139. Lex Heinze
In der «J. G. Cottaschen Buchhandlung Nachfolger» sind nunmehr die «Drei Reden» in Broschürenform erschienen, die Hermann Sudermann gegen die «Lex Heinze» gehalten hat. Es sind: 1. Rede, gehalten im Saale des Berliner Handwerker-Vereins am 4. März 1900. 2. Rede, gehalten im Festsaale des Berliner Rathauses am 25. März ı900. 3. Rede, gehalten in der ersten Versammlung des Münchener Goethe-Bundes am 8. April 1900.
Es sollen hier einige besonders wichtige Sätze aus der zweiten der obigen Reden angeführt werden. «Und weil wir nicht müde werden dürfen, unsere Positionen zu verteidigen, darum haben wir Sie, meine Herren, hierher an diesen feierlichen Ort geladen ... denn wir wollten... miteinander beraten und unseren Freunden ans Herz legen, was uns bedrückt. Wir wollten noch einmal der ganzen kunstliebenden deutschen Welt zurufen, daß wir die auf uns gemünzten unglücklichen Paragraphen der Lex Heinze als eine unerhörte Belästigung unseres Gewissens empfinden, daß wir dieses Gewissen frei und stolz erhalten wollen, und daß es sich nicht geziemt, uns einen künstlichen Morast voll künstlicher Sünden zu schaffen, in dem die Unbefangenheit unseres Gestaltens rettungslos versinken muß.»
In der Versammlung, in der diese Worte gesprochen wurden, vollzog sich die Gründung des «Goethe-Bundes». Der Reinertrag aus dem Verkauf der Broschüre «Drei Reden, gehalten von Hermann Sudermann», ist für diesen Bund bestimmt.