Die Kinder des Lucifer Dritter Aufzug

Dieselbe Ausstattung wie im ersten Akt. Der große Platz in Dionysia. Links der Tempel des Bacchus, rechts die christliche Basilika, im Hintergrunde das Prytaneum, das nun Priitorium des Prokonsuls ist. Unter dem Portikies ein kurulischer Sessel aus Marmor.

1. Auftritt

Kleonis, verschleiert in grauem Mantel, bald danach Thessalus. Junge Mädchen in Trauer. Lykophron, einiges Volk und der Pontifex des Dionysies; eine Frau, ein junger Mann und ein Greis.

KLEONIS [ihren Schleier zurückwerfend]:
Unheimlich ist die Schwüle hier,
Der fahle Widerschein ist's eines Schicksals,
Der Gott und Menschen erzittern lässt;
Man sieht es auf den Häusern
Und auf aller Menschen Stirnen. —
Wer kann befreien sich von solcher Last?
[zu Thessalus]
Wo aber find' ich Phosphoros?

THESSALUS:
Er ist in jenem Kerker dort.
Er hat sich selbst den Richtern überliefert.
Man kann die Torheit nicht verstehn.

KLEONIS:
Ich weiß, warum er's tat.
Herausfordern wollte er sein Schicksal.
Er duldet lieber Schmach und Tod,
Als dass er sich dem Ruf entzöge.
Wann ist das Urteil zu erwarten?

THESSALLIS:
Ich kann es dir nicht sagen, —
Es kommt ein Trauerzug.
[Kleonis verbirgt ihr Gesicht unter der Kappe.]

[Sechs junge Mädchen in schwarzen Schleiern Olivenzweige tragend, von einigem Volk dahinter begleitet, darunter Lykophron, nähern sich dem Tempel des Bacchus und sinken vor dem Altar auf die Knie]

DIE CHORFÜHRERIN:
O Dionysos, Beschützer dieser Stadt
Wir kommen in Jammer und Not!
Erhöre unser Flehen, unser Klagen!
Ein edler Sohn der Stadt
Er soll verfallen Cäsars Zorn.
Ihm droht des Todes Schrecken.
In Angst erzittern unsere Seelen,
Es fallen unsere bittren Tränen
Zu deinen Füßen nieder! —
Es bitten deine Kinder— hilf!

DIE JUNGEN MÄDCHEN [einstimmig]:
Es bitten deine Kinder — hilf!

DER PONTIFEX [aus dem Tempel tretend]
Ihr Mädchen unserer Stadt,
Ich kenne euren Schmerz.
Doch soll euch Trost und Hoffnung werden.
Verkünden kann ich euch des Gottes Wort:
Er sprach zu euch durch Sehermund.

DAS VOLK:
O! Ein Orakelwort — hört!

DER PONTIFEX:
Ein Frevler hat entweiht die Stadt,
Befreien kann uns nur ein Held.
Es hat versprochen unser Gott
Zu senden diesen Helden seinen Kindern.
Doch kann uns werden diese Gnade
Nur, wenn ein Wunder sich vollzieht,
So strahlend wie die Sonne,
Und heller leuchtend als die Sterne.
[Die Frau, der junge Mann und der Greis- bilden eine Gruppe.]

DIE FRAU:
Wer ist der Frevler?

DER GREIS:
Kein anderer ist's als Phosphoros!

DER JUNGE MANN:
Den Helden seht in Phosphoros!

DER GREIS [den Kopf schüttelnd]
Er wird gerichtet werden.

DER JUNGE MANN [zu Lykophron]:
Und was hast du zu sagen, Seher?

LYKOPHRON:
Der wahre Held wird offenbar
Durch einen Stern an seiner Stirn.
Die Binde reist von euren Augen:
Und sichtbar wird der Held!

DIE CHORFÜHRERIN:
O Gott der ewigen Werdelust,
Du Lebensquelle der Seele,
Erreger aller Erdentriebe,
Aus deinen Tränen keimen Menschen;
Aus deinem Lachen werden Götter!
So gib den Retter uns —
So gib uns unsern Helden, unsern Gott!
DIE JUNGEN MÄDCHEN ((einstimmig].
So gib uns unsern Helden, unsern Gott!

DER PONTIFEX:
Ihr Mädchen, folgt mir in den Tempel.
ln dieser Stunde wird ein Mensch gerichtet.
Da sollt ihr für ihn beten.

[Die jungen Mädchen leid die Chorführerin folgen dem Pontifex in den Tempel.]

KLEONIS [die abseits steht]:
Es naht die schwere Stunde,
Was soll ich um?

DER JUNGE MANN:
Von welchem Gotte spricht, wohl das Orakel?

DER GREIS:
Es spricht von Cäsar!

DIE FRAU:
Von Christus spricht es!

LYKOPHRON;
Es kündet einen neuen Gott!

DER GREIS;
Wie heißt er denn?

LYKOPHRON:
Der Name wird erst offenbart,
Wenn ihn die Tat erweist. —
So seltsam sprach Prophetenmund,
Seltsamer noch wird sein,
Wenn das Gesprochne sich erfüllt.

DER GREIS:
Es wird stets dunkel sein,
Was dieser Seher spricht.

DIE FRAU:
Wir wollen den Bischof fragen;
Er weiß gewiss das Rechte.

DER GREIS:
Zu ihm lasst uns gehen.
Da Christen wir doch sind.

[Die drei, gefolgt von einigem Volk, nähern sich der Basilika.]

2. Auftritt

Kleonis, Thessalus, Lykophron, der Greis, die Frau, der junge Mann, Volk.

DER GREIS;
Du Hirte deiner treuen Herde,
Im Namen Christi rufen wir dich
Die Stadt ist in Jammer, sprich zu uns.
[Glockenschlag im Innern der Basilika]

DAS VOLK:
Im Namen Christi rufen wir dich!
[Zweiter Glockenschlag]

DER BISCHOF [aus dem Tor tretend]:
Was bittet ihr?

DER GREIS:
Erhabener Bischof, höre uns!
Es soll gerichtet werden Phosphoros.
Man zeiht ihn schwerer Schuld;
Man sieht des Cäsars Feind in ihm.
Die schlimmste Schmach erwartet ihn
Die Stimme des Dionysos jedoch
Sie kündet uns ein Wunder und den Helden
Der aus der Not uns führt.
Du musst ihn kennen, weiser Hirte.
So sag uns, wer es ist!

DER BISCHOF:
Ihr redet von des Heidengottes Lügen
Und wollet Christen sein!
Ihr schämt euch nicht, zu treten
In jenes Haus des Satans?
So lange diese Lasterhöhle stehen wird,
Wird Unzucht nur und Teufelei
Bei diesem Volke herrschen. —
Von einem Heiden sprecht: ihr,
Der euch Freiheit bringen soll?
Die wahre Freiheit ist zu finden
Durch Einen nur, durch Christus-Jesus!
Und auf ein Wunder wartet ihr?
Es gibt nicht andre Wunder,
Als jene, die in Christi Namen
Verrichten die Kirche und ihre Diener.
In dieser Stadt ist eine Wunderquelle nur,
Sie ist bei diesem Hirtenstab!
Ihr kommt unrein zu mir,
Befleckt von Lastern der Heidengötter.
Ich verbiete Euch deshalb, teilzunehmen
An unsern Sakramenten! Geht —

DAS VOLK [bestürzt]
Den Fluch hat er gesprochen über uns!

DER BISCHOF:
Nur wenn ihr Reue übt,
Erlass' ich euch die Strafe.

DAS VOLK:
Wir wollen Reue üben!

DER BISCHOF:
So hört! [Er steigt die Stufen der Basilika hinunter.]
...Hierher kommt!
Doch keine dreisten Stirnen zeigt
[Er hebt drohend den Krummstab.]
Als Sünder bückt zur Erde euch.

[Männer und Frauen bilden um den Bischof einen Kreis von gekrümmten Rücken und ausgestreckten Hälsen. Der Bischof spricht einem nach dem andern ins Ohr in gedämpften und zischendem Ton.]

Des Cäsars Feind nicht nur
Ist Phosphoros; er ist sogar
Im Bündnis mit den bösen Kräften.
Den Berg der schwarzen Zauberei
Im Taurus hat frech er bestiegen;
Beschworen hat er Satanas.
Nur wer ein Kind des Lucifer geworden,
Kann lebend diesen Ort verlassen;
Die andern sinken in den Abgrund. -Also der Sünden Lüste voll,
Gelang es ihm, dem Wüstenheiligtum
Der Jungfraun eine zu entführen.
Man weiß nicht, wo sie hingekommen.

[Das Volk will Einspruch erheben durch Gebärden des Staunens und des Schreckens.]

So steht's mit eurem Helden.
Als Höllenbote zeigt er sich!
Es werden alle seine Missetaten
Erwiesen ihm werden vor dem Richter.
Er wird gezwungen werden,
In Demut hierher zu schleppen sich
Bis zu dem Kreuze dieser Kirche;
Und hier wird geschehen das Wunder —
Es wird durch meinen Segen
Verziehen ihm werden auch von Cäsar.
Wenn aber je wieder Phosphoras
Erzeigen sollte Trotz dem Cäsar
Und unseres Gottes Kirche,
Dann habt zu rufen ihr
«Den Tod dem Sünder! Über ihn der Tod!]
Nur solch' Verhalten rettet euch!

[Das Volk weicht mit Schrecken zurück. Der Bischof steigt feierlich die Stufen der Kirche hinauf und wendet sich im Tore um. Mit ausgestrecktem Krummstab spricht er in weihevollem Ton.]

Vergebung eurer Sünden
Und meinen Priestersegen
Versprech' ich euch, wenn so ihr handelt,

[Die bestürzte Menge verstreut sich langsam mit Gebärden der Verzweiflung Die Frau, der junge Mann und der Greis gehen zuletzt ab, und zeigen, mehrmals sich umwendend, mit Zeichen des Schreckens auf das Kirchentor.]

LYKOPHRON [beiseite]:
Es dienen die Sakramente
Zur Seelenknechtung nur,
Wenn solche Menschen sie behüten.
[Er geht ab.]

KLEONIS:
Er hat sie alle gegen sich,
Den Cäsar und das ganze Reich,
Den Bischof und die Christenschar.
Sie werden ihn zerschmettern,
Ihn, dem der Stern erglänzt
An seiner schmerzensreichen Stirn. —
Der Richter naht und hinter ihm
Ein Heer von Menschen ohne Zahl.

[Die Soldaten kommen.]

Und keiner ist in dieser Menge,
Der nicht bereit sich zeigt zu stoßen
Die Waffe in des Theokles Brust.
Wo ist dein Feuer, wo dein Blitz,
Hinwegzufegen all den Ilass?
Was soll ich tun in diesem Augenblick?
Dem Grab entstiegen ist ein Gott,
Zur Hölle fuhr der Christus nieder,
Verdammte zu erretten.
Und ich, in Liebe Auferstandene,
Ich soll die Kraft nicht haben,
Den geliebten Helden zu befrein?
Ihr Himmelsmächte, Seelenschöpfer
Erschaffet freie Menschen jetzt!
Du Gott der Liebe, hilf mir!
härte zum Demant mein Herz,
Dass ich ertrage alle Schläge!
Zu Flammen lasse meine Arme werden
Die alle Ketten sprengen,
Die meinen Phosphoros erlösen! —
[Sie breitet die Arme JUS wie in Ekstase.]

THESSALUS:
Da kommen Waffenträger!
Man kann hier uns entdecken.
Verbergen wir uns
Bei deiner Schwester.
[Er zieht sie mit sich.]

3. Auftritt

Damis, Phrygius, Androkles kommen in Eile und sprechen gedämpft in schnellem Rhythmus.

ANDROKLES [zu Damis]:
Ist ausgeführt, was ich angeordnet?

DAMIS:
An jedem Tor der Stadt verbergen sich
Je zwanzig Mann in einem Hause;
Von sichern Männern angeführt,
Erwarten sie das Zeichen,
Die Wache der Legionäre anzugreifen.
Und auch du hast das deine vorbereitet?
Auf dass der Überfall auf die Akropolis
In bester Art gelingen kann?

ANDROKLES:
Die Phalanx steht bereit zum Angriff.
Sie wird die Wachen überfallen,
Die aufgestellt von den Barbaren. —
Gelingt uns nur der erste Schlag,
So wird sich alles Weitere finden.
Ist erst beseitigt der Prokonsul,
Dann geht das Volk zum Angriff über.
Erschrecken werden die Barbaren,
Und die Empörung greift um sich.

DAMIS:
Wann soll das Zeichen gegeben werden?

ANDROKLES:
Dem Todesurteil soll es sogleich folgen.

PHRYGIUS:
Und es besteht kein Zweifel,
Dass Harpalus getötet werde?
Er wird bewacht mit Argusaugen.
Das Volk es wartet auf ein Wunder
Und wird, erfolgt dies Wunder nicht,
Im rechten Augenblick versagen.

ANDROKLES:
Geschieht durch uns das Rechte,
So ist das Wunder ja getan!

PHRYGIUS:
Es können hundert Speere
Getroffen haben unsere Leiber,
Bevor wir den Todesstoß geführt.
Und hat man uns erst überwunden,
Wer wird den Aufruhr leiten
Und Führer sein im Kampf?

DAMIS:
So willst du stören die gute Sache?

ANDROKLES:
Wir dürfen jetzt nicht wanken,
Soll nicht die ganze Sache scheitern.

PHRYGIUS:
ich warte auf ein Zeichen,
Das uns die Götter senden.
Und rühren will ich keine Hand,
Erfolgt ein solches nicht.
[Fanfarenstoß im Prytaneum]

ANDROKLES:
Es naht der Prokonsul. Schweigt!

4. Auftritt

Der Prokonsul Harpalus- tritt aus dem Prytaneum, ihm voran schreiten die Liktoren und der Herold. Er nimmt auf dem ku-rulischen Stuhle Platz, oberhalb der Treppe Hinter ihm, im Portikus des Hintergrundesreihen sich die Legionäre auf Das Volk strömt von allen Seiten und füllt die Agora. Der junge Mann, die Frau und der Greis bilden eine besondere Gruppe. Alcetas kommt mit den drei Hetären: Agiere, Cytheres, Mirna-Ione, in Bacchantinnentracht. Sie lassen sich links auf die Stufen des Baz.-chusternpels nieder. Der Seher Lykophron, auf einen knotigen Stock gestützt, setzt sich zu ihren Füßen. — Rechts, unter dem Tor der Basilika, erscheint Kleonis, den Kopf in der Kappe des Mantels verborgen. — Die drei Verschworenen Da-mis, Androkles, Phrygius nehmen die Mitte der Bühne ein.

ALCETAS:
Ein Urteil wird vollstreckt.
Da gibt es was zu sehen.
Wir wollen den Reiz genießen.

AGLAË [ironisch]:
Obwohl Dionysos Sohn
Bewahrt sich hat seine Schönheit
Noch bis zu dieser Stunde — ?

CYTHERIS [verächtlich]:
So rein...

MIMALONE [bitter]
So stark!

AGLAE:
Ob unter Rutenstreichen
Er meines Bechers wohl gedenkt?

CYTHERES:
Und meiner Rosen, die verschmäht er hat?

MINIALONE:
Und meines Zauberstabes? —

[Drei Liletoren führen Phosphoros hinein, barhaupt, das Schwert an der Seite und stellen sich zur Rechten des Prokonsuls auf]

DAMIS:
Da ist er ... Wie blass er ist!

ALCETAS:
Er scheint nicht anderen Sinnes!

PHRYGIUS:
Er ist zermalmt.

KLEONIS [an einen Pfeiler gelehnt]:
Die Sinne schwinden mir,

[Ein Murmeln der Aufregung geht durch den Saal.]

DER HEROLD:
Zu schweigen haben alle.
Der Prokonsul redet. —

HARPALUS [auf dem Prätorstuhle sitzend]:
Die Kinder dieser Stadt
Erblickten einen ihrer Besten
In dir, Theokles, Sohn des Agathon.
Die höchsten Gaben des Geistes und des Glücks
Sie sind in vollem Maße dir geworden.
Du hättest unter Dionysias Bürgern
Der erste wahrlich werden können.
Ja mehr noch, ein Großer im Reiche selbst,
Wenn du geachtet hättest Kaiser und Kirche,
Die Mächte, welche herrschen auf der Erde.
Dein Vater war ein hoher Würdenträger
Und deine Mutter eine fromme Frau.
Doch scheint es, als ob deine Seele
Zum Vater hätte einen wilden Dämon
Und eine Bacchantin zur Mutter.
Der Hochmut lebte seit der Kindheit
In deinem ungestümen Herzen,
Und Demut war stets dir fremd,
Empfinden konntest du sie nicht,
Im Anblick des Kreuzes Christi,
Noch vor des Kaisers Bildnis.
Du hast dich ferngehalten
Von Festen des Hofes und des Reichs,
Besuchtest du die Heidentempel,
Es war nur, um zu finden dort
Für deinen Geist die Waffen,
Die uns bekämpfen sollten.
Die echte Achtung und Anbetung,
Sie fehlten dir gegen jeden Gott.
In dir allein suchtest du
Den Gott und Herrn der Welt.
Deine Reisen galten der Verschwörung,
Du hast durch sieben Jahre
Durchwandert alle Länder;
Geheimnisvoll war deine Absicht.
Du warst in Ägypten und Chaldäa.
Erforschen wolltest du daselbst
Die schwarzen Zauberkünste.
Es führten keine guten Ziele dich
Nach Alexandrien und nach Athen.
Und auch die Stadt des Cäsars, Rom,
Betratest du mit Feindessinn.
Wohin du auch die Schritte lenktest,
Du)u nährtest den Geist des Zweifels,
Des Kampfes und wilder Empörung.
Es war des Cäsars Auge, des allsehenden,
Auf dich gerichtet, unablässig;
Er sah mit Milde auf dich,
Bis du zurück in deine Heimat kamst.
Und weiches war nun deine erste Tat?
Man konnte dich belauschen,
Wie du in finstrer Nacht
An Cäsars Bildnis schriebst
Die frevelhaften Worte
Mit deinem eignen Blut.
Als Kaisers Stellvertreter
Und als dein bestellter Richter
Erkenne ich dich schuldig
Der Schmähung unseres Kaisers. —
Wie kannst du dich verteidigen?
Auf nichts zu hoffen hast du,
Als auf des Kaisers Gnade.
Dein Leben ist in meiner Hand.
Du stehst umringt von drohenden Speeren
Und von erschreckten Volksgenossen,
Auf welche dein frecher Übermut
Den Zorn der Götter lenken wollte.
Die Kirche und das Reich,
Sie klagen schwarzer Tat dich an.
Womit verteidigst du dich

PHOSPHOROS:
Ich will mich nicht verteidigen.
Unwürdig scheint es mir,
Mein Leben zu verteidigen,
Das eines deiner Worte enden kann.
Ich habe frei mich ausgeliefert.
Nicht meinen Richtern gelten meine letzten Worte.
Sie gelten dir, mein Dionysia.
Du warst bis heute eine freie Stadt,
Seit jenen Zeiten, da deine Helden lebten.
Verbündete warst du des Königsvolkes,
Doch niemals Untertanin Roms.
Es war der freie Wille deiner Söhne,
Zu kämpfen für den großen Alexander.
Den Römern widerstanden sie bis heute.
Geachtet haben ihre Freiheit alle Kaiser,
Bis jener kam, der Christ sich nennt.
Die Kirche gibt er vor zu schützen,
Doch knechten will er nur die Stadt.
Er will uns die Archonten und Phratrien
Und unsere stolze Phalanx rauben.
Geweigert haben wir uns nicht,
Zu überliefern, was an äußern Gütern
Die Stadt ihr eigen nannte,
Soweit ergaben wir uns roher Kraft.
Doch eines war trotz allem uns geblieben
Die Stätte, die uns heilig- war,
Die stets geschmückt mit Blumen
Und mit der Jugend Erstlingsgaben,
Den Sinn uns lenkt zu unserm Geist,
Zum Letztgebornen aus dem Götterstamme.
Wenn wir vor diesem Gotte standen,
Da sagten sich unsere freien Herzen:
Verzichten können wir auf andere Schätze,
Auf Kriegerruhm und Herrschaft;
Denn unser ist die Hoffnung.
Doch euer Cäsar hat uns rauben wollen
Das Heiligtum unserer Seelen,
Die Hoffnung einer Wiedergeburt.
Er ließ deshalb sein eigenes Bild
An unsere Opferstätte setzen.
Unwürdig wär's für die Seele Dionysias,
Zu sterben ohne Schrei des Schmerzes,
Wenn solcher Frevel sie ertötet.
Ich war's, der letzte ihrer Söhne,
Dem dieser Schrei sich aus der Kehle presste.
Ich habe die Worte mit Blut gezeichnet,
Die mit Harmodius unterschrieben.
Die andern Namen gelten mir nicht;
Mit diesem aber möcht' ich sterben. —

HARPALLTS:
Es ist genug, was in Geduld
Ich angehört. Nichts weiter von alledem.
Du hast uns noch zu sagen,
Wer deine Mitverschwornen sind,

PHOSPHOROS:
O, wenn ich sie doch hätte!
Erkennst an dieser stummen Stadt,
An diesen angsterfüllten Menschen
Du nicht, wie allein ich stehe.
Du magst den Sieg genießen;
Denn Einer nur hat dir getrotzt.

HARPALUS:
Du hast sie doch!
Ich will sie kennen.
Dies ist das Urteil.

STIMMEN IM VOLK:
O Gnade, Gnade!
DER HEROLD;
Ihr habt zu schweigen.
Das Urteil hört euch an!

HARPALUS:
Den Tod verdienst du hundertfach
Durch deine Lästerung des großen Cäsar!
Vor seinem Bildnis sollst du sterben.
Doch wirst du vor dem Tode
Erleiden die Strafe der Auspeitschung
Vor allen deinen Mitbürgern.
[Murmeln der Entrüstung im Volk]
Doch will in einem Falle der Kaiser
Gemildert wissen deine Strafe —
Die Todesstrafe soll dir erlassen werden
Dafür aber wirst du lebenslang
In die Verbannung gehen,
Wenn dir ein Freund zur Seite steht,
Der diese Strafe mit erdulden will.
Wir wollen sehen, ob ein Pylades
Sich finden wird für dich, Orestes.

DAMIS [zu Androkles und Phlygius]:
Ich werde treu ihm bleiben!
Wenn ihr nicht Harpalus ermordet,
So folge ich dem Freunde.

PHRYGIUS:
Du läufst in dein Verderben,
Erkennen müsstest du doch,
Dass Harpalus durch solche List
Die Verschworenen finden will!

ANDROKLES:
Der Augenblick ist da,
Den Todesstoß zu führen.

PHRYGIUS:
Es ist töricht, nicht zu sehen,
Wie scharf die Legionäre
Die Augen auf uns richten,
Und das Volk ist angsterfüllt.
Wir können jetzt nichts tun.

DER HEROLD:
Wer will Theokles folgen
In die Verbannung?
Er zeige sich!

[Die drei Verschworenen stehen dicht beieinander, wie um zu beraten. Phrygius hält Damis und Androkles zurück, welche, die Hand am Schwertgriff, bereit sind vorzustürzen.]

HARPALUS:
Ihr Bürger Dionysias,
Ich rufe euch, zum Zeugnis auf:
Es hat sich keiner gefunden,
Der folgen will als Freund
Dem Feinde Cäsars unseres Herrn. —
Harmodius, so rufe an
Den Geist, der Mut dir geben kann.
Liktoren, bindet ihn und peitscht ihn!

[Die Liktoren binden Phosphoros die Hände auf den Rücken, zwingen ihn niederzuknien und heben die Ruten. Ein Erschauern geht durch die Massen.]

KLEONIS [wirft Kappe und Mantel zurück, stürzt sich auf die Liktoren, entreißt ihnen die Ruten und ruft]:
O haket ein, ihr Elenden!
[Sie wendet sich zum Prokonsul und zum Volk.]
Es steht kein Freund zur Seite
Dem letzten freien Mann,
Den Dionysia geboren.
Ich aber will mit ihm erleiden
Verbannung oder Tod!
[Sie nimmt Phosphoros' Kopf in beide Hände und küsst ihm die Stirn. Mit einem Dolch durchschneidet sie seine Fesseln. Alle sind verwirrt.]

PHOSPHOROS [richtet sich auf und bleibt einen Augenblick starr vor Staunen]:
Kleonis, o Kleonis!
Das war die Feuertaufe
Auf meine todeskalte Stirn.
Erweckung konnte mir allein
Von deinen Lippen kommen,

[Große Bewegung im Volke und wachsender Tumult]

DIE FRAU:
Ein Wunder ist geschehn, ein Wunder!

DER GREIS UND DER JUNGE MANN:
Der Held, der uns verkündet!

EIN TEIL DES VOLKES:
Die Jungfrau aus der Wüste!

EIN ANDERER TEIL DES VOLKES:
Phosphoras Kleonis!
Kleonis Phosphoros!

ALLE:
Ein Wunder ist das!
Wir wollen sie erretten!

PHOSPHOROS [sein Schwert ziehend]:
I Iarmodius, er lebt!
Mir nach, ihr Brüder!

HARPALUS [aufstehend zu den Liktoren und Legionären]:
Ergreift die Frevler!

DAMIS, ANDROKLES UND PHRYGIUS [stürzen mit gezücktem Schwert auf Harpalus, ein Schrei]:
Der Tod dem Prokonsul! ...

[Harpalus, zu Tode getroffen, sinkt auf den kurulischen Stuhl.]

PHOSPHOROS [der unbeweglich vor Harpalus dastand, das Schwert zum Himmel gerichtet]:
Die Seele Dionysias rächt sich!
Erhebe die deine zu dem Geiste,
Der waltet über dieser Stadt,

HARPALUS:
Der Letztgeborne aus dem Götterstamme!
Phosphoros! — [Er stirbt]

[Die Legionäre haben den Versuch gemacht, sich auf die Verschworenen zu stürzen. Sie werden von den Volksmassen aufgehalten, die sie entwaffnen und zurückdrängen. Die Leiche des Harpalus wird fortgetragen. — Kleonis wirft sich in Phosphoros' Arme. Sie stehen umschlungen, oben auf dem Prätorium ... Ein starker Zimbelschlag ertönt links hinter der Bühne. Die Liebenden bleiben unbeweglich, in gegenseitigem Anblick versunken.]

DAMIS [stürzt in den Vordergrund der Bühne]:
Die Zimbeln tönen,
Die Tore unserer Stadt sind frei!

[Fanfarenstoß rechts]

ANDROKLES [ebenso]:
Die Fanfare tönt,
Das Zeichen ist's, dass die Akropolis
In unseren Händen wieder ist!

PERYGIUS [ebenso]:
Die Töne klingen wieder in der Ferne!
Dyrapolis wird morgen frei sein.
Das Joch der Römer wird es brechen.
Ich wage, dies zu sagen, ich, der Königssohn.

PHOSPHORAS [Kleonis' Armen sich entreißend]:
So bist du frei, o Dionysia.
Die Klänge deiner Freude,
Die Fackeln deiner Hoffnung,
Sie mögen fliegen von Stadt zu Stadt;
Verkündigen sollen sie der Welt:
Gebrochen sind die alten Ketten;
Es ist ein Gott in Menschenherzen
Und aus der Erde strömt
Die Freude, die unsterblich ist.
[Das Volk bildet einen großen Kreis um die Agora.
Die drei Verschworenen stehen in der Mitte.]

ALLE:
Kleonis Heil und Phosphoros — Heil!
Du bist Archont von Dionysia!

PHOSPHOROS [steigt vorn Priitorium hinab, Kleonis an der Hand haltend]:
O meine Brüder Dionysias,
Nicht mir, dieser Heldenjungfrau
Gebührt der Dank, der in euren Seelen lebt.
Sie hat die Freiheit euch gebracht.
Es waren ihre Arme stärker
Als alle Speere der Feinde.
Das Feuer ihrer Augen überstrahlte
Die Fackeln eurer Priester,
Die Kraft in ihrer Brust war stark genug
Zu sprengen meine Fesseln,
Zu ziehen eure Schwerter,
Und aus dem Boden unserer Stadt
Den Sieg erstehn zu lassen.
Kleonis, ob du mich liebst
Wie könnt ich dieses fragen,
Da ich die Kraft aus deiner Liebe
in meinen Adern strömen fühle.
Seit du befreiend die Arme
Um mich geschlungen hast.
So willst du Gattin mir sein
Und teilen mein Geschick?

KLEONIS:
Mein Held und mein Gemahl.
Mein Gott und meines Lebens Traum,
Mit dir zu teilen Tod und Leben,
Den Himmel und die Hölle,
Die Ewigkeit so wie das Nichts:
Es kann kein edler Los mir fallen.
Dein Wesen lebte einst in meinem Denken,
Da du noch nicht gefunden dich selbst.
Und jetzt will ich in dir nur sein,
Da Held du bist und Sieger. —

[Sie küssen sich mehrmals wie begeistert und bleiben in gegenseitiger Betrachtung versunken. — Die drei Bacchantinnen sind von den Stufen des Bacchustempels hinuntergestiegen, wie gebannt durch den Anblick der Liebenden, die sie mit gespannter Neugierde betrachten. Plötzlich bleiben sie stehen.]

AGLAË:
Was soll noch mein Becher
Wenn ihre Lippen den Durst ihm löschen?
[Sie wendet die Augen ah und senkt das Haupt.]

CYTHERES:
Vor ihrem Lächeln welken meine Blumen.
[Sie sinkt wie ohnmächtig auf die Stufen des Tempels nieder.]

MIMALONE:
So breche dieser Thyrsus
Vor dieser Liebe! ...
[Sie bricht ihren Thyrsus in zwei Teile und wirft sich auf
die Treppe, indem sie sich vor Verzweiflung krzimmt.]

ALCETAS [die Augen auf das Paar gerichtet]:
Ihre Schönheit hat mich besiegt.

LYKÖPHRON:
Erzittert, Tyrannen der Seele,
Ihr ewigen Götter schaut herab.
Erfreut euch an der Liebe Macht,
Die lebt. im Ilerzen solcher Menschen.
Ergötzt euch an dem Heldenpaar,
Das wirkt im Herzen solcher Stadt. —

6. Auftritt

Dieselben, der Bischof

DER BISCHOF [tritt heftig aus der Basilika]:
Ein Unerhörtes ist geschehn!
Du Mörder deines Richters,
Der du das Volk verführtest
Und Räuber einer Jungfrau wurdest,
Die unserm Gott geweiht.
Sie wollen dich zum Oberhaupt, Die deiner Sünde Opfer sind.
Ich aber, der Diener unserer Kirche,
Ich fordere, dass du Rede stehst.
In wessen Namen du verrichtest
Die schwarze Kunst der Hölle.
Denn wird erst offenbar, woher
Du holtest deine Zaubermacht,
So wird des Himmels Zorn dich treffen.
Bei diesem Hirtenstab befehle ich,
Bekenne, welchem Gott du dienst,
Als Feind des Cäsars und der Kirche.
Gehorchst du nicht, verfluch ich dich.

PHOSPHOROS:
Ich habe keine Furcht vor dir,
Der du dich Hirte nennst und Priester.
Dein Fluchen zeigt, dass du es bist,
Der schlimmen Mächten huldigt.
Die edle Jungfrau folgt mir frei.
Bekennen will ich offen
Den Geist, der in mir lebt.
Er darf sich neben Christus stellen. —
Ist dieser das eine der Worte,
Durch welche Gotteskraft
In Menschenseelen strömt,
So ist das zweite jenes Flammenwesen,
Das durch mein Herz sich offenbart!
O meine Brüder, meine Freunde,
Erkennt, dass in euch lebt ein Gottesfunke;
In jeder Seele wirkt ein Stück des Feuers,
Das jener Geist des Lichts ihr gibt.
Ich will dies Feuer tragen in die Welt.
Befreien soll es eure Geister
Von jenen dunklen Erdenmächten,
Die freien Menschen Ketten schmieden,
Befreien auch von den Priestern,
Die Seelen für die Finsternis erziehen.
Die Phalanx Dionysias
Zerstöre Cäsars Bildnis!
Es soll der Geist des Lichtes
Fortan strahlen von dem Altar
Des Letztgeborenen aus dem Götterstamm,
Es lebe Lucifer, der Freiheit Hort!

DAS VOLK [geht ab mit den Rufen]:
Es lebe Lucifer, der Freiheit Hort!

DER BISCHOF [beiseite]:
Die Hölle will ich hetzen auf ihn;
Man muss Kleonis von ihm trennen,
Sie gibt ihm Kraft und Stärke.
[Er tritt heftig in die Basilika.]

[Die feierlichen Klänge einer hochzeitlichen Musik, wo geheimnisvolle Zimbeln sich mit der Flöte und Lyra vermischen, ertönen im Innern des Dionysos-Tempels. Der Pontifex erscheint unter dem Portikus; ihm voran schreiten junge Mädchen, die ihre Trauerkleider abgelegt haben, in festlichen Gewändern. Die Chorführerin trägt das Flammeum, einen mit Sternen bedeckten Purpurschleier, die zweite hält den Hochzeitskranz. Sie schmücken Kleonis. Die jungen Mädchen reihen sich links auf, die dionysische Phalanx rechts, sodass sie eine Doppelreihe bilden, die zum Prytaneum führt. - Dämmerung.]

PHOSPHOROS [wendet sich plötzlich um und erblickt die Fackeln, die sich im Hofe des Prytaneum entzünden]:
Verwandelt scheint mir die Welt.
Bin Phosphoros ich denn noch?
Ist's noch die Jungfrau aus der Wüste,
Aus deren Augen Feuer strahlt,
Und stolz sich offenbart?
Ein Hochzeitsfest ... Wie ein Traum!
Ich wage nicht zu denken ...

KLEONIS [strahlend]:
Warum verlierst du dich, mein stolzer Held?
Ich habe meinen Christus lassen müssen,
Zu folgen deinem Geisteslicht.
Ist dir bekannt, wie groß der Mut
Muss sein, der solche Tat vollführt?
Messias bist du mir geworden;
Ich zittre nicht vor meinem Glück,
In vollen Zügen trink ich's aus.
Zu mau sind diese Fackeln,
Zu leicht sind diese Düfte.
Es strömt das Feuer meines Herzens;
Mein Blut, es wird zum Lavastrom!
Mit dir zu sterben dürstet mich.

PHOSPHOROS [sieht sie wie trunken an]:
O welche Sühne bringen wir
Für diese Größe unsers Glückes?

KLEONIS:
So wollen wir nicht. denken!
Es scheint mir diese Hochzeitsnacht
Der Ewigkeit an Wert nicht nach zu stehn.
Der Himmel selbst beneidet uns, Der ganze Äther sendet uns sein Licht! ...
Du kennst die Liebe nicht auf ihrer Höhe!
Wo sie uns lebt, bedeutet nichts
Das Leid und nichts die Freude ...
Vor ihr verschwinden Schmach und Ruhm.
Sie überwindet alles, wenn treu
Nur sie sich selbst vermag zu sein!
Die Seele, die in Liebe erglüht,
Beherrscht die Reiche aller Welten!
Mit stolzer Freude wird Kleonis
Für dich erdulden jedes Leid,
Und müsste sie an deiner Seite
In tiefste Tiefen fallen. —

PHOSPHOROS:
In deinen Augen lebt ein Weltenall.
O gehen wir.

[Sie steigen die Stufen des Prytaneums hinauf. Unter dem Portikus wenden sie sich um. Mit freundlicher Gebärde grüßt Phosphoros die dionysische Phalanx, Kleonis die Prozession der jungen Mädchen. Zu gleicher Zeit treten die verklärten Bacchantinnen bis an die Stufen des Tempels.]

AGLAË [aus ihrem Becher Trankopfer gießend]
Der Seelen Sehnsucht
Den Trunk aus diesem Becher.

CYTHERES [aus ihrem Korbe Blumen streuend]:
Der Herzensreinheit
Der Blumen Duft!

MIMALONE [zwei Palmenzweige hoch in ihren Händen hebend]:
Der Kraft der Liebe,
Des Sieges Sinnbild.

DAMIS [tritt vor als Chorführer der Phalanx und spricht die erste Strophe des bräutlichen Hymnus]:
Heil dir, Heil!
Blühende Braut,
Unter lodernden Fackeln
Harrend erschaut;
Aufleuchtet dein Morgen,
Dein Glück ist geborgen.
Sieg strahlet die Welt,
Und Sieger dein Held!

ALLE:
Evios! Evios!
Hyrneneios!

DIE CHORFÜHRERIN DER JUNGEN MÄDCHEN:
In Myrthenkränzen
Die Schwerter glänzen,
Und tot der Tyrann!
Durch Schwerter und Myrthen
War Hilf uns nah,
Ein Gott ist geboren,
Der Held, er ist. da!

ALLE:
Evios! Evios!
Hyrneneios!

[Während das Paar langsam im Hintergrund des Prytaneums verschwindet, kreuzen die jungen Leute und die jungen Mädchen ihre Fackeln und Schwerter und sprechen abwechselnd die Epode.]

DAMIs:
Vermählen wir heute
Myrthen und Schwerter
Den lodernden Lichten.

DIE CHORFÜHRERIN:
Bewahre den Traum
Im bräutlichen Heim,
Bewache der Liebe
Göttlichen Keim.

ALLE:
Evios! Evios!
Hymeneios!

[Vorhang]

German original of The Children of Lucifer Third Act · ← Previous · Next →