Goethe and the Present
GA 68c — 22 February 1908, Kassel
XXII. Über «Die Geheimnisse»
Zypresse, Zeder, Palme, Ölbaum waren nach einer alten Legende als Holz für das Kreuz Christi verwendet.
Die Rose, das keusch gewordene Ich, ist Pflanzensaft, aber rot. Bienen flogen zu den Wunden des Heilandes, sogen daran und fanden dasselbe darinnen wie in der Blume: pflanzlich gewordenes Blut. Das ganz nachempfinden.
Die «Geheimnisse». Die Zwölf da im Kloster sind Repräsentanten der zwölf Religionen und Bekenntnisse. Zwölf kann es geben. Sie stehen alle unter einem Obersten; der Geist ist derselbe, der in alle hineinfließt.
Von Bruder Markus’ Mund tönt die Weisheit wie von Kinderlippen, das ist in tiefster Einfalt göttliche Lehre aussprechen.
Wer das kennt und hat in früheren Inkarnationen große Weisheit im höchsten Maße ausgedrückt, der kann im nächsten Erdenleben so, wie ein Kind spricht, wie selbstverständlich, die höchsten Äußerungen der Weisheit von seinen Lippen ertönen lassen. Auf der höchsten Stufe ist die höchste Vereinfachung der Weisheit da. So bei Markus.
Der Dreizehnte will gerade diesen Körper verlassen, bei vollkommenem Bewusstsein. Stern bei der Geburt bedeutet, dass Geburt eines solchen tief bedeutsam ist für den ganzen Kosmos. Er überwindet die Otter, das heißt, er wird geboren auf einer hohen Stufe. In Amphibiengestalt werden die drei Glieder dargestellt. Schlangensymbolum. Fisch ist das Zeichen des Christus.,/p>
Er hat die niedere Natur schon überwunden. Das wird angedeutet durch das Töten der Otter.
Nach der zweiten Lebenshälfte des Menschen sinken die körperlichen Kräfte. Damit steigen aber die geistigen Kräfte. Auch wer auf hoher Stufe steht, muss Kindheit wieder erleben und vieles durchmachen, bis seine hohe Persönlichkeit sich ganz offenbaren kann. Der Geist liegt in den Kräften, die wir haben, nicht in dem, was wir lernen; das sind nur Formen.
Er sieht Kräuter und wird zum Heiler. Fremdem Willen gern gehorchen spart ungeheuer viel Kraft fürs Leben.
Humanus [der Dreizehnte], der die ganzen Kräfte des Menschen in sich hat und über ihn hinausgekommen ist.
In den Schilden [über den Stühlen der Brüder] wird symbolisiert, was jeder zu geben hatte, um es der Welt zu geben: Feuerfarbener Drache, der seinen Durst in Flammen stillt, ist die umgewandelte astrale Natur, Leidenschaft für die Religion. Der Arm in des Bären Rachen: Die wilde Natur des Menschen wird als Bärennatur bezeichnet. Niedere Tiere sind tonlose Tiere. Je mehr das Tier dem Menschen ähnlich wird, umso mehr entsteht 'Ton in ihm. Wenn das Ich ganz in den Menschen eingezogen ist, kann es voll hineintönen in die Welt. Das ist der Rubikon, den der Mensch überschreiten muss, dargestellt in der Zunge. Das, was im Munde ist, die Zunge, ist zugleich der Arm in dem Rachen (Fenriswolf).
Man soll benutzen das, was die Menschen schon erreicht haben, nicht aus sich selbst alles erreichen wollen. Das ist unnütze Mühe. Man entzieht dadurch der Welt Kräfte. Hier geht noch manches vor. Die weiße Loge ist unter uns, immer.
Die drei Jünglinge: die drei höheren Glieder des Menschen.
Es scheint, als kämen sie von nächt’gen Tänzen,
Von froher Mühe recht erquickt und schön.
Der Astralleib ist im Schlaf in der höheren Welt und bringt neue Kräfte mit. Das muss man nicht intellektuell nehmen, sondern empfinden: Aus Demut und Einfalt kommt höchste Weisheit hervor.