunde

Meine lieben Schwestern und Brüder! Seit der Weihnachtstagung geht durch die ganze Anthroposophische Gesellschaft ein esoterischer Zug. Und diejenigen Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft, die in der letzten Zeit teilgenommen haben an den allgemeinen Mitgliedervorträgen, werden ja bemerkt haben, wie dieser esoterische Zug durch alles dasjenige fließt, was jetzt innerhalb der anthroposophischen Bewegung erarbeitet wird und erarbeitet werden soll.

Dies war eine Notwendigkeit, eine Notwendigkeit, die sich vor allen Dingen aus der geistigen Welt heraus - aus der ja die Offenbarungen fließen, welche leben sollen in der anthroposophischen Bewegung -, die sich aus der geistigen Welt heraus ergab. Damit aber war die Notwendigkeit geschaffen, einen gewissen Kern für anthroposophisch-esoterisches Leben, für wirkliches esoterisches Leben zu schaffen, und damit war auch die Notwendigkeit gegeben, gewissermaßen zur geistigen Welt hinüber selber eine Brücke zu bauen.

Die geistige Welt musste in einem gewissen Sinne von sich aus offenbaren den Willen zum Schaffen einer solchen Schule. Denn eine esoterische Schule kann nicht aus menschlicher Willkür heraus geschaffen werden, auch nicht aus jener menschlichen Willkür heraus, die man mit dem Namen «menschliche Ideale» bezeichnet; sondern sie, diese esoterische Schule, muss der Leib sein von etwas, das aus dem geistigen Leben selber herausfließt. Sodass in all dem, was in einer solchen Schule geschieht, sich darstellt der äußere Ausdruck von einer Wirksamkeit, die eigentlich im Übersinnlichen, in der geistigen Welt selber geschieht. Daher hat diese esoterische Schule auch nicht geschaffen werden können, ohne dass jener Wille befragt wurde, der, wie ja des Öfteren hier auch in Mitgliedervorträgen auseinandergesetzt worden ist, seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts als der Michael-Wille eigentlich die menschlichen geistigen Angelegenheiten führt.

Dieser Michael-Wille ist ja einer derjenigen, die im Laufe der Zeit in zyklischer Folge immer wieder eingreifen aus der geistigen Welt in die Menschengeschicke. Und wenn wir zurückblicken in die Evolution der Zeit, so finden wir, dass derselbe Michael-Wille - was wir Michael-Herrschaft nennen können - in den geistigen Angelegenheiten der Menschheit, in den großen zivilisatorischen Fragen wirksam war vor dem Mysterium von Golgatha in der Alexanderzeit als dasjenige, was in Griechenland erarbeitet worden war durch die chthonischen und die Himmelsmysterien, als das verbreitet werden sollte hinüber nach Asien, verbreitet werden sollte in Afrika. Da, wo Michael-Wille herrscht, ist immer Kosmopolitismus vorhanden; da wird dasjenige, was Differenzierung unter den Menschen auf Erden ist, für das Michael-Zeitalter überwunden.

An jenes tief bedeutsame Wirken, das sich knüpft an die Ausbreitung des Aristotelismus und des Alexandrinismus, an dieses Wirken, das ein Michael-Wirken war, knüpfte sich dann an das andere Wirken, das des Oriphiel. Daraufhin, nach dem Oriphiel-Wirken, kam das Anael-Wirken, das Zachariel-Wirken, dann das bedeutsame Raphael-Wirken, dann das Samael-Wirken, dann das Gabriel-Wirken, das bis ins neunzehnte Jahrhundert hereinging. Und seit den letzten Siebzigerjahren des neunzehnten Jahrhunderts stehen wir wiederum in dem Zeichen des Michael-Wirkens. Es ist im Anfange. Aber einfließen muss dasjenige, was Michael-Impulse sind - und was ja klar werden kann Euch, meinen Schwestern und Brüdern, durch die allgemeinen Mitgliedervorträge -, einfließen muss das in alles wirklich zu Recht bestehende esoterische Wirken in bewusster Weise.

Und durch alles dasjenige, was mit dem Impuls der Weihnachtstagung zusammenhängt, durch alles das ist die Möglichkeit herbeigeführt worden, dass diese den Kern der anthroposophischen Bewegung bildende esoterische Schule anzuschen ist als die von Michael selbst inspirierte und geleitete esoterische Schule. Dadurch besteht sie innerhalb unseres Zeitalters zu Recht, dass sie eine spirituelle Institution ist. Das muss von jedem, der zu Recht Mitglied dieser Schule sein will, im allertiefsten Ernste in sein Leben aufgenommen werden. Und es muss sich derjenige, der zu Recht Mitglied dieser Schule sein will, fühlen nicht bloß zu einer irdischen Gemeinschaft gehörig, sondern zu einer übersinnlichen Gemeinschaft gehörig, deren Lenker und Leiter Michael selber ist. Daher wird immer dann dasjenige, was hier mitzuteilen ist, nicht bloß als mein Wort zu gelten haben, insofern es Inhalt der Stunde ist, sondern es wird zu gelten haben als dasjenige, was Michael an diejenigen, die sich zu ihm gehörig fühlen, selber in esoterischer Art in diesem Zeitalter zu verkündigen hat. Das also, was diese Stunden enthalten, wird die Michael-Botschaft für unser Zeitalter sein.

Und damit, dass sie das ist, wird die anthroposophische Bewegung ihre eigentliche spirituelle Stärke erhalten. Dazu ist notwendig, dass im allertiefsten Ernste eben das genommen wird, was man Mitgliedschaft zu dieser Schule nennen kann. Es ist schon notwendig, meine lieben Schwestern und Brüder, gründlich und tief notwendig, dass in der aller-allerernstesten Weise hingewiesen wird auf den heiligen Ernst, mit dem die Schule genommen werden muss.

Und hier innerhalb der Schule muss denn doch einmal und immer wieder und wieder gesagt werden: Es herrscht in Anthroposophenkreisen viel zu geringer Ernst für dasjenige, was durch die anthroposophische Bewegung eigentlich fließt, und es muss wenigstens in den esoterischen Mitgliedern der esoterischen Schule jener Kern herangezogen werden einer Menschheit, der sich allmählich heranbildet zu dem Ernste, der da notwendig ist. Daher ist es notwendig, dass die Leitung der Schule wirklich sich vorbehält, nur diejenigen gelten zu lassen als richtige, würdige Mitglieder der Schule, die in jedem Einzelnen ihres Lebens würdige Repräsentanten der anthroposophischen Sache sein wollen; und die Entscheidung darüber, ob das der Fall ist, muss bei der Leitung der Schule liegen.

Betrachten Sie das, meine Schwestern und Brüder, nicht als eine Beeinträchtigung der Freiheit. Die Leitung der Schule muss ebenso ihre Freiheit haben und anerkennen können, wer zur Schule gehört und wer nicht, wie es ja jedem auch in seinen Willen hinein freigestellt wird, zur Schule gehören zu wollen oder nicht. Aber es muss durchaus sozusagen ein freier ideell-spiritueller Vertrag sein, der zwischen dem Mitglied der Schule und der Leitung geschlossen wird. In anderer Weise könnte niemals die esoterische Entwickelung eine gesunde genannt werden, insbesondere nicht eine der Tatsache würdige, dass diese esoterische Schule unter der unmittelbaren Kraft der Michael-Wirksamkeit selber steht.

Die Leitung der Schule muss im strengsten Sinne des Wortes dasjenige, was eben gesagt worden ist, handhaben. Und dass sie das tut, das möge Ihnen, meine lieben Freunde, aus dem hervorgehen, dass tatsächlich seit dem verhältnismäßig kurzen Bestand der Schule gegen achtzehn, zwanzig Ausschließungen stattfinden mussten, weil dasjenige, was als Ernst mit der Schule verbunden werden muss, eben nicht eingehalten worden ist.

Sorgfältiges Hüten der mantrischen Sprüche, sodass sie nicht in unrechte Hände kommen, das ist die erste Anforderung; aber auch wirklich sein ein würdiger Repräsentant der anthroposophischen Sache.

Ich brauche ja nur einzelne Tatsachen zu erwähnen, um hinzuweisen darauf, wie wenig eigentlich noch durchgreifend die anthroposophische Bewegung mit vollem Ernste aufgefasst wird. Vor Einzelnen von Ihnen habe ich es schon erwähnt. Es ist vorgekommen, dass Mitglieder der Schule hier ihre Plätze mit den blauen Zertifikaten, die ihnen das Recht geben, in der Schule zu sitzen, belegt haben. Es ist vorgekommen in der Anthroposophischen Gesellschaft, dass man ganze Stöße von Mitteilungsblättern, die nur für die Mitglieder bestimmt sind, in der Tramway, die von Dornach nach Basel fährt, aufgefunden hat. Und ich könnte diese Liste in der mannigfaltigsten Weise vermehren. Und es kommt immer wieder und wieder dahin, dass über diesen mangelnden Ernst geradezu verblüffende Tatsachen geliefert werden. Es ist ja geradezu so, dass selbst Dinge, die im äußeren Leben ernst genommen werden, in dem Augenblicke, wo die Betreffenden dieselben Dinge innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu üben haben, sie nicht ernst genommen werden.

Das alles sind Dinge, die durchaus in Betrachtung gezogen werden müssen im Zusammenhange mit dem festen Gefüge, das diese Schule haben muss. Deshalb muss dies gesagt werden, weil man eigentlich, ohne dass man die Dinge beachtet, nicht in würdiger Weise entgegennehmen kann als Offenbarung aus der geistigen Welt, was hier in der Schule gegeben wird. Und es wird jedes Mal am Ende der Stunde ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass die Wesenheit des Michael selber anwesend ist, während hier die Offenbarungen der Schule gegeben werden. Und es wird dieses bekräftigt durch Zeichen und Siegel Michaels.

Alle diese Dinge müssen im Herzen der Mitglieder leben. Und Würde, tiefe Würde muss herrschen in all dem, was selbst nur die Gedanken mit dieser Schule verbindet. Denn in all diesem kann allein leben dasjenige, was heute eine esoterische Strömung durch die Welt tragen soll. Und all das schließt die Pflichten ein, die der Einzelne hat.

Dasjenige, was an mantrischen Sprüchen hier auf die Tafel geschrieben wird, kann nur von denjenigen besessen werden im strengsten Sinne des Wortes, welche hier das Recht haben, in der Schule zu sitzen. Und ist ein Mitglied der Schule einmal verhindert, an den Stunden teilzunehmen, wo mantrische Sprüche gegeben werden, so kann ein anderes Mitglied, das diese Sprüche hier in der Schule bekommen hat, diese Sprüche allerdings mitteilen; aber es muss für jeden einzelnen Fall, das heißt für jede einzelne Persönlichkeit, an die die Sprüche abgegeben werden sollen, erst um die Erlaubnis dazu gefragt werden, entweder bei Frau Doktor Wegman oder bei mir selbst. Wenn einmal für eine Persönlichkeit die Erlaubnis gegeben worden ist, so bleibt die dann fortbestehen. Aber für jede einzelne Persönlichkeit muss wiederum im besonderen bei Frau Doktor Wegman oder mir gefragt werden. Das ist nicht eine Verwaltungsmaßregel, das ist etwas, was im strengsten Sinne durch die Regeln des Okkulten gefordert wird. Denn die Tatsache muss dastehen, dass jeder Akt der Schule verbunden bleibt mit der Leitung der Schule; und das beginnt damit, dass man um Erlaubnis frägt, wenn so etwas geschehen soll, was zu den Taten der Schule gehört. Nicht derjenige kann fragen, der die Mantren empfängt, sondern allein derjenige, der sie gibt, unter den Modalitäten, die ich eben bezeichnet habe. Schreibt sich jemand etwas auf hier während der Stunde, was nicht die mantrischen Sprüche sind, sondern was gesagt wird, so hat er die Verpflichtung, das nur acht Tage zu haben und dann es zu verbrennen.

Alle diese Dinge sind nicht willkürliche Maßregeln, sondern hängen mit der okkulten Tatsache zusammen, dass die Dinge der Esoterik nur wirksam sind, wenn sie von der Gesinnung umfasst werden, die die rechtmäßig in der Schule sitzenden Mitglieder haben. Sie verlieren ihre Wirksamkeit, die Mantrams, wenn sie in unrechte Hände kommen. Und das ist eine so fest in die Weltenordnung eingetragene Regel, dass einmal das Folgende vorgekommen ist und eine ganze Reihe von Mantrams unwirksam geworden sind, die innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung flossen.

Von mir konnte übergeben werden an eine Reihe von Leuten dasjenige, was mantrische Sprüche sind. Ich übergab es auch einer gewissen Persönlichkeit. Die hatte einen Freund. Der Freund war etwas hellsehend. Und es kam dazu, dass, als die beiden Freunde in einem Zimmer schliefen, der hellsehende Freund, während der andere nur denkend das Mantram überholte, es abschaute und dann Unfug damit trieb, indem er es als Mantram von sich aus an Leute gab. Man musste erst nachgehen der Tatsache, die sich herausstellte, warum die betreffenden Mantren unwirksam wurden bei all denjenigen, die sie hatten.

Also Sie dürfen sich nicht, meine lieben Schwestern und Brüder, bei diesen Dingen leichten Gedanken hingeben, denn die Regeln des Esoterischen sind strenge; und niemand sollte eigentlich, wenn er einen dahingehenden Fehler gemacht hat, das entschuldigen mit dem, dass er nichts dafür kann. Wenn jemand in seinem Kopfe das Mantram in Gedanken ablaufen lässt und ein anderer hellschend das schaut, dann kann derjenige, dem das Mantram abgeschaut worden ist, ganz gewiss nichts dafür. Aber die Tatsachen vollziehen sich doch mit eiserner Notwendigkeit.

Ich erwähne diese Sache, damit Sie sehen, wie wenig Willkür in den Dingen liegt und wie in diesen Dingen durchaus dasjenige enthalten ist, was unmittelbar abgelesen ist aus der geistigen Welt und den Gepflogenheiten der geistigen Welt entspricht. Nichts ist willkürlich in demjenigen, was in einer zu Recht bestehenden esoterischen Schule vorgeht. Und es sollte ausstrahlen aus dieser esoterischen Schule in die übrige anthroposophische Bewegung der Ernst, auf den eben hingewiesen worden ist. Dann allein wird diese Schule auch der anthroposophischen Bewegung dasjenige sein können, was sie ihr sein soll. Aber es wird dazu schon notwendig sein, dass manches, was eigentlich nur aus dem Grunde der Persönlichkeiten entspringt und immer wieder und wieder so frisiert wird, als ob es nur in Hingabe an die anthroposophische Bewegung geschähe, dass manches von dem - ja, ich will gar nicht sagen, dass es nicht geschehen soll, denn selbstverständlich müssen die Menschen in der Gegenwart persönlich sein - - -, aber da ist dann notwendig, dass im Persönlichen auch die Wahrheit lebt; dass jemand also, der etwa, sagen wir, aus persönlicher Lust hier nach Dornach herfährt, sich das auch gesteht und es nicht anders auffasst. Es ist ja nichts Schlimmes, aus persönlicher Lust nach Dornach herzufahren, und es ist ja nebenbei noch gut, wenn man herfährt; aber man soll sich dann die persönliche Lust gestehen und nicht alles umfrisieren in reine Hingabe an das geistige Leben.

Ich erwähne das, ich hätte ebenso gut ein anderes Beispiel wählen können, was realer ist, denn es ist ja tatsächlich so, dass bei den meisten unserer Freunde, wenn sie nach Dornach fahren, sogar Opferwilligkeit, Opfersinn vorliegt und dass gerade darinnen am allerwenigsten - mit dem Dornach-Fahren - wirkliche Unwahrhaftigkeit getrieben wird. Aber ich wählte dieses Beispiel, weil es gerade dadurch, dass es am wenigsten zutrifft, auch das harmloseste ist. Würde ich andere Beispiele erwähnen, so würde dasjenige, was ich heute gern hätte als eine wirklich ruhige Grundstimmung in den Herzen und Seelen aller, die hier sitzen, nicht in dem gehörigen Maße da sein können.

Nach dieser Einleitung möchte ich beginnen mit jenem Spruche, der Anfang und Ende ist desjenigen, was hier als Michael-Verkündigung vor Euch hintritt, der enthält dasjenige, was zu allen Menschen, die einen unbefangenen Sinn haben, alle Dinge der Welt sprechen, wenn man mit der Seele auf sie hinhört. Denn alles, was im mineralischen, pflanzlichen, im tierischen Reiche lebt, was aus den Sternen herunterfunkelt, was in unsere Seele hereinwirkt aus den Reichen der Hierarchien, aus alledem, was an Gewürm auf der Erde kriecht, an Leben sich auf der Erde bewegt, aus alledem, was in Fels und Quell, in Wald und Feld und Berg und Donner und Wolken und Blitz spricht, aus alledem sprach zu dem unbefangenen Menschen in aller Vergangenheit, spricht in aller Gegenwart, wird es sprechen in aller Zukunft:

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig. Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich? Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom? Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrome.

Die letzte Stunde, sie hat geschlossen damit, meine lieben Schwestern und Brüder, dass nach den letzten Ermahnungen, die der Hüter der Schwelle gibt, bevor man hinübertritt über den gähnenden Abgrund des Seins, dass der Hüter der Schwelle dann die inhaltschweren, menschenbewegenden Worte gesprochen hat:

Tritt ein
Das Tor ist geöffnet
Du wirst
Ein wahrer Mensch werden.

Wichtiges, Gewichtiges, Bedeutsames ist an unsere Seelen, ist an unsere Herzen herangetreten durch alles dasjenige, was in Michaels Auftrag der Hüter der Schwelle gesprochen hat. Und alles, was er gesprochen hat, war dazu da, uns vorzubereiten auf diejenige Stimmung, die wir haben müssen, wenn wir hinüberkommen, nachdem das Tor geöffnet ist, über den gähnenden Abgrund des Seins, wo man nicht hinkommt mit demjenigen, was die Erdenfüße geben, wo man nur hinkommt mit demjenigen, was man erfliegt mit der Seele, wenn der Seele aus geistiger Gesinnung, aus geistiger Liebe, aus geistigem Fühlen Flügel wachsen.

Und jetzt, jetzt, meine lieben Schwestern und Brüder, wird dasjenige beschrieben, was der Mensch erlebt, wenn er drüben steht jenseits des gähnenden Abgrundes des Seins. Der Hüter der Schwelle bedeutet ihm: Kehre dich um und schau zurück! Du hast bis jetzt hingeschaut auf dasjenige, was dir erschienen ist als schwarze, nachtbedeckte Finsternis, von der du ahnen musstest, dass sie innerlich hell wird und den Quell deines eigenen Selbstes beleuchten wird. Ich habe es bei den letzten Ermahnungen - so spricht der Hüter der Schwelle - aufhellen lassen, zuerst ganz leise: Du fühlst das erste werdende Licht um dich. Aber drehe dich um, schaue zurück!

Und indem derjenige, der den gähnenden Abgrund des Seins überschritten hat, nun sich umdreht und zurückschaut, erblickt er seinen Erdenmenschen, dasjenige, was er während der physischen Inkarnation ist, drüben an demjenigen Teil des Seins, den er verlassen hat, der jetzt drüben liegt im Erdenbezirk. Er erblickt seinen eigenen Erdenmenschen drüben. Er hat sich einverleibt dem geistigen Sein mit seinem Geistig-Seelischen. Dasjenige, was die Erdenumhüllung, die Erdengestaltung ist, sie steht jetzt drüben. Sie steht drüben in demjenigen Gebiete, in dem wir mit all unserem Menschenwesen zuerst waren, wo wir gesehen haben alles dasjenige, was unten kriecht und oben fliegt, wo wir gesehen haben die funkelnden Sterne, die wärmespendende Sonne, wo wir gesehen haben, was in Wind und Wetter lebt, und wo wir gestanden haben, wissend, dass in all dem, trotz all des Majestätischen, was in der Sonne erblitzt und erhellt, trotz alldem Schönen und Großen, was da drinnen ist im Felde des Sinnendaseins, wo wir gestanden haben und uns sagten: Unseres eigenen Menschenwesens Wesen ist nicht darinnen; das musst du suchen jenseits des gähnenden Abgrundes des Seins, in dem, was dir von der anderen, von der Sinnenseite aus zunächst erscheint als schwarze, nachtbedeckte Finsternis.

Der Hüter der Schwelle hat uns in den drei Tieren gezeigt, was wir eigentlich sind. Jetzt wird beschrieben, wie wir im Finstern, das hell wird, das beginnt hell zu werden, anfangen sollen damit, dass wir zurückblicken auf dasjenige, was wir als Mensch sind in der Sinnenwelt zusammen mit demjenigen, was unsere einzige Welt vorher war im sinnlichen Erdendasein.

Und jetzt weist in ganz bestimmter Weise dieser Hüter der Schwelle hin auf den, der da drüben steht, auf den Erdenmenschen, der wir für das Erdendasein selber sind und zu dem wir immer wieder kommen müssen, in den wir immer wieder dringen müssen, wenn wir aus der geistigen Welt herausschreiten, zu der für uns pflichtgemäßen Erdenarbeit, zu dem Erdensein zurückkehren. Denn wir dürfen nicht Träumer und Schwärmer werden, wir müssen in allem wiederum zum Erdensein zurückkommen. Und deshalb weist der Hüter der Schwelle uns an, zu sehen den Menschen, der da drüben steht, der wir selber sind, so, dass er zunächst aufmerksam macht auf dasjenige, was dieser Mensch ist. [Es wird gezeichnet: Umriss der Menschengestalt; siehe Seite 854.[ Er ist sich bewusst, dass er durch die Sinne [in den Kopf wird das Auge hineingezeichner], die in ihrem Hauptteil im Kopfe lokalisiert sind, die äußere Welt wahrnimmt und dass er sein Denken durch die Kraft des Kopfes wahrnimmt.

Aber der Hüter der Schwelle bemerkt jetzt: Siehe in diesen Kopf hinein. Da ist es, wie wenn du in eine finstere Zelle hineinsiehest, denn du siehst das darinnen schaffende Licht nicht. Aber die Wahrheit ist diese, dass dasjenige, was du als dein Denken trugest als solcher Mensch drüben in der Sinneswelt, dass das ein bloßer Schein ist, bloße Bilder, nicht viel mehr als Spiegelbilder.

Der Hüter der Schwelle mahnt uns daran, dass wir uns dessen recht bewusst sein sollen, aber auch bewusst sein sollen, dass dasjenige, was da nur als Schein lebt im Erdendenken, der Leichnam ist - wie wir gehört haben in früheren Stunden - von einem lebendigen Denken, in dem wir lebten in der geistig-seelischen Welt, bevor wir zu diesem Erdendasein heruntergestiegen sind. Da lebte das Denken. Jetzt ruht das Denken als totes Denken, als Scheinesdenken in dem Sarg unseres Leibes. Und alles Denken, was wir in der Sinneswelt anwenden, ist totes Denken. Es lebte, bevor wir heruntergestiegen waren.

Und was schuf dieses Denken? Es schuf erst alles das, was innerhalb des Hauptes, innerhalb des Kopfes, in dieser finsteren Zelle — so schaut sie aus für das Sinnesanschauen - lichtschaffendes Wesen ist. Das Gehirn, das da drinnen sitzt als Stütze des Denkens, es ist herausgeschaffen aus dem lebendigen Denken. [Es wird gezeichnet: das Innere des Kopfes, gelb.] Und das lebendige Denken ist es, das erst unsere Stütze für das Scheinesdenken der Erde schafft.

Seht hin auf des Gehirnes Windungen, seht hin auf alles dasjenige, was Ihr in der finsteren Kopfeszelle drinnen trägt, was Euch befähigt zum Erdendenken, meine Schwestern und Brüder, seht hinter das Denken, das nur der Schein ist, in die Kopfeszelle hinein, dann werdet Ihr finden, wie in dasjenige, was da oben als Denken gefühlt wird [Zeichnung: rote Pfeile], hinaufströmt die Kraft des Wollens, hineinergießt sich in das Denken die Kraft des Wollens, sodass jeder Gedanke willensdurchstrahlt ist. Gespürt werden kann, wie in das Denken der Wille einströmt.

Und so schauen wir auch zurück von jenseits der Schwelle, wie da der andere Mensch, der wir selber sind, einströmend hat aus seinem Leib in den Kopf die Willenswellen, die Wollen schaffen und die zuletzt, wenn wir sie verfolgen in der Zeitenwende zurück, bis zu unseren vorigen Erdeninkarnationen führen, herüberschaffen aus vergangenen Welten in die gegenwärtige Inkarnation herein die Denkwellen und bilden unser Haupt, das erst das Scheinesdenken hier in dieser Inkarnation absolviert. Daher sollen wir stark sein, sagt uns der Hüter der Schwelle, und das tote Denken hinausgeworfen denken in das Weltennichts; denn es ist Schein. Und das Wollen, das da ersteht, das sollen wir betrachten als dasjenige, was aus früheren Erdeninkarnationen herüberwellt und -webt und -wirkt und uns zum Denker erst macht. Da drinnen [siehe Zeichnung: gelb] sind die schaffenden Weltgedanken. Diese schaffenden Weltgedanken bewirken erst, dass wir Menschheitsgedanken haben können.

Deshalb heißt das erste Wort, das der Hüter der Schwelle, nachdem er uns übertreten lassen hat die Schwelle, nachdem er uns angekünder hat, dass das Tor geöffnet ist, dass wir ein wahrer Mensch werden können, daher ist das erste Wort, das er da spricht:

Sieh hinter des Denkens Sinneslicht,
Wie in der finstern Geisteszelle
Wollen sich hebt aus Leibestiefen;
Lasse fließen durch deiner Seele Stärke
Totes Denken in das Weltennichts;
Und das Wollen, es erstehet
Als Weltgedankenschaffen.

Das erste Wort ist, das wir drüben hören, indem wir hinblicken auf die Gestalt, die wir selber sind, die herüben nun steht für unseren Seelenanblick, den wir von drüben herüberschicken:

[Es wird nun die erste Strophe zugleich mit den entsprechenden Unterstreichungen an die Tafel geschrieben; siehe Seite 855:]

Der Hüter wird in der sich hellenden Finsternis gehört also: Sieh hinter des Denkens Sinneslicht,
Wie in der finstern Geisteszelle
Wollen sich hebt aus Leibestiefen;
Lasse fließen durch deiner Seele Stärke
Totes Denken in das Weltennichts;
Und das Wollen, es erstehet
Als Weltgedankenschaffen.

Und dann fügt der Hüter der Schwelle hinzu, und man muss sich anstrengen, um es zu hören: Nun stelle dir dich vor so, dass du hinschaust auf denjenigen, der du selber bist, der da drüben steht; wende dich wieder, und sieh’ in die Finsternis hinein, und versuche mit aller inneren imaginativen Erinnerungskraft - wie wenn man ein Nachbild, ein physisches, im Auge behält -, versuche mit aller Kraft, etwas wie eine graue Umrissgestalt desjenigen, den du da drüben gesehen hast, vor dich hinzuzeichnen; aber vermeide es, irgendwie etwas anderes vor dich hinzuzeichnen denn eine graue Umrissgestalt. [Es wird gezeichnet.]

Und es erscheint, wenn es gelingt, diese graue Umrissgestalt zu schauen, es erscheint hinter dieser grauen Umrissgestalt das Mondenbild [es wird gezeichnet: Mondessichel, gelb], die graue Umrissgestalt davor.

Wenn man nun in der Lage ist, Ruhe zu halten, sieht man eben in der Ferne den Mond. Die graue Umrissgestalt wird etwas, was zugleich dort ist, aber sich in einem regt. Und übt man so immer weiter und weiter: Man wird herankommen fühlen nunmehr an die Geistgestalt des Kopfes, die man drüben hat, nicht an die physische Menschengestalt, sondern an die Geistgestalt des Kopfes, die man drüben hat, wird man herankommen fühlen dasjenige, was einem das Karma bringt aus vorigen Erdeninkarnationen. [Gelber Pfeil rechts von der Mondessichel.]

Daher sollt Ihr im Meditieren das Bild, das ich hier gelb gezeichnet habe, die Mondessichel mit diesem Pfeil, hinzumeditieren; ablaufen lassen das Mantram, dann dieses Bild als das Merkbild für das hinstellen, was da werden kann zu einem allmählichen Bekanntwerden mit dem, was herüberkraftet aus vorigem Erdendasein.

Und als Zweites weist hin mit noch kräftigerer Gebärde der Hüter der Schwelle auf dasjenige, was als Fühlen lebt in dem Menschen da drüben, der wir selber sind; und er ermahnt uns, dass wir dieses Fühlen so recht sehen wie ein Träumedämmern. Und es wird in der Tat so: Wir sehen das Fühlen, das zwar diesen Menschen da drüben viel realer macht als das Denken - denn das Denken ist Schein, das Fühlen ist halb Realität -, aber wir sehen das Fühlen des Tagesmenschen in lauter Traumbildern sich entfalten, und wir lernen erkennen aus der Anschauung, dass Fühlen vor dem Geiste und im Geiste Träumen ist.

Aber was für ein Träumen ist das Fühlen? In diesem Fühlen des Menschen träumt nicht allein der individuelle Mensch, darinnen träumt das ganze umliegende Weltendasein. Unser Denken haben wir allein; dafür ist es auch Schein. Unser Fühlen ist etwas, in dem schon die Welt lebt; Weltendasein ist darinnen.

Nun müssen wir sehen, möglichste Herzensruhe zu bekommen. So ermahnt der Hüter. Wenn wir möglichste Herzensruhe bekommen, sodass wir auslöschen können dasjenige, was da in Traumbildern als Fühlen webt und lebt, wie sich das Träumen auslöscht in tiefem Schlafe, dann kommen wir an die Wahrheit des Fühlens heran, und wir können das Menschenfühlen verwoben sehen mit dem Weltenleben, das ringsherum im Geiste vorhanden ist. Und dann erscheint uns der wirkliche geistige Mensch, der im Leibe lebt und webt, zunächst in seiner halben Existenz. Aus dem schlafenden Fühlen heraus erscheint uns der Mensch. Wir fühlen uns drüben jenseits der Schwelle, jenseits des gähnenden Abgrundes des Seins in unserer Menschenwesenheit dadurch, dass das Fühlen eingeschlafen ist und ringsherum erschienen ist die weltenschöpferische Macht, die im Fühlen lebt. Deshalb mahnt uns der Hüter:

Sieh in des Fühlens Seelenweben,
Wie in dem Träumedämmern
Leben aus Weltenfernen strömet;
Lass in Schlaf durch die Herzensruhe
Menschenfühlen still verwehen;
Und das Weltenleben geistert
Als Menschenwesensmacht.

[Diese zweite Strophe wird nun an die Tafel geschrieben und mit der ersten verglichen]

Sieh in

— hier [in der ersten Strophe] hat es geheißen «hinter», hier [in der zweiten Strophe] «in» [«in» wird unterstrichen]; alle Worte sind bedeutsam in mantrischen Sprüchen —

des Fühlens Seelenweben,

— hier war es «Denken», hier «Fühlen»; hier «Sinneslicht», hier «Seelenweben»; viel realer ist «Weben» als bloß des Lichtes Schein [in der zweiten Strophe wird «Fühlens» unterstrichen]

Wie in dem Träumedämmern
Leben aus Weltenfernen strömet;

— hier hat es geheißen: Wollen aus dem Leibe kommt; hier: Leben aus Weltenfernen strömet - [in der zweiten Strophe wird «Leben» unterstrichen]

Lass in Schlaf durch die Herzensruhe
Menschenfühlen still verwehen;

es steigert sich: Hier [in der ersten Strophe] handelt es sich darum, flie Ren zu lassen durch der Seele Stärke; hier [in der zweiten Strophe] muss

man verwehen lassen Menschenfühlen - [«verwehen» wird unterstrichen]

Und das Weltenleben geistert

— da [in der ersten Strophe] war es das Wollen, das noch im Menschen

ist; hier ist es kosmisch - [in der zweiten Strophe wird «Weltenleben» unter strichen]

Als Menschenwesensmacht.

— Die Steigerung gegenüber dem Weltgedankenschaffen. [In der zwei ten Strophe wird «Menschenwesensmacht» unterstrichen. ]

Der Hüter der Schwelle, er verweist uns darauf, dass wir zurückschauen sollen noch einmal auf die Gestalt, die drüben steht, die wir selber sind im Erdendasein, und wiederum das graue Bild aufnehmen sollen, aber dieses graue Bild jetzt, nachdem wir wieder uns weggewender haben, so behalten sollen, dass wir im Seelenleben es im Kreise drehen, dass es bleibt, wenn wir es im Kreise drehen. Und wir werden finden, dass, wenn wir das Bild im Kreise drehen, die Sonne erscheint, in ihrem Erscheinen hinter dem Bilde das Bild mit dreht [es wird gezeichnet, rot]. Und wir werden darinnen gewahr, wie in dem Augenblicke, da wir hereingezogen sind aus geistigen Welten in das physische Erdendasein, unser ätherischer Leib sich aus dem Weltenäther zusammengezogen hat. Daher sollen wir dieses Bild - so wie das hier zu dem ersten Spruche [die Zeichnung der grauen Umrissgestalt und die erste Strophe werden mit I nummeriert] - zu dem zweiten Spruche hinzufügen [die rote Zeichnung des sich drehenden Bildes und die zweite Strophe werden mit II nummeriert].

Dann verweist uns der Hüter der Schwelle auf unser Wollen, das in unseren Gliedern wirkt. Und er macht uns streng darauf aufmerksam, wie alles dasjenige, was sich auf das Wollen bezieht, von uns im Wachen verschlafen wird. Denn wie der Gedanke hinunter - ich habe das letzte Mal es erklärt und darf es daher heute sagen —, wie der Gedanke hinunterwärmt in unserer Glieder Bewegung, sodass Wollen daraus wird: Das wird erst klar im geistigen Erkennen, im geistigen Anschauen. Das verbirgt sich dem gewöhnlichen Bewusstsein wie das Leben im Schlafe. Jetzt sollen wir hinschauen und von vornherein das Wollen in den Gliedern wie im tiefen Schlafe versunken schauen. Da schläft das Wollen; die Glieder schlafen. Das sollen wir als feste Vorstellung haben. Dann, wenn wir das haben, dann finden wir, wie das Denken, das des Wollens Ursprung ist im Erdenmenschen, herunter sich senkt in die Glieder. Dann wird es Licht im Menschen; das Wollen wird hell, es wacht auf. Können wir es zuerst anschauen in seinem Schlafzustande, finden wir dann, es wacht auf, wenn sich das Denken hinuntersenkt und Licht von unten aufwärtsströmt, was ja nur die Schwerkräfte sind; fühlen Sie in Ihren Beinen, fühlen Sie in Ihren Armen die Schwerkräfte, wenn Sie alles hängen lassen; das ist das, was aufwärtsströmt, sich mit dem abwärtsströmenden Denken verbindet: Wir schauen Menschenwollen sich verwandeln in seine Wirklichkeit und das Denken erscheinen als dasjenige, was auf zauberhafte, magische Art den Willen entflammt im Menschen. Und das ist wirklich magische Wirkung des Denkens, was der Wille ausführt. Da ist Magie, das werden wir jetzt gewahr.

Der Hüter der Schwelle sagt:

Sieh über des Wollens Leibeswirken,

— in der Aura herum —

Wie in schlafende Wirkensfelder
Denken sich senkt aus Haupteskräften;
Lass durch die Seelenschau zu Licht
Menschenwollen sich verwandlen;
Und das Denken, es erscheinet
Als Willenszauberwesen.

[Es wird nun diese dritte Strophe zugleich mit den Unterstreichungen an die Tafel geschrieben;]

Sieh über des Wollens Leibeswirken,
Wie in schlafende Wirkensfelder
Denken sich senkt aus Haupteskräften;
Lass durch die Seelenschau zu Licht
Menschenwollen sich verwandlen;
Und das Denken, es erscheinet
Als Willenszauberwesen.

Dazu stellen wir uns vor, wie der Hüter der Schwelle wiederum winkt, hinzuschauen auf den, der da drüben ist, der wir aber selber sind, ein Bild zu behalten, jetzt uns aber nicht zu wenden, sondern dieses Bild unter der Gestalt, die drüben steht, in den Erdboden hineinsinken zu lassen. Wir schauen hinüber. Da steht der drüben, der wir selber sind. Wir bilden uns das Bild und bilden die starke Kraft aus, hinunterzuschauen, wie wenn da ein See wäre und wir dieses Bild hinunterschauen würden, sodass wir’s als innerhalb der Erde jetzt schauen, aber nicht als Spiegelbild, sondern als aufrechtes Bild.

Wir stellen uns vor: die Erde [es wird der Kreisbogen gezeichnet] zu III, zum dritten Spruch [diese Zeichnung und die dritte Strophe werden mit III nummeriert]; wir stellen uns vor: die Erde, wie ihre Schwerkräfte heraufkommen, wie die Schwerkräfte hineinleuchten in die Glieder, Füße und Arme [Pfeile]. Wir bekommen eine Ahnung davon im späteren Schauen, wie Götter mit Menschen zusammenwirken zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, um das Karma zu bewerkstelligen.

Das ist es, wozu der Hüter uns mahnt, nachdem er zum ersten Mal zu uns hinüberspricht, nachdem wir den gähnenden Abgrund des Seins überschritten haben:

Sieh hinter des Denkens Sinneslicht,
Wie in der finstern Geisteszelle
Wollen sich hebt aus Leibestiefen;
Lasse fließen durch deiner Seele Stärke
Totes Denken in das Weltennichts;
Und das Wollen, es erstehet
Als Weltgedankenschaffen. Sieh in des Fühlens Seelenweben,
Wie in dem Träumedämmern
Leben aus Weltenfernen strömet;
Lass in Schlaf durch die Herzensruhe
Menschenfühlen still verwehen;
Und das Weltenleben geistert
Als Menschenwesensmacht. Sieh über des Wollens Leibeswirken,
Wie in schlafende Wirkensfelder
Denken sich senkt aus Haupteskräften;
Lass durch die Seelenschau zu Licht
Menschenwollen sich verwandlen;
Und das Denken, es erscheinet
Als Willenszauberwesen.

Stets schließt sich der Kreis. Wiederum zurück schauen wir auf den Ausgangspunkt, hörend aus allen Wesen und aus allen Vorgängen der Welt:

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig. Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich? Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom? Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrome.

Bei seiner Verkündigung ist Michael anwesend in dieser seiner zu Recht bestehenden Schule. Bekräftigt wird diese Anwesenheit durch dasjenige, was sein Zeichen ist, das walten soll über allem, was gegeben wird in dieser Schule: [Das Michael-Zeichen wird an die Tafel gezeichnet] und bekräftigt wird es durch sein Siegel, das er aufgedrückt hat dem esoterischen Streben der Rosenkreuzer-Schule, was da lebt symbolisch in dem dreifachen Spruche:

Ex deo naseimur
In Christo morimur
Per spiritum sanctum reviviscimus.

Und indem Michael sein Siegel aufdrückt, wird der erste Satz gesprochen in dieser Geste:

[die untere Siegelgeste wird an die Tafel gezeichnet]

der zweite Satz in dieser Geste:

die mittlere Siegelgeste wird an die Tafel gezeichnet]

der dritte Satz in dieser Geste:

[die obere Siegelgeste wird an die Tafel gezeichnet]

Die erste Geste heißt:

[neben die untere Siegelgeste wird geschrieben] Ich bewundere den Vater

sie lebt stumm, während wir sprechen «Ex deo nascimur».

Die zweite Geste heißt:

[neben die mittlere Siegelgeste wird geschrieben] Ich liebe den Sohn

sie lebt stumm, während wir sprechen «In Christo morimur».

Die dritte Geste heißt:

[neben die obere Siegelgeste wird geschrieben] Ich verbinde mich dem Geiste

sie lebt stumm im Zeichen, das da ist das Siegel Michaels, indem wir sprechen «Per spiritum sanctum reviviscimus».

Und so sei bekräftigt der heutigen Michael-Verkündigung Inhalt durch Zeichen und Siegel Michaels:

[Es wird das Michael-Zeichen gemacht.]

[Es werden die drei Siegelgesten gemacht und dazu gesprochen:]

Ex deo naseimur
In Christo morimur
Per spiritum sanctum reviviscimus.

Zu verkündigen habe ich, dass die Kursusstunde für Theologen morgen einviertel vor elf Uhr sein wird; die Kursusstunde für Sprachgestaltung und dramatische Kunst um zwölf Uhr. Nachmittags um fünf Uhr wird eine Eurythmievorstellung sein, und am Abend um acht Uhr - wenn die Eurythmie zu spät aus ist um viertel oder halb neun Uhr - der Mitgliedervortrag.

German original of Lecture XXVI (Recapitulation of Lesson VII) · ← Previous · Next →