Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie 1923–1925
GA 277d — 24 June 1923, Dornach
Ansprache zur Eurythmie
Rudolf Steiner entwarf ein Bild (genannt «Johanni-Imagination» oder «Die rötliche Gestalt»), das von Henni Geck wohl für das Aufführungsplakat kopiert wurde. Rudolf Steiner geht am Schluss der Ansprache darauf ein: «Ich mache Sie zum Schluss noch auf das Programm aufmerksam, in dem wir ebenfalls versucht haben, künsılerisch-malerisch Johanni-Stimmung zum Ausdruck zu bringen.» Henni Geck datierte das Bild später auf den 30. Juli 1924; diese Datierung ist aber aufgrund der Eurythmie-Ansprache nicht zu halten.


Merkur-Auftakt mit Musik von Leopold van der Pals
7. Bild («Devachan-Szene») aus der «Pforte der Einweihung» von Rudolf Steiner
Noeturne b-moll op. 9,1 von Frédéric Chopin
«Zueignung» von Novalis
«Davidsbündler Tänze» op. 6,11 von Robert Schumann
Johanni-Spruch aus dem Seelenkalender (41.) von Rudolf Steiner
«Davidsbündler Tänze» op. 6,2 von Robert Schumann
«Lebenslied» von Robert Hamerling
«Wanderers Sturmlied» von J. W. v. Goethe mit Musik von Leopold van der Pals
Szenen aus «Midsummer Night’s Dream» von William Shakespeare
Meine sehr verehrten Anwesenden!
Dass mit der Eurythmie versucht wird, nicht in einer beliebigen mimischen oder tanzartigen Kunst zu wirken, das habe ich mir bei solchen einleitenden Worten, die den Versuchen unserer Aufführungen vorangingen, oftmals zu sagen erlaubt. Es handelt sich bei der Eurythmie wirklich darum, dass in ihr der Versuch einer sichtbaren Sprache vorliegt - oder eines sichtbaren Gesanges. Dieselbe Gesetzmäßigkeit, die der Entstehung des Lautlichen und des Tonlichen in Sprache und Gesang zugrunde liegt, dieselbe Gesetzmäßigkeit, die aus dem tiefsten Inneren des Menschen und der Beziehung des Menschen zur Welt herausgeholt ist, liegt zugrunde, wenn man diese Gesetzmäßigkeit nicht wie bei der Lautsprache und dem Gesange überträgt auf den Kehlkopf und die anderen benachbarten Organe, sondern wenn man diese innere Gesetzmäßigkeit auf das Bewegungssystem des Menschen überträgt. Und wenn man berücksichtigt, dass ja im Grunde genommen auch die Lautsprache und der Gesang eine Art Gebärde darstellt, Gebärde desjenigen, was in der Formung, in der Gestaltung des ausströmenden Luftstromes liegt, wenn man dies bedenkt, so wird man eben nicht sehr weit sein von dem Verständnisse, dass, wie in der Sprache zum Beispiel vorliegt eine Art Gebärde der im Menschen bewegten strömenden Luft, so kann auch zum Ausdrucke, zur Offenbarung kommen durch die menschlichen Bewegungsglieder oder durch die Bewegung des ganzen Menschen ein Sprach- oder Gesangartiges.
Nur muss man sich darüber klar sein, dass man zum Verständnis desjenigen, wie überhaupt Sprache zustande kommt, nicht gelangt, wenn man beim physischen Menschen stehen bleibt, bei der physischen Organisation des Menschen, sondern wenn man darauf Rücksicht nimmt, wie innerhalb dieser physischen Menschenorganisation die höhere übersinnliche vorhanden ist. Und man muss ja zunächst davon sprechen, dass jene Kräfte, welche die in der Lautsprache und im Gesange sich formende Luft eben gestalten, dass jene Kräfte im übersinnlichen, im ätherischen Organismus des Menschen erregt werden.
Das, was da im Innern des Menschen lebt, lässt sich studieren, und man kommt dadurch zu der Einsicht, dass der Sprache und dem Gesange etwas zugrunde liegt, was den Menschen in einer gewissen Weise hinweghebt über sein physisches Erdenleben. Gewiss, zunächst sind ja im menschlichen Umgange und auch in der Mitteilung durch die Wissenschaft die Sprachorgane und dasjenige, was sie hervorbringen, in den Dienst des Erdenlebens gestellt. Aber die Fähigkeit zu sprechen und zu singen, sie sind etwas, was nicht unmittelbar aus der physischen Organisation hervorgeht, sondern im Gegenteil in die physische Organisation des Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, hineinströmt. Das liegt ja auch einem wirklich unbesieglichen Menschenbewusstsein zugrunde. Es ist schon so, dass gewissermaßen der über das Physisch-Sinnliche hinausgehobene Mensch, der Mensch, der seinen physisch-sinnlichen Körper als übersinnliche Wesenheit beherrscht, dass der Mensch lebt in Sprache und Gesang - wenn auch zunächst Sprache und Gesang, wie sie sich ausdrücken in dem irdischen Luftelemente, so auch zunächst in ihrer Offenbarung auf das irdische Element gehen. Daher wird sich auch in Sprache und Gesang künstlerisch dasjenige zum Ausdruck bringen lassen, was entspricht dem menschlichen Sehnen, heraus aus dem Physisch-Sinnlichen in die Geistverhältnisse hinein, wie ein solches Entsprechen ja bei jeder Kunst da ist.
So wie wir nun in der Sprache, wie wir sie als Umgangssprache zum Beispiel haben, wie wir da eine Anpassung eines nicht-irdischen Elementes an das Irdische haben, so haben wir auch in den menschlichen Bewegungen, sogar im menschlichen Gange, im menschlichen Laufen, die Anpassung desjenigen, was als übersinnlicher Mensch hineinströmt in die menschlichen Glieder, in das Irdische. Und wir können sowohl in der geformten Bewegung der Beine und Füße, wie aber namentlich in der ohnedies dem Irdischen entrissenen Bewegung, gestenartigen Bewegung der Arme und Hände, die das Ausdrucksvollste am Menschen in Bezug auf räumliche Offenbarung sind, man kann in denen entreißen die Bewegungen, die in Anpassung an das Irdische entstanden sind, diesem Irdischen. Man kann sozusagen darstellen das, was rein im Innern des Menschen lebt, was sich nicht überwältigen lässt von dem Irdischen - wie es beim Gehen oder Laufen, bei den der alltäglichen Bewegung dienenden Arme der Fall ist -, was sich nicht beherrschen lässt von dem Irdischen, sondern was im strengsten Sinne dasjenige zum Ausdruck bringen will, was im Menschen als dem obersten Erdenwesen lebt.
Wenn man dies berücksichtigt, dann wird man sich sagen, dass ja in die Sprache, insbesondere in die Sprache der zivilisierten Völker, außerordentlich viel eben eingeflossen ist mit Anpassung an das Irdische. Und eigentlich besteht der Fortschritt in der Sprachentwiekelung darinnen, dass die Sprache immer mehr und mehr sich an das Irdische anpasst. Dagegen, wenn wir heute die Bewegungen der menschlichen Gliedmaßen dem irdischen Dienst entreißen, sozusagen diese Bewegungen rein zum Ausdrucke des inneren menschlichen Außerirdischen, Überirdischen machen, so haben wir vielmehr damit die Möglichkeit gegeben, das reine Menschlich-Seelische durch dieses Gebärdenhafte zum Ausdruck zu bringen, als durch die Sprache. Denn die Sprache ist, insbesondere wo sie fortgeschritten ist, so stark eben an das Irdische angepasst, dass man sie nicht leicht wieder zurückbringen kann in das Element des Außerirdischen. Ein solches, meine schr verehrten Anwesenden, zeigt sich ganz besonders, wenn man durch die Eurythmie - diese sichtbare Sprache und diesen sichtbaren Gesang — so etwas verkörpern will, wenn ich so sagen darf, wie eine besondere festliche Jahresstimmung. Wir wollen heute einmal das Experiment machen, die Johanni-Stuimmung eurythmisch zu offenbaren. Wir sind ja als moderne Menschen eigentlich ganz und gar hinausgekommen über die Bedeutung desjenigen Lebens des Menschen, das ein Leben mit dem Jahresgange ist. Mit dem Tagesgange leben wir ja wirklich recht stark mit. Wir essen zum Frühstück, essen zu Mittag, essen zu Abend, manchmal auch noch zu anderen Sonnenständen, und wir haben als Menschen das Bewusstsein, dass die Sonne in ihrem Stande zur Erde etwas für diesen täglichen Entwicklungslauf des Menschen bedeute. Wir sind nicht recht zufrieden, wenn wir den täglichen Gang des sozusagen kosmischen Zeitlebens nicht mitmachen können.
In älteren Zeiten - wenn das auch dem modernen Menschen recht unwahrscheinlich, ja vielleicht paradox klingt - galt das Miterleben des Jahreslaufes durchaus noch als etwas ganz Ähnliches wie das Miterleben des Tageslaufes. Man war sich bewusst: Das Miterleben des Tageslaufes braucht man für seinen physischen Leib; man muss eben zu den Tageszeiten essen. Aber man war sich bewusst — das berücksichtigen nur die Kulturgeschichten viel zu wenig —, dass der Mensch auch nicht nur so etwas Abstraktes hat, was man ja auch heute noch Seele nennt, obwohl man sich nichts Rechtes mehr darunter vorstellt - wenn auch die Leute nicht so weit gehen wie der Fritz Mauthner, der das Wort «Seele» ganz abschaffen wollte, und dafür das Wort «Geseel» einführen wollte. Er kann sich nichts mehr vorstellen unter «Seele», das sind so unbestimmte Regungen. So wie man spricht, wenn man unbestimmt eine Art von Personen, die zusammengcehören, ausdrücken will, von «Geschwistern», so kann man auch sprechen, wenn man keine reale Seele im Hintergrunde denkt, wenn man so Gedanken und Gefühle und Willensimpulse durcheinanderströmen hat, von «Geseel». Ich hoffe ja, dass die Leute in der Zukunft nicht sprechen werden von der «Empfindsamkeit meines Geseels», statt der «Empfindsamkeit meiner Seele» und dergleichen. Aber Anstrengungen dazu werden ja auch von ganz gescheiten Leuten heute durchaus gemacht.
Man war sich bewusst in älteren Zeiten - wenn das auch paradox klingt, denn wir wissen ja alle, dass der Mensch der Gegenwart um so viel gescheiter geworden ist, als er in älteren Zeiten war -, man war sich bewusst, dass der Mensch eben auch Bedürfnisse der Seele hat. Und nun glaubte man, es wäre notwendig, diese Bedürfnisse der Seele geradeso nach dem Zeitengange zu regeln, wie man die Bedürfnisse des Körpers nach dem Tageszeitengange regelte. Und so entstanden aus einem solchen lebendigen Bewusstsein des Menschen heraus die Jahresfeste: Weihnachten - Winterwendefest, Ostern — Frühlingswendefest, und vor allen Dingen das Soemmersonnenwendefest, das Johannifest. Wiederum das Michaelifest im Herbst. Denn was da veranstaltet wurde in älteren Zeiten an umfassenden Kulthandlungen, später noch an allerlei Handlungen, die daran erinnerten, das drang in das Bewusstsein des Menschen ein, in das Fühlen, in das Empfinden ein. Und man hielt so etwas für dieses innere Gesättigtwerden des Seelischen für ebenso notwendig, wie man das Gesättigtwerden durch den Stoff für den Leib für notwendig hielt.
Man hatte Hunger, wenn die Hochsommerzeit zu Johanni herankam, man hatte Hunger, die Tage wenigstens in solchen Festen zu leben, welche den Menschen aus seiner Erdgebundenheit herausbrachten, welche den Menschen in allerlei kultartige Bewegungsspiele, könnten wir sagen, hineinbrachten, in allerlei Verrichtungen, die dem Menschen das Bewusstsein gaben: Er steht nicht nur gebannt an die Erde, sondern er kann sich erheben und hinausblicken in den freien Weltenraum, in den Äther.
Es war ein solches Hinwegheben bis in die ätherische Sphäre, was zur Johannizeit gefeiert worden ist. Man würde, wenn man das, was da unbewusst gelebt hat, eigentlich nicht in Worten ausgesprochen worden ist, aber unbewusst gelebt hat in den Menschen, so aussprechen können, dass man sagen kann: Der ältere Mensch hat gesagt: Den Körper macht hungrig und sättigt der Tag; die Seele macht hungrig und sättigt das Jahr. Dann ist der Geist mit seiner universellen Art, der nicht solch gewaltige Veränderungen durchmacht wie der Körper und auch nicht wie die Seele. Wir brauchen für unseren Körper eben jeden Tag Nahrung, wir brauchen für unsere Scele eben im Laufe unseres Lebens oftmals Hunger und Nahrung. Und das Jahr gab eben in älteren Zeiten Hunger und Nahrung der Seele. Der Geist war etwas, was sich konstant erhielt durch lange Zeit. Aber man wusste in alten Zeiten, dass in den großen Menschheitsepochen auch Morgendämmerungen, Hochsommerzeiten, Abenddämmerungen des geistigen Lebens vorhanden sind.
Es war wirklich nicht erst der Spenglerismus notwendig, der in dilettantischer Weise dasjenige nur zum Ausdrucke bringt, was man aus früheren tieferen Einsichten heraus - wenn sie auch in der Gegenwart nicht geschätzt werden, sie waren tiefer, als manche gegenwärtigen sind -, es war nicht erst nötig, das, was in dieser Weise heraufgekommen ist, um zu wissen: Der Geist des Menschen erlebt in den historischen Epochen eine Art von Durchgang durch Morgen, Mittag, Abend, Frühling, Sommer, Herbst und so weiter. Der Mensch fühlte sich in den Kosmos mit Körper, Seele und Geist hineingestellt. Und das gibt gerade eine richtige Einsicht in die Jahresfesteszeiten, was man hat als wirkliche Erkenntnis des alten gefühlten, nicht abstrakt definierten, aber gefühlten Seelenlebens.
Wir brauchen heute wiederum viel konkretere Belebungen des menschlichen Seelenlebens, als irgendeine Philosophie oder dergleichen geben kann, wenn wir über den Materialismus hinauskommen wollen. Denn es ist auch eine Art von Materialismus in der Gegenwart, dass wir nur noch den Zusammenhang des Körpers mit dem Kosmos haben. Wir brauchen nicht bloß den Materialismus bei den Naturwissenschaftlern oder bei den Monisten zu suchen, wir können ihn auch bei denjenigen Menschen suchen - und finden ihn da in viel umfassenderem Sinne -, die nur noch den Sonnengang miterleben im Körper, die nur noch etwas darauf geben, die Tageszeiten mit Frühstück, Mittag, five-o’clock tea und Soupée einzuhalten, die nicht mehr lebendig haben, ebenso innerlich intensiv den Jahreslauf mit zu erleben. Dass das Bewusstsein vom innerlich Seelischen verschwunden ist, dass der Materialismus die Bewusstseine ergriffen hat, dafür ist einer der Beweise der, dass unsere Feste eben etwas Konventionelles geworden sind, dass wir nicht mehr in die Stimmungen der Feste hineinkommen.
Daher hat es insbesondere eine Kunst, die aus neuen künstlerischen Quellen heraus streben will wie die Eurythmie, nötig, durch solche wiederum - allerdings nicht wie eine Aufwärmung des Alten, sondern auf etwas Neues hinzuweisen. Aber schließlich, die Natur bleibt konstant. Johanni-Stimmung bleibt Johanni-Stimmung. Und man kann insbesondere dann versuchen, durch die sichtbare Sprache der Eurythmie, die in den Kosmos hinausgeht, in die weiten Äthersphären, man kann insbesondere mit diesen eurythmischen Stimmungen versuchen, die Jahresfeste festzuhalten.
Ich sage immer, wenn ich meine einleitenden Worte unseren Aufführungen vorausschicke, dass wir erst im Anfange stehen. Wir sind selbst unsere strengsten Richter, wissen, dass die Eurythmie weiter sich entwickeln muss, aber sie hat wirklich unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten in sich. So mag auch der heutige Versuch beurteilt werden. So mag auch der heutige Versuch, Johannistimmung in der Aufführung des Programmes, namentlich aber in der ganzen Gestaltung des Bühnenbildes und in alledem, was die eurythmische Vorstellung durchdringt, so mag auch das zunächst noch so sein, dass ich Sie bitten muss, meine sehr verehrten Anwesenden, um Nachsicht. Denn das ist eben ein Anfang, aber einer, der gemacht werden muss. Denn wir müssen als Menschen dazu kommen, wiederum das zu empfinden, was der Mensch davon hat, dass er nicht nur den Tag miterlebt, sondern dass er auch die übrigen periodischen Gestaltungen des kosmischen Daseins miterlebt, miterlebt den Tageslauf im Kosmos mit seinem Leib, miterlebt den Jahreslauf im Kosmos mit seiner Seele, miterlebt den großen Epochenlauf, den historischen, mit seinem Geist.
Es kann sonderbar erscheinen, dass gerade aus einem Künstlerischen auch ein Anlauf genommen wird zu einem solchen Experiment im Menschheitsfortschritt. Allein, immer war ja das Künstlerische etwas, was am intensivsten mitzuwirken hatte, die Menschheit immer epochenweise, Stück für Stück vorwärtszuschieben. So darf schon Eurythmie auch einmal versuchen, etwas dazu beizutragen, dass wir als gegenwärtige Menschheit über den Materialismus herauskommen, aus ihm in eine spirituellere, geistigere Atmosphäre [kommen]. Und dazu darf wirklich gerade die Johanni-Stimmung zielen, jene Johanni-Stimmung, durch die eigentlich immer, wo sie ursprünglich vorhanden war, das Ziel verfolgt wurde, den Menschen aus dem irdischen Leben herauszureißen durch jene Wärme, die ausgegossen worden war aus dem Weltenall herein, von der Sonne auf die Erde, durch jenes Licht, das den höchsten Stand hatte innerhalb der Sommermitte, da, wo der Mensch sich bewusst werden konnte, wie er eingeschlossen ist als Menschenwesen zwischen einem Empfinden eines Hereinströmenden nicht bloß, sondern wie im Wirken eines von unten Heraufkommenden.
Diese Johanni-Stimmung, die immer dazu verwendet worden ist, dem Menschen das Bewusstsein zu geben, dass er ein kosmisches, nicht bloß ein irdisches Wesen ist, kann auch dazu verwendet werden in der heutigen Menschheit, [sich] hinwegzuheben von der Erde. Und das kann am besten durch diejenigen Mittel geschehen, die von vornherein aus einer geistigen Vertiefung unseres gegenwärtigen Zivilisationslebens hervorgehen. Und eines dieser Mittel will Eurythmie sein. Daher gestatten Sie es, meine sehr verehrten Anwesenden, dass wir gerade heute in der Eurythmie versuchen, Johanni-Stimmung zu entwickeln.
Ich mache Sie zum Schluss noch auf das Programm aufmerksam, in dem wir ebenfalls versucht haben, künstlerisch-malerisch Johanni-Stimmung zum Ausdruck zu bringen. Man kann sie sogar weniger beschreiben, kann aber dasjenige, was in ihr lebt, an dem Hinausstreben des Menschen vom Irdischen ins Kosmische hinein, an dem Erstreben aus dem tellurischen, irdischen Menschen hinaus, in den kosmischen Menschen hinein, rege machen. Diese Johanni-Stimmung rege machen, das möchten wir also dadurch erreichen, dass heute alles von Johanni-Stimmung durchzogen ist.
Das ist dasjenige, was ich mit ein paar Worten vorausschicken wollte.