Human History and the World Views of Civilized Nations
GA 353 — 26 April 1924, Dornach
Neunter Vortrag
Fragestellung: Die eine Frage: Warum das vollständig heilt, wenn der Mensch sich eine Wunde, eine Schnittwunde zum Beispiel, beibringt, während, wenn man sich zum Beispiel ein Stück Fleisch wegschneidet, immer eine Narbe zurückbleibt; seit dreißig bis vierzig Jahren hat der Betreffende an einer solchen Stelle kein Gefühl. Er möchte wissen, wie das zusammenhängt, wenn es doch heißt, daß es sich alle sieben Jahre erneuert!
Die zweite Frage betrifft die Funde in Ägypten. Es wird berichtet, daß man eine Mumie, ein Grab ausfindig gemacht hat, und daß bei der Öffnung des Grabes oder bei dem Hereinarbeiten in den Gang zwei Ingenieure, die Hauptleiter, dabei an Vergiftungen gestorben sind. Bei dem ersten hat man geglaubt, es wäre ein gewöhnlicher Herzschlag oder so etwas gewesen; dann nachher hat den andern dasselbe Schicksal ereilt. Es wurde in den Zeitschriften erwähnt, daß vielleicht damals bei der Einbalsamierung der Mumie Gifte verwendet wurden, um das Eindringen der Menschen in die Grabstätten zu verhindern. Ich kann nicht glauben, daß Gifte sich so lange halten sollen. Oder haben sich da vielleicht in den Lufträumen Gase entwickelt, so daß nach ganz kurzer Zeit der Tod eintritt? Oder können sich Gifte, die man damals in Ägypten hatte, solange erhalten?
Man hat zum Teil Kleider dabei gefunden. Diese Kleider hat man an die Luft gebracht : sie sind sofort zu Staub zerfallen. Nachher hat man durch die Chemie Versuche gemacht, diese Stoffe wieder neu zu präparieren, um sie der Nachwelt erhalten zu können.
Dann ist in den Pharaonengräbern Korn gefunden worden, welches schon Jahrtausende gelegen hat. Dieses Korn hat man gesät, und es soll noch keimfähig gewesen sein.
Ich möchte fragen, ob das alles unter normalen Verhältnissen möglich gewesen sein kann.
Bis sie an das Hauptgrab gekommen sind, haben sie zum Beispiel nach den Zeitungsberichten achtzig Tage gebraucht, um den Hauptstein zu bewältigen. Aber es war, wie wenn der Berg zusammengestürzt wäre, und der Grabstein, der große Stein daraufgewälzt. Oder als ob nachher durch Sprengung alles zusammengestürzt wäre, indem man doch eben die Grabstätten so schwer erreichen konnte - wie ist das möglich gewesen?
Dr. Steiner: Zuerst also, was die Wundheilung anberrifft - wenn wir die Fragen nacheinander beantworten -, die Schnittwunden, die man beim Operieren machen muß: Diese Schnittwunden heilen mehr oder weniger gut zu. Das muß man zuerst festhalten: sie heilen mehr oder weniger gut zu. Und zwar kann man beobachten, wie die Schnittwunden manchmal wirklich außerordentlich gut verheilen, so daß man später sehr genau hinsehen muß, wenn man an die Stelle kommt, wo die Schnittwunde war und man die Narbe entdecken will. Dagegen gibt es andere Schnittwunden - und Sie meinen ja nicht bloß Operationswunden, sondern auch, wenn man sich schneidet, nicht wahr? -, die außerordentlich schwer heilen; die Narbe ist dick, und man kann oft eine ganz harte Narbe finden. Nun will ich Ihnen etwas sagen. Ich habe als Knabe selber sehr viel mit Messern geschnitzt. Ich hatte dazumal die Eigentümlichkeit, daß ich immer ein Taschenmesser haben mußte - ich ging weit in die Schule -, man muß so etwas haben, nicht wahr. Aber ich verlor immer das Taschenmesser, und dadurch mußte viel an Messern nachgeliefert werden. Ich schnitzelte viel und habe mich unter anderem, wie es beim Schnitzeln geht, sowohl hier wie hier sehr stark geschnitten. Sie müssen aber sehr scharf hinsehen, wenn Sie die Spur davon noch sehen wollen; es ist fast ganz geheilt. Aber wenn man ganz genau hinsieht, dann sieht man diese Schnittwunde, die eine klaffende Wunde war, sehr stark geblutet hatte. Man sieht sie aber kaum mehr. Bei manchen Schnittwunden dagegen sind die Ränder, die dicken Narben, noch lange zu sehen. Nun, wodurch entstehen diese dicklichen Narben? Sehen Sie, der menschliche Körper ist doch ganz von innen heraus gebildet; das haben Sie gesehen aus der Art, wie ich Ihnen die Bildung des menschlichen Körpers beschrieben habe, und ich habe Ihnen auch gesagt: Alles das, was vom Menschenkörper gebildet werden muß, muß von innen gebildet werden, bis auf die Hautoberfläche. - Nun, worauf beruhen denn Erkältungen? Ich habe Ihnen auch davon gesprochen. Erkältungen beruhen darauf, daß man nicht seine eigene Wärme allein entwickelt, sondern daß die äußere Wärme oder Kälte auf einen wirkt, daß man gewissermaßen wie ein Stück Holz behandelt wird von der Umgebung, so daß die Kälte so schnell kommt, daß man auskühlt, so daß man die Kälte bloß als einen Reiz empfindet, daß sie sich entgegenstellt dem, was von innen kommt. Das alles ist dem menschlichen Körper fremd, wird von ihm bekämpft. - Nun, in dem Augenblicke, wo Sie sich schneiden, sei es durch eine Ungeschicklichkeit, durch ein Malheur, sei es durch eine Operation - in diesem Augenblick ist noch an der Stelle, wo nur der menschliche Körper wirken soll, ein fremdes Instrument. Das Messer dringt in den Raum ein, in dem eigentlich Blut und Nerven und Muskeln und so weiter wirken sollen. Also an der Stelle entsteht ein ganz lebhafter Kampf zwischen den Kräften, die im Innern des Körpers sind, und den Kräften, die eindringen. Sie sind ja Eindringlinge. Und um diese abzuwehren, schoppt sich ringsherum die innere physische Materie des menschlichen Körpers zusammen und macht die Narbe. Das schoppt sich zusammen, um diese Kräfte nicht weiter eindringen zu lassen. Also die Narbe ist eine Schutzhülle zunächst, die gebildet wird, um die fremden Kräfte nicht eindringen zu lassen. Die Narbe entsteht anfangs immer.
Nun, nehmen Sie an, man ist jung, zum Beispiel ganz jung, wie ich war, als ich diese Schnitzelgeschichten gemacht habe; ich war zehn, elf, zwölf Jahre alt. Ja, wenn man so jung ist, da ist der Ätherleib in voller Tätigkeit, ist ganz außerordentlich tätig. Wenn der Ätherleib so stark ist, wie er es in der ganzen ersten Jugend ist, so wird einfach, wenn die physische Materie abfällt, die Narbe nach und nach abheilen; die Substanz der Stoffe ist in der entsprechenden Weise angeordnet. Nehmen Sie an, man ist älter; dann ist der Ätherleib, insbesondere an der Stelle, wo die Narbe ist, nicht so stark, dies zu überwinden. Er macht das nach, macht das ein zweites Mal, weil er nicht überwinden kann die Stelle, wo die Narbe angeschoppt ist, weil er nicht darüber hinwegkommen kann. Denn es ist immer abhängig von der Stärke oder Schwäche des Ätherleibes, ob eine Narbe entsteht oder nach und nach abgeschafft wird. Verletzungen im kindlichen Alter werden immer schwächere Narben zurücklassen als Verletzungen, die man sich später zufügte. Aber der Mensch ist ja auch verschieden; mancher behält sein ganzes Leben hindurch einen außerordentlich starken Ätherleib, und bei dem werden Narben leichter überwunden als bei einem andern, dessen Ätherleib eben geschwächt ist.
Wenn ein Mensch zum Beispiel ein Bauer ist, der immer draußen in der frischen Luft arbeitet, der niemals in der kohlensauren Luft stark arbeitet, höchstens im Winter, wenn er nicht arbeitet, in der kohlensauren Luft ist - er wechselt mehr zwischen Winter und Sommer ab in der guten und schlechten Luft -, der hat einen stärkeren Ätherleib. Es ist nicht etwa so, daß der Bauer immer nur in frischer Luft ist. Es gibt ja das bekannte Sprichwort, nicht wahr: Warum ist auf dem Land so gute Luft? - Weil die Bauern die Fenster nicht aufmachen! Wenn die Bauern die Fenster aufmachen würden, so wäre nicht so gute Luft! - Aber das nur nebenbei. - Derjenige, der auf dem Lande lebt, hat eben immer einen starken Wechsel zwischen sauerstoffreicher und kohlensaurer Luft. Dadurch lebt er in ganz anderen, gesünderen Verhältnissen. Das zeigt sich nicht nur bei der Narbenbildung von Wunden, sondern auch bei anderen Bildungen. Kommen Sie aufs Land hinaus, da gehen die Leute, wie Sie wissen, im Sommer bloßfüßig herum, ohne Stiefel. Alle Augenblicke kommt es vor, daß sich irgendeiner einen ganz rostigen Nagel eintritt; aber das bedeutet da draußen gar nicht viel! Er zieht den Nagel aus, wischt mit einem dreckigen Finger das Blut ab - alles ist dreckig, der Nagel ist dreckig, das Blut, das er wegwischt, ist dreckig-, ein bißchen eitert es, aber es ist nach kurzer Zeit wieder fertig und geheilt. Es macht nicht viel.
Einer, der nur gewohnt ist, in der Stadt zu leben, hat einen viel empfindlicheren Ätherleib. Es kann vorkommen, daß einer einen kleinen Pickel hat; er rasiert sich, verletzt sich - und stirbt daran! Ich erzähle Ihnen da wirklich etwas Wahres: Es hat sich jemand rasiert, beim Rasieren etwas verletzt, und starb einfach an dem kleinen Pickel, weil gleich eine Blutvergiftung eintrat. Das heißt, die Blutvergiftung trat ein wegen der Schwäche des Ätherleibs. Der Ätherleib ist nicht mehr stark genug gewesen, um die eindringenden Gifte, die Fremdstoffe sogleich in der richtigen Weise zu beseitigen. Dazu braucht man einen robusten, lebendigen Ätherleib. Das ist aber gerade beim Bauern der Fall. Jetzt wird es zwar da auch immer schwächer; aber wenn Sie noch in meiner Jugend aufs Land hinauskamen, da konnten Sie Ihre Freude haben über diese strotzenden Ätherleiber der Bauern! Natürlich, wenn dann das richtige Alter eintritt, insbesondere bei den Bauern, da fallen sie zusammen, weil dann doch der Ätherleib abfällt, und weil der astralische Leib nicht sehr stark ist bei den Bauern. Aber der Ätherleib ist sehr stark. Deshalb heilt alles dort sehr viel schneller als bei den Stadtleuten. Der Erdberuf hat etwas ungeheuer Gesundes.
Sehen Sie, all das kann man natürlich wissen; aber bei unseren sozialen Verhältnissen ist das vorläufig gar nicht zu ändern. Da müssen erst die Kenntnisse von diesen Dingen sich verbreiten. Das ist doch sicher schon zu verstehen, daß durch das stärkere oder schwächere Wirken des Ätherleibes eben auch sowohl die Narbenbildung stärker oder schwächer ist, als auch die Ausheilung von Dingen, die damit verbunden sind als äußere Stoffe, die nicht in den Körper hineingehören. Das Messer zum Beispiel ist ein äußerer Stoff; was als Dreck eindringt, ist ein äußerer Stoff - der Körper muß sich sogleich entsprechend wehren und so weiter. Und wenn man das dann weiß, dann wundert man sich eigentlich gar nicht mehr darüber, daß manche Wunden überhaupt nicht mehr heilen, weil die Menschen einen ausgemergelten, ausgefressenen Ätherleib dann haben. Das kommt namentlich davon vielfach her, daß die Arbeit nicht mehr mit der Natur im Zusammenhang ist; nicht einmal so sehr von der kohlensäurereichen Luft kommt es her, sondern einfach davon, daß man nicht mehr so mit der Natur verbunden ist. Wenn einer den ganzen Tag in der Schreibstube ist, oder in der Werkstätte ist, so hat das, womit er es zu tun hat, gar nichts mehr mit der Natur zu tun. Denken Sie sich unsere unglaubliche Kultur, die nach und nach sich herausgebildet hat: Die trennt ja den Menschen ganz von der Natur; die schafft immer schädlichere und schädlichere Stoffe heran, die immer fremder und fremder sind dem, was natürlich ist.
Da ist ein großer Ruck eingetreten in der neueren Zeit. Vom geistigen Standpunkt aus betrachtet man ja meist solche Sachen nicht, aber sie müssen von einem geistigen Standpunkte aus betrachtet werden. Denken Sie sich nur einmal: Früher hat man doch geschrieben. Heute arbeitet man für die Schreibmaschine. Ja, was kommt denn für die Gesundheit am meisten dabei in Betracht beim Schreiben außer der Bewegung und so weiter? Ich möchte sagen, unter den mehr verborgenen Dingen, die beim Schreiben in Betracht kommen, kommt für die Gesundheit am meisten in Betracht der Tintengeruch. Und der Tintengeruch ist bei der früheren Tintenfabrikation kein schädlicher gewesen, sondern er war sogar in gewissem Sinne korrigierend. Was man sich abgenützt hat, was man durch unnatürliche Lage gehabt hat, daß man die Hand angestrengt hat, das ist durch die alte Tintenfabrikation, durch die Galläpfel-Tintenfabrikation eigentlich ausgeglichen worden. Dasjenige, was man aus den Galläpfeln bekommen hat, das roch so, daß es fortwährend den Ätherleib eigentlich, wenn auch nicht viel, aber doch etwas stärkte. Als man angefangen hat, wie Sie wissen, Anilintinte zu machen, rein chemische Tinte herzustellen, also nicht mehr an die Natur herangegangen ist, sondern, wie man in der Chemie sagt, synthetische Tinte machte, da war der Mensch ganz abgeschlossen; und die Anilintinte verbreitet einen Geruch, der geradezu das Gegenteil von dem ist, was früher der Tintengeruch bewirkte. Jetzt geht man ja vielfach zur Schreibmaschine über. Gewiß, die Bewegungen, die man ausführen muß, das Klappern - es gibt jetzt auch schon Schreibmaschinen, die still schreiben, aber das ist die neueste Konstruktion erst -, das ist nicht das Allerschlimmste, sondern das Allerschlimmste ist der Dreck, der verwendet wird, um die Buchstabenfarbe zu machen. Der ruiniert total den menschlichen Ätherleib, bis dahin, daß die Leute durch Schreibmaschinenschreiben herzkrank werden, weil das Herz vorzugsweise durch den Ätherleib betrieben wird. Da macht die Kultur ja auch Fortschritte; aber die werden nie anders ausgeglichen als durch Kenntnisse, die man haben kann über dasjenige, was dabei wirklich tätig ist. Es ist ja, nicht wahr, wirklich so, daß sich immer mehr die Gegenwart sträubt gegen den Fortschritt. Nun, das darf natürlich nicht sein; aber es liegt dem doch ein gewisser Instinkt zugrunde, der darin besteht, daß man merkt, wenn man es auch nicht ganz genau weiß: Es kommen immer schädlichere und schädlichere Dinge herauf gerade mit dem Fortschritt der Zukunft. Es hängt das zusammen. Aber es ist so. Nun, was Ihre andere Frage betrifft, wie es kommt, daß diese außerordentlich gefährlichen Dinge zunächst auftreten, wenn man alte Mumiengräber bloßlegt: Es ist das nicht bloß bei alten Mumiengräbern der Fall, sondern es ist zum Beispiel auch da der Fall, wo man nicht Mumiengräber hat, wie in Ägypten drüben, sondern wo nur sonst die Gräber gut verwahrt sind und Felsengräber sind. Wenn man da hineinkommt, so ist schon auch eine außerordentlich vergiftende Luft vorhanden, die einem, wenn ich so sagen darf, entgegenkommt, die außerordentlich gefährlich und schädlich ist. Nun, woher kommt das?
Es wird Ihnen merkwürdig vorkommen, meine Herren, daß ich so weit ausholen muß, wenn eine solche Sache erklärt werden soll, aber nur dadurch können Sie sie verstehen. Sehen Sie, der Mensch lebt ja nicht bloß einmal auf der Erde, sondern - ich habe es Ihnen schon angedeutet - er lebt in wiederholten Erdenleben, er kommt immer wieder. Aber der Mensch ist, wenn er wiederkommt, ganz anders, als er vorher war. Sie würden alle wahrscheinlich sehr erstaunt sein, wenn einmal ein Maler käme und so gut Geisteswissenschaft kennen würde, daß er die ganze Gesellschaft, die hier sitzt, abmalte in einem früheren Erdenleben! Da würden Sie erstaunt sein, wie jeder von Ihnen früher ganz anders ausgeschaut hat als jetzt. Es wäre das ganz interessant! Nicht wahr, Sie werden ja wiederkommen. Wenn Sie jetzt gelebt haben und durch den Tod gegangen sind und durch die geistige Welt gegangen sind, werden Sie wiederkommen. Die Kraft, die da ist, um den späteren Körper zu bilden - der bildet sich nicht bloß aus Mutter und Vater heraus, sondern er bildet sich auch durch dasjenige, was in uns jetzt ist und durch den Tod getragen wird in die geistige Welt -, diese Kraft wirkt nach. Was in den vorigen Erdenkörpern drinnen wirkt, das bleibt vorhanden.
Nun aber ist es so, daß Sie sagen können: Hat denn der Mensch wirklich die Kraft, dasjenige, was heute in ihm ist und was doch ganz zusammenhängt mit dem Körper, den er hat, so umzuwandeln, daß es einen ganz anderen Körper gibt? - Heute könnte keiner dasjenige, was er an geistigen Kräften in seinem Körper drinnen hat, so umwandeln, daß der andere Körper gebildet werden könnte. Aber Sie können auch nicht sterben und gleich wiederum geboren werden, sondern es muß eine Zeit, und zwar eine ziemlich lange Zeit dazwischen vergehen. Diese lange Zeit dazwischen muß wirklich da sein. Da wandeln sich alle Kräfte um. Und unter normalen Verhältnissen, wenn man nicht gerade ein Verbrecher oder ein ähnlicher Mensch gewesen ist, dauert eben diese Zeit ziemlich lang zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nun, wann kommt man wiederum auf die Erde? Man kommt wiederum auf die Erde, wenn die Verhältnisse, in denen man gelebt hat, ganz andere geworden sind. Gewiß, manche Menschen kommen in die alten Verhältnisse schon wieder hinein; das tut ihnen dann sehr weh. Aber normalerweise kommt man eigentlich erst wiederum auf die Erde, wenn die Verhältnisse ganz andere geworden sind. Also man wird nicht wiederum in die alten Verhältnisse hineingeboren.
Ja, was wirkt denn dazu, daß diese alten Verhältnisse ganz andere geworden sind? Sehen Sie, man muß niemals bloß phantasieren, sondern man muß sich an die Wirklichkeiten halten. Die Kräfte, die wir haben, wenn wir nicht auf der Erde leben, sondern zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben, die sind so, daß sie auch auf der Erde hier wirken. Aus allen Sternen und überall her strömen diese Kräfte uns zu. Das sind aber eigentlich unsere Kräfte. Wir sind nur während jener Zeit nicht auf der Erde. Während wir auf der Erde sind, wirken unsere Kräfte von der Erde aus; wenn wir nicht auf der Erde sind, wirken sie vom Himmelsraum herein. Und das sind gerade die Vernichtungskräfte. Die vernichten dasjenige an Verhältnissen, worinnen wir waren.
Von den äußeren Verhältnissen kann man das leicht verstehen; aber das geht weiter bis in die Natur draußen hinein, meine Herren! Das geht bis in die Natur draußen hinein!
Denken Sie sich einmal unter den heutigen Verhältnissen, es wird ein Mensch verbrannt oder begraben. Nach einiger Zeit hat man das Bewußtsein: Von diesem Menschen ist kaum noch etwas vorhanden. Und wenn Sie schließlich auf die Friedhöfe gehen und nach fünfzig, sechzig Jahren nachschauen, was da noch ist unter der Stelle, von der man weiß, da ist einmal irgendeiner von den Ahnen begraben worden, werden Sie höchstens noch ein paar Knochenreste finden; aber die lösen sich auch dann auf. Also es ist nichts mehr da von alldem, was vernichtet werden muß; es muß ja unser ganzer Leib vernichtet sein, wenn wir wiedergeboren werden. Aber wenn äußerlich auch nichts mehr sichtbar ist von unserem Leib, so ist sogar noch sehr viel da; und derjenige, der die feineren Stoffe sehen kann, der findet schon, daß an der Stelle, wo ein Mensch begraben ist, sogar wo ein Mensch verbrannt ist, noch lange dasjenige nachwirkt, was eben einfach vom Menschen noch vorhanden ist. Das muß alles vorher vernichtet werden.
Nun war es bei den Ägyptern so, daß sie in dieser Gewohnheit, Mumien zu binden, eine bestimmte Absicht hatten. Sie hatten die Absicht, im Grunde genommen zu verhindern, daß die Menschen wieder herunterkommen müssen auf die Erde. Sie wollten das gar nicht; denn indem Sie den Leichnam einbalsamieren, verhindern Sie das Herunterkommen. Sie wollten den Menschen die Annehmlichkeit, in der geistigen Welt zu sein, erhalten. Und die Folge davon war, daß sie nicht nur die Mumien konserviert haben, sondern daß sie Stoffe verwendet haben, mit einer großen Kenntnis solche Stoffe verwendet haben, daß der physische Zusammenhalt so schön in der Form geblieben ist, daß wir heute noch die Mumien in Museen haben. Sie sind ein genauer Abdruck von dem, was eigentlich der Mensch dazumal war.
Nun, meine Herren, erstens ist es notwendigerweise so, daß das, was sich seit Jahrtausenden erhalten hat, wie Gift ist, weil es vernichtend ist. Es gehört den Vernichtungskräften eigentlich an. Es leben in einer Mumie ungeheuer viele Vernichtungskräfte. Es ist tatsächlich so, wenn Sie eine Mumie anschauen, an der Staub herauskommt, dann sind das lauter Vernichtungskräfte, die herauskommen. Diese Vernichtungskräfte sind da aus dem Grunde, den ich gesagt habe, weil eigentlich der Mensch vernichten will vom Außerirdischen aus dasjenige, was da war, auch in der Form. Nun ist es da, und er hat seine Vernichtungskräfte hineingeschickt. Also es hat schon seine Vernichtungskräfte in sich.
Zweitens aber haben die Ägypter noch ganz besondere Stoffe angewendet, um diese Mumien zu erhalten. Diese Stoffe, die sind der Vernichtung ganz besonders feindlich. Und diese Stoffe verhalten sich in kurzer Zeit so, daß sie eine Giftatmosphäre erzeugen. In der Umgebung einer Mumie ist immer eine Giftatmosphäre. Die rührt aus dem religiösen Anschauen der alten Ägypter her.
Nun kommt natürlich noch etwas anderes dazu. Wodurch haben denn die Ägypter solche Stoffe bekommen, die sich in verhältnismäBig kurzer Zeit, während sie selber damit ganz gut haben arbeiten können, in Gift verwandelt haben? Sehen Sie, der heutige Mensch hat ja gar keine Ahnung mehr von der Kraft der Sprache! Die Kraft der Sprache war in älteren Zeiten, auch in der ägyptischen Zeit, eine ungeheure. Denken Sie sich, Sie haben ein Feuer, das einen starken Rauch verursacht. Wenn Sie in das Feuer hineinblasen, so verändern Sie die Rauchgestalt. Sie können den Rauch dadurch, daß Sie leicht blasen, in irgendeiner Weise zum Wirbeln bringen; Sie können die Rauchgestalt also verändern. Das Blasen macht noch nicht viel aus. Aber wenn Sie anfangen, ein Liedchen zu pfeifen, dann ist ja das auch ein fortwährendes Blasen und so weiter. Da gestalten Sie schon die Rauchflammen nach dem Inhalt des Liedchens. Das haben die alten Menschen immer gewußt, daß der Stoff, wenn sie in irgendeiner Weise in ihn hineinsprechen, und gar erst durch bestimmte Worte, ganz verändert wird. Nun haben sie ihre Spezereien verwendet zum Einbalsamieren, zum Herrichten der Mumien. Mit diesen Spezereien haben sie nicht so gearbeitet, wie wir heute arbeiten, sondern es ist immer so gearbeitet worden, daß während des Einbalsamierens etwas gesprochen wurde, was heute ungefähr so lauten würde: Wer sich meinem Leibe nähert, wird den Tod finden. - Aber das ist in einem solchen Tonfall und in einer solchen Sprache gehalten gewesen, daß sich die Materie darnach gerichtet hat, so daß während des Einbalsamierens diese Kraft in den Stoff der Spezereien übergegangen ist. Das lebt darinnen. - Das kann der heutige Mensch gar nicht mehr glauben; es ist aber so. Wenn Sie also eine Mumie haben und an den Stoff einer Mumie herankommen, so ist darinnen heute noch enthalten das uralte Wort: Wer sich meinem Leibe nähert, der stirbt daran, der findet den Tod. - Das geschieht auch, weil mittlerweile diese Materie jene Kraft bekommen hat, die durch das Wort in sie hineingekommen ist.
Heute ist das alles nur noch in den allerletzten Überresten vorhanden. Aber gehen Sie in eine katholische Kirche - da hat der Priester nicht mehr die Macht, die Spezereien mit dem Worte zu bezwingen; aber einer geringeren Macht bedient er sich: er macht Weihrauch. Nun würde die ganze Prozedur, die sich da abspielt, ganz unschädlich verfließen, wenn erst das Richtige gemacht würde, dann der Weihrauch entzündet würde, dann in den Weihrauch hinein gewisse Gebete gesprochen würden, oder Gedanken geschickt würden. Aber das geschieht nicht, sondern es wird der Weihrauch gemacht; in den hinein werden bestimmte Worte gesprochen - die sind dann im Weihrauch drinnen, und die wirken dann auf die Leute, die in der Weihrauchatmosphäre sind. Daher ist der Weihrauchgeruch ein wichtiges Mittel zur Bekehrung der Sünder.
Also Sie sehen, meine Herren, die letzten Reste von alldem sind noch geblieben! Aber dieses Einbalsamieren war tatsächlich eine religiöse Handlung, und man änderte die Materie um. Sehen Sie, ein Mann, den ich gut kenne, der sich asiatischen Gräbern genähert hat die ägyptischen Gräber sind dafür besonders charakteristisch, die asiatischen haben es aber auch -, der hat gefunden: Man kann sich überhaupt nicht über eine gewisse Grenze diesen Gräbern nähern; man weiß: Gehst du jetzt noch weiter, so wirst du ohnmächtig, oder stirbst. - Also man kann nicht herankommen; es hält einen die Giftatmosphäre zurück. Das ist aus dem Grunde, weil diesen Stoffen, mit denen die Leichen behandelt worden sind, in der Tat das Wort, das schädigende, vernichtende Wort eingepflanzt worden ist.
Aber jetzt kommt etwas anderes. Nicht wahr, wenn der Mensch, sagen wir, vor zehn Jahrhunderten, vor einem Jahrtausend auf der Erde gewesen ist, so ändern sich ja seine Kräfte um. Er geht durch die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Er kommt wieder. Nun hat er da die Kräfte, sich den neuen Körper aufzubauen. Diese Kräfte hat er. Die hat er nur dadurch, daß er im Geistigen alle Vernichtungskräfte überwinden kann. Also die Kraft, die aus dem Samen heraus wirkt, die wird gerade dadurch verstärkt. Denn der Mensch könnte heute nicht einen Menschensamen zu einem Leibe formen, den er jetzt will, sondern der würde halt derjenige Leib, der vor Jahrhunderten da war. Die Kraft, die in irgendeinem Samen liegen wird, die muß auch alt sein, die muß von früher da sein. Mit der jetzigen Kraft kann man in keinem Samen etwas bewirken. Sehen Sie, damit der Same überhaupt bei der Pflanze im nächsten Jahr wirken kann, muß er durch den Winter den äußeren Kräften entzogen sein, den inneren Kräften der Erde zugewendet sein. Diese Kräfte sind für alles Äußere Vernichtungskräfte.
Nun wurden diese Kornkörner, die in die ägyptischen Königsgräber hineinkamen, doch eigentlich mit den Vernichtungskräften mitbegraben. Während also alles dasjenige, was jetziger Körper ist, zerstört wird, wenn der Mensch seinen Körper den Vernichtungskräften entgegenbringt, hat ja dasjenige, was im Samen liegt, entgegengesetzte Beziehungen. Das wird gerade in seiner Lebenskraft verstärkt. Dadurch kann es vorkommen - bei allen Körnern ist es nicht der Fall, aber bei vielen -, daß dasselbe eintritt, was sonst nur während des Winters eintritt: daß die Samenkörner der Pflanze mit den Vernichtungskräften der Leichname zusammen sind und ihre Kräfte sogar konserviert werden, erhalten werden. Da sind sie sogar noch nach langer Zeit wie frische Getreidekörner wirksam.
Und so muß man, gerade wenn man auf solche Dinge hinschaut, sich klar darüber sein, daß im Leben eben die Sachen vorkommen, die man mit der materialistischen Wissenschaft gar nicht verstehen kann, weil da wirklich geistige Kräfte mitwirken. Und die geistigen Kräfte fangen sofort an mitzuwirken, wenn eine gewisse Zeit im Erdenlauf verflossen ist.
Nehmen Sie einmal folgendes an. Natürlich, das ist etwas, was ich Ihnen nur erzählen kann; aber es ist möglich, daß der Mensch dazukommt, wirklich zurückzuschauen in frühere Erdenleben, für sich und für andere Menschen, die mit ihm zusammen waren. Aber da haben sich die früheren Menschen in Geist verwandelt. Es ist auch nichts von ihnen geblieben. Wenn also, sagen wir, ein Mensch, der im alten Griechenland gelebt hat, heute ein ganz weiser Mensch ist, wiedergeboren wird und seine Gestalt vom alten Griechenland anschauen kann, wie er da herumgewandelt ist, dann sieht er sie ja im Geist, sieht sie richtig im Geist. Würde plötzlich einmal durch irgend etwas - was weiß ich, durch einen Teufel - das, was er im Geist sieht, in einen wirklichen Menschen verwandelt, das heißt, würde er sich als leibhaftiger Mensch wiederbegegnen, so würde er davon sterben. Man kann dem Vergangenen nicht leibhaftig begegnen. Da stirbt man! Und derjenige, der eine vergangene Inkarnation sehen würde, wie sie wirklich physisch war, der wird auch den Kräften gegenüberstehen, die durchaus das Zukünftige sterben machen wollen, richtig sterben machen wollen. So ist es schon. Nun, dadurch entstehen ganz unnatürliche Verhältnisse. Denken Sie sich, die Leute, die in Ägypten ihren Leibern nach mumifiziert worden sind, die also jetzt ihrer Gestalt nach daliegen, die sind ja längst auf die Erde wiedergekommen, sind längst wiedergekommen! So daß sie gelebt haben, oder jetzt leben, und ihre früheren Gestalten sind da. Diese früheren Gestalten wirken nicht nur auf die Menschen, die wiedergekommen sind, sondern wenn der Mensch wiedergekommen ist, wirken sie auch zerstörend auf die anderen Menschen, die in der Nähe einer solchen erhalten gebliebenen Gestalt sind. So daß eigentlich von jeder Mumie in Wirklichkeit eine Feindschaft ausgeht gegen das menschliche Leben. Es ist gar nicht anders möglich: Es geht eine Feindschaft von ihnen aus für das menschliche Leben. Das alles beachten die Menschen eigentlich nicht. Und dadurch kann es natürlich auch einmal vorkommen, daß Mumien, die besonders ehrgeizigen Menschen mit großer Machtbefugnis angehört haben und in die man viel geheimnißt hat, daß sie sich recht lang erhalten und schädlich wirken sollen, tatsächlich einmal so schlimm wirken können, daß, wenn man in ihre Nähe kommt, man krank wird und unter Umständen auch stirbt. Daher diese unerklärlichen Sachen, die jetzt herauskommen.
Nun bleibt noch das Dritte übrig: daß Sie diesen Nachrichten nach erfahren, daß es heute außerordentlich. schwierig ist, an diese Gräber heranzukommen. Es ist in der Tat furchtbar schwierig. Und wenn wir heute von den alten Mysterien hören - das tun wir ja vielfach -, da ist es auch so, daß man fragen kann: Wo sind denn diese Mysterien? Ja, man müßte erst tief in die Felsen hineingraben, da würde man auf Höhlen kommen; in diesen Höhlen würde man, wenn man es entziffern könnte, allerlei interessante Schriftzeichen sehen. Das ist alles heute im Grunde von Felsen bedeckt, Felsen, die so verwachsen sind, bei denen die Narben, diese Narben, die ja entstehen, wenn man Felsen bearbeitet, so verwachsen sind, daß man heute, wenn man es oberflächlich anschaut, gar nicht bemerkt, daß diese Felsen nicht von Natur dahin gekommen sind, sondern eigentlich von Menschenhänden bearbeitet worden sind. - Und es war schon so, daß der Ägypter wollte, daß die Gräber geschützt sind. Also er hat sie tief in den Felsen hineingearbeitet und dann außerdem noch künstliche Gebilde darüber gemacht, die allmählich sich verwandelt haben im Laufe der Jahrtausende, so daß sie wie natürliche Felsengebilde oder Felsenhügel ausschauen.
Da bleibt nur die einzige Frage übrig, die Sie aber dazu führen wird, vieles aus der Geschichte zu verstehen, was man sonst gar nicht versteht. Nun, ich möchte wissen, wie es möglich wäre, wenn heute eine Anzahl von Menschen, und seien es noch so viele, solche Kräfte aufbringen müßten, wie man sich vorstellen muß, daß sie notwendig gewesen sind, um diese Sachen aufzubauen! Schon zum Zerstören gehört so viel Zeit, wie Sie gesagt haben! Denken Sie sich nur einmal, die Pharaonen - so haben die ägyptischen Könige geheißen -, die hatten die Macht, durch ihre starke Geistigkeit auf Menschen zu wirken. Wenn man in den Stoff hineinwirken kann, kann man erst recht mit den Worten auf Menschen wirken. Das tun wir heute nicht, weil heute der Mensch überzeugt sein soll von dem, was er hört. Aber diese alten Pharaonen, die hatten eine ungeheure Macht. Daher konnten sie auf die Kraft der Menschen, auf deren Arbeitskraft, ungeheuer wirken. Nun müssen Sie aber eine andere Erscheinung zu Hilfe nehmen, um das zu verstehen. Sehen Sie, der normale Mensch kann ja gewisse Dinge heben und verrücken und so weiter. Aber haben Sie nicht schon gesehen, wenn einer verrückt wird, daß ungeheure Kräfte in ihm wachsen? Sie können manchmal darüber erstaunt sein, was ein Mensch für Kräfte kriegt zum Heben von Dingen, die er sonst nicht heben kann, im Tragen von Dingen, die er sonst gar nicht tragen kann! Und was er erst für Kräfte kriegt, wenn er mit Ihnen rauft! Sie können ihn spielend leicht überwunden haben, als er noch nicht verrückt war; wird er verrückt, sofort hat er Sie niedergeworfen. So wachsen die Kräfte dem Menschen, wenn er wahnsinnig geworden ist.
Nun waren das die Ägypter nicht. Sie waren aber auch nicht so besonnen wie wir heute, sondern waren in einem traumhaften Leben, hatten riesige Kräfte. Und wie wenig Leute man brauchte im alten Ägypten, um einen riesigen Stein zu wälzen, an seinen Ort zu bringen, der manchmal sehr hoch sein konnte, davon hat heute der Mensch überhaupt keine Begriffe mehr. Der Mensch heute kann sich gar nicht mehr vorstellen, daß es Zeiten gegeben hat, in denen fünf Menschen einen ungeheuren Felsblock von weither genommen hatten und hoch hinauf befördern konnten. Die Kräfte der Menschen im alten Ägypten waren eben ungeheuer groß. Und das konnte man natürlich nur dadurch bewirken, daß man die Kräfte bei diesen Menschen dadurch ausgebildet hat, daß man sie geradezu zu Sklaven gemacht hat. Aber die Sklaverei war nicht bloß dazu da; das zeigte sich, als die Menschheit schon schwach geworden war und der Verstand schon erwacht war. In der Zeit, die auf die ägyptische folgte, wird mit dem Verstand die physische Kraft schon vermindert. Da nimmt sich das Sklaventum so aus, daß man es nur in Gang halten will und das Recht gefordert wird, es in Gang zu halten. Früher war es aber noch anders; da hat man die ganze Natur des Menschen stumpf und dumpf und traumhaft gelassen, weil man dadurch seine physische Kraft verstärken konnte. Und durch solche künstlich gezogenen physischen Kräfte sind namentlich solche Dinge erarbeitet worden wie diese Königsgräber, für die man heute, um hineinzukommen, eine solch riesige Arbeit braucht, nur um es zu zerstören!
Nicht wahr, über all diese Sachen werden ja wirklich die irrtümlichsten Ansichten verbreitet aus dem Grunde, weil heute meistens die am meisten materialistisch gesinnten Menschen an diese Sachen herankommen. Die können gar nicht verstehen, was da eigentlich ist. Da gräbt einer ein Königsgrab auf - muß sterben. Die Leute sind furchtbar verwundert darüber, weil sie nicht wissen, daß das eigentlich im Grunde mit beabsichtigt war von den alten Ägyptern, daß der stirbt. Sie haben die Mittel gehabt, um auch durch die Zeit hindurch zu wirken.
Vergegenwärtigen Sie sich nur dieses: Sagen wir, Sie sind in Basel und Sie haben einen Funktelegraphen; irgend jemand in Berlin fängt das Telegramm auf, er hört, was Sie im Funktelegraphen sagen. Nicht wahr, das ist dem Raume nach weit weg, ganz weit weg. Warum? Weil wir in unserem Funktelegraphen, den wir entdeckt haben, den Raum überwinden und imstande sind, durch den Raum hindurch zu wirken. Ganz woanders erscheint das, was dem Funkspruch übergeben wird. Der Funkspruch geht durch den Raum, und auf einer andern Ecke lebt er auf. Ja, meine Herren, denken Sie sich, hier lassen Sie den Funkspruch los: Wer hört, was ich sage, der stirbt! - und nun denken Sie, es hörte dies hier ein sehr nervöser Mensch, ein furchtbar beeindruckbarer Mensch. Der vernimmt: Wer das hört, was ich sage, der stirbt -, natürlich muß er schon sehr nervös sein, aber er kann auch aus Schreck wirklich sterben, besonders wenn der, der da redet, der den Funkspruch gibt, ein Verrückter ist. Denn die Kräfte, die beim Verrückten in der Sprache leben, sind ja viel überwältigender als die Kräfte, die bei einem Besonnenen leben. Wenn also da ein Verrückter hereinspricht und dort einer den Spruch des Verrückten hört, der kann sterben.
Nun haben eben die Ägypter die Möglichkeit gehabt, in ihren Gräbern solches zu konservieren, solche Sprüche hineinzulegen. Die wirken jetzt nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Und wenn jetzt der Engländer seine Nase da hineinsteckt, dann weiß er nicht, daß im Geruch, der in die Nase hereingeht, die in die Spezereien hineinversetzten Worte wirken.
Der Mensch, der hier am Funktelegraphen als nervöser Mensch horcht und den Funkspruch des Verrückten hört, der muß wenigstens aus Schreck sterben. Der andere aber stirbt, ohne daß er erst etwas hört, weil es im Geruch liegt. Er stirbt davon. Da hinein ist der «Funkspruch» - wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf - hineingezaubert; und man setzt sich eigentlich in zeitliche Ferntelegraphie mit dem, was die alten Ägypter getan haben. Die wollten ja den töten, der seine Nase hineinsteckte. Das geschieht nur eben, weil sie die Kunst gekannt haben, die entsprechenden Worte in die Spezereien hineinzusprechen, so daß sie wirken.
Sehen Sie, wenn Sie herangehen an das, was man geistig wissen kann, dann werden Sie über die Dinge nicht mehr verwundert sein. Aber das Merkwürdige ist, daß der Mensch, indem er heute überall hinkommt und seine Untersuchungen macht, mit der Nase manchmal, wie diese letzten Fälle zeigen, in recht unangenehmer Weise daraufgestoßen wird, wie der Geist wirkt. Diejenigen, auf die dann der Geist am stärksten wirkt, dadurch, daß er sie tötet, die würden, wenn sie nachher nach ihrem Tod Weisheit verbreiten könnten, schon die Wahrheit reden! Nun, das geht nicht. So müssen wir sie selber aussprechen, die Ratschlüsse aus der geistigen Welt.