«Komödie»
Drama von Friedrich Elbogen
Aufführung im Neuen Theater, Berlin
Ein paar schlimme Stunden bereitete das Neue Theater durch die Aufführung des öden Machwerkes «Komödie» von Friedrich Elbogen. Ein Major a. D. hat dreißig Jahre lang die Ehehälfte neben sich geduldet, die ihn nach zehnjähriger Gemeinschaft betrogen hatte. Er hat eine Ehekomödie aufgeführt, weil er es nicht zum Skandal kommen lassen wollte, bevor seine Tochter und seine Enkelin verheiratet sind. Die Sprößlinge geschiedener Eheleute heiratet man nicht. Er hat erreicht, was er wollte. Nunmehr kann er sich scheiden lassen. Da gelangt er durch Zufall an den Advokaten, mit dem seine Enkelin seinen Schwiegerenkel betrogen hat. Dieser Rechtsmann soll die Scheidung einleiten. Wozu hat der gute Major dreißig Jahre lang Komödie gespielt. Er wollte der Enkelin eine glückliche Ehe schaffen. Nun hat sie diese selbst zerstört. Daß er dreißig Jahre seinen Gram verbissen hat, ist umsonst. Ich glaube, was der Verfasser des Stückes zu dessen Empfehlung in den Berliner Zeitungen vor der Aufführung hat verkündigen lassen: daß der Vorgang ihm in seiner Rechtsanwaltspraxis begegnet ist. Aber Elbogen ist kein Dramatiker. Und deswegen hat er eine brutale Kulissengeschichte, aber kein Drama, nicht einmal ein anständiges Theaterstück zustande gebracht.