Goethe and the Present
GA 68c — 26 January 1905, Berlin
XVI. Goethes Evangelium I
öffentlicher Vortrag Berlin, 26. Januar 1905
[In diesen Vorträgen möchte ich ein Bild der theosophischen Weltanschauung geben, das ganz frei ist von jeglicher Dogmatik, indem ich an Erscheinungen unseres eigenen Geisteslebens versuche zu zeigen, was ihm eigen ist.]
Diejenigen, welche wissen, wie sehr ich mich gewehrt habe gegen das Propagandistische, gegen das Propagieren, werden auch wissen, wie stark ich mich gewendet habe gegen die Anschauung, dass es sich bei der Theosophie um das Hereintragen irgendeiner fremden orientalischen Weltanschauung in unsere Zeit handelt, und wie ich betont habe, dass Theosophie Leben sein muss; unmittelbares, wirkliches Leben. Wäre die Theosophie etwas, was erst durch die Theosophische Gesellschaft in die Welt gekommen wäre, dann könnte man wirklich recht wenig Vertrauen zu ihr haben. Wie sollte es sein, dass durch Jahrtausende hindurch die Menschheit hätte warten müssen auf das neue Evangelium der Theosophie! Es ist vielmehr die Erneuerung der in der menschlichen Seele wurzelnden geistigen Strömung, mit der wir es in der Theosophischen Gesellschaft zu tun haben. Am meisten aber muss es den Menschen der Gegenwart interessieren, wenn er sieht, wie ihm nahestehende Genien ganz und gar durchdrungen sind von dem, was man Theosophie, theosophische Weltanschauung nennt.
Von allen Übrigen abgesehen ist es vor allen Dingen eine große deutsche Persönlichkeit, deren Werk, besonders das Werk des späteren Lebens, ganz in dieser Weltanschauung wurzelt: das ist Goethe. Zwar kann Sie die Zusammenstellung Goethes und der Theosophie zunächst überraschen; aber wer sich gleich mir seit mehr als zwanzig Jahren mit dem Studium Goethes befasst, namentlich mit dem Studium der tiefen Goethe’schen «Faust»-Dichtung, der wird sich immer mehr und mehr in das einleben, was ich heute versuchen werde auszuführen. Ich habe manche «Faust»-Erklärung, manchen «Faust»-Forscher kennengelernt im Laufe der Jahre, manchen Versuch, einzudringen in das Wunderwerk dieser «Faust»-Dichtung. Allein, in ungezwungenster Weise, ganz von selbst, hat sich mir das ergeben, was ich Ihnen vortragen werde. Im ersten der beiden Vorträge werde ich über Goethes Evangelium sprechen, ausgehend von Goethes «Faust»-Dichtung, und im nächsten Vortrag einige Ausblicke auf Goethe von diesem Gesichtspunkte aus geben. Wir werden dann versuchen, nachdem ich einen Vortrag über Grundbegriffe der Theosophie eingeschoben habe, Goethe da zu erfassen, wo er sich uns am tiefsten enthüllt und am wenigsten begriffen ist: in seinem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie, das man nur verstehen muss, um einen tiefen Blick zu tun auf der einen Seite in die Weisheit der Welt und auf der andern Seite in die innerste Natur, in die innerste Seele Goethes. In einer zwanglosen Weise werden sich an diese Goethe-Vorträge Betrachtungen anschließen können über die großen Eingeweihten aller Zeiten und über Ibsen. Ich werde dann versuchen, einen Vortrag einzuschieben über die Bedeutung des Siegfried sowie des Parzival und Lohengrin.
Goethe war seiner ganzen Natur nach, dem innersten Sinn seines Lebens nach Theosoph. Er war es vor allen Dingen aus dem Grunde, weil er niemals eine Grenze des Erkennens, eine Grenze seines Wissens und Wirkens angenommen hat, sondern vor allen Dingen davon tief durchdrungen war, dass es keinen menschlichen Standpunkt gibt, über den nicht hinausgeschritten werden kann zu einem noch höheren, von dem aus die Welt sich nicht nur in einem weiteren Umkreis, sondern auch in sinnvollerer Bedeutung erschließt. Goethe war durch seine ganze Anlage zu der Weltanschauung bestimmt, von der wir hier handeln. Seine Weltanschauung ging davon aus, dass der Mensch in einem tief verwandtschaftlichen Verhältnis steht zu der ganzen übrigen Welt und dass diese übrige Welt nicht eine bloß stoffliche, nicht eine bloß äußerlich physische, sondern ebenso eine geistige ist, dass in der ganzen Welt sich ausdrückt ein göttlicher, schaffender, wirkender Geist. Dies, könnte man sagen, sei Pantheismus. Aber der Pantheismus geht davon aus, dass eine unbestimmte göttliche Wesenheit sich in der Welt ausbreitet und auch den Menschen belebt. Theosophische Weltanschauung aber geht davon aus, dass es sich nicht um eine unbestimmte, nicht zu fassende Wesenheit handelt, sondern um eine geistige Wesenheit, zu der wir immer mehr und mehr hinansteigen können, und dass wir uns in ein Verhältnis zu dieser geistigen Wesenheit setzen können; [hinaufsteigen können zu lebendigem Verhältnis zum großen Gott].
Durch seine ganze Anlage war Goethe zu diesem Sich-in-ein-Verhältnis-Setzen geeignet. Schon als siebenjähriger Knabe sucht er sich den Gott. Er errichtete einen Altar mit Pflanzen und Steinen und obendrauf Räucherkerzchen, nahm ein Brennglas, und als die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne zum Fenster hereinschienen, sammelte er die Sonnenstrahlen, sodass sie die Räucherkerzchen entzündeten. So war ihm diese Zusammenstellung ein Altar, auf dem er einen Naturdienst, einen Gottesdienst verrichtete. [Am Feuer der Natur wollte er sich einen Opferdienst entzünden], so angeboren war ihm diese Weltanschauung. Als er dann in Leipzig immer mehr und besser die Welt selbst kennengelernt und sich in den einzelnen Wissenschaften umgetan hatte, da kam ihm eine Anschauung, die ganz Theosophie ist. Er erzählt sie uns in «Dichtung und Wahrheit». Da sagt er: Wenn wir die verschiedenen Religionen und Philosophien der Welt überschauen, finden wir überall etwas Gemeinschaftliches, einen gemeinsamen Wahrheitskern. Wo auch immer Religion, Philosophie, Weltanschauung aufgetreten ist, ob in mythisch-allegorischer oder philosophischer Form, überall ist es das Bestreben des Menschen, den Zusammenhang zu suchen zwischen seinem niederen Selbst und dem Tiefsten in seiner Brust, welches man als das Göttliche bezeichnet und durch das er einen Zusammenhang mit der Gottheit selbst gewinnen kann. So haben die Weisen aller Zeiten den Pendelschlag gezeigt zwischen dem niederen und dem höheren Selbst, und wir sehen, wie sich das in Märchen, Mythen und Sagen zum Ausdruck bringt; überall ist es zu finden.
Als dann Goethe nach seinem Leipziger Studium selbst an der Pforte des Todes vorbeigegangen war und nach Frankfurt zurückgekehrt war, da widmete er sich mystischen Studien. Sie können in «Dichtung und Wahrheit» lesen, was für ein Niederschlag Goethe aus dieser Zeit geblieben ist, und was dann in ihm hervorgekommen ist, als er die Naturwissenschaft genau kennengelernt hatte in seiner Straßburger Zeit. Das drückt sich in nichts besser aus als darin, dass er beschloss, das ganze Drängen des Menschen nach Weisheit und nach dem Eins-Sein mit der göttlichen Natur in einer großen Dichtung, der «Faust»-dichtung, zum Ausdruck zu bringen. Er greift damit auf diejenige Sagenwelt zurück, durch welche das ausgehende Mittelalter den Gegensatz zwischen alter und neuer Zeit zur Andeutung gebracht hat.
Faust ist diejenige Persönlichkeit, welche sich von aller Tradition, von den Grundvorstellungen des Mittelalters befreien und aus der eigenen Brust heraus zu einem höheren Wissen vordringen will. Goethe hat den Faust nicht, wie das sechzehnte Jahrhundert es noch tat, zugrunde gehen lassen, sondern er hat ihn durch die Kraft der eigenen strebenden Seele erlösen lassen. Damit hat er dieses ganze Problem auf eine neue Basis gestellt, sodass wir noch heute jedes Wort dieser Dichtung als Ausdruck unserer eigenen Gedanken und Gefühle empfinden müssen. Ich werde Einzelnes noch in den folgenden Vorträgen besprechen. Ich muss Sie nun direkt hineinführen in das, um was es sich hier handelt.
Zunächst hat Goethe, nachdem er in der Jugend den Faust als strebenden Menschen hingestellt hatte und seine «Faust»-Dichtung nach Weimar mitgebracht hatte und aufgestiegen war zu einer reineren Erkenntnis und Weltanschauung, seinen «Faust» in den neunziger Jahren auf eine neue Grundlage gestellt. Am Beginn des «Faust» finden wir den «Prolog im Himmel». Da will uns Goethe zeigen, um was es sich handelt in seiner «Faust»-Dichtung. Er will uns nichts anderes als das sagen: Das Schicksal des Menschen wird nicht bloß in dieser physischen Welt bestimmt, es wird in höheren, geistigen Welten bestimmt. Wenn Sie sich erinnern an meine Vorträge in diesem Winter, so habe ich dazumal gesagt: Die physische Welt, die uns umgibt, ist nicht die einzige Welt, es gibt höhere Welten, die Welt der Seele oder astrale Welt und das, was wir die devachanische Welt nennen, die geistige Welt, den Himmel. Dasjenige, was einen Kampf durchlebt in der äußeren Welt, das hat nicht allein Bedeutung für die äußere Welt, sondern ist ein Abglanz von Kräften der übersinnlichen Welten. Wenn wir in die Seelenwelt eindringen, dringen wir in eine Welt farbigen Daseins ein. Die Astralwelt ist für den, dessen geistige Sinne geöffnet sind, als eine in Farben erglänzende Welt wahrzunehmen, von einer Schönheit und Großartigkeit, aber auch von einer Furchtbarkeit und Grausamkeit, die niemals in unserer physischen Welt gefunden werden. Die devachanische Welt ist als eine tönende zu bezeichnen. Die Pythagoreische Sphärenmusik ist für den, dessen geistige Ohren geöffnet sind, wirklich zu hören; sie ist nicht bloß eine Allegorie, sondern eine Wirklichkeit.
So ist es nun im höchsten Grade interessant, dass Goethe ganz sachgemäß, ich möchte sagen, mit einem technischen Ausdruck des Mystikers oder Theosophen diese Welt des Devachan in seinem «Prolog im Himmel» schildert. Die Planeten und die Sonne sind seelenbegabt. Sachgemäß spricht Goethe im Sinne der Mystik; so muss er auch aussprechen, dass er jenes Tönen in dieser Welt findet. So lässt er wirklich diesen «Prolog im Himmel» anheben:
Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Die Sonne tönt nicht im physischen Sinn, und wer sagt, dass es sich nur um ein Bild handelt, der sagt eine Oberflächlichkeit. Sie können sehen, wo Faust, durch die Läuterung hindurchgegangen, nach dem Devachan erhoben werden soll, wie exakt wiederum von dieser devachanischen Welt von Goethe gesprochen wird:
Tönend wird für Geistesohren
schon der neue Tag geboren.
Hier spricht Goethe von Geistes-Ohren, vom Tönen der geistigen Welt. Wir beschreiben es nicht in der Form dichterischer Bilder, sondern in der Sprache der theosophischen Wissenschaft. Im «Prolog im Himmel» kann fast jedes Wort so gedeutet werden, dass es im Sinne unserer Weltanschauung liegt. In diesem sehen wir ein wichtiges Prinzip des menschlichen Daseins auftreten. Sie alle wissen von dem Karma-Gesetz. Sie wissen, dass der Mensch die Erfahrungen, die er in dieser Welt macht, mitnimmt, wenn er durch die Pforte des Todes geht, und dass er dann die Früchte dieser Welt so mitnimmt, dass er sozusagen einen Extrakt, sein Ewiges, aus dieser irdischen Welt herausholt. Dadurch, dass seine Gedanken ein Abbild der geistigen Welt sind, dadurch kann er die Früchte in die geistige Welt mitnehmen. Es ist ganz im Sinne des Gesetzes vom Karma, wenn Gott den Engeln zuruft:
Und was in schwankender Erscheinung schwebt
Befestiget mit dauernden Gedanken.
Es kann natürlich durchaus derjenige, der will, sagen, das seien dichterische Bilder. Der aber, der weiß, wie Goethe, bevor er diese Dinge geschrieben hat, durch Jahrzehnte hindurch sich nicht nur praktisch mit Mystik befasst hat, sondern auch die Mystik des Mittelalters gründlich kennengelernt hat, der weiß, dass Goethe diese Dinge herausgeholt hat aus der mystischen Denkweise und Anschauung. Wir wissen, dass theosophische Weltanschauung ihre Grundlage zurückführt auf die großen Weisen, auf höhere geistige Individualitäten, welche jetzt schon auf derjenigen Stufe angelangt sind, auf die der Durchschnittsmensch sich erst in der Zukunft erhebt. Diese großen Weisen sind die großen Lehrer der Menschheit. Es ist der Theosophie zum Vorwurf gemacht worden, dass sie von solchen unbekannten Weisen spricht. Goethe spricht auch von solchen unbekannten Weisen, da, wo Faust im ersten Monolog, von der Nichtigkeit des Wissens durchdrungen, den Quell des Lebens erfassen will und einen Abglanz vom göttlichen Leben bereits erblickt hat.
Jetzt erst erkenn’ ich, was der Weise spricht:
‹Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot!
Auf, bade, Schüler, unverdrossen
Die ird’sche Brust im Morgenrot!›
Das ist ein Ausdruck, der bei den Mystikern aller Zeiten vorkommt. Jakob Böhme hat das Werk, mit dem er seine mystische Laufbahn begann, «Aurora» genannt. «Morgenrot» ist bei Goethe in Anführungszeichen gesetzt. Er spricht etwas aus, was er als innere Erfahrung von seiner praktischen Mystik kannte, nicht eine allgemeine Phrase, eine allgemeine Redensart; er spricht ganz im technischmystischen Sinne.
Wenn wir den «Faust» überblicken, was stellt sich uns dar im ersten Teil? Sie wissen, wir unterscheiden ein niederes Selbst, das Selbst, welches durch die Tore der Sinne seine Erfahrungen in der Umwelt macht und, durch mannigfaltige Wege geläutert, endlich zum höheren Selbst emporsteigt. Wenn Sie den ersten Teil durchlesen, werden Sie den Kampf des niederen Selbst des Menschen mit der umgebenden Welt geschildert finden. Diesen Kampf muss Faust erst bestehen, bevor er zur wahrhaft mystischen Erkenntnis in seinem eigenen Innern kommen kann. Von Anfang an strebt er nach dieser Erkenntnis. Und wiederum stehen wir vor einigen Sätzen, die nur der verstehen kann, der mit theosophischer Weltanschauung vertraut ist. Als Faust seinen Zusammenhang mit dem höheren Ich erkennt, da wendet er sich an den Erdgeist. Das ist ein Meisterstück einer Schilderung des seelischen Lebens; [des Astralkörpers der Erde, aus den Früchten geistig gewirkt und gewebtes unvergängliches Seelenkleid].
In Lebensfluten, im Tatensturm
Wall’ ich auf und ab,
Webe hin und her!
Geburt und Grab, Ein ewiges Meer,
Ein wechselnd Weben,
Ein glühend Leben,
So schaff' ich am sausenden Webstuhl der Zeit
Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.
Diese Schilderung, namentlich die letzte Zeile, ist für jede Mystik sehr bedeutungsvoll, sie spricht aus, wie die Seele aus den früheren Erfahrungen dieses Selbst eine Form wirkt und webt, die ewig bleibt.
Faust muss sich abwenden wie ein furchtsam gekrümmter Wurm. Er ist noch nicht reif, zu den Quellen des Lebens zu dringen. Er muss an der Hand des Versuchers Mephistopheles sein Selbst durch die Welt hindurchführen. Goethe gibt diesem eine Gestalt im Sinne der alten hebräischen Mystik. «Mephis» heißt «Verderber», und «Tophel» heißt «Lügner». Das sind diejenigen Kräfte und Wesenheiten, die immer als Hemmnis in der Welt da sind. Während der Mensch nach vorwärts strebt, halten sie zurück, und in der moralischen Welt werden sie die Versucher. Der Versucher ist Mephistopheles. Er führt Faust durch die Regionen des niederen Selbst, durch alle Arten der Erfahrung unseres niederen Selbst.
Wir sehen, wie Faust unbefriedigt ist von der Wissenschaft des Verstandes. Höchste Gelehrsamkeit kann nicht mehr sein als Beschäftigung mit der Sinneswelt. Er wird dann durch Leidenschaft und so weiter hindurchgeführt zur Läuterung. Faust will nun nochmals hintreten vor den Geist, von dem er sich wegwenden musste. Vor diesen Geist tritt er wiederum in der Szene «Wald und Höhle». Den Geist kann er nun so ansprechen, dass er ein Grundbekenntnis aussprechen kann, wie Sie es in jedem theosophischen Buch finden. Es spricht ihn an, dass dieser Geist ihm zeigen kann, dass in allen Wesen unsere Brüder zu finden sind, wie wir mit allen verbunden sind, und dass, wenn wir unsere Verwandtschaft mit allen Brüdern finden, wir unser eigenes göttliches Ich finden. In wunderschöner Weise schildert Goethe in Bildern das Aufsteigen des Menschen in seiner Erkenntnis.
Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles,
Warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst
Dein Angesicht im Feuer zugewendet.
Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich,
Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht
Kalt staunenden Besuch erlaubst du nur,
Vergönnest mir, in ihre tiefe Brust,
Wie in den Busen eines Freunds zu schauen.
Du führst die Reihe der Lebendigen
Vor mir vorbei, und lehrst mich meine Brüder
Im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen.
Das ist das Großartige, dass Goethe seinen Faust bis zu diesem Bekenntnis des Hineinschauens in das eigene Selbst geführt hat. Da, wo Faust im niederen Selbst das Vergängliche des Lebens sieht, nachdem er durch eine Reihe von Versuchungen hindurchgegangen ist, da erlangt er Einblick, dass es möglich ist, wirklich das höhere Selbst zu erkennen.
Faust soll nun, nachdem er tief niedergeschmettert wurde durch die Verhängnisse des Lebens, hinaufgeführt werden zu höheren Stufen. Zuvor hat er nur die Erfahrung gemacht dessen, was dem niederen Egoismus erfahrbar ist. Jetzt arbeitet er am kaiserlichen Hof für das niedere Selbst anderer. Mitten heraus aus diesem Arbeiten, aus dem Vergänglichen der Welt wird Faust auf einen unmittelbar mystischen Standpunkt gebracht. Goethe hat selbst die Anschauung zurückgewiesen, als ob der zweite Teil des «Faust» etwas anderes wäre als die reinste Ausprägung wirklich mystischen Seelenlebens. Er wurde gefragt von einem Freund, ob er seinen «Faust» so schließen wolle, wie er im ersten Teil schrieb:
Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange
Ist sich des rechten Weges wohl bewusst.
O nein, antwortete Goethe, Faust endet im höchsten Alter, und im Alter wird man Mystiker. Das wäre aber Aufklärung. Als Goethe eine Weltanschauung erlangt hatte, die einen freien Ausblick in die geistige Welt gestattete, da konnte er den «Faust» nicht mehr im Sinne der Aufklärung enden lassen. So hat er im Jahre 1827 über den zweiten Teil des «Faust» zu Eckermann gesagt: Ich habe den «Faust» so gedacht, dass die Bilder auch interessant, dramatisch sind für das Gemüt. Jeder kann sich erfreuen an den Bildern. Aber für den Eingeweihten liegt noch etwas ganz anderes in meinem «Faust». Sie werden sehen, dass manches Rätsel darin verhüllt ist. Goethe hat zwar nichts Unerforschliches hineingeheimnisst in den zweiten Teil des «Faust», aber etwas, was für den oberflächlichen Sinn nicht gefunden werden kann.
Da verlangt der Kaiser am Hofe, dass Paris und Helena allen erscheinen. Wir sind vor ein Problem gestellt, das uns über die physische Welt hinausführt. Goethe fasst es im tiefsten Sinn. Faust muss zu den «Müttern» hinuntersteigen. Die Gelehrten haben viele Dinge hineingedeutet. Für den, welcher mit mystischer Erkenntnis ausgestattet ist, ist es klar, was hier gemeint ist. In aller Mystik wurde immer das höchste Seelische der Welt als erwas Weibliches bezeichnet. Das ist ganz sachgemäß, denn was der Mensch Erkenntnis, höheres Leben nennt, das geht ihm in der Seele auf, wenn er sich befruchten lässt von den Kräften, die im Universum wirken. Die Erkenntnis ist ein Befruchtungsprozess; deshalb wurde in aller Mystik das Ewige im Weiblichen gesucht, bei den «Müttern». Die theosophische Weltanschauung sieht das Höchste, das die menschliche Seele erreichen kann, in der höheren, oberen Dreiheit, im Sanskrit: Manas, Budhi, Atman; Geistselbst, Lebensgeist und eigentlicher Geist des Menschen. Diese höhere Dreiheit muss im Menschen entwickelt sein, wenn er zu wahrer Selbsterkenntnis kommen will. Dann aber erlangt er den Zusammenhang mit den urewigen Quellen des Daseins. Dass es sich um eine solche Dreiheit handelt, deutet Goethe dadurch an, dass er bei den Müttern den Dreifuß aufgestellt sein lässt, aus dem Feuer herausströmt. Dieses Feuer kennt die Mystik als die Urmaterie. Da kann Faust das Geistige von Paris und Helena heraufholen. Das Geistige ist nicht oben und nicht unten, deshalb sagt Mephistopheles:
Versinke denn! Ich könnt’ auch sagen: steige!
Da zeigt sich, wie das, was ewig ist von Paris und Helena, heraufgeholt wird aus der seelisch-geistigen Welt.
Nun ist aber entscheidend, damit der Mensch sich zu diesem rein Geistigen erheben kann, dass er so weit geläutert ist, dass das Verlangen des Körpers, dass die niederen seelischen Eigenschaften und Triebe geläutert sind, dass der Mensch nicht mehr stürmisch verlangt nach diesem höchsten Geistigen, sondern dass er sich selbstlos zu diesem Höchsten verhält. Als Faust es heraufbringt, verlangt er stürmisch danach, und das bewirkt eine Explosion. Faust muss noch geläutert und gereinigt werden. Er muss das Geheimnis kennenlernen, wie die Menschennatur sich aufbaut, wie die drei Glieder Leib, Seele und Geist zusammenwirken, um ein Ganzes zu bilden. Die etablierte Psychologie kennt nur Leib und Seele, sie ist eine Wissenschaft, die bei zwei Dritteln des menschlichen Wesens stehen geblieben ist, weil sie die Dreigliedrigkeit des Menschen nicht anerkennt. Die Schulpsychologie kommt sich sehr gelehrt vor, aber sie ist für den, der die Dinge durchschaut, das Dilettantischste, was sich nur denken lässt. Faust soll erkennen, wie Leib, Seele und Geist sich verbinden, dies tiefe Geheimnis der Menschennatur. An dieser Stelle können wir Goethe am tiefsten belauschen, wie er ganz und gar Mystiker geworden ist, wie er sich in die Erkenntnisse eingelebt hat, die auch in unseren theosophischen Lehrbüchern stehen.
Zunächst soll Faust das Seelische kennenlernen. Das Seelische wird uns vorgeführt in einer eigentümlichen, aber sachgemäßen Weise, indem Faust wieder zurückgeführt wird nach dem Laboratorium, in dem er früher schon war und in dem nun der Homunculus erzeugt wird. Dieser Homunculus ist nichts anderes als ein Bild der menschlichen Seele. Und es ist in wunderbarer Weise jedes Wort verständlich, wenn man den Homunculus als Seele ohne Leib anfasst, als Seele, die sich noch nicht inkarniert hat. Dem Homunculus
fehlt es nicht an geistigen Eigenschaften,
Doch gar zu sehr am greiflich Tüchtighaften.
Wenn die Seele leibfrei ist, wenn sie ohne die Hüllen der Körperlichkeit auftritt, dann ist sie hellseherisch, nicht angewiesen darauf, durch die Sinne zu sehen. Sie sieht hinein ins Innerste der Menschennatur. Sie nimmt nicht bloß dasjenige wahr, was äußere Farbe hat, in äußeren Tönen klingt, dann nimmt sie die Triebe, die intimsten Gedanken des Menschen wahr. Das ist etwas, was man hellseherisch wahrnehmen kann, die außerphysische Welt. Den Homunculus lässt Goethe hellseherisch sein. Den ganzen Traum Fausts beschreibt der Homunculus, der in das Innere der Menschenseele hineinsieht. So können wir den ganzen zweiten Teil des «Faust» durchgehen: Die Seele ist im Homunculus ausgedrückt.
Das dritte Glied des Menschen, der Leib, er ist dasjenige, was sich nicht nur im Sinne der Naturwissenschaft, sondern auch im Sinne der Mystik vom Unvollkommensten zum Vollkommensten entwickelt hat. Aber die Mystik betrachtet nicht nur, so wie die moderne Naturwissenschaft, wie sich das Leibliche vom Unvollkommensten zum Vollkommensten entwickelt hat, sondern die Mystik zeigt auch, wie sich das Leibliche hindurchentwickelt hat durch das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich bis zum Menschen. Der Leib hat sich auf diesem Weg heraufentwickelt, bis er fähig geworden ist, sich mit der Seele zu verbinden. Diese allmähliche Entwicklung des Leiblichen stellt Goethe im zweiten Teil des «Faust» in großartigen Bildern dar. Er lässt den Homunculus Mephisto und Faust hinführen auf die Felder der «Klassischen Walpurgisnacht». Da wird er zusammengebracht mit dem, der die Verwandlung der leiblichen Gestalt leitet, mit Proteus, und auch mit den Weisen Thales und Anaxagoras, welche wissen, wie die körperlichen Verwandlungen vor sich gehen. Da wird gezeigt, wie dieser Homunculus als Seele einen Leib dadurch bekommen kann, dass er sich hindurchlebt durch alle Reiche der Natur. Beim untersten muss er anfangen, beim mineralischen Reich, dann geht es langsam zu den höheren Reichen. In wunderbarer Weise wird von Goethe geschildert, wie diese Leibwerdung vom Mineralreich zum Pflanzenreich aufsteigt. Goethe hat einen Ausdruck geprägt, um dieses so wunderbar plastisch zu schildern:
Es grunelt so
— die Pflanzengebilde!
Erst auf einer gewissen Stufe der Entwicklung tritt das ein, was man Geschlechtsleben nennt, dass sich dieses verbindet mit allen gestaltenden Kräften, die schon früher vorhanden waren. Goethe drückt das aus, indem er Eros sich auf dieser Stufe mit dem nach Gestaltung ringenden Homunculus verbinden lässt. So hat Goethe geschildert, wie sich die Seele durchgliedert, bis sie reif ist, den Geist aufzunehmen. Da stehen wir am Ende des zweiten Aktes des zweiten Teiles des «Faust». Faust hat kennengelernt das Geheimnis, wie sich die drei Glieder der Menschennatur verbinden: das Unsterbliche, das Ewige, das im Reiche der «Mütter» ist, die Seele und der Leib. Dadurch kann sich ein Mensch inkarnieren. Dadurch kann sich dasjenige, was in der äußeren Welt auch physisch lebte und längst vergangenen Zeiten angehörte, Helena, auch wieder inkarnieren. Sie treffen wir wieder am Beginn des dritten Aktes. Sie hat sich inkarniert, Helena steht leibhaftig vor Faust. So ist Faust durchgegangen durch die mystische Erkenntnis, er hat das Geheimnis der Menschwerdung erfahren, erlebt.
Ich habe gesagt, in jeder Mystik wird das Seelische im Menschen als etwas Weibliches vorgestellt. Dann kommt das Ringen um das Höhere, das Streben zum Höheren gerade in Fausts Streben nach Helena zum Ausdruck. Faust verbindet sich mit Helena. Das ist zunächst der symbolische Ausdruck für ein inneres Erlebnis. Faust sucht das Höhere, und da wird das Geistige geboren. Das Symbol der Poesie drückt das aus durch die Verbindung des seelischen Männlichen und Weiblichen, wobei die höhere geistige Erkenntnis gezeugt wird: Euphorion. Euphorion stellt dar, wie in mystischen Augenblicken der Geist in der Menschennatur auflebt. Diese Augenblicke kennt der Mystiker. Aber eines muss er noch erfahren: Zunächst ist das, was er so erlebt, nur ein vorübergehender Augenblick, nur ein Feieraugenblick des Lebens, ein Augenblick mystischer Vertiefung; dann muss er wieder zu seinem Beruf, zu seinen alltäglichen Wissenschaften zurückkehren. Feieraugenblicke sind diese mystischen Erkenntnisse; Feieraugenblicke aber sterben schnell: Euphorion stirbt schnell. Was jetzt folgt, ist tief aus mystischem Bewusstsein herausgeholt. Euphorion, nachdem er wieder entschwunden ist in das geistige Reich, er ruft der Mutter Helena zu:
Lass mich im düstern Reich,
Mutter, mich nicht allein!
Das ist eine Stimme, die jeder, der mystische Augenblicke erlebt hat, einmal gehört hat. Das Geistige ruft immer der Seele, der «Mutter» zu: Lass mich nicht allein, suche mich! Da kann nicht Theorie sprechen, da muss unmittelbare Erfahrung sprechen, um die ganze Tiefe, um die es sich hier an dieser Stelle handelt, zu erkennen. Die mystischen Feieraugenblicke werden dargestellt durch Euphorion. Die abgeklärte Weltanschauung Fausts, im Vergleich mit dem, was am Kaiserhof vorgegangen ist, tritt jetzt in Erscheinung. Faust soll nun dazu geführt werden, nicht bloß einzelne Feieraugenblicke der mystischen Versenkung zu erfahren, denn das ist noch ein unvollkommener Zustand. Der vollkommene Mystiker wirkt aus der geistigen Welt heraus; er wirkt selbstlos hingegeben, wie ein Bote der Gottheit, so als ob die Gottheit selbst schafft. So ist es bei Faust, als er zu höheren Stufen gekommen ist.
Aber noch ist Faust nicht so weit, dass er über alles, was das niedere Selbst an Anfechtungen erleidet, erhaben ist. Da darf nichts mehr zu den Sinnen des Mystikers sprechen, da müssen die Sinne ein Durchgangstor für das Geistige werden. Noch einmal, zum letzten Mal, verfällt Faust der Versuchung. Etwas stört sein Auge, er lässt die Hütte von Philemon und Baucis wegschaffen. Das war die letzte äußere Versuchung, fortan kann er nicht mehr durch seine Sinne versucht werden.
Aber im Menschen ist noch etwas, was an sein niederes Selbst herankommt, das ist das Gedächtnis, das in seinem niederen Selbst noch haftet, das ihn immer wieder hinunterzieht in diese niedere Welt. Es wird symbolisiert, indem die Sorge an Faust herantritt. Aber auch diese Anfechtung geht von ihm. Faust erblindet. Nun wird angedeutet, dass Faust, dadurch, dass er erblindet, ein Sehender wird: Im Innern leuchtet helles Licht, während es außen dunkel und finster wird. Er ist im schönsten Sinne zum Mystiker geworden, er ist zum Hellseher geworden, er sieht hinein in die geistige Welt.
Faust hat einen Kampf durchgemacht durch die Stufen des niederen und höheren Selbst bis in die Tiefen der mystischen Weltanschauung. Ein Kampf zwischen Gut und Böse ist dieser Kampf des Niederen und Höheren. Nun hat Goethe gerade das, wie Gut und Böse zusammenwirken, um in der Mitte den menschlichen Kämpfer durch sich hindurchgehen zu lassen zur Läuterung, in einem geistvollen Rätsel im zweiten Teil im ersten Akt angedeutet. Vergeblich haben Erklärer dieses Wort zu erklären versucht.
Was ist verwünscht und stets willkommen?
Was ist ersehnt und stets verjagt?
Was immerfort in Schutz genommen?
Was hart gescholten und verklagt?
Wen darfst du nicht herbeiberufen?
Wen höret jeder gern genannt?
Was naht sich deines Thrones Stufen?
Was hat sich selbst hinweggebannt?
Sie werden in Faust-Kommentaren kaum eine Lösung dieser Rätselworte finden. Demjenigen aber, der den tieferen Sinn des «Faust» kennt, dem lösen sie sich ungezwungen. Zeile für Zeile können wir durchgehen und brauchen nur zu der ersten Zeile zu sagen «das Böse» und zu der zweiten «das Gute», und wir haben die ganze Lösung des Rätsels. So schildert Goethe diesen Kampf des Guten und Bösen im Menschen, und er lässt Faust zum Mystiker werden.
Die letzten Entwicklungsstufen kann Goethe nur noch andeuten, und er bedient sich der mystischen Symbolik. Jede Zeile ist wieder tief bezeichnend für den mystischen Weg, die mystischen Stufen, die der Mystiker in der praktischen Entwicklung durchgeht. Und dann deutet uns Goethe am Schluss an, dass er wirklich dieses im zweiten Teil des «Faust» gemeint hat. Er stand einsam da, als er zu dieser mystischen Erkenntnis gekommen war.
Wenn man den «Faust» in der Jugend liest, wird man vieles finden, später wird man immer mehr finden und noch später immer noch mehr. Auch ich habe heute nur einen Schimmer dessen, was im «Faust» liegt, schildern können. Der «Faust» ist etwas ganz anderes geworden im zweiten Teil, als er im ersten Teil gedacht war. Der alte Goethe wird nur verstanden, wenn man ihn so tief nimmt. Er hat gewusst, dass um ihn viele leben, die den jungen Goethe in Schutz nehmen gegenüber dem alten. Darüber hat er in einem Momente des Grolls sich ausgesprochen, über diejenigen, die nur das Frühere und das, was sonst vom Leichtverständlichen vorhanden ist, gelten lassen wollen und da sagen: Goethe ist alt geworden. Ihnen ruft er zu:
Da loben sie den Faust
Und was noch sunsten
In meinen Werken braust
Zu ihren Gunsten.
Das alte Mick und Mack
Das freut sich sehr;
Es meint das Lumpenpack,
Man wär’s nicht mehr!
Goethe wusste, dass «er es noch war», wusste auch, dass er nicht verstanden werden konnte.
In den zweiten Teil des «Faust» hat Goethe für den Eingeweihten, der es heraushören will, so manches hineingeheimnisst. Und dann hat er, um anzudeuten, dass er den «Faust» in mystischem Sinne aufgefasst haben will, den zweiten Teil mit dem «Chorus mysticus» geschlossen. Da zeigt er uns, wie er in jedem Vergänglichen nichts anderes sieht als ein Gleichnis für ein Unvergängliches, für ein Ewiges. Das ist die Anschauung der Mystik oder Theosophie, dass, was sinnlich vorhanden ist, nur ein Gleichnis für das Unvergängliche ist. Dasjenige, was der Mensch niemals erlangen kann in der Sinneswelt, wonach er strebt in der Sinneswelt, den wirklichen Sinn des Lebens zu erkennen, dieses «Unzulängliche», das wird «Ereignis» in der höheren Welt durch praktische Mystik; und was man nicht beschreiben kann, das kann erlebt werden. Dann werden die im Menschen schlummernden geistigen Kräfte geweckt; er nimmt nicht nur sinnlich wahr, sondern wird hinaufgeführt in die höheren Welten. Das für die sinnliche Welt «Unbeschreibliche» ist getan, jetzt in den höheren Welten. Und dasjenige, was die Mystiker aller Zeiten das «Weibliche» genannt haben, das Höchste, das, zu dem das Niedere hinstrebt, das, was Goethe bei den «Müttern», im «Weiblichen» gesucht hat, das «Ewig-Weibliche», das Höchste in der menschlichen Seele, das zieht den Menschen hinan. Das ist das grundsätzliche Bekenntnis Goethes, des Mystikers, das er hier zum Ausdruck gebracht hat und das zurückleuchtet auf all das, was er hineingeheimnisst hat in seinen «Faust»:
Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche
Hier wird’s Ereignis;
as Unbeschreibliche,
ier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.