How Spirit Works in Nature
GA 351 — 20 October 1923, Dornach
4. Über die Wesenheit des Wasserstoffs
Ist vielleicht noch etwas auf Ihrer Seele, was gefragt sein wollte?
Fragesteller: Wir haben nur vom Sauerstoff und Stickstoff gehört. Es existiert aber noch der Wasserstoff. Könnte man darüber etwas hören?
Dr. Steiner: Nun, ich habe den Wasserstoff schon etwas erwähnt. Wollen wir also von Ihrer Frage ausgehen. Der Mensch jedes Lebensalters trägt in sich als den Hauptstoff, die Hauptsubstanz, das Eiweiß. Er ging ja hervor aus Eiweiß. Aus Eiweiß ist hauptsächlich die Muttermilch gebildet. Der Mensch trägt in sich das Eiweiß. Dieses Eiweiß hat in sich verarbeitet im wesentlichen fünf Stoffe: Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel. Diese Stoffe habenSie außer den anderen, die sonst noch im Körper vorhanden sind, und das sind ziemlich viele, in sich, und diese Stoffe sind schon im ursprünglichen Eiweiß, aus dem heraus der Mensch sich bildet.
Nun habe ich Ihnen gesagt: Der Kohlenstoff wirkt ja fortwährend in uns; zu Kohlenstoff werden die Speisen, die wir essen. - Wir atmen nun den Sauerstoff ein und auch etwas Stickstoff. Der Kohlenstoff verbindet sich mit Sauerstoff zu der Kohlensäure. Kohlensäure, sagte ich Ihnen, ist in diesen Perlen vorhanden, die im Selterswasser sind, auch in dem natürlichen säurehaltigen Wasser. Diese Kohlensäure ist aber auch in uns, und sie ist dadurch wichtig, daß sie fortwährend durch die Atmung nach dem Kopf kommt. Und hätten wir nicht diese Kohlensäure in dem Kopf, so würden wir nicht helle Köpfe sein-und das sind wir ja alle. Das würden wir nicht sein, wenn wir nicht die Kohlensäure in den Kopf hinein kriegten; nicht in einer so großen Menge wie zum Beispiel im kohlensauren Wasser, aber in einer ganz geringen Menge müssen wir fortwährend unseren Kopf durch die Kohlensäure auffrischen. Nun sagte ich Ihnen aber schon neulich: Wenn wir dumm sind, dann rührt das davon her, daß der Kohlenstoff nicht genug Sauerstoff in unseren Kopf hineinträgt, daß also da nicht genügend Sauerstoff hineinkommt, sondern daß der Kohlenstoff sich mit dem Wasserstoff verbindet. Kohlensäure hat etwas Erfrischendes; aber wenn der Kohlenstoff sich mit dem Wasserstoff verbindet, ja dann, meine Herren, dann ist das so, daß das Sumpfgas entsteht, das Gas, das man namentlich findet in Höhlen, in Kellern und so weiter, wo Dinge verwesen; da bildet sich das Sumpfgas. Das ist kein erfrischendes Gas; das ist ein Gas, das tötet, das lähmt. Und wenn in unserem Körper solch eine Unregelmäßigkeit ist, daß der Kohlenstoff sich mit dem Wasserstoff verbindet, dann entsteht das Sumpfgas, und das geht in den Kopf hinein. Wenn wir also einen solchen «Kellerkopf» kriegen, dann werden wir dumm. So daß es schon sehr wichtig ist, ob wir genügend Kohlensäure oder zuviel Sumpfgas hinaufkriegen, also Wasserstoff; denn etwas Sumpfgas brauchen wir ja immer, sonst würden wir zu gescheit als Menschen, und wenn wir zu gescheit würden, dann würden wir schlechte Verdauung kriegen. Gerade durch solche Mischungsverhältnisse stellt sich das Leben in der richtigen Weise ein. Aber der Wasserstoff, der im Kopf eigentlich unrichtig ist, wenn er zuviel vorhanden ist, der da im Sumpfgas eine recht unangenehme Rolle spielt, dieser Wasserstoff ist überall im Weltenall verbreitet — überall. Man kann ja heute durch die sogenannte Spektralanalyse feststellen, welche Stoffe im Weltenall wirken. Wo immer man ins Weltenall hinaus das Spektroskop hinlenkt, überall bekommt man eine solche Färbung drinnen, daß man daraus schließen kann: da wirkt überall der Wasserstoff. Überall ist der Wasserstoff.
Dieser Wasserstoff nun, der ist wiederum für ganz gewisse Dinge außerordentlich wichtig. Ich sagte Ihnen, er wirkt im Kopfe schädlich, wenn er zuviel vorhanden ist. Also in den Kopf hineingebracht, verhindert der Wasserstoff, daß der Mensch sein Denken entwickelt. Der Mensch kann dadurch denken, daß er nicht zuviel Wasserstoff im Kopfe hat.
Betrachten wir jetzt aber einmal das andere Ende vom Denken. Das andere Ende - was ist denn das? Ja, das andere Ende vom Denken, das ist die Fortpflanzung, die Erzeugung von neuen Lebewesen. Das ist das andere Ende. Sozusagen wie sich der Nordpol zum Südpol verhält, so verhält sich zum Denken die Fortpflanzung.
Nun können wir bei Lebewesen etwas ganz Interessantes betrachten. Bei Lebewesen kommt es vor, daß sie die ganze Art ihrer Fortpflanzung ändern, wenn bei ihnen der Wasserstoff eine andere Rolle spielt als sonst, als im gewöhnlichen. Es gibt gewisse Schlangen; diese Schlangen legen Eier und aus den Eiern schlüpfen wieder neue Schlangen aus. Was geschieht denn da eigentlich, wenn da eine Schlange ein Ei legt und aus dem Ei wiederum eine andere Schlange ausschlüpft? Da muß das Ei irgendwohin gelegt werden - das tut auch die Schlange, der Instinkt des Tieres wirkt da sehr richtig -, wo es die nötige Wärme haben kann. Daß das Ei dazu, daß ein Tier aus ihm ausschlüpfen kann, Wärme braucht, das sehen Sie ja beim Vogelei. Das Vogelei wird gelegt; aber es würde nicht zum Ausschlüpfen eines neuen Vogels kommen, wenn nicht der alte Vogel sich daraufsetzen und es bebrüten würde. Diese Wärme, die aus dem alten Vogel ausströmt, die ist notwendig, damit aus dem Ei ein neuer Vogel auskriecht. Also braucht das Ei nicht bloß das, was es in sich hat, sondern braucht auch die aus dem ganzen Weltenall kommende Wärme. Es genügt eben nicht, daß einfach ein Ei abgelegt wird, sondern es braucht die aus dem ganzen Weltenall kommende Wärme, in dieser Wärme, da ist die Kraft enthalten, die das neue Wesen aus dem Ei heraustreibt. So auch bei den Schlangen. Die Eier werden abgelegt. Durch die Wirkung der Sonnenwärme wird das Lebendige der neuen Schlange herausgeholt aus dem Ei.
Die Geschichte, die ich Ihnen jetzt erzählt habe, die geschieht bei gewissen Schlangen, aber nur, wenn sie ganz regelmäßig leben. Es ist nicht bei allen Schlangen, sondern nur bei einer gewissen Gattung Schlangen der Fall, was ich Ihnen erzähle. Wenn solch eine Schlange eine ganz anständige Schlange ist, dann legt sie ihre Eier, und aus diesen kriechen, wenn sie bebrütet werden, eben neue Schlangen heraus. Was heißt denn das, die Schlange ist eine anständige Schlange? Nun, beim Menschen heißt das ja sehr viel, wenn man sagt, er ist ein anständiger Mensch; aber bei der Schlange ist das etwas weniger. Die Schlange braucht vor allem zu ihrer Anständigkeit recht vieles, was für den Menschen manchmal schon recht schwierig ist: ein neues Kleid, das heißt, eine neue Haut. Also eine Schlange ist wirklich nur eine anständige Schlange, wenn sie jedes Jahr sich häutet, die alte Haut abwirft und eine neue Haut an ihrer Körperoberfläche erwächst. Also die Schlange darf nicht in den alten Lumpen herumgehen wie im letzten Jahr, sondern muß in jedem Jahr eine neue Haut haben. Wir können also unterscheiden zwischen anständigen und unanständigen Schlangen. Solche unanständigen Schlangen sind diejenigen, die in den alten Kleiderlumpen vom vorigen Jahr herumgehen.
Nun werden Sie sagen: Gibt es denn das eigentlich? Das macht die Natur, daß die Schlange ein neues Kleid kriegt? Uns wäre es ja sehr angenehm, wenn die Natur uns auch ein neues Kleid geben würde. - Aber der Mensch ist ein viel wertvolleres Wesen als die Schlange. Daher hat man ihm die Freiheit gelassen, sich ein neues Kleid zu geben. ... (Lücke.) Man kann solche Schlangen einsperren, und wenn man sie nun einsperrt und ihnen das Wasser in der gehörigen Menge entzieht, ihnen nicht genug Feuchtigkeit zukommen läßt, da tritt das Eigentümliche ein, daß die Schlange plötzlich unanständig wird: sie behält ihr altes Kleid! Und so kann man das auf künstliche Weise erzeugen - die Natur tut uns nicht den Gefallen -, daß gewisse Schlangen unanständige Schlangen werden, die die alten Kleider vom vorigen Jahr behalten.
Ja, aber, meine Herren, das ist nicht das einzige, daß die Schlange dann ihr altes, verschossenes Kleid anhat; sondern wenn man solche Schlangen dann dazu bringt, sich zu begatten, wenn man sie zur Fortpflanzung bringt, dann legen sie keine Eier, sondern bringen lebendige kleine Schlangen zur Welt! Also solche Schlangen, denen man die Möglichkeit entzieht, so viel Wasser zu haben, daß sie sich häuten können, die man also zwingt, unanständige Schlangen zu werden, ihre alten verschossenen Kleider zu tragen — das ist die Ursache davon -, diese Schlangen fangen jetzt an, lebende Junge zu gebären, also richtige kleine Schlangen, statt daß sie Eier ablegen.
Sehen Sie, das ist doch eine höchst auffällige Geschichte; denn was ist da eigentlich geschehen? Wir haben der Schlange das Wasser entzogen. Das Wasser enthält vorzugsweise Wasserstoff; es enthält Sauerstoff, aber vorzugsweise Wasserstoff, denn das Wasser besteht aus Sauerstoff und Wasserstoff. Ja, meine Herren, wenn wir der Schlange das Wasser entziehen, entziehen wir ihr für die Fortpflanzung gleichzeitig dadurch, daß wir ihr die Möglichkeit entziehen, sich eine neue Haut zu bilden, die Möglichkeit, drinnen eine Eischale zu bilden. Das Tier kann das Harte nicht mehr bilden, wenn es nicht den Wasserstoff hat. Es kann nicht das Harte in sich bilden, es kann keine Eischale nach innen bilden und nach außen keine Haut. Und die Folge davon ist, daß das Kleine der Schlange ohne Schale auskriechen muß. Die Schlange muß ihre eigene Wärme dazu verwenden, die kleine Schlange zunächst zu pflegen.
Das ist außerordentlich wichtig, daß man das von einem solchen Schlangengetier weiß. Denn jetzt weiß man: So schädlich es am einen Ende beim Lebewesen ist, beim Kopf, wenn man ihm den Sauerstoff entzieht, so schädlich ist es für die Fortpflanzung, wenn man ihr den Wasserstoff entzieht. Und jetzt sehen wir, warum in der ganzen Welt, überall wo wir hinschauen - wir können nach jeder Richtung schauen -, Wasserstoff vorhanden ist. Warum ist in der ganzen Welt Wasserstoff da? Ja, meine Herren, in der ganzen Welt ist Wasserstoff vorhanden aus dem Grunde, weil die Welt sofort vernichtet werden müßte, wenn es keinen Wasserstoff gäbe. In allem, wo Fortpflanzung ist, muß auch der Wasserstoff wirken. Nun wird die Welt fortwährend zerstört. Sie sehen, die Welt geht überall fortwährend ins Tote über. Die Gesteine werden abgerieben, alles wird überall zerstäubt. Die lebenden Wesen verfaulen, alle möglichen Gärungsprozesse, die auch Verfaulungsprozesse sind, entstehen in der Welt. Wir leben ja eigentlich dadurch, daß fortwährend in uns etwas gärt. Und nur dadurch, daß etwas gärt, dadurch kann dann das Höhere entstehen. So ist es ja sogar beim Wein der Fall; wenn der Traubensaft nicht gären würde, also das Verwesende nach außen entsenden würde, könnte sich nicht aus dem Traubensaft der Wein erheben, der für viele etwas so Begehrenswertes ist, Belebendes hat. So ist es überhaupt in der ganzen Welt. Dasjenige, was macht, daß sich aus dem Verwesenden dasjenige erhebt, was Leben macht, ja, das ist eben der Wasserstoff.
Aber nun können Sie da eine Einwendung machen. Sie können sagen: Aber du sagst uns jetzt, der Wasserstoff, der ist dasjenige, was belebt. Im Sumpfgas aber ist gerade der Wasserstoff drinnen, und da belebt er nicht, da ertötet er. - Ja, warum? Sehen Sie, meine Herren, wenn sich der Wasserstoff in der Finsternis bildet, und das ist beim Grubengas oder Sumpfgas der Fall, da wirkt er schädlich, wenn er vom Licht abgesperrt sich entwikkelt, wie ja auch in unseren Gehirnen. Wenn aber der Wasserstoff am Licht sich entwickelt, so wie er in der ganzen Welt im Licht ausgebreitet ist, da ist er das Belebende; da ruft er aus dem Verwesenden, aus dem Gärenden eben das neue Leben hervor. Denn der Wasserstoff, wie er allüberall ist, der ist im Grunde genommen dasselbe, was wir an unseren Streichhölzern haben, wenn wir sie anzünden: Phosphor. Gewiß, in der Chemie ist der Wasserstoff ein ganz anderer Stoff als der Phosphor; aber nur weil die Chemie nicht so weit gehen kann, den Phosphor umzuwandeln in den Wasserstoff! Aber eben, wenn die Chemie weitergehen könnte, als sie heute ist, würde sie den Phosphor in Wasserstoff umwandeln können. So daß wir sagen können: Was ist denn der Wasserstoff, der überall in der Welt ausgebreitet ist?- Der Wasserstoff, der im Umkreis der Welt ausgebreitet ist, das ist der Weltenphosphor. Wo wir hinblicken, überall, überall, da ist Phosphor. Und damit habe ich Ihnen beschrieben, was da überall im Weltenumkreise ist: Phosphor. So daß wir jetzt wirklich etwas ungeheuer Bedeutungsvolles kennengelernt haben: Wir haben den Wasserstoff kennengelernt in seiner großartig bedeutungsvollen Wirkung im Weltenall.
Jetzt wollen wir einmal die Sache von der anderen Seite ansehen. Ich habe Ihnen gesagt: Die Kohlensäure steht am anderen Ende. - Nun, meine Herren, wollen wir uns das einmal ganz genau anschauen, was ich Ihnen gesagt habe. Denken Sie sich, da wäre die Erde (es wird gezeichnet), rings herum wäre überall Wasserstoff, das heißt eigentlich Phosphor. Also überall im Weltenall um die Erde herum haben wir Wasserstoff, das heißt also eigentlich Phosphor - eigentlich überall kleine brennende Feuer. Nun schauen wir uns aber die Erde selber an. Gehen wir vom Weltenall zur Erde. Da finden Sie überall dasjenige, was man Kalk nennt. Aber es ist nicht nur der Kalk vorhanden, sondern es ist auch überall im Boden etwas von einem Stoff vorhanden, den Sie sehr gut kennen. Geradeso wie ich Ihnen jetzt gezeigt habe, daß da überall der Wasserstoff, das heißt der Phosphor, um unsere Erde ausgebreitet ist - denn es ist da überall der Phosphor ausgebreitet -, so ist dasjenige da, was wir uns jetzt einmal ganz gut anschauen können.
Sie wissen ja, wenn Ihre Frauen oder sonst jemand waschen will, da tut man ins Waschwasser dasjenige hinein, was man Soda nennt. Sie kennen das. Sie wissen vielleicht auch, daß man denselben Stoff, die Soda - er schaut eben salzartig aus, ist auch ein Salz -, in der verschiedensten Weise sonst noch verwendet. Wenn Sie zum Beispiel in eine Seifenfabrik gehen, so wissen Sie, daß als wichtigster Rohstoff Soda verwendet wird; zum Beispiel bei der Glasfabrikation, zu der Verarbeitung bei den Glasfenstern ist sie einer der wichtigsten Rohstoffe; wenn man Wäsche hat, so wissen Sie, daß man in das Wasser Soda hineingibt. Ebenso bleicht man die Wäsche, wenn man sie mit Soda behandelt; sie wird heller, sie wird mehr dem Licht verwandt durch die Soda. Nun gibt es noch viele andere Sachen, wo man die Soda verwendet. Sie würden zum Beispiel, wenn Sie in Fabriken kommen, wo man Farben herstellt, überall finden, daß man da Soda braucht. Namentlich zu den blauen Farben braucht man, wenn man sie herstellen will, Soda. Berliner Blau kann nur hergestellt werden dadurch, daß man Soda verwendet. Dann gibt es einen Stoff, den man ja auch dem menschlichen Körper zuführt, und der so, wie er in der Natur gedeiht, dem menschlichen Körper viel schädlicher wäre, wenn man ihn, ohne daß man ihn erst in irgendeiner Weise behandelt, dem menschlichen Körper beibringen würde: das ist der Tabak. Der Tabak muß zuerst gebeizt werden. Da müssen ihm gewisse Dinge genommen werden, die sonst den menschlichen Körper zu stark angreifen würden. Tabak wird wiederum mit Soda gebeizt. Sie sehen also, diese Soda, die Sie kennen als Zusatz zum Waschwasser, hat eigentlich in der Industrie in der ganzen Welt eine große Bedeutung. Sie hat aber auch in der ganzen Weltindustrie, in der sogenannten kosmetischen Industrie, eine große Bedeutung. Die Soda ist eigentlich überall vorhanden, nur in geringen Mengen.
Nun, meine Herren, was ist denn dieses merkwürdige Wesen, die Soda, eigentlich? Da gibt es ein weißes, silberglänzendes Metall, das nennt man das Natrium, und wenn sich dieses Natrium verbindet mit Kohlensäure - jetzt haben wir wieder Kohlensäure, die wir in unserem Kopf haben -, dann entsteht daraus die Soda. Also Natrium und Kohlensäure, die bilden zusammen die Soda. Das Natrium, dieses Metall - es ist ein Eigentümliches: man sagt das Natrium, es ist also sächlich, nicht ein Herr oder eine Dame -, das ist ein merkwürdiges Kind in der Natur; das bewahrt die Kohlensäure auf, trägt sie an sich. Überall, wo Soda ist in der Natur, da wird die Kohlensäure aufbewahrt und ist so salzartig, wie es eben in der Soda ist. Da ist die Kohlensäure drinnen verborgen, aufbewahrt.

Nun habe ich Ihnen da in diesem gelben Umkreis (Zeichnung S. 74) den Weltenphosphor dargestellt im Wasserstoff; die Soda muß ich Ihnen nun als einen weißlichen Umkreis in der Erde selber darstellen. Natürlich ist sie nicht überall, aber sie ist in kleinen Quantitäten fast über die ganze Erde verbreitet, diese Soda. Geradeso wie wir sie verwenden können in der Industrie zu allem möglichen, zum Bleichen der Wäsche, zu der Glasfabrikation und so weiter, so verwendet die Natur diese Soda in einem hochgradigen Maß. Wollen wir aber einmal darauf kommen, was dann die Natur mit dieser Soda anfangen kann. Die Natur ist wirklich noch gescheiter als der Mensch. Der Mensch kommt sich furchtbar gescheit vor, wenn er sagen kann: Ich gewinne die Soda, mache mir daraus Glas, Seife, Farben. Ich beize mir meinen Tabak, ich bleiche, wasche mir meine Wäsche mit der Soda - all das habe ich erfunden, sagt sich der Mensch, ich bin furchtbar gescheit. - Ja, aber die Natur ist noch viel gescheiter! Das ist eben dasjenige, was man sich immer sagen muß: Die Natur ist noch viel, viel gescheiter. Denken Sie einmal nach, was da eigentlich überall ist, wenn wir die Soda verwenden. Fangen wir einmal bei der Seifenfabrikation an. Mit der Seife machen wir uns rein, sonst würden wir fortwährend wie Kohlenbrenner ausschauen. Also die Seife befördert die Reinlichkeit; aber sie befördert sie nur dadurch, daß Soda drinnen ist. Für die Glasfabrikation braucht man Soda. Das Glas ist durchsichtig rein. Damit man das Glas durchsichtig rein kriegt, braucht man die Soda. Weiter: Wir waschen Wäsche mit Soda. Wir waschen sie, wir machen sie rein, daß sie glänzt wie das Licht. Wir verwenden die Soda zum Bleichen. Bleichen heißt hell machen. Überall verwenden wir die Soda, wo irgendwie Licht entstehen soll, Licht wirksam werden soll aus der Dunkelheit heraus. Nun, Sie wissen ja, daß am Licht die Farben entstehen. Das habe ich Ihnen in der verschiedensten Weise gesagt. Die Soda nun brauchen wir in Farbenfabriken. Und es ist kurios, überall, wo die Soda verwendet wird, muß etwas Licht entstehen. Beim Beizen des Tabaks: Der Mensch braucht Licht zum Leben; wenn er bloß den dunklen Tabak bekäme, so hätte er keine Anregung, sondern etwas Zerstörendes. Die Soda ist überall da, wo sie das Natrium, die Kohlensäure aufbewahrt hat und die Kohlensäure losgibt, damit wir irgend etwas von Licht hineinbringen können in die Welt. Das tut die Natur noch in einem viel, viel größeren Maße; sie ist eben viel gescheiter als der Mensch. Der Mensch tapst nur so herum und ist nach und nach darauf gekommen, daß man die Soda in der Welt verwenden kann. Aber die Natur nun ist so, daß sie die Soda in einer höchst merkwürdigen Weise verwendet. Sie hat sie überall da, wo ich Ihnen das Weiße gezeichnet habe. Und da ist es nun so, daß überall, wo die Soda, das heißt kohlensaures Natrium mit dem umliegenden Phosphor der Welt in Berührung kommt, wiederum neues Lebendiges entsteht. Sonst würde alles immer tot werden. So daß aus der Zusammenwirkung von Soda der Erde und Wasserstoff, das heißt Phosphor des Weltenalls, eigentlich alles sich fortwährend neu bildet.
Jetzt haben Sie aber eine großartige Bedeutung vom Wasserstoff. Daß der Wasserstoff überall ist, das ist höchst nützlich im Weltenall; aber es ist nur nützlich, wenn zu gleicher Zeit in der Erde Soda vorhanden ist. Denn durch dieses Zusammenwirken wird der Tod von allem verhindert. Der Wasserstoff, das heißt Phosphor, wirkt immer zusammen mit der Soda, und der Tod wird dadurch verhindert. Es entsteht immerfort neues Leben. Sonst würden wir nur Totenluft atmen können und alle auch sterben. Ja, gibt es denn etwas, was uns das noch mehr beweisen könnte? Wir sagen, alles Leben entsteht eigentlich aus dem Zusammenfinden, aus dem richtigen Zusammenwirken von Wasserstoff, das heißt Phosphor und von Soda, also kohlensaurem Natrium. Da kommt man nun auf etwas ganz Bedeutsames. Sie wissen ja, der Mensch selbst entsteht als physischer Mensch durch das Zusammenkommen des weiblichen Eikeimes, der im wesentlichen aus Eiweiß besteht, und der männlichen Samenflüssigkeit. Wir wollen uns einmal fragen, woraus denn hauptsächlich diese männliche Samenflüssigkeit besteht. Sehen Sie, diese männliche Samenflüssigkeit besteht nun wiederum aus Soda, die drinnen ist, und aus Weltenphosphor, Wasserstoff. Wenn man also in die Welt hinausschaut, dann entsteht alles Leben durch den Wasserstoff und durch die Soda. Wenn man auf die kleine Erzeugung schaut, dann entsteht das neue Leben auf Erden durch das, was im männlichen Samen an Soda und Phosphor drinnen ist. Beide Stoffe können Sie im männlichen Samen drinnen finden. Ein bißchen gewissermaßen von dem, was da in der Welt wirkt, nimmt der Mensch heraus, etwas Soda von der Erde, etwas Phosphor, Wasserstoff, aus dem Weltenall, und bildet daraus den männlichen Samen, der die Zeugung bewirkt. So daß man im Kleinsten, nämlich bei der Zeugung, und im Größten draußen überall sehen kann, was der Wasserstoff auf der einen Seite und die Kohlensäure mit dem Natrium, die Soda, zusammen auf der andern Seite für eine Rolle spielen. Sie sehen, meine Herren, die Natur verwendet die Soda in einer noch viel weisheitsvolleren Weise als der Mensch. Denn wir haben ja gesehen, die Soda muß überall da sein, wo Licht wirkt, wo Licht entsteht, wo Licht gebildet wird. Wenn man den Wasserstoff im Dunklen verwendet, entsteht Sumpfgas; da tötet er. Wenn man aber den Wasserstoff mit Licht behandelt, dann tötet er nicht, dann erzeugt er. Nun, die Natur behandelt den Wasserstoff, den Phosphor, mit Soda. Sie tut also im großen Maße das, was wir beim Bleichen, beim Waschen tun: sie bringt dem Wasserstoff Licht, und es entsteht dadurch das Lebendige. Es ist ja wirklich erstaunlich, wenn man da hinausschaut in die Welt und sieht, wie überall durch den durchleuchteten Wasserstoff die neue Wesenheit entsteht aus der alten, die sonst ersterben würde; und wenn man dann hineinschaut in das kleinste Entstehende, und findet dasselbe -da entsteht eigentlich erst durch eine solche Betrachtung eine wirkliche Wissenschaft!
Nun kommen wir zurück zu unserem Schlangenbeispiel. Wenn wir die Schlangen einfach ihrer Natur überlassen - diese Gattung Schlangen, von der ich gesprochen habe -, ja, dann ist in dem Wasser, das die Schlange aufnimmt, um sich ein neues Hautkleid zu bilden, diese Soda drinnen. Und das Junge bekommt durch das aufgenommene Wasser seine Haut, so wie die alte Schlange ihre Haut bekommen hat, die harte Haut, die janicht allein aus Soda gebildet ist, aber zu der die Sodakraft notwendig ist. Also nicht so sehr die Aufnahme des Wassers ist wichtig, sondern die Aufnahme der überall im Wasser enthaltenen Soda. So daß diese Soda, die die Schlange mit dem Wasser aufnimmt, erst der Schlange ein neues Kleid anzieht. Die Schlange kann gewissermaßen Substanzen nach außen bilden, sie bekommt ein neues Kleid, und außerdem kann sie bei der Fortpflanzung nach innen die härtere Eischale bilden - sie ist nicht ganz hart, sie ist noch etwas weich. ... (Lücke.) Der Mensch kann, wenn er Wein trinkt, unanständig werden. Wenn man der Schlange Wasser entzieht, kann sie unanständig werden. Es ist also verschieden in der Natur. Wenn die Schlange keine Soda bekommt, dann bildet sie keine Eischale, dann muß das Junge entstehen ohne Eischale, muß in der Schlange selbst bebrütet werden, geht als lebendiges Junges heraus. Das ist etwas höchst Merkwürdiges. Nehmen Sie an, eine lebendige Schlange kriecht aus der alten Schlange aus; dann ist in der Schlange das vor sich gegangen, was die Wirkung des Wasserstoffs oder Phosphors auf die Soda ist. Das ist in der Schlange geschehen. Da mußte die Schlange ihre alte Soda verwenden, die sie noch im Leibe hatte; die mußte sie opfern, um das Junge entstehen zu lassen. Daher kann man, wenn man die Geschichte längere Zeit fortsetzt, die Schlangen veranlassen, unanständig zu werden; und wenn sie einmal oder zweimal lebendige Junge geboren haben, dann werden sie unfruchtbar, dann gebären sie nicht mehr, weil sie all die Soda aus ihrem Leibe nehmen müssen. Die erschöpft sich dann, wenn man ihnen nicht im Wasser die darin aufgelöste neue Soda zufließen läßt.
Wie ist es aber, wenn die Schlangen anständig bleiben, ihr altes Kleid ablegen? Nun, da wird das Ei abgelegt, und das, was sonst die kleine lebendige Schlange aus der im Leibe aufgespeicherten alten Soda entnimmt, aus dem Phosphor, dem Wasserstoff, das nimmt sie jetzt aus dem Weltenall. Und Sie können sehen: entsteht in einer solchen Schlange ein lebendiges Tier, so wird innerlich Soda und Wasserstoff, Phosphor, zusammengefügt; entsteht ein Ei, so wird äußerlich aus dem Weltenall Wasserstoff oder Phosphor mit Soda zusammengefügt. Da haben Sie es an diesem Getier fortwährend vor Augen, daß in der großen Welt dasselbe geschieht, was im Inneren des Menschen geschieht bei der Fortpflanzung. Die ganze Welt ist Fortpflanzung. Denn bei dieser Schlange, die, wenn man ihr das Wasser entzieht zum Häuten, dann lebendige Junge gebiert, sehen wir, daß, wenn sie einmal gebiert, sie dasjenige benützt, was im Inneren des Leibes ist - den inneren Wasserstoff, Phosphor und die innere Soda. Und wenn sie Eier legt, benützt sie den äußeren Wasserstoff, Phosphor, und die äußere Soda. Das ist der stärkste Beweis, wenn man so etwas betrachtet, daß die Natur um uns herum nicht etwas Totes ist, sondern etwas geradeso Lebendiges wie wir selbst. Auf solche Beweise muß man eben hinschauen. Man muß nicht bloß gedankenlos anschauen, was da höchst Merkwürdiges entsteht, wenn solch eine Schlange, die sich nicht häuten kann durch den Wasserentzug, also hauptsächlich durch den Sodaentzug, wenn die anfängt plötzlich lebendige Junge zu gebären, man muß nicht bloß gedankenlos auf so etwas hinschauen, sondern es in Zusammenhang bringen mit den Kräften des ganzen Weltenalls. Es ist schon etwas höchst Bedeutendes.
Nun, nicht wahr, der Mensch legt keine Eier, aus denen neue Menschen entstehen, sondern der Mensch muß als lebendiges Junges geboren werden; schon die höheren Tiere müssen als lebendige Junge geboren werden. Worauf beruht denn also eigentlich diese höhere Entwickelung? Sehen Sie, diese höhere Entwickelung beruht darauf, daß das, was draußen in der Welt enthalten ist, in die Wesen, in die höheren Tiere und in den Menschen innerlich hineingeht, daß der Mensch die Kräfte der Welt in sich aufnimmt. Was draußen ist, ist bei den höheren Wesen auch drinnen.
Aber bei dem ganz niederen Getier, wie ist es denn da? Ja, sehen Sie, meine Herren, das ist ja der ewige Streit in der Wissenschaft, wie die allerersten Lebewesen entstanden sind. Da reden die Menschen von Generatio aequivoca; durch Urzeugung, sagt man. Ja, aber dann sagen sich die Gelehrten wiederum: Es müssen einmal erste Lebewesen entstanden sein. Aber wenn die Gelehrten jetzt nachdenken, aus welchen Stoffen diese ersten Lebewesen entstanden sind, dann sind gar keine Stoffe da. Aber das liegt nicht an der Natur, das liegt nur daran, daß diese Gelehrten die Stoffe nicht kennen. Nämlich sie wissen nicht, was der Wasserstoff wirklich ist, den man überall findet: daß das ein Phosphor ist, dasselbe, was im männlichen Samen noch enthalten ist und gerade dem männlichen Samen den eigentümlichen Geruch, der phosphorhaltig ist, gibt. Wenn man den männlichen Samen mit gewissen Pflanzen zusammenbringt, wirkt es gerade so, wie wenn man Soda mit gewissen Pflanzen in Zusammenhang bringt, bleichend und dergleichen. Das alles ist in alten alchimistischen Lehren enthalten, die heute natürlich nicht wieder heraufkommen sollen; denn wir wollen nicht das Alte. Das alles ist untersucht worden. Und heute kann man es durch wirkliche anthroposophische Wissenschaft wieder kennenlernen. Und dasjenige, was beim männlichen Samen Soda, Phosphor oder Wasserstoff voraussetzt, das kann sich in der großen Natur draußen entwickeln. So daß man sich jetzt nicht zu fragen braucht: Wie sind die ersten Lebewesen vorher entstanden? - Als die Erde noch nicht die höheren Lebewesen hatte, da entstanden eben die niederen Lebewesen durch das Zusammenwirken von Phosphor mit Soda der Erde. Und dann haben wir die Urzeugung, die Generatio aequivoca.
Sie sehen also, man braucht die Dinge nur bis zu ihrem Ende zu studieren, dann lösen sich gewisse sogenannte Welträtsel, die sich sonst nicht lösen. Natürlich, wenn einer frägt: Wie kommen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff so zusammen, daß ein lebendes Wesen entsteht? so kann er nicht mit der heutigen Chemie kommen, denn die zeigt ihm nicht, daß, wenn auf der einen Seite Phosphor wirkt, auf der andern Seite Soda, Kohlensäure mit Natrium, dann sich dieses lebendige Lebewesen bildet. Das ist eben das, daß man natürlich nicht auf diese feine Geschichte mit den groben Instrumenten, die unsere Laboratorien haben, eingehen kann. Aber man muß solche Erscheinungen richtig ansehen. Wenn man also eine Schlange hat, die einfach ihre Eier legt und aus dem Ei erst die lebendigen Schlangen hervorgehen, dann wirkt darinnen noch die große Natur, der Phosphor und die Soda aus der großen Natur. Wenn man die Schlange abschließt von der großen Natur, wenn man sie so in eine Umgebung bringt, daß sie zuwenig Wasser hat, um sich zu häuten und um Eischalen zu erzeugen in dem Inneren, dann wirkt sie als kleine Natur, als dasjenige, was sie noch aus der großen Natur herausgenommen hat und als Erbschaft in sich trägt; dann wirkt sie in einer gewissen Beziehung als ein höheres Wesen.
Sehen Sie, darin besteht zum Beispiel die Fortentwickelung des Menschen in der Welt, daß er sich in einer gewissen Weise von der Natur abschließt. Die Menschheit schließt sich ab; vor allem durch die Kultur schließt sie sich ab. Und der Fortschritt würde nicht entstehen, wenn nicht in einer gewissen Weise der Mensch sich abschließen würde. Denn in gewisser Beziehung wird die Schlange ein höheres Wesen, wenn sie durch Wasserentziehen lernt, lebendige Junge hervorzubringen. Die ganze Entwickelung der Menschheit beruht darauf, daß die Menschen sich immer mehr und mehr von der Natur abgeschlossen haben und jetzt nicht bloß lebendige Nachkommen gebären, sondern daß sie auch alle anderen Kräfte im Abschluß von der Natur entwickeln und dadurch alles das aus dem Menschen herauskommt, was früher aus der Natur heraus gekommen ist.
Ja, meine Herren, es kommt nach und nach aus dem Menschen heraus, was früher aus der Natur heraus gekommen ist. Dafür kann ich Ihnen verschiedene Beispiele geben. Ich will Ihnen nur eines erwähnen: Wir schreiben heute auf Papier. Dieses Papier ist noch gar nicht so alt. Sie wissen, daß man früher auf ganz andere Dinge hat schreiben müssen. Und das heutige Papier ist ja im wesentlichen aus den Lumpen von Leinen gemacht. Daher hat man es, wie es aufgekommen ist, in derselben Zeit wie das Schießpulver, Leinenlumpenpapier genannt. Der Mensch ist also verhältnismäßig recht spät dazu gekommen, aus seiner Weisheit heraus die Papiermasse zu erzeugen. Aber in der Natur gibt es etwas, was als Papiermasse seit langer, langer Zeit vorhanden ist: das ist nämlich das, woraus die Wespe ihr Nest macht! Das ist richtige Papiermasse. Man brauchte das Wespennest nur ein klein wenig weiterzubehandeln und zu bleichen, so würde man Papiermasse daraus haben. Die Wespen sind tatsächlich die feinsten Papiererzeuger der Natur. So daß man sagen kann: Vor Jahrtausenden und Jahrtausenden haben die kleinen, winzigen Wespen die Papierfabrikation entdeckt! Da ist die Papierfabrikation draußen in der großen Natur vor sich gegangen. Später hat es der Mensch aus sich heraus getan. Da haben Sie mit der Papierfabrikation ungefähr denselben Vorgang, den Sie bei den Schlangen haben mit lebenden Jungen; schließen Sie die Schlange dadurch ab von der Außenwelt, daß Sie ihr das Wasser entziehen, dann gebiert sie lebende Junge, erscheint auf einer etwas höheren Stufe der Generation. Schließen Sie den Menschen immer mehr und mehr ab, indem Sie seine Kultur erzeugen, dann erzeugt er Papier, das früher die Natur erzeugte, so wie die Schlange lebendige Junge aus sich heraus erzeugt. Aus der Natur heraus erzeugten die Wespen vor Jahrtausenden und Jahrtausenden Papier; aus seinem Inneren heraus erzeugt der Mensch mit seinem Verstand Papier. Ja, der Verstand ist geradeso ins Innere gegangen, wie bei der Schlange die Kraft, lebendige Junge zu erzeugen, ins Innere gegangen ist.
Und so ist es nun auch im menschlichen Samen. Da findet man Soda, wie wir gesagt haben, und diesen Wasserstoff, Phosphor. Wenn wir die Nerven untersuchten, die vom Gehirn ausgehen, dann sind wiederum die wichtigsten Stoffe in diesen Nerven Soda und Phosphor. Nur daß sie anders miteinander verbunden sind, als dieser Same es ist, daß sie gewissermaßen miteinander verhärtet sind. Es ist ja gar nicht wunderbar, daß aus dem Menschen heraus auch so etwas entsteht, was also Gedanken sind. Indem der Mensch aufgenommen hat, was sonst nur im Samen liegt, verarbeitet er im Nervensystem Soda und Phosphor. So, wie draußen in der Welt überall Phosphor und Wasserstoff enthalten ist, [und] Soda, so ist Soda und Phosphor in dieser menschlichen Hirnkugel drinnen. Aber jetzt können Sie auch sehen, warum wir die Kohlensäure im Kopf drinnen brauchen. Die Soda wird nämlich fortwährend umgesetzt. Die Kohlensäure trennt sich vom Natrium, und wir würden zuletzt einen harten Schädel kriegen vom Natrium - das ist ein silberglänzendes Metall -, wenn nicht fortwährend die Kohlensäure hineinprickelte und die Soda in uns erzeugen würde. Also in das Natrium nehmen wir die Kohlensäure auf, damit in unserem Kopf die Soda richtig verteilt ist. Und aus dem, was überall um uns herum ist, nehmen wir durch die Haare, durch die Haut Phosphor auf, Wasserstoff. Man muß nur nicht den Wasserstoff im Sumpfgas zuviel von innen heraufkommen lassen, sondern von außen. Dieser menschliche Kopf ist wirklich eine Art Ei; geradeso wie das Ei, das gelegt ist, also aus der Erde die Soda aufnimmt und aus der Luft den Wasserstoff, so nimmt der menschliche Kopf von unten herauf aus seiner Erde die Soda, und von außen herein kriegt er den Wasserstoff, den Phosphor, wenn er ihn nicht auch von innen kriegen kann. Dann wirken die zusammen und erzeugen im Inneren einen Stoff, der Vermittler der Gedanken sein kann, das heißt, der Gedanken erzeugt.
So bekommt man das heraus, wie der Mensch in den Naturerscheinungen drinnensteht, Nur muß man die Naturerscheinungen am richtigen Ort betrachten. Wenn der Gelehrte seinen Schlangen das Wasser entzieht und nun anglotzt, wie die lebende Junge kriegen, statt Eier zu legen, dann bekommt er gar nichts heraus. Aber wenn er weiß, was er da eigentlich hereingetragen hat in sein Laboratorium, dann kriegt er die Geheimnisse der Welt heraus.
Davon dann am nächsten Mittwoch weiter.