Human History and the World Views of Civilized Nations
GA 353 — 17 May 1924, Dornach
Vierzehnter Vertrag
Herr Erbsmehl: Was bedeuten die von Zeit zu Zeit erscheinenden Kometen? Und worin unterscheidet sich der Tierkreis von den übrigen Sternen?
Dr. Steiner: Das ist eine Frage, die uns überhaupt ein bißchen in das Verständnis der Astronomie hineinführen wird. Sie hören ja astronomische Vorträge, und da kann es ganz gut sein, wenn wir gerade diese Frage einmal von einem gewissen Gesichtspunkte aus besprechen.
Wenn wir den Sternenhimmel anschauen, so haben wir als größten und auch uns nächststehenden Stern den Mond. Der Mond hat daher auch denjenigen Einfluß auf die Menschen der Erde, der am leichtesten wahrzunehmen ist. Und Sie haben gewiß auch schon gehört davon, wie der Mond die Phantasie der Menschen anregt. Das ist etwas, was jeder weiß. Aber ich habe Ihnen erzählt von anderen Einflüssen des Mondes, die er auch auf die Fortpflanzung der Wesen hat und so weiter. Dann sehen wir andere Himmelskörper, die sich in ähnlicher Weise verhalten wie der Mond. Der Mond bewegt sich - Sie können ihn sich bewegen sehen -, und die anderen Sterne, die ihm ähnlich sind, bewegen sich auch. Diese Sterne, die sich auch bewegen, nennen wir Wandelsterne oder Planeten.
Nun scheint es bei der Sonne auch so, daß sie sich bewegt. In Wirklichkeit bewegt sie sich auch; aber in bezug auf unsere Erde bewegt sie sich nicht. Sie bleibt immer etwa in derselben Entfernung und beschreibt auch nicht um die Erde herum einen Kreis. Die Sonne wird daher als ein Fixstern angesprochen. Und so sind auch die anderen Sterne, außer denjenigen, die deutlich ihren Ort verändern, Fixsterne.
Wenn man sich nun den Sternenhimmel anschaut, so hat man ungefähr den Anblick, den einem jede Nacht — namentlich die Nächte, wo Mondschein ist - der Sternenhimmel offenbart. Aber es gibt Veränderungen am Sternenhimmel. Sie können besonders in gewissen Wochen im Sommer sehen, wie ein Stern nach dem andern — scheinbar — sich schnell bewegt und dann verschwindet: Sternschnuppen. Solche Sternschnuppen sind ja auch sonst am Himmel zu sehen, aber sie sind vorzugsweise in gewissen Sommerwochen zu sehen, wo gerade Scharen von solchen kleinen Sternen aufleuchten, rasch über den Himmel hingehen und dann verschwinden.
Außer diesen aber sind nun die Sterne vorhanden, von denen der Herr Erbsmehl in seiner Frage eben gesprochen hat: die Kometen. Diese Kometen erscheinen nur seltener; sie unterscheiden sich auch in bezug auf ihre Gestalt von den anderen Sternen. Sie zeigen eine Gestalt, die zum Beispiel etwa so ausschaut: Sie haben eine Art von Kern, und dann haben sie einen Schwanz, den sie nachziehen. Manchmal schauen sie auch so aus, daß sie zwei solche Schwänze nachziehen. Wenn man die anderen Sterne anschaut, die sich bewegen, so haben diese eine Bewegung, die verhältnismäßig regelmäßig ist und man weiß immer, zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinen diese anderen Sterne, zu einem anderen Zeitpunkt sind sie unter der Erde und erscheinen nicht, während man bei diesen Sternen, den Kometen, eben wahrnimmt: Sie kommen und gehen wiederum fort, ohne daß man so recht weiß, wohin sie eigentlich gehen. Sie zeigen also innerhalb der anderen Sterne gewissermaßen unregelmäßige Bewegungen.
Nun, diese Kometen, die wurden immer von den Menschen anders aufgefaßt als die anderen Sterne, und namentlich spielten diese Kometen bei abergläubischen Leuten eine große Rolle. Diese abergläubischen Leute glaubten, wenn ein solcher Komet erscheint, so bedeute er Unglück.
Darüber braucht man sich nicht besonders zu wundern, denn alles, was nicht regelmäßig abläuft, verursacht bei den Leuten Verwunderung und Erstaunen. Es braucht das gar nicht so furchtbar ernst genommen zu werden, denn die Leute finden ja auch bei ganz gewöhnlichen Gegenständen, die sich sonst immer anders verhalten, daß es etwas bedeutet, wenn sie sich besonders verhalten. Wenn man zum Beispiel ein Messer fallen läßt, bleibt es gewöhnlich nicht im Boden stecken, sondern fällt glatt auf. Da bedeutet es nichts, weil man das gewohnt ist. Wenn aber das Messer gerade im Boden steckenbleibt, so haben abergläubische Leute die Meinung, daß das etwas bedeute. Wenn der Mond erscheint — daran sind die Leute gewöhnt, das bedeutet ihnen nichts Besonderes. Wenn aber solch ein Stern auftritt, der noch dazu eine besondere Gestalt hat, dann, ja dann bedeutet das eben etwas Besonderes! Also darüber braucht man sich nicht gleich aufzuregen, wenn von abergläubischen Leuten die Sachen auf etwas bezogen werden.
Wir müssen vor allen Dingen die Sache jetzt wissenschaftlich betrachten. Und da ist vor allen Dingen folgendes doch wahr. In nicht sehr alten Zeiten, da hat man sich mehr nach dem gerichtet, was man sah am Himmel und hat beschrieben, daß die Erde im Mittelpunkt der Welt steht - ich will jetzt nur erzählen, wie man sich das vorgestellt hat -, und daß sich um die Erde herumbewegen der Mond, der Merkur, die Venus, die Sonne und so weiter, und daß sich der ganze Sternenhimmel, wie man das ja auch sieht - jeder Stern geht auf und wieder unter -, bewegt. Also man sieht den Sternenhimmel sich bewegen. Wenn Sie lange genug draußen bleiben würden, würden Sie ja sehen, wie die sogenannten Fixsterne scheinbar über den Himmel gehen. Das hat man in alten Zeiten so genommen, weil man es eben gesehen hat, und hat es so beschrieben, wie man es gesehen hat.
Nun ist, wie Sie wissen, im 15., 16. Jahrhundert der Kopernikus gekommen und hat gesagt: Nichts da! Die Erde steht nicht im Mittelpunkt, sondern die Sonne steht im Mittelpunkt, und um die Sonne herum bewegen sich Merkur, Venus, die Erde und so weiter. - Damit wurde die Erde selber zu einem Planeten gemacht. Ein ganz anderes Weltsystem, eine ganz andere Anschauung in bezug auf den Raum trat auf. Und so wie die Sonne, so sollten nun auch die anderen Fixsterne feststehen. Ihre Bewegung ist also dann nur eine scheinbare.
Sehen Sie, meine Herren, die Sache ist so: Ich bin schon einmal auf diese Sache zu sprechen gekommen bei einer anderen Frage, die Herr Burle gestellt hat über die Relativitätstheorie, ob etwas Richtiges sei an diesen Theorien und an manchen anderen noch, die man aufgestellt hat. So zum Beispiel ist auch das eine Theorie gewesen, die ein gewisser Tycho Brahe aufgestellt hat, der gesagt hat: Ja, die Sonne steht schon still, aber die Erde steht auch still und so weiter. - Also es hat auch andere Weltsysteme gegeben; aber wir betrachten diese zwei: das alte, das hauptsächlich zurückführt auf den Ptolemäus, das Ptolemäische System, und dann das Kopernikanische System, das auf Kopernikus zurückführt. Das sind also zwei Weltsysteme. Etwas ist an jedem richtig. Namentlich kann man nicht unterscheiden, wenn man ganz genau auf die Tatsachen eingeht, ob das eine oder das andere richtig ist.
Die Sache ist diese, meine Herren: Ich habe Ihnen damals gesagt, daß es Leute gibt, die behaupten, man könne nicht unterscheiden, wenn ich zum Beispiel mit einem Auto von der Villa Hansi herauffahre zum Goetheanum, ob nun das Auto fährt oder das Goetheanum entgegenkommt! Nun, das ist ja gewiß nach dem Augenschein nicht zu unterscheiden, sondern bloß dadurch, daß das Auto abgenützt wird, daß das Auto Benzin braucht und nicht das Goetheanum. Nach dem Inneren kann man es unterscheiden. Ebenso können Sie, wenn Sie nach Basel hineingehen, unterscheiden, ob Basel zu Ihnen herauskommt oder Sie hineingehen, weil Sie sich ermüden. Also nur im Inneren kann man es entscheiden.
Daraus soll Ihnen nur ersichtlich sein, daß eigentlich jedes Weltsystem so ist, daß es von der einen Seite richtig und von der anderen Seite falsch sein kann. Man kann gar nicht absolut entscheiden. Das ist so! Man kann wirklich nicht entscheiden bei einem Weltsystem, welches ganz richtig und welches ganz falsch ist. Sie werden sagen: Ja, aber die Sachen werden doch berechnet! - Ja, sehen Sie, sie werden schon berechnet, aber die Rechnungen, die man aufstellt, stimmen nie ganz! Wenn man zum Beispiel berechnet, wie schnell ein Stern sich bewegt, so weiß man: Nach einer bestimmten Zeit muß er an einem bestimmten Ort am Himmel stehen. Also man rechnet aus, wo ein Stern zu einer bestimmten Zeit stehen soll, richtet das Fernrohr hin; nun müßte er im Fernrohr drinnen sein. Oftmals ist er es nicht, da muß man wieder die Formel korrigieren; und so zeigt sich, daß eigentlich auch keine Rechnung ganz stimmt. Die Sache im Weltsystem ist so, daß keine Rechnung ganz stimmt! Woher kommt das? Stellen Sie sich vor, Sie kennen einen Menschen ganz gut. Dann werden Sie sich sagen, wenn der Ihnen etwas verspricht, können Sie ganz sicher darauf bauen. Nehmen Sie an, Sie kennen einen Menschen ganz gut; der hat Ihnen versprochen, am 20. Mai um fünf Uhr nachmittags wird er an dem und dem Ort sein. Sie können auch dort sein. Sie werden eben ganz sicher sein, daß er dort ist, weil Sie ihn kennen. Nun kann es sich aber doch zutragen, daß er nicht kommt! Und so ist es auch beim Weltsystem. Wenn man auf kleine Sachen sieht, dann kann man sagen: Man kann sicher darauf bauen, daß die Dinge so eintreten, wie man es weiß. Wenn ich also einen Ofen heize, so wird der nach Naturgesetzen im Zimmer Wärme ausbreiten. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß einmal ein Feuer nicht Wärme macht im Zimmer! Aber das hört auf, meine Herren, wenn die großen Verhältnisse im Weltenall anfangen. Da wird die Geschichte zwar auch schon so sicher, wie es beim einzelnen Menschen ist, aber auch so unsicher, wie es beim einzelnen Menschen ist. So daß alles das, was man da berechnet, immer irgendwo einen Knacks hat. Und woher rührt der Knacks? Der Knacks rührt nicht nur davon her, daß diese Sonnensysteme nicht auf sich selber allein angewiesen sind. Nehmen Sie an, dem betreffenden Menschen hat auf dem Weg, auf dem er zu Ihnen gegangen ist, etwas besonders gefallen. Er ist aufgehalten worden. Wenn diese Planetensysteme so wären, daß gar nichts in ihnen vorkommen könnte als das, was Sonne, Mond und Sterne tun, so würde man sie auch berechnen können; man würde ganz genau wissen, wo ein Stern zu einer bestimmten Zeit steht, bis auf das Tausendstel einer Sekunde, denn Rechnungen können sehr genau angestellt werden. Aber die Rechnungen haben eben, wie ich gesagt habe, einen Knacks. Das rührt lediglich davon her, daß diesen Systemen gar nicht gestattet ist, im Weltenall ganz ungeniert für sich zu sein, sondern da dringen nun hinein die Kometen, fahren so durch; und damit, daß diese Kometen aus dem Weltenall eindringen, damit gibt das Weltenall diesem Planetensystem so etwas Ähnliches, wie wir bekommen, wenn wir essen: Der Komet ist eine Art Nahrungsmittel für die Planetensysteme! Und die Sache ist diese: Wenn dann solch ein Komet eindringt, so verändert sich immer ein bißchen etwas in der Bewegung; und so kommt man nie auf eine ganz regelmäßige Bewegung. Die Sache ist also diese, meine Herren: Von den Kometen rührt die Unregelmäßigkeit in der Bewegung oder in der Ruhe des ganzen Planetensystems her.
Nun die Kometen selber. Sehen Sie, da behaupten die Leute: Ja, so ein Komet, der kommt von so weit her, daß man ihn zunächst nicht sieht; wenn er in die Nähe des Sonnensystems kommt, dann fängt man an, ihn zu sehen (es wird gezeichnet). Also da sieht man ihn. Jetzt geht er weiter; man sieht ihn immer noch, dann etwas noch, und da verschwindet er. Nun, was sagen da die Leute? Die Leute sagen: Nun, das ist über der Erde, das kann man sehen; aber dann geht der Komet so herüber, wird unsichtbar und kommt da wieder zurück nach einer Anzahl von Jahren. So sagen die Leute.
Wenn ich Ihnen das Sonnensystem zeichne, so haben wir da die Sonne; da sind die Planeten. Nun stellen sich die Leute vor: Der Komet kommt von weit her, von außerhalb des Sonnensystems, kommt hier in den Bereich der Sonne; und da sieht man ihn nicht mehr, wenn er drunten ist — da kommt er wieder zurück. Also sie stellen sich vor, die Planeten bewegen sich in einer kurzen Ellipse, der Komet aber in einer riesig langen Ellipse. Und wenn er hereinkommt und wir ihn über uns haben, daß man hinaufschauen kann, dann bleibt er sichtbar, sonst ist er unsichtbar, und kommt dann wieder zurück. Der Halleysche Komet, der nach seinem Entdecker so genannt wird, erscheint alle sechsundsiebzig Jahre.
Nun, meine Herren, da ist aber jetzt etwas darinnen, wo die Geisteswissenschaft aus ihren Beobachtungen heraus nicht mitgehen kann: Es ist nämlich gar nicht wahr, daß der Komet so herumgeht! Sondern wirklich wahr ist dieses, daß der Komet hier erst entsteht, und da sondert er, wenn ich so sagen soll, den Weltenstoff zusammen, da sammelt sich der Weltenstoff; da entsteht er (auf die Zeichnung weisend), geht so weiter, und hier verschwindet er wiederum, löst sich auf. Diese Linie (Ellipse) hier, die ist in Wirklichkeit gar nicht vorhanden. Man hat es also zu tun mit einem Gebilde, das in einer gewissen Entfernung entsteht und in einer gewissen Entfernung wieder vergeht. Ja, was geschieht denn da eigentlich?
Nun, da kommt man dazu zu sagen: Das ist ja nicht wahr, daß die Sonne stillsteht! In bezug auf die Erde steht sie still, aber in bezug auf den Raum bewegt sie sich mit einer riesigen Schnelligkeit. Das ganze Planetensystem rast durch den Weltenraum, bewegt sich vorwärts. Die Sonne bewegt sich gegen das Sternbild des Herkules hin. Sıe könnten nun fragen, woher man das wisse, daß sich die Sonne gegen das Sternbild des Herkules hin bewegt? Sie wissen, wenn man in eine Allee hineingeht und Sie stehen da, so scheinen die Bäume, die da vorne sind, weiter auseinander, und dann scheinen sie immer näher. Nicht wahr, wenn man in eine Allee hineinschaut, dann ist es so, daß die Bäume immer näher scheinen; wenn Sie aber jetzt in dieser Richtung weitergehen, dann ist es, als ob diese Bäume auseinandergingen. Da wird der Raum, den Sie zwischen zwei Bäumen sehen, immer größer und größer. Nun denken Sie sich, wenn hier das Sternbild des Herkules ist, da haben doch die Sterne im Sternbilde des Herkules gewisse Entfernungen voneinander. Wenn wir mit unserem Sonnensystem still stehen, so müßten diese Entfernungen immer gleich bleiben. Wenn aber die Sonne mit den anderen Planeten sich dahin bewegt, so müssen die Sterne vom Herkules immer größer erscheinen, sie müssen scheinbar auseinandergehen. Und das tun sie wirklich! Seit Jahrhunderten kann man beobachten, daß die Entfernungen im Sternbilde des Herkules immer größer und größer werden. Daraus geht hervor, daß die Sonne sich wirklich hinbewegt gegen das Sternbild des Herkules. Und geradeso wie man hier berechnen kann, wenn man mit einem Visierinstrument mißt, wie nahe wir vorbeigehen und wie schnell - wenn einer schneller geht, so wird die Entfernung rascher größer als bei einem andern -, so kann man auch berechnen, wie die Sonne geht. Die Rechnungen sind immer sehr genau ausgeführt. Also das ganze Planetensystem mit der Sonne rast dahin gegen das Sternbild des Herkules.
Aber dieses Dahinrasen ist etwas, was am Planetensystem ebenso wirkt, wie wenn Sie arbeiten. Wenn Sie arbeiten, verlieren Sie von Ihrer Substanz, müssen sie wieder ersetzen. Und so ist es auch, daß, wenn das Planetensystem durch den Weltenraum rast, es da fortwährend von seiner Substanz verliert. Die muß wieder ersetzt werden. Da ziehen die Kometen herum; die sammeln die Substanz, und sie wird wiederum eingefangen, wenn der Komet durchgeht durch das Planetensystem. Auf diese Weise wird durch die Kometen die unbrauchbar gewordene, die ausgeschiedene Substanz des Planetensystems wiederum ersetzt. Aber zu gleicher Zeit kommen diese Kometen herein in das Planetensystem, und sie bewirken darinnen eine Unregelmäßigkeit, so daß man die Bewegungen nicht in Wirklichkeit berechnen kann.
Dies zeigt Ihnen zugleich: Wenn man genügend weit geht, so wird die Sache im Weltenraum lebendig! Solch ein Planetensystem ist eigentlich ein lebendes Wesen; es muß essen. Und die Kometen werden gegessen!
Woraus bestehen denn nun hauptsächlich diese Kometen? Diese Kometen haben als wichtigste Substanz in sich dasjenige, was man innerhalb des Planetensystems wirklich gerade aus dem Himmel heraus braucht: sie haben in sich Kohlenstoff und Stickstoff. Natürlich auch Wasserstoff und so weiter. Aber diese zwei Stoffe sind besonders wichtig: Kohlenstoff und Stickstoff. Denn den Stickstoff brauchen wir in der Luft, der muß immer erneuert werden; den Kohlenstoff, den brauchen wir, weil ihn alle Pflanzen brauchen. Und so bezieht die Erde wirklich aus dem Weltenall ihre Stoffe! Die werden immer ersetzt.
Aber die Sache geht ja nun weiter. Sie wissen ja, wenn Sie essen, da essen Sie Dinge, die auf den Tellern noch groß sind; aber Sie zerkleinern sie, Sie zerbeißen sie. Zunächst zerschneiden Sie sie. Und Sie müssen das tun, denn wenn Sie, wenn das möglich wäre, eine große Gans verschlucken würden, so würde Ihnen das nicht gut bekommen! Sie müssen das zerkleinern. Ebenso können Sie nicht einen ganzen Kalbskopf verschlucken; das können nur die Schlangen, die Menschen können das nicht. Das muß zerkleinert werden. Nun, ebenso macht es mit seiner Nahrung das Planetensystem. Solch ein Komet kann manchmal - nicht jeder, aber mancher kann nach Schlangenart ganz verschluckt werden. Aber es kommen auch solche Kometen, welche zerkleinert werden, wenn sie hereinkommen. Dann zerfällt der Komet, wie zum Beispiel im August der Meteorschwarm in lauter kleine Sterne zerfällt, die als Sternschnuppen herunterkommen. Denn diese Sternschnuppen sind lauter kleinwinzige Teile von Kometen, die heruntersausen. Und so sehen Sie nicht nur die Art und Weise, wie die Weltennahrung in das Sonnensystem hereinkommt, sondern Sie sehen zu gleicher Zeit, wie diese Weltennahrung von der Erde verzehrt wird. Man kann also auf diese Weise wirklich darauf hinschauen, was die Kometen, die so unregelmäßig erscheinen, für eine Bedeutung haben für die Erde.
Nun, sehen Sie, die Sache ist diese - da muß man von allem Aberglauben absehen -: Auf das Ganze, was auf der Erde vorgeht, hat schon wiederum der Komet seinen außerirdischen Einfluß, den man auch sehen kann. Es ist ja merkwürdig: Sie wissen, es gibt gute und schlechte Weinjahre; aber die guten Weinjahre, die rühren eigentlich davon her, daß die Erde hungrig geworden ist. Da überläßt sie ihre Fruchtbarkeit mehr der Sonne, und die Sonne, die bewirkt ja die Güte des Weines. Wenn nun die Erde auf der einen Seite einmal ein gutes Weinjahr hat, so kann man fast sicher sein, daß bald darnach ein Komet kommt, weil die Erde wiederum hungrig war und wiederum Nahrung braucht für das andere. Dann kommen schlechte Weinjahre. Wenn wiederum ein gutes Weinjahr kommt, kommt hinterher ein Komet. Es hängt schon das, wie die Erde in ihren Substanzen ist, zusammen mit der Art, wie die Kometen erscheinen und nicht erscheinen.
Nun wurde noch gefragt, wodurch sich der Tierkreis von den anderen Fixsternen unterscheide.
Nicht wahr, wenn man einfach hinausschaut in die Weiten des Weltenalls, dann sieht man unzählige Sterne. Diese Sterne stehen scheinbar unregelmäßig. Aber man kann immer Gruppen unterscheiden, die man Sternbilder nennt.
Nun, was man da überschaut, das ist ja so, daß es näher oder entfernter vom Mond absteht. Wenn man diese Sterne beschaut, so sieht man den Mond, nicht wahr, so hingehen, durch den Sternenhimmel so durchgehen. Aber es gibt gewisse Sternbilder, die liegen so, daß der Mond immer durch diese Sternbilder durchgeht; durch die anderen geht er nicht durch. Also wenn Sie sich zum Beispiel das Sternbild des Herkules anschauen: Der Mond geht durch ihn nicht durch. Aber wenn Sie das Sternbild des Löwen anschauen, so geht der Mond nach einer bestimmten Zeit immer durch das Sternbild des Löwen. Und so gibt es zwölf Sternbilder, die dadurch ausgezeichnet sind, daß sie sozusagen der Weg sind, den der Mond nimmt, den auch die Sonne nimmt. Sie sind also eigentlich die Anzeiger des Weges, den scheinbar die Sonne und wirklich der Mond über den Himmel nimmt. So daß man sagen kann: Die zwölf Sternbilder Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, die sind der Weg des Mondes; da geht er immer durch — durch die anderen Sternbilder nicht. So daß man immer sagen kann: Zu einer bestimmten Zeit, wenn der Mond am Himmel steht, steht er entweder vor einem Sternbild oder zwischen zweien, aber solchen Sternbildern, die in den Tierkreis gehören.
Nun, meine Herren, beachten Sie nur einmal, daß alles, was an Sternen am Himmel steht, eben durchaus einen Einfluß hat auf die Erde überhaupt und besonders auf den Menschen. Der Mensch ist wirklich nicht bloß abhängig von dem, was auf der Erde ist, sondern der Mensch hängt zusammen mit demjenigen, was als Sterne am Himmel steht.
Denken Sie sich irgendeinen beliebigen Stern oder ein Sternbild, das da draußen steht: Abends geht es auf, wie man sagt, morgens unter. Es steht immer da, hat immer auf den Menschen seinen Einfluß. Aber denken Sie sich ein anderes Sternbild, sagen wir also zum Beispiel die Zwillinge oder den Löwen: da geht ja der Mond vorbei. In dem Moment, wo der Mond vorbeigeht, da deckt er die Zwillinge oder den Löwen zu; da sehe ich nur den Mond, aber die Zwillinge sche ich nicht. Die können also in dem Moment auch keinen Einfluß haben auf die Erde, weil ihr Einfluß zugedeckt wird. So haben wir überall am Himmel Sterne, die nie zugedeckt werden, weder von der Sonne noch vom Mond, sondern die immer ihren Einfluß haben auf die Erde; dagegen haben wir Sterne, an denen geht der Mond vorbei, auch die Sonne geht, scheinbar, vorbei; die werden von Zeit zu Zeit immer wieder zugedeckt, und ihr Einfluß hört auf. Und so können wir sagen: Der Löwe ist ein Sternbild im Tierkreis, er hat einen gewissen Einfluß auf den Menschen. Wenn aber der Mond davorsteht, hat er ihn nicht; da ist der Mensch frei von dem Einfluß des Löwen, da wirkt der Einfluß des Löwen nicht auf ihn.
Nun denken Sie sich einmal, Sie stehen da und sind fürchterlich faul und gehen nicht, es stößt Sie aber einer von hinten, und Sie müssen gehen; der treibt Sie dann vorwärts, das ist sein Einfluß. Nun aber nehmen Sie an, ich halte den Einfluß zurück; der kann Sie nicht stoßen - so wird der Einfluß nicht auf Sie ausgeübt; da müssen Sie, wenn Sie gehen sollen, selber gehen!
Sehen Sie, der Mensch braucht diese Einflüsse. Und wie ist denn nun die Geschichte, meine Herren? Halten wir das recht fest: Das Sternbild des Löwen hat einen gewissen Einfluß auf den Menschen. Diesen Einfluß hat das Sternbild, solange es nicht vom Mond zugedeckt ist oder von der Sonne. Aber nun gehen wir weiter. Nehmen wir wiederum einen Vergleich mit dem Leben. Sagen wir, man will irgend etwas wissen. Nehmen Sie an, man hat eine Gouvernante oder einen Hauslehrer, der weiß ja meistens alles; man ist als kleiner Junge selber zu bequem, nachzudenken, man fragt den Hauslehrer; der sagt es einem - der macht einem ja auch die Hausaufgaben. Wenn der Hauslehrer aber einmal ausgegangen ist, wenn man also gerade keinen Hauslehrer hat und man soll doch die Aufgaben machen, da muß man aus sich heraus die Kraft gewinnen. Man muß sich erinnern.
Nun, der Löwe hat den Einfluß auf den Menschen fortwährend; nur dann nicht, wenn der Mond ihn zudeckt - da fehlt der Einfluß. Wenn aber der Mond den Einfluß vom Löwen zudeckt, dann muß der Mensch ihn aus sich selber heraus entwickeln. Also ein Mensch, der, während das Sternbild vom Mond zugedeckt ist, diesen Einfluß des Löwen aus sich selber heraus stark entwickeln kann, der ist sozusagen ein Löwenmensch. Wer besonders den Einfluß im Sternbild des Krebses entwickeln kann, wenn es zugedeckt ist, der ist ein Krebsmensch. Je nach der Anlage entwickelt der eine Mensch das eine oder das andere mehr. Aber Sie sehen daraus, daß die TierkreisSternbilder besonders ausgezeichnet sind: bei denen ist es so, daß bald der Einfluß ausgeübt wird, bald nicht. Der Mond, der ja alle vier Wochen an den Sternbildern vorbeigeht, der bringt das auch hervor, daß wir innerhalb von vier Wochen immer einen Zeitpunkt haben, wo dieser Einfluß nicht ausgeübt wird bei irgendeinem Tierkreis-Sternbild; und bei den anderen Sternbildern ist es immer dasselbe. Und weil in alten Zeiten die Menschen sehr stark Rücksicht genommen haben auf diesen Einfluß vom Himmel, so war ihnen der Tierkreis natürlich wichtiger als die anderen Sternbilder. Denn die anderen haben immer einen Einfluß; der ändert sich nicht. Aber beim Tierkreis kann man sagen: Das ändert sich, je nachdem ein Bild im Tierkreis zugedeckt ist oder nicht. Und aus dem Grunde hat man immer den Tierkreis in seiner Wirkung auf die Erde ganz besonders untersucht. Und jetzt sehen Sie auch ein, warum der Tierkreis wichtiger ist für die Betrachtung des Sternenhimmels als die anderen Sterne. - Aber aus alledem werden Sie entnehmen, daß schon das bloße Rechnen, wie ich vor kurzem zu Ihnen gesagt habe, nicht eigentlich die ganze Kenntnis der Astronomie sein kann, sondern daß man auf solche Dinge, wie ich sie Ihnen da auseinandergesetzt habe, durchaus eingehen muß.
Es ist ja so, daß man heute, wenn man über solche Dinge redet, noch als Phantast, als ein halber Narr betrachtet wird, weil die Leute sagen: Na, wenn man etwas über die Sterne wissen will, da soll man doch zu den Astronomen auf die Sternwarte gehen; die wissen alles! Sie wissen, es gibt eine Art Sprichwort: Weil der Mensch in bezug auf seine gichtischen Zustände auch von allerlei äußeren Einflüssen abhängig ist, so sagen manche Leute, wenn einer das Zipperlein hat oder Gicht hat, er solle auf die Sternwarte gehen und soll sich dort die Sache regulieren lassen. Nun, die Leute sehen einen heute, wenn man etwas aus dem Geiste heraus über diese Dinge sagen will, als halbnärrisch an. Aber dabei passieren die folgenden Dinge. Aus dieser Kenntnis heraus, die sich da aus der Geisteswissenschaft ergibt, war es mir gelungen, 1906 bei einer Reihe von Vorträgen in Paris zu sagen: Wenn das alles so ist bei den Kometen, wenn die wirklich dazu da sind, diese Aufgaben zu erfüllen, dann muß in ihnen eine Verbindung von Kohlenstoff und Stickstoff sein. - Das hatte man bis dahin nicht gewußt. Und Kohlenstoff und Stickstoff zusammen macht nämlich Zyan aus, Blausäure. Kohlenstoff und Stickstoff müßte also, sagte ich, auch in den Kometen gefunden werden. Das war 1906 von mir gesagt in Paris. Es brauchte es keiner damals zu glauben, der nicht die Bedeutung der Geisteswissenschaft anerkennt. Dann aber, kurze Zeit darauf, war ich auf einer Vortragsreise in Schweden - da ging durch alle Zeitungen eine sehr überraschende Nachricht, daß auch mit dem Spektroskop in dem damals erschienenen Kometen das Zyan entdeckt worden ist.
Sehen Sie, die Leute sagen immer: Nun, die Anthroposophen sollen, wenn sie etwas wissen, auch etwas sagen, was nachher bestätigt werden kann. - Ja, unzählige solche Sachen sind vorgekommen! Wirklich, 1906 habe ich diese Entdeckung, daß in den Kometen Zyan drinnen ist, vorausgesagt! Sie ist gleich hinterher wirklich gemacht worden. Und daraus können Sie sehen, daß die Dinge tatsächlich stimmen, denn man kann nachher die Sache bewahrheiten, wenn man es nur richtig anstellt. Aber natürlich, wenn so etwas wiederum vorkommt, dann schweigen die Leute, und schweigen das tot, weil es ihnen nicht paßt. Aber wahr ist es doch. Man kann also bei den Kometen bis in die materielle Zusammensetzung hinein, bis dahin, daß Zyan in den Kometen enthalten ist, aus dem geistigen Erkennen etwas sagen, was dann wiederum bestätigt wird. Und das ist solch ein Beispiel.
Deshalb schrecke ich nicht davor zurück, auch solche Dinge zu sagen, die den Leuten ganz närrisch erscheinen: daß die Kometen hier entstehen und da wiederum vergehen, dahier ihre Materie zusammensammeln, und dahier wiederum verschwinden, wenn sie aus dem Planetensystem herauskommen. Das ergibt schon die geistige Beobachtung. Das wird seinerzeit auch durchaus die physische Beobachtung bestätigen. Heute kann man es eben nur aus der geistigen Beobachtung heraus sagen.
Vieles von dem, was gerade die materialistische Wissenschaft heute sagt, ist ungeheuer phantastisch. Die Leute stellen sich zum Beispiel vor, daß die Sonne eine Art Gaskugel wäre. Sie ist gar nicht eine Gaskugel, sondern sie ist eigentlich etwas ganz anderes als eine Gaskugel. Sehen Sie, meine Herren, wenn Sie eine Selterswasserflasche haben, so sind darinnen die kleinen Perlen. Da könnte nun einer glauben: Nun ja, da ist das Selterswasser, und da drinnen sind die kleinen Perlen - es sind Dinge, die darinnen schwimmen. Aber so ist es ja nicht in Wirklichkeit, sondern da ist das Selterswasser, und da ist es hohl (es wird gezeichnet). Da ist weniger drinnen als im übrigen Wasser. Nun ist das allerdings Kohlensäuregas und rundherum ist Wasser, aber das Gas ist eben dünner als das Wasser. In bezug auf das Wasser ist das, was da drinnen ist, Hohlraum, und dem Wasser gegenüber braucht man bloß die Feinheit des Gases. Die Sonne ist nun auch ein Hohlraum im Weltenall, aber dünner ist das als jedes Gas; das ist ganz dünn da, wo die Sonne steht! Ja, noch mehr, meine Herren: Wenn Sie durch die Welt gehen, sind Sie im Raum. Dort aber, wo die Sonne steht, ist auch der Raum hohl. Was heißt das: Der Raum ist hohl? Was das heißt: Der Raum ist hohl — das können Sie aus folgendem entnehmen: Wenn Sie in einer Luftpumpe auspumpen, bis es da drinnen luftleer ist, wenn Sie nun dahier eine Öffnung machen, da saugt dieser luftleere Raum sofort die äußere Luft ein, und mit einem ungeheuren Pfeifen schießt die äußere Luft hinein. Bei der Sonne ist es so, daß das, was da ist, durchaus von allem ein Hohlraum ist; nicht bloß von der Luft, sondern auch von der Wärme - von allem ein Hohlraum ist. Nun ist dieser Hohlraum so, daß er nach allen Seiten geistig abgeschlossen ist und daß nur durch die Sonnenflecken ab und zu etwas hineinschießen kann. Die Astronomen, die würden sich riesig wundern, wenn sie wirklich mit einem Weltenauto oder so etwas ähnlichem oder mit einem Weltenschiff - ein Luftschiff könnte es ja nicht sein, weil die Luft da oben aufhört, aber mit einem Weltenstoffschiff da hinauffahren könnten. Da würden die Astronomen erwarten: Nun ja, da kommen wir oben an, und wenn wir ankommen, da kommen wir in einen solchen Gasnebel hinein, denn die Sonne ist glühendes Gas. - Und sie erwarten nur, daß dieses glühende Gas sie verbrennen würde, sie da im Feuer aufgehen würden, weil sie ja viele Tausende Temperaturgrade kriegten. Aber Gelegenheit, im Feuer aufzugehen, hat man nämlich nicht, denn die Sonne ist auch von der Wärme hohl; Wärme ist auch nicht da! Das könnte man alles ertragen. Man könnte auch die Wärme ertragen, wenn man da mit einem Riesenweltschiff hinaufkäme in die Sonne. Aber etwas anderes ist nicht zu ertragen: Da ist etwas Ähnliches der Fall, wie wenn da die Luft mit einem Pfeifen hereingelassen würde - nicht hinausgelassen, hereingelassen - und man würde flugs in die Sonne hineingezogen werden und gleich würde man Staub sein, ganz zerstoben sein, weil die Sonne ein Hohlraum ist, der alles aufsaugt; man würde ganz aufgesogen werden. Es wäre die sicherste Art zu verschwinden.
Die Sonne wird also von der materialistischen Wissenschaft ganz falsch betrachtet. Sie ist in bezug auf alles andere ein Hohlraum; und dadurch ist sie eigentlich unter denjenigen Sternen, die uns am nächsten stehen, die leichteste Person da draußen im Weltenraum, die allerleichteste. Der Mond ist verhältnismäßig schwer, weil der einmal aus der Erde hinausgegangen ist und gerade das, was die Erde nicht brauchen konnte an Schweresubstanzen, sich mitgenommen hat. So daß Sonne und Mond auch da volle Gegensätze sind: Die Sonne ist der leichteste Körper im Weltenraum, der Mond der materiellste Körper. Er ist natürlich leichter als die Erde, weil er viel kleiner ist, wenn man ihn wiegen würde, aber im Verhältnis, was man spezifisches Gewicht nennt, ist er schwerer. Daraus folgt, daß in bezug auf die Sonne, weil sie der leichteste Körper ist im Weltenraum, das geistigste Wesen ausgeht. Und deshalb konnte ich Ihnen sagen in bezug auf das, was Herr Dollinger wegen der Christus-Frage gefragt hat: daß von der Sonne das geistigste Wesen ausgeht, wenn wir geboren werden, weil die Sonne das geistigste Wesen ist; der Mond ist das materiellste Wesen. Und wenn der Mond das materiellste Wesen ist, so hat er auf den Menschen einen Einfluß, der über das Alltägliche hinausgeht im Materiellen. Sehen Sie, alle anderen Sterne außer dem Mond haben natürlich ihren Einfluß. Und wenn wir verdauen, wenn wir Blut zirkulieren sehen, so haben auf das alles die Sterne einen Einfluß. Sie haben auf die materiellen Vorgänge einen Einfluß. Aber wenn Sie sich vorstellen, daß Sie ein Stück Brot essen, so wird das Brot allmählich in Blut umgewandelt; da wird irgend etwas umgewandelt in etwas anderes: ein Teil des Menschen entsteht, Blut entsteht, wenn Sie Brot im Stoffwechselprozeß umwandeln. Wenn Sie das Brot salzen, dann geht das Salz in die Knochen hinein, wird umgewandelt. Immer ein Teil entsteht, weil diese Materien eben nur zu Teilen des Menschen einen Bezug haben. Alles, was auf der Erde ist, kann nur einen Teil des Menschen entstehen lassen; so muß im Menschen dann verbleiben, was da entsteht. Der Mond aber hat einen starken materiellen Einfluß; daher hat er einen Einfluß auf die Fortpflanzung: und nicht nur ein Teil, sondern der ganze Mensch entsteht! Die Sonne hat auf das Geistigste einen Einfluß, der Mond, weil er selber das Materielle ist, hat einen Einfluß auf das Materielle. So daß der Mensch sich selber erzeugt oder ein Ebenbild von sich selber erzeugt unter dem Einfluß des Mondes. Das ist der Gegensatz: Die Sonnenwirkungen erzeugen sozusagen immer unsere Gedanken, unsere Willenskräfte neu. Der Mond hat den Einfluß, daß er die materiellen Kräfte neu erzeugt, daß er den materiellen Menschen neu hervorbringt. Und zwischen dem Mond und der Sonne stehen dann die anderen Sterne, die eben das teilweise bewirken, daß die anderen Dinge geschehen im Menschen.
Alles das kann man einsehen. Aber man muß immer, wenn man das Astronomische betrachtet, zu gleicher Zeit auf den Menschen Rücksicht nehmen. Sehen Sie, der Astronom sagt: Was ich da mit dem bloßen Auge sehe, das imponiert mir nicht; ich muß mit dem Fernrohr hinschauen. Dann verlasse ich mich auf das Fernrohr; das ist mein Instrument. - Die Geisteswissenschaft sagt: Ach, was betrachtet ihr mit Fernrohren! Da seht ihr natürlich viel; wir wollen das auch anerkennen; aber das beste Instrument, das man verwenden kann, um das Weltenall zu erkennen, das ist der Mensch selber. Am Menschen erkennt man alles. Der Mensch selber ist das beste Instrument, weil sich im Menschen alles zeigt. Was da oben im Löwen vorgeht, das zeigt sich in der Blutzirkulation des Menschen. Wenn der Mond vor dem Löwen steht, erkennt man das aus der Blutzirkulation des Menschen. Was da oben im Widder vorgeht, das zeigt sich am Haarwuchs des Menschen. Und wenn der Mond vor dem Widder steht, wachsen die Haare langsamer und so weiter. Also überall kann man am Menschen sehen, was im Weltenall vorgeht. Wenn der Mensch zum Beispiel, sagen wir, Gelbsucht bekommt, muß man natürlich zunächst in der Heilkunde auf die Ursache im Körper sehen, selbstverständlich; aber warum bekommt denn ein Mensch letzten Endes Gelbsucht? Weil er dann besonders veranlagt ist, wenn der Mond das Sternbild des Steinbocks zudeckt, aus sich heraus die Kräfte des Steinbocks zu entwickeln.
Und so kann man überall sehen: Der Mensch ist das Instrument, woran man alles erkennt. Wenn der Mensch stumpf wird zum Beispiel gegen den Einfluß des Wassermanns, wenn also der Wassermann durch den Mond zugedeckt ist und der Mensch nicht die Kräfte des Wassermanns aus sich heraus entwickeln kann, dann kriegt er Hühneraugen. So kann man überall am Menschen als einem Instrument sehen, wie es im Weltenall zugeht, wenn man es nur wissenschaftlich macht, nicht abergläubisch. Und so, auf diese Weise, ist es ein richtiges Wissenschaftliches, was die Geisteswissenschaft betreibt. Natürlich, wie viele Menschen denken, so ist es unbestimmt, so kann man nichts sehen aus dem, was sie denken. Da gilt das Sprichwort: Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert sich das Werter, oder es bleibt, wie es ist. - Es ist schon so, wie viele Leute denken über die Welt: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.
Aber wenn man auf die Sache wirklich eingeht, dann ist es nicht so; dann erkennt man am Menschen als dem allervollkommensten Instrument, das man haben kann, vollkommener als durch alle andern, was im Weltenall vorkommt. Es ist also nicht so, daß man die Sache bloß erfindet, sondern man studiert, was im Menschen vorgeht. Natürlich muß man zuerst wissen, wie es steht mit den Hühneraugen, wie sie sich aus der Haut heraus bilden und so weiter, daß man darauf kommen kann, wie das wirkt, wenn das Sternbild, der Wassermann, zugedeckt ist. Aber wenn man die Sache am Menschen studiert, so kann man am Menschen das ganze Weltenall studieren.
Am nächsten Mittwoch dann die nächste Stunde!