A Spiritual Scientific View of Nature and Man

GA 352 — 16 February 1924, Dornach

Über die Wirkung von Arsen und Alkohol im Körper

Guten Morgen, meine Herren! Haben Sie etwas Besonderes heute da als Wunsch?

Herr Müller: Ja, eine kleine Anfrage. Neulich hat Herr Doktor über Arsenik gespro‚chen und über die dickleibigen Kinder. Vor längeren Jahren sah ich auf der Messe immer so dickleibige Kinder. Es ist mir nachträglich aufgefallen, daß die Kinder, die auf der Messe gezeigt wurden, im Alter von höchstens acht, zwölf oder sechzehn Jahren sind. Die Kinder, die dafür künstlich aufgezogen wurden, kamen manchmal aus Ungarn. Und nachdem Herr Doktor sagte, daß man das Arsenik dort so leicht findet im Gestein, möchte ich die Frage aufwerfen, wie alt derartige Kinder werden können, die so künstlich mit Arsenik aufgezogen wurden, um dick zu werden? Wäre es nicht möglich, gegen der

artige Personen, die Kinder mit Arsenik aufziehen, gerichtlich vorzugehen und zu erreichen, daß das Gesetz verbietet, es zu betreiben? Oder wird das nur als Geschäftsquell ganz im geheimen benützt?

Herr Doktor hat erwähnt, daß Leute, die in einem bestimmten Stadium innehalten konnten mit Arsen, wieder herunterkamen. Mit diesen Kindern war das nicht der Fall; es waren Kinder, die annähernd zwei Zentner gewogen haben, obwohl sie erst etwa sechzehn Jahre gezählt haben. Ob diese nicht doch einer schlimmen Periode entgegengehen?

Sodann sprach Herr Doktor über Alkohol, daß wir auch Alkohol selber im Körper erzeugen, und über die verschiedenen Wirkungen des Alkohols. Der eine ist furchtbar aufgebracht, schlägt Radau und so weiter, und der andere ist ganz ruhig. Dem nächsten schlägt es auf die Augen, so wie es bei mir der Fall ist. Nach ein, zwei, drei Gläsern habe ich am anderen Morgen harte Körner in den Augen, die man kaum mit den Fingern zerdrücken kann, als die Wirkung von Alkohol.

Dann sagte Herr Doktor, daß man gewissermaßen sämtliche Krankheiten an den Augen ablesen könnte. Jetzt gibt es auch verschiedene Personen, die, wenn sie nur den Urin sehen, meinen, daß sie dann sämtliche Krankheiten erkennen wollen. In Basel hat man auch so einen; ob das seine Richtigkeit hat? Ich kann das nicht glauben.

Dann möchte ich noch fragen, ob etwas daran ist, wenn Leute irgendwo eine Medizin kriegen und sie haben einen festen Glauben daran, ob das zur Heilung beiträgt?

Dann komme ich noch auf die vorletzte Ausführung von Herrn Doktor mit dem Süßwasser zu sprechen. Es gibt einen Teich bei Darmstadt, wo von der chemischen Industrie immer heißes Wasser hereinläuft — er dampft sogar —, und in diesem Teich sind Tausende und Tausende von Goldfischen, und alle vollständig dunkelrot. Wie kommt das? Sie sind vollständig dunkelrot.

Dr. Steiner: Also das erste betrifft die verfetteten Kinder. Die Sache ist schon so, wie Sie richtig vermutet haben, daß diese Kinder, die also in allerlei Schaubuden einfach gezeigt werden als be sondere Merkwürdigkeiten, durch Arsenik oder ähnliche Stoffe - nicht wahr, dem Arsenik sind viele Stoffe ähnlich — künstlich fettgemacht werden. Sie sind ja auch, wie man leicht prüfen könnte, dann nicht besonders stark, sondern sie sind eigentlich nur fett, dick.

Nun sehen Sie, das ist aber noch etwas viel Komplizierteres als das, was ich Ihnen in bezug auf den Arsenikgenuß von Erwachsenen neulich sagte. Das, was ich damals gesagt habe, bezieht sich eben auf den Erwachsenen. Der kommt durch den Einfluß des Arsenik in die Zustände, von denen ich damals gesprochen habe. Bei diesen Kindern, an denen ja tatsächlich eine Art Verbrechen begangen wird — das ist ja nicht zu leugnen —, beruht aber die Wirkung des Arsenik oder ähnlicher Stoffe noch auf etwas anderem. Diese Kinder müssen behandelt werden in dieser verbrecherischen Art so ungefähr in dem Lebensalter, das ich Ihnen ja immer als einen wichtigen Lebensabschnitt angegeben habe: in dem Lebensalter zwischen dem Zahnwechsel, also dem siebenten, achten Jahre und der Geschlechtsreife, das ist dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre. Und, nicht wahr, in diesem Lebensalter ist das Kind nicht nur so, daß man es in die Schule schickt, in die gewöhnliche Volksschule, weil es da am besten eben durch die menschliche Entwickelung lernen kann, sondern in diesem Lebensalter findet noch etwas ganz anderes statt.

Erinnern Sie sich, meine Herren, ich habe Ihnen gesagt, der Mensch besteht nicht bloß aus diesem physischen Leib, den man da sieht mit den Augen, den man mit den Händen berühren kann, sondern der Mensch besteht auch aus übersinnlichen, seelisch-geistigen Gliedern. Nun gibt es einen feinen Leib des Menschen, den ich Ihnen genannt habe als den Ätherleib des Menschen. Auf diesen Ätherleib muß man in der menschlichen Entwickelung ebenso hinschauen wie auf den physischen Leib. Wenn ich es Ihnen ganz schematisch aufzeichnen soll, so haben wir also den Menschen (siehe Zeichnung) seinem physischen Leib nach; aber um diesen physischen Leib herum und auch drinnen ist nun dieser feine Leib, der Ätherleib. Und weiter haben wir außer diesem physischen Leib und Ätherleib, von denen man schon den Ätherleib ja nicht sieht mit gewöhnlichen Augen, im Menschen den astralischen Leib, der empfinden kann. Die Pflanze hat noch einen Ätherleib, sie kann wachsen; das kommt vom Ätherleib. Der Mensch und die Tiere haben einen astralischen Leib; sie können empfinden, fühlen. Das kann die Pflanze nicht. Ich habe Ihnen gesagt, daß manche Leute glauben, die Pflanze könne fühlen; sie kann es eben nicht!

Sehen Sie, meine Herren, man muß sich bei jedem Stoff, der auf den Menschen wirkt, fragen: Auf welches von diesen Gliedern wirkt der betreffende Stoff? Das Arsenik nun wirkt ganz besonders auf den astralischen Leib und auf die Atmung ganz besonders stark. Die Atmung ist eben vom astralischen Leib abhängig. Wenn man also einem Menschen Arsenik gibt, entstehen alle diejenigen Folgen, die durch das Arsenik kommen, auf dem Umweg durch den astralischen Leib.

Wenn der Mensch seine ersten Lebensjahre durchmacht, von der Geburt, sagen wir bis zum Zahnwechsel im siebenten, achten Lebensjahre, da entwickelt sich vorzugsweise der physische Menschenleib. Sie können das sehen, wie sich dieser physische Menschenleib entwickelt. Betrachten Sie ein ganz kleines Kind, das kurz vorher erst geboren ist, Sie werden da noch wenig sagen können, ob es nun dem Vater oder der Mutter ähnlich sieht. Da kommen ja, nicht wahr, die Tanten und Onkel, wenn so ein Kind geboren wird. Der eine sagt: Ach, das ist der Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten — besonders die Füße! — der andere kommt und sagt: Das sieht dem Vater aber zum Verwechseln ähnlich! - Es ist eben so: Das kleine Kind ist noch ganz unentschieden entwickelt in bezug auf seinen physischen Leib, und erst später sieht man, wem es ähnlich wird. Betrachten Sie nur einmal ein so ausdrucksvolles Organ beim Kind, wie es zum Beispiel die Nase ist. Die Nase kann beim kleinen Kind ganz anders aussehen, als sie später wird. Bei manchen kommt es natürlich erst später, aber in der Regel ist es so, daß wenn der Zahnwechsel eintritt, die Nase, die sich verhältnismäßig am spätesten zu ihrer rechten Form, ihrer rechten Gestalt entwickelt, dann schon die gehörige Form hat.

Später, nach dem siebenten, achten Jahre, wird eigentlich der physische Leib nur noch größer, in den Muskeln stärker, aber seine eigentliche Form, seine eigentliche Gestalt hat er schon mit dem siebenten Jahre. Also es ist so, daß sich zwischen dem ersten und siebenten Lebensjahr besonders der physische Leib ausdrückt. Und zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, zwischen dem siebenten, achten und dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre, da bildet sich vorzugsweise der Ätherleib aus, in dem die Ernährungs- und Wachstumskräfte stekken. Und der astralische Leib bildet sich erst aus zwischen dem vierzehnten, fünfzehnten und dem zwanzigsten, einundzwanzigsten Jahre. Da erst bildet sich so richtig der astralische Leib aus. Nicht als ob er vorher nicht da wäre — der Mensch hat ihn schon von seiner Geburt an -, aber die eigentliche Ausbildung des astralischen Leibes geschieht erst nach dem vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahre.

Wenn ein Erwachsener, der das vierzehnte, fünfzehnte Jahr überschritten hat, Arsenik kriegt, so hat er seinen astralischen Leib ausgebildet. Das Arsenik wirkt zwar jetzt auch in ihm, aber der Organismus kann sich doch ein bißchen dagegen wehren. Wenn aber ein Kind zwischen dem siebenten und fünfzehnten Jahre Arsenik kriegt, ist der astralische Leib noch nicht ausgebildet, da wirkt das Arsenik mit aller Kraft auf das Kind ein. Da gibt es gar keine Gegenwirkung im menschlichen Organismus. Und die Folge davon ist, daß die Arsenikwirkung, die also vorzugsweise dahingeht, daß im Menschen die Fettmassen sich ansetzen, alles ins Fett geht, verursacht, daß alles ins Kugelige geht, ins Breite geht zwischen dem siebenten und dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre.

Sie müssen bedenken, die Dinge, die ich Ihnen da sage, die haben für das Leben eine ungeheuer große Bedeutung! Nicht wahr, jeder von Ihnen kann sagen: Nun ja, du erzählst uns da, daß das Arsenik, wenn man es dem Kinde zwischen dem siebenten und vierzehnten, fünfzehnten Jahre beibringt, eine große Bedeutung hat, das Kind fett macht, kugelig macht; aber ich kenne Menschen, die auch, ohne daß man ihnen extra Arsenik beibringt, von Kindheit auf schon furchtbar dick wurden! - Ja, meine Herren, Sie müssen nur bedenken, daß die Stoffe, die es in der Natur gibt, überall wenigstens in kleinen Mengen vorhanden sind. Und man kann sagen: Der Mensch kann überhaupt sich nicht nähren, oder das Kind kann sich auch nicht nähren, ohne daß es etwas nimmt, wo Arsenik drinnen ist. Arsenik ist eben in den Nahrungsmitteln auch drinnen.

Nun wissen Sie ja, daß die Kinder verschiedenen Geschmack, verschiedenen Gusto haben; das eine Kind ißt dies gern, das andere jenes. Und nun gibt es eben Kinder, die lieben diejenigen Speisen besonders, die arsenikhaltig sind. Im späteren Lebensalter kommt es auch noch vor, daß man just dick von dem wird, was einem schmeckt. Wenn Sie Zeug essen, das Ihnen nicht schmeckt, so werden Sie spindeldürr. Wenn Sie Zeug essen, das Ihnen gut schmeckt und Sie auch noch Zeit haben, sich dem hinzugeben, so werden Sie dick und fett. Bei Kindern ist es aber ganz besonders der Fall; und ganz besonders ist es der Fall bei Kindern in diesem Wachstumsalter zwischen dem siebenten und dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre. Wenn also Kinder einen solchen Gusto haben auf Speisen, die Arsenik enthalten, so werden sie dick und fett. Aber bei denjenigen Kindern, die ausgestellt werden in Schaubuden, auf Messen und dergleichen — wie der Fragesteller erwähnt hat -, ist das Arsenik künstlich beigebracht, geradeso wie in den Alpenländern, und in Ungarn ist es ebenso der Fall, wo das Arsen in den Gesteinen der Gebirge enthalten ist. Man bringt diesen Kindern also das Arsenik bei, und die Hauptsache ist, daß das Kind gerade in diesem Alter Geschmack am Arsenik kriegt. Es ist abscheulich, aber es ist so: Das Kind fängt allmählich an, nach diesem Arsenik zu begehren, wie wenn es Zucker wäre, nimmt es zu sich, und dadurch geschieht es, daß, bevor noch der astralische Leib richtig ausgebildet ist, das Kind dick und fett wird. Solche Kinder kann man eben dann zeigen, weil sie etwas Abnormes sind und furchtbar schwer werden. Und dann finden die Leute, daß das etwas Merkwürdiges ist. Die Leute wollen ja immer etwas Absonderliches sehen, und was tut man nicht alles in der Welt, um den Leuten einen Genuß zu bereiten! Es gibt ja noch ganz andersgeartete Dinge, die darauf ausgehen, den Leuten einen Genuß zu bereiten. Es gibt zum Beispiel das, daß man in demselben Alter mit Knaben noch etwas ganz anderes macht!

Sie wissen ja, in diesem Geschlechtsreifealter, mit dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre, ändert sich auch die menschliche Stimme. Daraus sehen Sie, daß die Geschlechtsreife einen Zusammenhang hat mit der menschlichen Stimme. Bei Knaben ändert sie sich, bei den Mädchen geht das mehr auf die Brustbildung und so weiter über. Aber bei Knaben ändert sich die Stimme. Nun gibt es den Unfug — und zwar wurde er in Rom mit grosser Kunst betrieben —, daß man, um die Stimme knabenhaft zu erhalten, eine richtig hohe Stimme zu erhalten, die Knaben kastriert, das heißt, ihnen die Geschlechtsorgane herausschneidet. Das gibt die berühmten Chorknaben mit ihren ungeheuer hohen Stimmen. Nun, sehen Sie, das ist ja ein noch größerer Unfug. Aber er wird eben unter dem Deckmantel der Heiligkeit gemacht. Ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen oder nicht? Nicht wahr, diese Sachen, die gibt es eben auch, und man muß sich nur ganz klar sein darüber, daß es so etwas auch schon in der Welt gegeben hat, und daß wirklich von den Menschen alles mögliche gemacht wird, um sogar die menschliche Natur zur Schaustellung auszunützen.

Bedenkt man nun die Folgen von so etwas, so ist es ja so, daß wenn man nun dem Menschen dieses Arsenik beigebracht hat in jungen Jahren und er dann, nachdem er dick und fett geworden ist, seinen astralischen Leib ausbilden soll, er für den dicken Körper nun viel zu klein ist! Er ist viel zu klein und kraftlos. Und die Folge davon ist, daß wenn dann mit der Geschlechtsreife der astralische Leib anfangen soll sich auszubilden, dieser astralische Leib in der Tat viel zu klein und kraftlos ist für den dicken, verfetteten Körper. Und solche Kinder, die auf diese Weise mit Arsenik gefüttert und durch Schaubuden herumgeschleppt worden sind, die haben dann einen zu kleinen astralischen Leib. Und die Folge davon ist wieder, daß sich gewisse Organe überhaupt nicht ausbilden können. Die Organe werden dann schlaff, ganz schlaff. Und insbesondere werden bei solchen Kindern die Lungen schlaff. Das ist manchmal ein furchtbarer Jammer, denn diese Kinder kommen in einen Zustand, wo sie eigentlich dann mit dem zwanzigsten Jahre oder schon noch früher nicht mehr atmen können. Das ist nicht bloß deshalb, weil die Lungen im Fett drinnen versulzen, sondern das ist aus dem Grunde, weil die Lungen dann schlaff werden, sie haben keine Kraft mehr. Und dann kommt der Zustand, wo für die Lunge etwas ganz Besonderes eintritt. Sehen Sie, meine Herren, die Lunge ist nicht bloß ein Atmungsorgan, die Lunge ist auch ein wichtiges Ernährungsorgan, und die Lunge muß richtig ernährt werden, wenn der Mensch in der richtigen Weise leben soll. Die meisten Lungenkrankheiten beruhen gar nicht darauf, daß die Atmung nicht gesund ist, sondern sie beruhen darauf, daß die Lunge nicht ordentlich ernährt wird.

Nun wird sie bei diesen Kindern vom siebzehnten, achtzehnten Jahre an überhaupt nicht mehr ordentlich ernährt, weil durch die Verfettung aller Organe die Nahrungsstoffe gar nicht bis zu der Lunge kommen. Sie kommen nämlich zu der Lunge sozusagen zuletzt, trotzdem sie ernährt werden muß. Die Nahrungsmittel machen nämlich im menschlichen Körper, wie ich Ihnen ja auch auseinandergesetzt habe, alle möglichen Verwandlungen durch. Sechs bis sieben Verwandlungen machen sie durch. Und die Lunge braucht diese siebenmal verwandelten Nahrungsstoffe, die edelsten Dinge. Bei diesen Kindern kommt es aber gar nicht mehr bis zu dieser Verwandlung. Daher sterben solche Kinder mindestens im Anfang der Zwanzigerjahre. Und man kann unbedingt sagen, daß solche Kinder, die in dieser Weise in Schaubuden ausgestellt werden, in einem Lebensalter Anfang der Zwanzigerjahre sterben müssen. Sie sterben entweder an Entkräftung oder sie werden lungenkrank. Sie sterben zumeist an Lungenkrankheit. Damit hängt zusammen, was Sie sagten, daß man solche Menschen später nicht mehr sieht, weil sie eben früher sterben.

Es ist nun natürlich schwer, gegen solche Dinge gleich gerichtlich vorzugehen. Dafür sollten die Menschen sorgen, daß es aufhört, wie überhaupt die Menschen selber mehr beitragen sollten zum richtigen sozialen Leben, als überall gleich nach dem Gesetz zu schreien. Das ist nicht das Richtige, gleich nach dem Gesetz zu schreien. Aber ich bin auch überzeugt, daß ja das, was ich Ihnen zum Beispiel jetzt gesagt habe, die wenigsten Menschen wissen. Die wenigsten Menschen wissen, wie viel schädlicher das Arsenik in dem Alter gerade ist, in welchem man es diesen Kindern beibringt, als zum Beispiel selbst in späterem Lebensalter. Und ich habe noch immer den Glauben: Wenn man die Menschen aufklärt über diese Sachen, dann wird die Sache auch ohne das Gesetz, ohne Zwang, ohne überall den Knüppel dahinter zu haben, besser. Aber wie können die Sachen besser werden, wenn man nicht aufklären kann!

Nicht wahr, Sie sagen: Nun ja, wir haben wenig gelernt, wir können das nicht wissen;das werden schon die Universitätsprofessoren wissen. — Ja, aber die wissen es erst recht nicht. Die wissen es halt eben nicht. Und daher kommt es, daß solche Dinge nicht verbreitet werden. Und das ist wichtig, daß solches wirklich in weitesten Kreisen eingesehen wird. Solche Dinge muß man unbedingt wissen.

Nun, etwas ähnliches, aber doch wiederum ganz verschieden, ist ja der Fall beim Alkohol. Über den Alkohol haben wir ja schon früher gesprochen. Aber nicht wahr, bei dieser Arsenikvergiftung, die also in einer Verfettung dann besteht, bringt es natürlich der andere den Kindern erst bei, und wenn einer als Erwachsener sich Arsenik beibringt, so tut er es eigentlich mit vollem Bewußtsein. Und man muß schon sagen: Da würde doch die Aufklärung ungeheuer stark wirken. So zum Beispiel könnte man schon sagen, daß einer, der nur einfach aus Eitelkeit, wie ich es Ihnen erzählt habe, sich Arsenik beibringt, aufgeklärt werden könnte; er würde es wahrscheinlich, wenn er die Folgen ganz genau kennen würde, unterlassen. Beim Alkohol dagegen ist ja die Sache deshalb schlimm, weil die Aufklärung da nicht gerade außerordentlich viel nützt, wenn sie nicht dahin führt, daß der Mensch gar keinen Alkohol trinkt. Denn wenn er anfängt ein, zwei Gläser zu trinken, dann kommt er eben in einen Zustand, wo die Aufklärung nachläßt, ihre Wirksamkeit zu tun, und dann trinkt er weiter. Deshalb ist es gerade beim Alkohol so außerordentlich schwer, mit der Aufklärung sehr viel zu machen. Nicht wahr, es müßte schon auch die Aufklärung wirken, und daß gerade da so viel zum Gesetz gegriffen wird, ist eigentlich eine traurige Tatsache für die Kraft der Menschheit. Es gibt heute schon Länder - denken Sie nur an Nordamerika -, da werden geradezu Alkoholeinfuhrverbote erlassen, damit die Menschen vernünftig bleiben. Ja, wenn es dahin kommt mit der Menschheit, daß die Menschheit nur noch vernünftig bleibt, überhaupt brauchbar bleibt, wenn man ihr alles einzelne vom Gesetz vorschreibt, dann ist eigentlich die Menschheit auf der Erde nicht mehr viel wert.

Mit dem Alkohol ist es ja so: Ich habe Ihnen gesagt, der Mensch erzeugt selber Alkohol in seinem Leib. Das ist ja deshalb, weil der Mensch zu seiner Konservierung Alkohol braucht. Und Sie können schon sicher sein, meine Herren, von dem Alkohol, den Sie in sich selber erzeugen, werden Sie niemals besoffen! Der hat gerade diejenige Menge, die Sie brauchen, um die Nahrungsmittel in sich zu konservieren, um alles dasjenige dauerhaft zu erhalten, was der Mensch dauerhaft braucht. Sie können sich ja denken, nicht wahr, wozu man den Alkohol braucht, den man selber erzeugt. Sie werden auch schon da oder dort einmal gesehen haben, daß wenn man ein totes Tier aufbewahren will oder irgendein menschliches Glied aufbewahren will, so kann man es nicht an die Luft stellen, sondern man setzt es in Spiritus, in Alkohol. Also der Alkohol, der erhält das totgewordene Lebendige in seiner Gestalt. Das ist ja überhaupt ein sehr wichtiges Gesetz der Natur. Wenn Sie das totgewordene Lebendige der gewöhnlichen Natur überlassen, was geschieht damit? Der menschliche Leib geht in dem Augenblick, wo er der Erde überlassen ist, zugrunde, wird aufgelöst. Und so ist es mit allem Lebendigen. In dem Augenblick, wo der Ätherleib aus dem Lebendigen heraußen ist, wird das Lebendige zerstört; nur dann nicht, wenn ein solches Mittel angewendet wird wie der Alkohol. Der Alkohol hat also in sich die Kraft, die anderen Kräfte, die ein lebendiges Glied zusammenhalten, eben auch seinerseits zusammenzuhalten.

Daraus können Sie schon sehen, der Alkohol ist nichts Irdisches. Ja, das können Sie aber auch noch aus etwas anderem sehen, daß der Alkohol eigentlich nichts gewöhnlich Irdisches ist. Der menschliche Leib und der tierische Leib und der pflanzliche Leib werden vom Irdischen zerstört; aber vom Alkohol werden sie, wie man sagt, konserviert, erhalten, bewahrt vor der Zerstörung.

Aber wie entsteht denn der Alkohol? Nun, da brauchen Sie sich ja nur den Weinstock anzuschauen. Der Alkohol entsteht gerade dort, wo die Sonne am besten den Weinstock bescheinen kann. Und Sie wissen ja, in Norddeutschland gedeihen keine Weine, weil es da schon zu kalt wird, weil da schon die Sonne nicht mehr die entsprechende Kraft hat. Wenn Sie bei Grünberg in Schlesien eine Linie ziehen, parallel dem Äquator -, von dem Grünberger werden die wenigsten Leute betrunken, weil der so sauer ist, als er nur sein kann! Nur da, wo die Sonne die Kraft ausübt auf die Pflanzen, da kann der Wein entstehen. Also wird der Wein erzeugt nicht von dem Irdischen, sondern gerade von dem Außerirdischen, dem Sonnenhaften, von dem, was außerhalb der Erde ist. Der Mensch muß überhaupt sehr vorsichtig sein, wenn er dasjenige, was außerhalb der Erde ist, in sich aufnimmt.

Wie kommt das nun zustande, wenn der Mensch selber seinen Alkohol in sich erzeugt? Das kommt auf die folgende Weise zustande, und da werde ich Ihnen etwas sagen, was Sie wahrscheinlich ganz besonders interessieren wird, nur muß man ein bißchen aufpassen, um es zu verstehen. Sehen Sie, wo ist Sonnenkraft, meine Herren? Ja, Sonnenkraft ist überall, wo die Sonne hinscheint. Aber nicht nur da, wo die Sonne hinscheint, ist Sonnenkraft, sondern die Sonnenkraft kann ja in einer anderen Weise noch da sein. Beobachten Sie einmal - machen wir es recht anschaulich: An einem recht heißen Sommertag stelle ich den Stuhl da in die brennende Sonne hinaus, lasse ihn da draußen ein paar Stunden stehen, und dann lade ich Sie ein, sich auf den Stuhl zu setzen. Sie setzen sich drauf. Donnerwetter, denken Sie, der ist aber warm geworden! Nun, nicht wahr, da ist es nicht so, daß Ihnen die Sonne auf das betreffende Organ scheint und Sie warm macht. Wenn Sie sich so lange hingestellt hätten in der entsprechenden Positur, so wäre es Ihnen dann an dem entsprechenden Organ auch so warm geworden, wie es dem Stuhl geworden ist; da hätten Sie es dann an Ihrem eigenen Leib erlebt. Aber das ist ja nicht der Fall; der Stuhl ist warm geworden. Also sehen Sie, da ist ein ganz gewöhnlicher lebloser Körper, der hat die Sonnenwärme in sich aufgenommen und gibt sie nachher an Sie ab.

Bei der Steinkohle ist das schr viel komplizierter. Die Steinkohle hat einmal vor Tausenden und aber Tausenden von Jahren als Palmbaum oder als anderer Baum dagestanden. Wie ist das geworden? Nun, da war die Erde (siehe Zeichnung), da war der Palmbaum oder so ein palmenähnlicher Baum, der ist von der Sonne beschienen worden. Nachher ist er zugrunde gegangen, in die Erde hineingekommen. Aber geradeso, wie bei dem Stuhl die Sonnenwärme bleibt, so bleibt da drinnen in dem Palmbaum die Sonnenwärme, geht mit unter die Erde.

Der Palmbaum verkohlt; die Sonnenwärme bleibt drinnen. Und nach Jahrtausenden graben Sie die Kohle so aus der Erde heraus, geben Sie sie in Ihren Ofen, und die Sonnenwärme kommt Ihnen zurück. Sie heizen ja heute mit derjenigen Sonnenwärme, die vor Jahrtausenden auf die Erde geschienen hat. Das bedenkt man oftmals nicht. Bei dem Stuhl, der Ihnen das Gesäß erwärmt, wenn Sie sich draufsetzen, da merken Sie es noch, daß die Sonne etwas zurückgelassen hat von ihrer Kraft. Bei der Steinkohle merken Sie es nicht mehr. Sie müssen also sagen: Wo in der Erde Steinkohle drinnen ist, überall wo die Steinkohle drinnen ist, da ist ganz alte Sonnenkraft. In den Steinkohlenlagern liegt überall ganz alte Sonnenkraft.

Ja, meine Herren, Sie essen aber Pflanzen. Da tun Sie die Pflanzen in sich hinein. Ihr eigener Organismus wirkt schneller als die Erde; da wird sehr schnell mit Leben begabte Kohle aus den Pflanzen verwandelt, und Sie bekommen nämlich dann in Ihrem eigenen Leibe sehr kohlehaltige Kohlensäure. Diese Kohlensäure, die Sie da drinnen haben, die verkohlt nur nicht so wie die Steinkohle in der Erde, sondern sie bleibt Kohlensäure. Nun haben Sie in der Kohlensäure Kohle, die tragen Sie in sich, und Sauerstoff, der ja aus der Luft kommt und auch aus den Nahrungsmitteln. Kohlenstoff und Sauerstoff heißt er. Aber im menschlichen Körper haben Sie auch Wasserstoff drinnen, Sie trinken zum Beispiel Wasser. Dieser Wasserstoff verbindet sich mit dem Kohlenstoff und dem Sauerstoff. Und Sie brauchen nur an dasjenige zu denken, was auch im menschlichen Leibe ist, und was unter gewissen Bedingungen anfängt stinkig zu werden. Sie brauchen ja nur an das, was vom tierischen Leib ist als Eier, zu denken - wir haben ja neulich davon gesprochen -, die werden stinkig. Das ist der Stickstoff. Nur stinkt er da nicht in der Luft, weil er mit anderen Stoffen in entsprechender Weise verbunden ist.

Nun, sehen Sie, meine Herren, Sie gehen da herum, brauchen zu Ihrem Leben Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, und bilden drinnen in Ihrem Organismus Alkohol. Der Alkohol wird im menschlichen Organismus deshalb gebildet, damit wir nicht immer innerlich zerfallen. Der Leib würde sich ja auflösen, wie er sich als Leichnam auflöst, wenn nicht Alkohol und alkoholähnliche Stoffe entwickelt würden. Das ist natürlich so. Nun müssen wir aber fragen: Auf welche von diesen Leibern wirkt denn der Alkohol eigentlich? Sehen Sie, auf den physischen Leib wirkt ja der Alkohol außerordentlich gut zunächst, wenn er in mäßiger Weise getrunken wird, denn dann kann sich der Mensch, wenn er selber zuwenig Alkohol erzeugt, ein gutes Erhaltungsmittel im Alkohol beilegen, und dem physischen Leib schadet der Alkohol eigentlich gar nicht. Auf den physischen Leib wirkt der Alkohol im Grunde genommen gar nicht schlimm ein. Wenn der Alkohol — das bedenken die Leute zu wenig - dem physischen Leib schaden würde, dann würde es um den Weinstock schlecht stehen, denn der Weinstock hat ja auch einen physischen Leib. Der Weinstock ist nun ganz besoffen — das ist er doch, weil er lauter Alkohol in sich hat -, aber sein physischer Leib leidet gar nicht darunter. Nun ja, aber der Ätherleib, der leidet auch nicht unter dem Alkohol. Es ist nur der astralische Leib, der beim Erwachsenen unter dem Alkohol leidet. Beim Kind ist es deshalb so schädlich, wie ich gleich erwähnen werde, weil da noch etwas anderes geschieht. Aber beim Erwachsenen wirkt der Alkohol auf den astralischen Leib wiederum ein, geradeso wie das Arsenik, und namentlich auf das Ich selber. Und das Ich lebt in der Blutzirkulation. So daß der Alkohol auf die Blutzirkulation ungeheuer stark einwirkt.

Bei Kindern ist es deshalb schlimm, weil der Alkohol schon in sich einen astralischen Leib enthält. Die Pflanze hat nur einen Ätherleib, aber der Alkohol, der im Weinstock ist, hat schon einen astralischen Leib. Der wirkt so wie dasjenige, was im Blute brodelt. Kann man das nicht verstehen? Nicht wahr, das kann man doch verstehen: Der wirkt schon wie dasjenige, was im Blute brodelt. Und daher kommt es, daß das Kind, wenn es früh Alkohol trinkt, eigentlich einen astralischen Leib kriegt, den es erst mit dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre ganz ausgebildet kriegen soll; und es hat ihn nicht in seiner Gewalt. Daher ist der Alkohol für das Kind ganz besonders schädlich, weil das Kind unter dem Einfluß des Alkohols gleich einen astralischen Leib kriegt.

Daraus aber ersehen Sie, daß der Alkohol eigentlich so richtig in dem Seelischen, in dem Geistigen des Menschen wirkt. Da wirkt er. Da zerstört er die Atmung, die Blutzirkulation, die ja vom Geistig-Seelischen ausgehen. Da wirkt der Alkohol hinein.

Jetzt müssen Sie es sich ja nicht so vorstellen, als ob der Kopf beim Menschen ein Organ für sich wäre, und die Brust ein Organ für sich wäre, sondern es geht, obzwar der Mensch dreigliedrig ist, doch alles wieder ineinander. Nicht nur der Unterleib des Menschen muß ernährt werden, sondern der Kopf des Menschen muß ganz besonders ernährt werden. Und wenn nun der eine Mensch Alkohol trinkt und er hat einen solchen Unterleib, daß der Alkohol ganz besonders gut verarbeitet wird im Unterleib -, sagen wir einmal, ein Mensch ist ein solcher, der ganz gut zwei, drei Gläschen Alkohol vertragen kann. Ich weiß nicht, ob Herr Müller das von sich sagen wollte? Aber wahrscheinlich vertragen Sie eine geringe Menge Alkohol ganz gut?

Herr Müller verneint es, indem er sagt, daß schon beim ersten Glas Bier bei ihm sich die Körner in den Augen am andern Morgen bildeten.

Also dann ist es eigentlich das Gegenteil bei Ihnen; Sie vertragen eigentlich gar keinen Alkohol?

Wird bestätigt von Herrn Müller.

Nun ja, dann sind Sie ein Beispiel für diejenigen, die den Alkohol nicht außerordentlich gut vertragen. Nun, nicht wahr, wenn einer den Alkohol nicht gut verträgt, den Alkohol also eigentlich nicht ganz gut verdaut, dann kommt der Alkohol unverdaut bis in den Kopf herein, beeinflußt dann auch die Augen und bewirkt, daß die Schleimmassen heraufdrängen nach dem Kopf. Ebenso, wie sonst beim guten Alkoholtrinker das Blut in Wallungen kommt, so kommen da bei demjenigen, der wenig verträgt, die Schleimmassen in Wallungen, und die verdichten sich außen, so daß sie eben körnig werden. Das sind Schleimmassen, die dicht geworden sind. So kann es demjenigen gehen, der den Alkohol eigentlich schon mit dem ersten Gläschen wenig verträgt. Nehmen wir aber an, es verträgt ihn einer gut, Dann tritt auch das ein, daß die Sache in den Kopf geht, aber dann geht das ins Blut hinein; und dann kommen nicht diese Körnchen, sondern dann wird die ganze Blutzirkulation des Kopfes angeregt, und es sondert die ganze Blutzirkulation des Kopfes Stoffe ab, die schädlich sind. Dann kommt der allgemeine Dusel, der allgemeine Katzenjammer, und der Mensch kommt eben in den Zustand, wo er immer weitertrinkt. Das ist also dasjenige, wobei man die Wirkung des Alkohols auf den einen oder auf den anderen Menschen unterscheiden kann.

Nicht wahr, man möchte sagen: Eigentlich sollte man diese Unterscheidungen gar nicht nötig haben, so furchtbar stark aufzusuchen, denn unter allen Umständen sollte man, wo eine besonders abnorme Wirkung des Alkohols eintritt, eigentlich den Alkohol mehr lassen. Es ist nicht gut, wenn man irgendeine Wirkung vom Alkohol hat, daß man ihn dann weitertrinkt.

Aber wie gesagt, es wirkt heute der Alkohol auf den astralischen Leib und auf das Ich. Das Ich fühlt sich angeregt. Dem Menschen schmeckt der Alkohol, und deshalb fühlt er geradezu, daß er vom Alkohol etwas hat, was ihn über das Irdische hinaushebt. Dieses Gefühl, das ist nämlich eigentlich sehr interessant; denn ich mußte Ihnen ja sagen: Der Alkohol kommt nicht vom Irdischen, sondern er kommt vom Nichtirdischen. Deshalb fühlt sich auch der Mensch über das Irdische hinausgehoben. Der Alkohol wird ein Sorgenbrecher, nicht wahr. Also der Mensch kommt eigentlich durch den Alkohol ein bißchen aus sich heraus, und das tut dem Menschen außerordentlich wohl, wenn er ein bißchen über sich hinauskommt. Und das ist dasjenige, was nun auch zu dem Alkoholunfug im weitesten Maße führt.

Nun war noch eine Frage, die wir behandeln müssen. Das ist diese, daß Herr Müller davon gesprochen hat, daß in der Nähe von Darmstadt, wenn ich Sie richtig verstanden habe, ein Teich sich befinde, und daß dort warme Industrieabwässer diesen Teich durchziehen? Aus dem, was ich schon gesagt habe, können Sie entnehmen, um was es sich handelt. Ich habe schon das vorletzte Mal versucht, Ihnen klarzumachen, daß, wenn ich sage, die Fische in dem Meer haben nicht die direkte Sonne, man natürlich nicht glauben darf, diese Fische hätten nun gar keine Sonnenwirkung; sondern geradeso, wie die Kohle nach Jahrtausenden und aber Jahrtausenden noch die Sonnenwirkung in der Erde drinnen hat, so hat das Wasser schon auch noch die Sonnenwirkung in sich. Und da, muß man sagen, muß der Fisch nur anders eingerichtet sein als die Tiere, die auf dem Land leben. Nun, das sehen Sie ja auch, daß die Fische anders eingerichtet sind. Wenn die Fische solche Lungen hätten wie die übrigen Tiere und der Mensch, da könnten sie ja natürlich im Wasser nicht leben. Sie wissen ja, daß die höheren Tiere und der Mensch, wenn sie dauernd im Wasser leben, eben ersaufen. Die können also da drinnen nicht leben. Die Fische können darinnen leben, weil sie nicht Lungen, sondern Kiemen haben; dadurch bringen sie die Luft, die im Wasser drinnen ist und die immer die Sonnenkräfte noch in sich enthält, in sich herein.

Nun wissen Sie ja, wie man Goldfischchen zieht. Man kann Goldfische nicht im gewöhnlichen Wasser ziehen, da kriegt man einfach keine Goldfische. Im Schatten können Sie Goldfische höchstens fortpflanzen, aber nicht ziehen. Da nehmen dann die Kinder von den alten Goldfischen ihre lebendige Farbe, wenn Sie sie ohne Sonne ziehen wollen; aber Sie merken dann, wenn Sie die Goldfische im sonnenlosen Wasser halten, daß sie nach drei bis vier Monaten ganz blaß werden. Richtig ihre lebhafte Farbe bekommen die Goldfischchen, wenn sie unmittelbar Sonne ins Wasser hineinbekommen. Das ist ein Unterschied. Nicht wahr, wenn ich hier einen Teich oder auch nur ein kleines Bassin habe, und da scheint mir die Sonne hinein (siehe Zeichnung), so ist für den Fisch an derselben Stelle etwas anderes, als an einer andern Stelle ist: Dahier muß er alte Sonnenkräfte benützen, die länger schon im Wasser sind; hier kriegt er neue Sonnenkräfte, die kürzer im Wasser sind.

Nun, bei der Darmstädter Fabrik, die ihre warmen Wasser in den Teich hineinfließen läßt, da ist es aber noch etwas ganz Besonderes. Sie werden ja zugeben, daß dasjenige, was lange Zeit unter einem gewissen Zwang gelebt hat in bezug auf sein Leben, wenn es wiederum zu freiem Leben kommt, ganz besonders stark zappelt und sich entwickelt. Denken Sie nur einmal, wie es wäre, wenn Sie einen Menschen lange angebunden hätten. Er kann kein Glied bewegen, wenn man ihn einsperrt. Wenn er wiederum frei wird, da erfreut er sich seines Lebens, da genießt er sein Leben ganz besonders. Und jetzt denken Sie an das Wasser, das von der Darmstädter Fabrik in den Teich hineinfließt. Dieses Wasser, das hat seine Sonnenwirkung auf ganz besondere Art bekommen. Diese Darmstädter Fabrik ist ja zunächst auch mit Kohle betrieben, es geht ja alles auf die Kohle zurück. Diese Wärme, die da drinnen ist, die ist aus der Kohle. Die Kohle hat jahrtausende- und aberjahrtausendealte Sonnenkräfte aufbewahrt. Diese Sonnenkräfte fließen nun als warmes Wasser in den Teich hinein. Und es ist schon so, daß diese Sonnenkräfte, die wieder herausgeholt werden aus der Kohle, nachdem sie Jahrtausende in dem Gefängnis der Kohle gesessen haben, ganz besonders wirksam sind. Sie können also nichts Besseres tun, als diese wirksamen Sonnenkräfte mit dem warmen Wasser in den Teich hineinfließen zu lassen. Ja man könnte das sogar ganz künstlich ausbilden. Man könnte es so künstlich ausbilden, daß man überhaupt in die Bassins, in denen man die Goldfische zieht, gewärmtes Wasser hineingießt. Und namentlich wenn man es strömen läßt, wenn also die Sonnenkräfte in Bewegung kommen, dann wirken sie besonders anregend auf die Goldfische, und die bekommen die lebendigste Farbe.

Sie können folgenden Versuch machen. Denken Sie sich einmal, Sie nehmen ein großes Bassin; da lassen Sie zuerst langsam warmes Wasser einfließen unten, ruhig stehend, und dann das gewöhnliche Wasser drüber; und dann geben Sie Goldfische hinein. Dann nehmen Sie ein zweites Bassin, lassen warmes Wasser hinein, aber lassen ständig einen Strom von Wasser hineinfließen, und dann probieren Sie, welche Fische lebhaftere goldgelbe Farbe bekommen haben: nicht diejenigen, die im ruhigen Wasser sind, sondern die, welche das ständig durchgehende warme Wasser haben, denn das hält die Kräfte lebendig.

Das wirkt ja alles bei dem Industrieunternehmen auf selbständige Weise, denn da fließen immer neue warme Wasser hinein. Es ist also gar nicht wunderbar, daß da die Goldfische ganz besonders gedeihen. So sind eben einmal diese Naturwirkungen. Nur wenn man diese Dinge wirklich richtig versteht, kommt man auf diese Naturwirkungen drauf.

Sie werden sich jetzt sagen: Ja, was ist es denn eigentlich, was da in den Sonnenstrahlen wirkt? — Ja, meine Herren, das ist eben gerade der Ather, der auch in unserem eigenen Ätherleib wirkt! Was in den Sonnenstrahlen wirkt, das ist der Äther. Und wie bei uns der Äther erst das Astralische anregt, so ist es auch da draußen in der Natur.

Der Weinstock selber hat den Ätherleib in sich; aber dadurch, daß er sich mit der Sonnenwärme berührt, wird im Weinstock schon etwas Astralisches, etwas eigentlich Außerirdisches ausgebildet, und das wirkt als Alkohol. Und so kommt man eigentlich nur dadurch auf ein Verständnis der Dinge, daß man sowohl im Menschen wie draußen in der Natur auf den Menschen Rücksicht nimmt.

Und da komme ich jetzt in eine ganz andere Sache hinein, in eine kleine Ergänzung, die ich Ihnen jetzt im letzten Augenblick noch geben will in bezug auf Herrn Burles Frage über die Kleidung. Sehen Sie, ich habe Ihnen ja das verschiedenste über die Kleidung gesagt, aber es ist nämlich interessant, daß die Kleidung wirklich aus dem Instinkt der Menschen heraus so entstanden ist, daß sie dem ganzen Wesen des Menschen, der ganzen Natur des Menschen entspricht. Der Mensch hat drei Glieder schon als physischer Mensch. Er hat seinen Kopf, seine Brustorgane, wo vorzugsweise Atmung und Blutzirkulation sind, also innere Bewegung, und er hat die äußere Bewegung in den Gliedmaßen. Der Mensch besteht also schon seinem physischen Leibe nach aus drei Teilen: aus dem Kopf, aus dem Brustsystem - ich nenne es immer das rhythmische System, weil sich alles im Rhythmus bewegt — und der äuReren Bewegung der Organe, der äußeren Bewegungsorganisation.

Nun, sehen Sie, wirksam ist im Kopf ganz besonders der Ätherleib, in der Brust, in der Blutzirkulation und in der Atmung der astralische Leib und in den willkürlichen Bewegungen das Ich. Wenn Sie alle Kleidung, mit Ausnahme der etwas gar zu einfachen Kleidung der wilden Menschen - nicht wahr, der ganz Wilden — betrachten: Sie können immer sehen, was auch für Firlefanz darauf gemacht ist, im wesentlichen besteht alle Kleidung aus drei Stücken, irgendwie aus drei Stücken. Es ist natürlich überall etwas verändert; Sie müssen nur bedenken, daß das im Laufe der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit sich furchtbar verändert hat, es ist Firlefanz dazugebracht worden, Wischiwaschi dazugebracht worden, aber eigentlich besteht jede Kleidung aus drei Teilen. Das eine ist dasjenige, was ursprünglich aus dem Schurzfell entstanden ist — und die Männer bei den alten Ägyptern haben im wesentlichen nur Schurzfelle getragen. Wofür ist das die Kleidung beim Menschen? Für die Gliedmaßen. Der Mensch hat ausgedrückt, daß er mit den Füßen gehen kann, indem er die Füße bedeckt hat. Die Kraft der Füße, der Bewegungsorganisation, sollte mit dem Schurzfell ausgedrückt werden.

Interessant ist, daß solche Dinge sich dann forterben, und daß die Freimaurer bei ihren Versammlungen das Schurzfell als eine besondere Auszeichnung tragen. Das ist eine alte ägyptische Erbschaft. Geradesowenig meistens, wie die Leute heute wissen, warum sie sich Orden anheften, ebensowenig wissen die Leute, warum sie sich das Schurzfell anlegen. Das Schurzfell wird angezogen als Zeichen, daß man mit seinen Gliedmaßen besonders stark wirken soll. Und aus dem Schurzfell ist alles entstanden, was in irgendeinder Weise die Gliedmaßen betrifft, zum Beispiel unsere Hosen, allerdings so stark verändert, daß sie uns eher hindern am Gang, als fördern. Das bezieht sich also auf die Gliedmaßen. Das Schurzfell haben die Ägypter besonders künstlich ausgebildet, das sie in besonderer Weise anliegend gemacht haben an die Gliedmaßen; sie haben die Arme dann hineingestreckt, und es ist so das Schurzfell entstanden, das heraufgeht, Brustlatz kriegt, Ärmel, so daß auch die oberen Gliedmaßen darin eingespannt werden.

Das zweite, meine Herren, das ist, daß der Mensch das Brustsystem in der Kleidung zum Ausdruck bringt. Und dieses Brustsystem bringt er am besten in alledem zum Ausdruck, was hemdartig ist und über den Kopf gezogen wird. Das war besonders bei den alten Assyrern ausgebildet. Da wurde das hemdartige Kleidungsstück ausgebildet, wo man oben durchschlüpft und was dann glatt hinuntergeht. Das ist der Ausdruck für das Brustsystem, für die innere Bewegung. Daher werden auch die Falten so gemacht. Die Griechen haben dann das übernommen von Asien herüber und haben diesen künstlichen Faltenwurf hinzugefügt, der gewissermaßen sogar die Blutadern nachahmen sollte in ihrem wichtigsten Verlauf. Es war so gehalten, daß die wichtigste Blutzirkulation und die Strömung da drinnen nachgemacht wurde.

Das dritte ist der Mantel, der Mantel, der übergeworfen wird. Nun, der Mantel, der übergeworfen wird, der ist ursprünglich nicht bloß über die Schultern geworfen worden, sondern auch über den Kopf. Sie können das in gewissen Landesgegenden sehen, da wird es noch in derselben Art gemacht. Der Mantel wird so über den Kopf geworfen, daß er auch den Kopf bedeckt. Im Mantelwurf, da drückt sich wiederum der Gedanke für alles, was aus dem Kopf kommt, aus; im Schurzfell mehr der Wille, der in den Gliedern lebt; in dem Hemdartigen, das wir haben — nicht wahr, es ist nur noch wenig in unserer Weste enthalten, aber bei dem Priesterkleid, bei dem Kleid der katholischen Priester können Sie es noch sehr gut ausgebildet finden —, das ja in der weiblichen Kleidung noch immer vorliegt, da ist die Brustkleidung. Und die Kopfkleidung ist der Mantel, Nur natürlich hat das Wandlungen durchgemacht. Denken Sie sich den Mantel, der geworfen wird um die Schultern und auch über den Kopf, da herübergeworfen wird (siehe Zeichnung), er bedeckte ursprünglich den Kopf. Wenn es ein roter Mantel ist, ist es sehr schön. Die rote Farbe, die ist so, daß man gar nicht danach trachtet, sie zu entstellen. Es ist dann die Zeit gekommen, von der ich das letzte Mal gesprochen habe, wo die Menschen nicht mehr aufmerksam sind auf die Farben. Da haben sie sich auch einen schwarzen Mantel oder einen blauen gemacht, Und was haben sie getan? Sie haben den Mantel hier abgeschnitten und die Kopfbedeckung extra gemacht! Der Hut ist daraus geworden. Das kann man ihm natürlich heute nicht mehr ansehen. Aber ich muß doch noch sagen: Wenn ich einen Menschen mit Frack und Zylinderhut daherkommen sehe, so sage ich mir immer: Donnerwetter, wie hast du dich verändert! - denn ursprünglich war Frack und Zylinderhut ein Mantel. Dann ist der Mantel heruntergeschnitten worden, hat seine schreckliche Form bekommen vom Frack, und oben ist der Zylinderhut geblieben, der bedeckt den Kopf. Da kann man es ursprünglich noch sehen. Sehen Sie einmal einen Zylinderhut mit einem Frack zusammen, und versuchen Sie dann den Zylinderhut vorne auseinanderzuschneiden, daß Sie das ganze über den Kopf werfen können, dann haben Sie das, woraus Frack und Zylinder entstanden ist. So muß man zurückgehen auf die alte Kleidung, dann kriegt man heraus, woraus die Kleidung entsteht; obwohl ich nicht glaube, daß Herr Burle so viel Frack und Zylinder trägt, daß er aus dem Grunde gefragt hat, wie es sich verhält. (Heiterkeit.) Aber es sieht schon so aus bei den Leuten, als ob der Kopf selber abgeschnitten wäre, wenn sie in Frack und Zylinderhut herumgehen. Nächsten Mittwoch neun Uhr früh dann die Fortsetzung.

German original of The Effects of Arsenic and Alcohol in the Body · ← Previous · Next →