The Founding of the Christian Community
GA 344 — 8 September 1922, Dornach
Dritter Vortrag
Meine lieben Freunde! Wir wollen uns heute einmal zu der Zusammenfindung, die wir ja doch real vollziehen müssen in den ersten Tagen unseres hiesigen Zusammenseins, dadurch vorbereiten, daß wir — wenn auch heute nur interpretierend und andeutend, weil ja manches dabei eben erklärt werden muß - als eine Art Demonstration die Menschenweihehandlung — so möchte ich das Meßopfer nennen — auf uns wirken lassen.
Es ist ja durchaus so, daß diese Menschenweihehandlung alles dasjenige enthält, was die Seelenhirtenstimmung und den Zusammenhang des Seelenhirten mit der geistigen Welt ergeben soll. In der Menschenweihehandlung lebt ja auch in fortwährender unmittelbarer Gegenwart die christliche Strömung, und es bewegt sich diese Strömung der christlichen Substanz durch diese Menschenweihehandlung hindurch, so daß eigentlich im Mittelpunkt des christlichen Kultus diese Menschenweihehandlung stehen muß. So lassen wir sie also zunächst einmal heute als solche auf uns wirken. Es wird sich daraus dann manches ergeben, was vielleicht mit ganz wenigen Worten noch eingefügt werden muß als eine Art Kommentar, aber wir werden ja dann in den nächsten Tagen darangehen, eine der Messe ganz adäquate Demonstration vor uns vollbringen zu können. Ich werde also das, was ich hier nicht ausführen kann, andeuten.
Begleitet von seinen Meßdienern kommt der Priester von irgendeiner Seite, wo er sich in entsprechender Weise vorbereitet hat, mit dem Kelch, den er überdeckt trägt, heraus. Der Meßdiener, der Ministrant zur Rechten, trägt das Meßbuch; der Ministrant zur Linken trägt eine Klingel, mit der er durch drei Klingelschläge andeutet, daß die Menschenweihehandlung beginnen wird. Der Kelch wird zunächst auf den Altar gestellt, bedeckt gelassen. Der Priester geht die Stufen des Altars herab, spricht vor dem Altar: Lasset uns die Menschenweihehandlung würdig vollbringen aus der Offenbarung Christi, in der Verehrung Christi, in der Andacht an Christi Tat.
Der Vatergott sei in uns
Der Sohnesgott schaffe in uns
Der Geistgott erleuchte uns.
Sich umwendend:
Christus in euch.
Der Ministrant spricht:
Und Deinen Geist erfülle Er.
Der Priester:
Der Vatergott sei in uns
Der Sohnesgott schaffe in uns
Der Geistgott erleuchte uns.
Im Bewußtsein unserer Menschheit erfühlen wir den göttlichen Vater. Er ist in allem, was wir sind. Unsere Substanz ist seine Substanz. Unser Sein ist sein Sein. Er geht in uns durch alles Dasein.
Im Erleben des Christus in unserer Menschheit erfühlen wir den göttlichen Sohn. Er waltet als das Geist-Wort durch die Welt. Er schafft in allem, was wir schaffen. Unser Wesen ist sein Schaffen. Unser Leben ist sein schaffendes Leben. Er schafft durch uns in allem seelischen Schaffen.
Im Ergreifen des Geistes durch unsere Menschheit erfühlen wir den heilenden Gott. Er leuchte als das Geist-Licht durch die Welt. Er leuchte in allem, was wir schauen. Unser Schauen sei durchtränkt von seinem Geist-Lichte. Unser Erkennen nehme er wohlgefällig in sein geistleuchtendes Leben auf. Er durchgeistige alles Walten unserer Menschenseele. [Rudolf Steiner liest nun den Text der Evangeliumhandlung vor (vgl. GA 343, Seite 414 f.) und den Anfang des Johannes-Evangeliums:]
Im Urbeginne war das Wort; und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.
Dieses war im Urbeginne bei Gott.
Alles ist durch dasselbe geworden; und außer durch dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.
In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.
Es ward ein Mensch, gesandt von Gott, mit seinem Namen Johannes.
Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er das Zeugnis ablege von dem Licht, auf daß durch ihn alle glauben sollten.
Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes. Denn das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
Es war in der Welt, und die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.
In die einzelnen Menschen kam es (bis zu den Ich-Menschen kam es) aber die einzelnen Menschen (die Ich-Menschen) nahmen es nicht auf.
Die es aber aufnahmen, die konnten sich durch es als Gottes Kinder offenbaren.
Die seinem Namen vertrauten, sind nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, und nicht aus menschlichem Willen, sondern aus Gott geworden.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Lehre gehört; die Lehre von dem einzigen Sohn des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.
Johannes legt Zeugnis für ihn ab und verkündet deutlich: Dieser war es, von dem ich sagte: Nach mir wird derjenige kommen, der vor mir gewesen ist. Denn er ist mein Vorgänger. Denn aus dessen Fülle haben wir alle genommen Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben, die Gnade und die Wahrheit aber sind durch Christus entstanden.
Gott hat niemand bisher mit Augen geschaut. Der eingeborene Sohn, der im Innern des Weltenvaters war, er ist der Führer in diesem Schauen geworden.
[ Rudolf Steiner verliest nun das Credo (vgl. GA 343, Seite 510) und anschließend den Text des Offertoriums, der Wandlung und der Kommunion (vgl. GA 343, Seiten 416, 464 und 471) und beendet:)
Am Schluß wird rechts am Altar die Epistel des Anfangs wiederholt. Dann:
Die Menschenweihehandlung, das war sie.
Wir werden diese Handlung, die ich jetzt nur angedeutet habe, in den nächsten Tagen dann noch einmal, so gut wir können, in Vollständigkeit demonstrieren, durchführen. Es scheint mir aber, daß aus dem eben Vorgebrachten der Geist dieser Weihehandlung in Ihre Herzen fließen kann, und daß wir, indem der Geist dieser Weihehandlung in unseren Herzen lebt, in würdiger Weise dasjenige vollbringen können, was wir in den nächsten Tagen werden zu vollbringen haben.
Ich bemerke, daß in einem ursprünglichen Weihedienst an der Stelle nach der Verlesung des Evangeliums, bevor man zum Credo schritt, eine Predigt eingefügt worden ist. Diese Predigt wird von der katholischen Kirche heute vielfach von dem Meßopfer abgesondert und für sich gehalten. Das ist begreiflich, weil ja in der modernen Zeit die Predigt doch einen mehr intellektuellen Charakter angenommen hat, während in den ursprünglichen Weihediensten gerade an der Stelle, wo das als Gottes Wort empfundene christliche Evangeliumwort gelesen wurde, in unmittelbarer Anknüpfung an dieses Wort dasjenige gesprochen werden konnte, was damals Predigt war. Sie war ja etwas, was fortwährend symbolische, bildhafte Einkleidungen gebrauchte, was nicht etwa nur herausgeformt war aus dem subjektiven Willen und der subjektiven Überzeugung des Predigenden, sondern was gefühlt wurde als etwas, das durch das Gotteswort des Evangeliums ausgelöst wurde in den Herzen, und was gewissermaßen als eine den Menschen geschenkte Fortsetzung des Evangeliumwortes an die Gläubigen gegeben werden konnte. Man muß sich eben nur richtig vorstellen, wie diese Menschenweihehandlung ja aus uralten und urältesten Kulten hervorgegangen ist und eben ihren Weg herübergefunden hat zu der entsprechenden Kulthandlung für das Strömen des Christentums durch die Erdenentwickelung. Je weiter wir zurückgehen in der vorchristlichen Zeit der Menschheitsentwickelung, desto mehr finden wir ja, daß schon der Ort, an dem Weihekulte stattfanden, als etwas galt, was sich aussonderte aus der übrigen Welt, was für sich geweiht und geheiligt war. War man also an diesem Ort, so empfand man ihn als etwas wie eine zweite Welt; das klingt bei denjenigen, die eine Ahnung von solchen Dingen haben, selbst in der äußeren Welt noch vielfach durch. Goethe spricht oftmals von der großen und der kleinen Welt. Er meint mit der «kleinen Welt» nicht eine Kirche, aber da er Freimaurer geworden war, so meinte er mit der kleinen Welt die Freimaurerloge, und die große Welt ist ihm das Universum. Denn ihm war es klar, daß dort, wo eine Kulthandlung verrichtet wird, eine Welt ist, und er nennt sie die «kleine Welt», weil sie räumlich klein ist gegenüber der «großen Welt». Schiller meinte ein Tieferes, was damit zusammenhängt, wenn er den Ausspruch tat:
Freunde, ihr sucht das Erhabene,
Doch im Raume wohnt das Erhabene nicht.
Er meinte damit, daß im kleineren Raume, in der «kleinen Welt» das Erhabene gesucht werden sollte, unabhängig von aller äußeren Größe, in der kleineren Welt die größere Welt.
Und so kann man sagen: Da schon der Raum als geheiligt und geweiht galt, so war es so, daß mit dem Abhalten des Weihekultus verbunden war, daß die Zelebrierenden - die aus ihrer Mitte auch den lehrenden Bruder, den Predigenden vor die Gläubigen hinstellten — sich fühlten als Stellvertreter hier auf Erden, durch die die Fortsetzung des im Evangelium gesprochenen Gotteswortes dadurch fließen konnte, daß sie sich der subjektiven Formulierung enthielten und sich einer solchen Formulierung befleißigten, welche in Symbolen, in Bildern sich aussprach.
Für unsere Zeit wird es aber durchaus im Einklange mit der geistigen Welt sein, wenn Sie eine eigentliche Predigt neben der Menschenweihehandlung abhalten und wenn diese Einfügung gemacht wird zwischen der Evangelienlesung und dem Sprechen des Credo, und daß vielleicht etwas mehr in sinnbildliche Formen Gekleidetes, je nach den Jahreszeiten, zu den Herzen, zu den Seelen der Gemeindemitglieder gesprochen wird. Das kann ja dann kurz sein und kann darauf berechnet sein, nicht etwas zu lehren, sondern vor allen Dingen als Fortsetzung des Evangeliumwortes im Symbolum wirkend zu erbauen.
Dann hätten wir als den nächsten, ich möchte sagen vorbereitenden Schritt, daß Sie sich diese Menschenweihehandlung - die ja in einem gewissen Sinne hier von mir zum ersten Male so in Anspruch genommen wird - vorstellen als unmittelbar aus der geistigen Welt empfangen, während alle diejenigen, welche bisher die Weihehandlungen verrichtet haben, ihre Berechtigung dazu in der kontinuierlichen Fortströmung innerhalb der christlichen [Kirche] gesucht haben, so daß die, die diese Weihehandlungen vollzogen haben, sich gesagt haben: Mich hat einer geweiht, der geweiht worden ist von einem, der wieder von einem anderen geweiht worden ist, und so fort durch die Jahrhunderte, bis der letzte geweiht worden ist von einem der Apostel, der selbst dem Christus gefolgt ist. Die apostolische Kontinuität ist ja das, worauf sich als Rechtfertigung für das Meßopfer die Zelebrierenden in den Kirchen berufen, diejenigen also, die das Meßopfer bis jetzt ausgeführt haben. Diese apostolische Kontinuität ist ja allmählich in der katholischen Kirche zu etwas geworden, was einen äußerlichen Charakter angenommen hat. Daher wird es in der heutigen Zeit möglich, daß wir unmittelbar aus der geistigen Welt herunter diese Berechtigung empfangen, daß Sie das Meßopfer zelebrieren. Und daß Sie das können, das eben soll die Bemühung der nächsten Tage sein.
Sie werden an die Stelle des Empfangens des apostolischen Segens in christlicher Tradition gewissermaßen Ersatz schaffen müssen durch die Stimmung, die Verfassung Ihrer Seelen. Sie werden sich am Ausgangspunkt Ihres neuen Priesterwirkens völlig klar werden müssen, daß Ihr Wollen und Ihr Fühlen und damit das von Ihrem Fühlen und Ihrem Wollen abhängige Denken dahin gehen, daß alles das, was Sie vollbringen als Seelenhirten, zu vollbringen ist im Namen des Christus, des Christus, den Sie erkennen in derjenigen Geistigkeit und in denjenigen geistigen Welten, wie sie gerade innerhalb der anthroposophischen Bewegung von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt worden sind. Aber vor allen Dingen werden Sie sich bewußt werden müssen des gegenwärtigen Christus, des Christus, der in unmittelbarer Gegenwart seine Kraft in alles das hineinsendet, was Sie im einzelnen vollbringen und der vor allen Dingen anwesend ist, wirklich anwesend ist in der Menschenweihehandlung. Wenn Sie nicht das Bewußtsein haben würden von der Anwesenheit des Christus in der Menschenweihehandlung und von dem Sinn dieser Menschenweihehandlung, die Gelegenheit dazu herbeizuführen, daß der Christus unmittelbar anwesend ist, so würden Sie ja diese Menschenweihehandlung nicht im richtigen Sinne vollführen.
Nun wird es sich darum handeln, daß ich morgen eine Formel mitbringe, die jeder von Ihnen sprechen wird in dem Sinne, daß er durch das Sprechen dieser Formel das dann so in sein Herz aufnimmt, daß es gewissermaßen eine Art ewigen Sprechens wird, daß er durch das Sichklarmachen dessen, was in der Formel liegt, sich hineingestellt fühlt in spiritueller Art in diese Gemeinschaft, von der Sie sich vorgenommen haben, daß Sie darinnenstehen wollen. Damit wird die erste Vorbereitung zu dem gegeben sein, was für diesen Kreis die Priesterweihe sein soll, zu der ja auch während dieser Zeit geschritten werden muß. Aber es wird nötig sein, daß Sie zuerst durch das innerliche Sprechen einer solchen Formel sich geeint fühlen mit demjenigen Geistigen, das in Ihnen leben muß, wenn Sie in der richtigen Weise in der von Ihnen vorgenommenen Gemeinschaft zusammenleben wollen.
Dann allerdings wird es notwendig sein, daß Sie diese Gemeinschaft so zubereiten, daß sie eine selbstverständliche Autorität hat, so daß bei den Gemeindebildungen nicht etwa durch Wahl der Seelenhirt gestellt wird, sondern daß - auch dann, wenn die Initiative zur Bestellung des Seelenhirten von der Gemeinde ausgeht — diese Gemeinde sich an diese nun gegründete Urgemeinde der Priester wendet, die Sie sein sollen, damit man ihr, der Gemeinde, einen Seelenhirten sende. Nur in dieser Form, daß, auch wenn von der Gemeinde die Initiative ausgeht, der Seelenhirt von der durch Sie gegründeten Priestergemeinde erbeten wird, nur dadurch wird ja der Sinn ganz erfüllt, daß diese Ihre Priestergemeinde das Geistige aus geistigen Welten heruntertrage zu denjenigen, die Mitglieder der Gemeinde sein wollen.
Es wird dann auch notwendig sein, daß wir — nachdem wir durch die eben erwähnte Formel uns gewissermaßen selber gelobt haben, was wir sein wollen — morgen auch eine Art Hierarchie feststellen unter denen, die sich zunächst dieser Gemeinschaft gewidmet haben. Durch das schwerwiegende Ereignis des Austrittes von Dr. Geyer ist ja das erschüttert, was mir, wie ich glaube, im Einklang mit den geistigen Welten als ein Selbstverständliches erschienen war: daß Dr. Geyer, Dr. Rittelmeyer und Lizentiat Bock zunächst diese Dreiheit bilden sollten, die in gewissem Sinne tonangebend sein sollte, weil ja doch die Sache so liegt, daß ein solches Zentrum da sein muß. Ein solches Zentrum kann natürlich heute in unserer Gegenwart nicht mit derselben Jurisdiktion geschaffen werden, mit der in älteren Zeiten in ähnlichen Gemeinschaften eine solche Zentralmacht ausgestattet war. Aber dennoch werden Maßregeln notwendig sein, die den Zusammenhalt dieses Kreises als einen denkbar ernstesten erscheinen lassen, so daß der, der sich einmal entschlossen hat, in demselben zu sein, nicht einfach wiederum austritt, ohne daß das Austreten eben als eine Weltentatsache gefühlt und dann auch entsprechend aufgefaßt wird. Gemeinschaften, die geistige Führerschaften bilden wollen und in die man beliebig eintreten und austreten kann, tragen den Keim des Verderbens in sich. Das ist ein Gesetz der geistigen Welt. Es ist ein Gesetz der geistigen Welt, daß der Entschluß zum Eintritt in eine solche Gemeinschaft innerhalb eines Erdenlebens so stark sein soll, daß einen gleich starken man ein zweites Mal nicht fassen kann. Dies soll die Intensität der Vorstellung bezeichnen, die der Sache zugrundeliegen muß. Daher kann beliebiges Ein- und Austreten nicht zur wirklichen Entwickelung gerade dieser Gemeinschaft gehören. Wenn ich auch durchaus davon überzeugt bin, daß Sie sich alle sehr genau in Ihrer Seele gefragt haben, wie Sie zu dieser Ihrer Gemeinschaft stehen, so möchte ich doch, nachdem wir heute wenigstens den inneren Geist der Menschenweihehandlung auf uns haben wirken lassen, daß Sie sich noch einmal fragen, ob Sie nun wirklich dazugehören wollen und darüber wie in einem Selbstgespräch mit Ihrer Seele bis morgen Klarheit haben.
Dann wird morgen auch von uns die Frage gelöst werden können, wie wir die Zentralgewalt ordnen, da es ja doch nicht gut Zwei sein können. Das ist eine spirituelle Unmöglichkeit. Es ist kein richtiges Zusammenwirken der Willen, wenn es Zwei sind. Es kann Einer sein, wie es ja in der katholischen Kirche durch das Infallibilitätsdogma geworden ist; aber dann reißt sehr häufig der Zusammenhang mit der geistigen Welt ab, wenn sich äußerliche Verfügungsimpulse zu demjenigen gesellen, was Zusammenhang mit der geistigen Welt sein soll. Zwei halten sich zu sehr die Waage und geben keine Resultate, wenn das auch nicht immer ins Bewußtsein tritt. Das ist in einer geistigen Gesetzmäßigkeit begründet. Es müssen also Drei sein. Und in diesem Augenblick sind wir ja allerdings in der Lage, den Dritten aus dem Kreise heraus zu suchen. Aber wie wir das tun werden, wird sich uns vielleicht doch erst morgen ergeben können. Denn es ist die Selbstverständlichkeit ja eine andere gewesen, bevor die Sache so weit war, wie sie jetzt ist; damals hatte sich diese Dreiheit wie etwas Selbstverständliches ergeben. Nun muß der Austritt Dr. Geyers als ein außerordentlich schwerwiegendes Ereignis betrachtet werden, und er zwingt uns dazu, gerade über die Frage der Zentralorientierung uns dann morgen Klarheit zu verschaffen. Ich werde versuchen, Ihnen Vorschläge für diese Angelegenheit mitzubringen, von der ich glaube, daß sie im Einklange mit den geistig führenden Mächten stehe, deren Führung wir uns ja erhalten müssen, wenn das, was Sie als Gemeinschaft begründen, gedeihen soll. Und im Einklange mit diesen geistig führenden Mächten, die eine neue christliche Gemeinschaft wollen, und ihren Segen erflehend, wollen wir alle unsere weiteren Schritte einrichten.