10. Nutzlosigkeit des Atombegriffes in der physiologischen Forschung

[Anfang fehlt] müssten sie sinnenfällige Eigenschaften haben und wenn sie solche hätten, so sind sie zur Erklärung von Naturvorgängen unbrauchbar.

Damit ist die Nutzlosigkeit des Atombegriffes dargetan. Es würde hier ein leeres Abstraktum des Verstandes zu einem wirklichen Wesen gemacht. Es kann also hier, in einer Region, wo gar nichts ist, von einer Grenze unseres Erkennens nicht gesprochen werden. In Wirklichkeit gibt es hier keine Fragen, mithin auch keine Antwort.

Es zeigt sich hier nun, ohne dass wir es ahnten, alsogleich, dass auch die vermeintliche zweite Grenze unseres Erkennens bereits beseitigt ist. Denn jenes zweite unlösliche Problem lautet: Wie hängt Lage und Bewegung von Atomen mit den Erscheinungen unseres Bewusstseins zusammen. Mit der Annahme von Atomen fällt diese Frage von selbst weg.

Es werden heute physiologische Forschungen in dieser Hinsicht viel zu hoch angeschlagen.

Man muss in dieser Hinsicht sehr vorsichtig sein, um den rechten Standort gewinnen zu können.

Es wäre lächerlich den physiologischen Forschungen im Geringsten ihre Berechtigung absprechen zu wollen. Allein das muss man zugeben: Über Dinge des Bewusstseins und der Freiheit vermag der Physiologe nicht das Geringste auszumachen. Diese Fragen können und müssen sogar unabhängig von aller Empirie entschieden werden. Jede Einmischung materieller Vorgänge verschiebt hier den Standort und verunreinigt unsere Anschauungen.

Wir haben es übrigens bezüglich des Bewusstseins keineswegs mit noch ungelösten Problemen zu tun. Es ist eines von den großen Verdiensten unseres Philosophen Fichte, die Lehre vom Bewusstsein vollkommen wissenschaftlich begründet zu haben. Fichte entwickelt alle hier zu stellenden Fragen und beantwortet sie.

Es kann also hier von einer Grenze des Erkennens nur bei einer gänzlichen Verkennung des Fragepunktes gesprochen werden. In Wahrheit ist weder hier noch anderswo eine Grenze [bricht ab]

German original of The Uselessness of the Atomic Concept in Physiological Research · ← Previous · Next →