What is the Purpose of Anthroposophy and the Goetheanum?

GA 84 — 14 April 1923, Dornach

I. Die Steigerung Der Menschlichen Erkenntnisfähigkeit Zu Imagination, Inspiration Und Intuition

Während dieser Kursus für Lehrer und pädagogisch Interessierte stattfindet, werde ich die Vorträge, die gleichzeitig mit diesem Kursus als besondere anthroposophische Kurse stattfinden, so halten, daß sie auch für diejenigen Persönlichkeiten verständlich sein können, welche in der letzten Zeit erst sich zur Anthroposophie gefunden haben, oder ganz in ihrem Anfange stehen. Daher wird manches von dem, was ich gerade im Laufe dieser Woche hier in diesen Vorträgen vorbringen werde, für die «erleuchteten Anthroposophen» eine Art Wiederholung sein. Aber ich denke, auch eine solche Wiederholung kann von dem einen oder dem anderen Gesichtspunkte aus ganz nützlich sein.

Was ich heute vorbringe, soll zunächst eine Art weiterer Ausgestaltung sein dessen, was ich in dem öffentlichen Vortrag vorbrachte, den ich in der letzten Woche an verschiedenen Orten der Schweiz zu halten hatte. Es soll an diesen Vortrag anknüpfen und einiges davon weiter ausführen.

Wenn wir das menschliche Leben in seiner Ganzheit überblicken, so finden wir ja, daß dieses Leben zerfällt in zwei voneinander streng getrennte Lebensinhalte: in einen Lebensinhalt, den wir immer durchmachen in der Zeitzwischen dem Aufwachen und Einschlafen, also im gewöhnlichen Tagesbewußtsein; der andere Teil des Lebens, der beim normalen Menschen ja der kürzere ist, das ist der, den wir durchmachen jeweilig zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Es ist derjenige, welcher in die Unbewußtheit getaucht ist, und in das Bewußtsein nur dadurch heraufleuchtet, daß er in dieses Bewußtsein die bunte Mannigfaltigkeit der Traumwelt hineinfließen läßt. So daß, wenn wir vom Gesichtspunkt des menschlichen Bewußtseins sprechen, wir sagen müssen: Dieses Bewußtsein ist erfüllt während des Tagwachens von dem Inhalt, den uns unsere Sinne liefern. Was durch unsere Sinne uns von der Welt bekannt wird, das ist, sagen wir, in bildhafter Weise in unserem Bewußtsein vorhanden. Das erleben wir. Wir knüpfen, sei es im gewöhnlichen Leben, sei es in der Wissenschaft, an dasjenige an, was uns die Sinne überliefern, unsere Vorstellungen, unsere Gedanken; das heißt, wir kombinieren die Sinneswahrnehmungen, versuchen auch in der Welt der Sinneswahrnehmungen Gesetzmäßiges zu finden.

Das alles treiben wir mit unserem Denkvermögen. Wir schließen die Gedanken, die Vorstellungen, die wir durch unser Denkvermögen erhalten können, an die Sinneseindrücke an. Dann entwickeln wir aber innerhalb unseres tagwachen Lebens noch etwas anderes. Wir sind von dem einen Ereignis, von dem einen Eindruck des Tages angenehm, von dem andern unangenehm berührt; wir sympathisieren mit dem einen Eindruck, der andere Eindruck ist uns antipathisch. In der mannigfaltigsten Weise und in den mannigfaltigsten Abstufungen ist diese Sympathie und Antipathie vorhanden. Und wir bezeichnen ja das, was wir da, ich möchte sagen, nach unserem menschlichen Inneren zu gelegen, an den Dingen so erleben, daß sie uns Freude machen, daß sie uns Schmerz machen, daß sie uns erheben, daß sie uns bestürzt machen, wir bezeichnen ja das als unser Fühlen mit den Dingen, und wir unterscheiden wohl deutlich zwischen unserem Fühlen und unseren Gedanken, die uns etwas Äußerliches repräsentieren. Unsere Gedanken leben nicht bloß in uns, sie repräsentieren uns etwas Äußerliches. Durch unsere Vorstellungen gewinnen wir etwas über die äußere Welt. Es liegt ja schon im Worte «Vorstellung», daß wir dadurch etwas über die äußere Welt gewinnen. Dasjenige, was wir vorstellen, das stellen wir nicht in, sondern wir stellen es vor uns. Der Gedanke weist uns also nach außen. Das Gefühl weist uns nach innen. Wir haben das deutliche Erlebnis, daß dasjenige, was wir fühlen, nach innen zu erlebt wird, und daß es mit dem Äußeren nicht in demselben Maße etwas zu tun hat wie der Gedanke, wie die Vorstellung.

Aber wir erleben noch ein Weiteres an der Welt. Wenn bei manchem Menschen es vorkommt, daß ihm, sagen wir, da oder dort ein bösartiger Hund begegnet, so läuft er davon. Mancher läuft schon davon, wenn er eine Maus sieht; aber auch unter anderen Eindrücken der Außenwelt geschieht etwas Ähnliches. Wir sagen in diesem Falle, es wird unser Wille erregt. Während das Fühlen so verläuft, daß wir dabei ruhig bleiben, bringen wir durch unseren Willen, zunächst grob gesprochen, unseren ganzen Organismus in bezug auf die Außenwelt in Bewegung.

So sprechen wir, wenn wir von unserem Bewußtsein sprechen wollen, wie es während des Tagwachens sich entwickelt. Von diesem Bewußtsein unterscheiden wir deutlich die Unbewußtheit, die ja auch zu unserem Leben gehört, und die wir zubringen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Nur strömt eben aus dieser Unbewußtheit des Schlafens die bunte Mannigfaltigkeit der Traumeswelt herauf.

Nun wollen wir uns einmal ein wenig aufklären über das, was so für das gewöhnliche menschliche Bewußtsein einen bestimmten Wert hat. Wir können sagen: Für dieses gewöhnliche menschliche Bewußtsein spielt aus dem Unbewußten heraus die Traumeswelt. Sie glänzt herein in das Bewußtsein. Und dann tritt im Bewußtsein auf aus den Erlebnissen des Tages heraus, aus den Erlebnissen des Wachzustandes heraus Denken, Fühlen und Wollen.

Wie können wir zunächst in einer, ich möchte sagen, populär-äußerlichen Weise diesen Unterschied angeben zwischen dem unbewußten Zustand des Menschen, aus dem die Träume herausglänzen, und dem vollwachen Zustand?

Nun, Sie werden nicht lange nachzudenken brauchen darüber, Sie werden finden, daß der Mensch im Wachzustand sich in dasjenige eingeschaltet fühlt, was er seinen physischen Organismus nennt.

Nehmen Sie die Welt des Traumes. Sie läuft in Bildern vor Ihnen ab. Sie müssen sich sagen, während die Welt des Traumes in Bildern vor Ihnen abläuft, sind Sie’in Ihren physischen Organismus nichteingeschaltet. Beim Aufwachen fühlt der Mensch vor allen Dingen: der Wille durchdringt seinen physischen Organismus. Auch unsere Sinne brauchen wir ja wachend dadurch, daß wir sie durch unseren Willen beherrschen. So also können wir sagen: Der Schlafzustand, aus dem der Traum herausquillt, geht in den Wachzustand dadurch über, daß wir den Willen einschalten gewissermaßen in den physischen Organismus.

Sehen wir also einmal jetzt auf diesen physischen Organismus hin. Schon indem ich sage: Sehen wir auf den physischen Organismus hin — appelliere ich eigentlich an Ihr sinnliches Anschauungsvermögen. Ich appelliere an dasjenige, was Sie durch dieses sinnliche Anschauungsvermögen wissen. Sie können zunächst von diesem physischen Organismus des Menschen auch nichts anderes wissen, als was Ihnen die Sinne überliefern, was Sie über den physischen Organismus denken können. Auch keine Anatomie, auch keine Physiologie weiß über diesen physischen Organismus anderes als dasjenige, was die Sinne erkennen lehren, und was durch das Denken, die Sinneswahrnehmungen kombinierend, von dem Menschen erfaßt werden kann.

Dadurch werden wir aber darauf aufmerksam gemacht, daß es zunächst die Sinne sind — wir werden uns darüber ja auch im Gebrauch unseres Bewußtseins klar —, an die wir uns wenden müssen, wenn wir über die Welt im allgemeinen und über den physischen Organismus des Menschen etwas wissen wollen — die Sinne und das Denken.

Sehen wir uns einmal die Sinne an und prüfen wir in ganz populärer Weise, was wir durch die Sinne haben in bezug auf die zwei charakteristisch unterschiedenen Zustände des Wachens und des Schlafens.

Der Mensch denkt über dasjenige, was da in Betracht kommt, allzuwenig nach, weil, wenn er nicht gerade blind ist, der Löwenanteil dessen, was er in seinem Erleben bewußt hat, von den Augen her kommt, und die Augen gerade diejenigen Organe sind, die im schlafenden Zustand beim Menschen geschlossen werden, wodurch die äußeren Eindrücke abgehalten werden. Aber denken Sie einmal an die anderen Sinne. Können Sie glauben, daß Ihr Ohr, wenn Sie es nicht verstopfen, Ihnen andere Erlebnisse während des Schlafes liefert als während des Tages in bezug auf den physischen Leib? Wenn Sie den physischen Leib ordentlich ins Auge fassen und Ihr Ohr nicht verstopfen in der Nacht, so können Sie unmöglich denken, daß durch das Ohr in Ihrem physischen Organismus, wenn Sie schlafen, etwas anderes vorgeht, als wenn Sie wachen. Es ist ja gar kein Grund dazu da. Daß Sie das nicht wissen, das ist eine ganz andere Sache.

Oder fragen wir in bezug auf den Wärmesinn. Wir nehmen Wärme und Kälte wahr. Ja, glauben Sie, daß die Wärme, die Sie während des Tages wahrnehmen, vor Ihrer Haut haltmacht, wenn Sie schlafen? Sie wird selbstverständlich auf die Haut ganz dieselbe Wirkung ausüben. Sie sind also während des Schlafens mit Ausnahme des Gesichtes genau denselben Eindrücken ausgesetzt, denen Sie während des Wachens ausgesetzt sind.

Wenn das nicht der Fall wäre, müßten Sie ja annehmen, daß Sie während des Schlafens einen Wärmemantel um sich haben, der die Wärme abhält. Sie müßten denken, daß Ihnen ein guter Geist die Ohren zustopfe, damit die Vorgänge, die sonst von außen bewirkt werden, nicht bewirkt werden. Wenn Sie sich das alles vorhalten, kommen Sie darauf, sich zu sagen: Nun ja, das Auge ist eben so empfindlich, daß sich der menschliche Organismus darauf eingerichtet hat, seinen Willen dazu zu benützen, die Vorhänge der Lider über die Augen zu hängen während des Schlafzustandes.

Allerdings, ein wenig sorgt ja die Außenwelt dafür, daß die Sinneseindrücke ausbleiben während der Schlafenszeit. Aber wenn auch erst neulich hier in der Zeitung zu lesen war, daß es angenehmer wäre für diejenigen Leute in Basel, die schlafen wollen und in der Nähe von Wirtschaften wohnen, daß für die Konzerte der Schluß schon um halb elf sei und nicht um elf, so weist das deutlich darauf hin, daß man die Ohren geschützt haben will; aber man muß sie von außen schützen. Wenn das auch alles der Fall ist, so muß man doch sagen: Wie auch die Außenwelt während des Schlafens gestaltet ist, wie sie einmal ist, so wirkt sie auf unsere Sinne mit Ausnahme der Augen.

Und dann müssen wir uns weiter fragen: Wie ist es denn nun mit unserem Denken, mit unseren Gedanken? Sehen Sie, man könnte, um diese Frage zu beantworten, von mancherlei Gesichtspunkten ausgehen; aber für den heutigen Menschen ist ja nun einmal die moderne Wissenschaft populär geworden, und daher weiß der moderne Mensch, daß von jedem Sinn nach dem Innern des Organismus eine Fortsetzung geht, nämlich die Nervenstränge, und daß dadurch, daß die Nervenstränge als Fortsetzung der Sinne nach innen gehen, sich an die Sinnesempfindung das Denken, das Vorstellen anschließt.

Ja, wenn Sie nun, und sei es auch nur die relative Stille in der Nacht, hören - und es ist ja ganz natürlich, daß Sie sie hören, denn Ihr Ohr ist offen, dasjenige, was in Ihrer Umgebung ist, ist hörbar, das verursacht dieselben Vorgänge, die es verursachen würde, wenn Sie wach wären -, warum sollte denn das haltmachen vor den Nerven, das heißt vor dem Denken?

Sie müssen sich also sagen, durch Ihren physischen Organismus halten Sie — wie gesagt, immer mit der Ausnahme der Augen — die Sinneseindrücke nicht ab. Aber Sie halten auch die Gedanken nicht ab. Und Sie können sogar — es bleibt das ja zunächst für die äußere Beobachtung hypothetisch - vorstellen; wenn auch durch die sozialen Einrichtungen eine relative Ruhe da ist während der Nacht für gewisse Sinne — für andere Sinne ist sie ganz gewiß nicht vorhanden; für den Wärme- und Kältesinn zum Beispiel ganz gewiß nicht, für den Tastsinn auch nicht, denn, nicht wahr, wenn Sie mit dem Daumen auf die Tafel drücken, nehmen Sie den Druck wahr. Warum sollte denn das Wahrnehmen des Druckes just nicht der Fall sein, wenn Sie Ihren Rücken auf das Bett legen? Sie müssen natürlich diesen Druck, den der Tastsinn vermittelt, während der ganzen Nacht wahrnehmen. Ebenso wenn Sie etwas auf Ihre Hand legen, nehmen Sie das wahr. Warum sollten Sie nicht die ganze Nacht hindurch die Bettdecke wahrnehmen, die Sie auf sich legen, und so weiter? Aber nicht nur das, sondern die Fortsetzung nach innen, die Ausbildung der Vorstellungen und Gedanken, warum sollte denn vor denen haltgemacht werden? Denn die sind ja durch den Organismus vermittelt.

So daß wir, wenn wir unbefangen betrachten, was da eigentlich vorliegt, uns sagen müssen: Auch wenn der physische Leib während des Schlafes im Bette liegt, hat er die gewöhnlichen Eindrücke durch die Sinne. Er hat auch die gewöhnlichen Erlebnisse, die uns beim Tagwachen als bewußte Vorstellungen auftreten. Geradeso, wie wir bei Nacht nichts wissen von den Sinneseindrücken und sie doch da sein können, so wissen wir nichts von unseren Gedanken; sie sind aber da.

Das macht sich der Mensch gewöhnlich nicht klar, daß, wenn er schläft, er fortwährend denkt. Nur weiß er nichts davon. Geradesowenig, wie er von dem Druck der Bettdecke etwas weiß, die auf ihm liegt, so weiß er nichts von den Gedanken, die fortwährend im Schlafe ablaufen. Die sind da. Der Mensch denkt die ganze Zeit seines Lebens, nicht nur während des Tages. Wenn er auch nicht bewußt Gedanken hat, so denkt er doch, so sind diese Gedanken doch eben in ihm. So daß wir da geführt werden darauf, wie der Mensch auch vom Einschlafen bis zum Aufwachen von einer Gedankenwelt durchsetzt ist.

Nun nehmen Sie den aufwachenden Menschen. Er wacht auf. Er wacht aus den Träumen auf, sagen wir. Man kann sehr leicht dadurch, daß man gewisse Träume studiert, wahrnehmen, wie rasch der Traum abläuft, so, daß er unmittelbar eigentlich im Erwachen sich abgespielt hat. Sie brauchen sich nur daran zu erinnern, daß Sie etwa träumen können - ich will natürlich keinem das zumuten, jeder einzelne ist ausgenommen, aber es könnte doch einem Menschen passieren —, daß Sie mit jemandem in heftigen Wortwechsel kommen, der in eine Rauferei ausartet. Sie wissen, in den Träumen ist man manchmal viel unartiger als während des Tages. Es artet in eine Rauferei aus; der andere haut Ihnen eine herunter, wie man sagt, und siehe da, Sie wachen auf: Da bemerken Sie, daß ein Regentropfen auf Ihre Backe gefallen ist. Der hat Sie sogar aufgeweckt, der Regentropfen. Der ganze Traum, der so aussieht, als wenn er lange Zeit gedauert hätte, ist nur durch diesen Regentropfen verursacht im Moment des Aufwachens.

So können Sie das bei unzähligen Träumen erleben. Sie verlaufen eigentlich im Nu, durch irgend etwas veranlaßt, haben einen ganz dramatischen Inhalt. Wir können also sagen: Sie wachen auf mit einem Traum. Sie werden fiinden, wenn Sie wirklich richtig zu Werke gehen, daß der Traum Ihnen irgend etwas gibt, was Sie nach Ihren Erlebnissen sonst auch hätten denken können, aber Sie würden es wachend anders gedacht haben. Wir wissen, daß der Traum dasjenige, was er zum Erleben bringt, in eine gewisse Phantastik kleidet.

Nehmen Sie das Beispiel, das ich eben gesagt habe. Wenn Ihnen bei Tag ein Regentropfen auf die Backe fällt, so haben Sie andere Bilder von dem ganzen Vorgang als jenen dramatischen Vorgang, wo Sie mit jemandem in Wortwechsel kommen und zu raufen beginnen; der Wortwechsel kann vielleicht sehr lange dauern, das Raufen auch noch verhältnismäßig lange, und dann kommt, sagen wir, der Backenstreich, und das ist das Ende, da wachen Sie auf. Bei Tag hätten Sie ein sehr einfaches Erlebnis gehabt, eine Sinneswahrnehmung und eine sich daran knüpfende Vorstellung. Im Aufwachen haben Sie ein sehr dramatisches Erlebnis. Es ist ausgeschmückt. Aber sehen Sie, Sie werden kaum anderes träumen, als was sich zusammensetzt aus Sinneserlebnissen, die Sie irgendwie schon gehabt haben oder haben könnten, oder etwa innere Leibeserlebnisse und dergleichen. Das träumen Sie dann.

Sehen Sie sich den ganzen Vorgang an, so werden Sie, je mehr Träume Sie beobachten, desto mehr darauf kommen, worin das Träumen eigentlich besteht. Wenn Sie wach sind, da sehen Sie durch Ihre Augen Farben - hell, dunkel; Sie hören dies oder jenes, Sie nehmen Wärme und Kälte wahr. Sie kombinieren das durch Ihren Verstand. Sie haben das deutliche Gefühl: Wenn Sie das alles tun, so wirken Sie von innen nach außen. Sie haben innen den Willen, mit dem Sie das alles durchdringen. Sie wirken von innen nach außerhalb. Lassen wir zunächst ganz unberührt, was da von innen nach außen wirkt; aber Sie haben das Gefühl: Sie ergreifen Ihre Sinneseindrücke, Sie bringen die Sinneseindrücke durch die Vorstellungen irgendwie in Ordnung. Sie kombinieren diese Sinneseindrücke und so weiter. Aber das machen Sie alles von innen aus. Ja, wenn Sie träumen, denken Sie nur einmal darüber nach, da haben Sie ähnliche Bilder, wie die Sinneseindrücke sind. Sie brauchen sich nur an einen lebhaften Traum zu erinnern, so werden Sie sich sagen: Da sind ähnliche Bilder. Sie sehen Farben, Sie sehen, wie sich jemand bewegt und so weiter; Bilder sind da, wie sie zuletzt auch da sind in der Sinneswelt. Nur daß bei der Sinneswelt gewissermaßen diese Bilder über die harten Gegenstände darübergelegt sind; im Traume schweben sie frei, diese Sinnesbilder. Und Vorstellungen sind auch darinnen im Traum, sogar Ursache und Wirkung, auf die die Naturwissenschaft so stolz ist. Man träumt ja nicht bloß Bilder, man träumt Zusammenhänge. Das ist alles darinnen.

Nur, wenn Sie genau hinschauen auf den Traum, dann werden Sie sich sagen müssen: Ja, wie ich im Traum erlebe, das ist eigentlich just umgekehrt, als wie ich während des Wachens erlebe. Es ist umgekehrt. Während des Wachens weiß ich, ich empfange Sinneseindrücke, ich beherrsche diese durch meine Gedanken. Wenn ichtträume, da überfallen mich zunächst die Sinneseindrücke, und dann lebt so in den Sinneseindrücken drinnen eine Art Zusammenhang, wie er sonst durch die Gedanken lebt. So wie wenn der Zusammenhang hinter den Sinnesbildern stünde, so ist es im Traume. Und denken Sie über diese Dinge ordentlich nach, so werden Sie finden: dieses Träumen ist eigentlich umgekehrt. Da ist es so, wie wenn Sie zuerst auf die Sinnesempfindungen auftreffen würden und dann das Denken nicht recht erhaschen könnten. Daher sind die Sinnesbilder so inkonsequent, so unlogisch. Sie können das Denken nicht erhaschen. Wenn Sie wach sind, dann haben Sie mehr oder weniger, je nachdem Sie mehr Philister oder phantasievoller Mensch sind, die Sinnesbilder in Ihrer Gewalt, in Ihrer Kraft. Sie wissen, da ist das Denken in Ihnen selbst drinnen, und mit dem Denken beherrschen Sie die Sinnesbilder, die etwas weiter von Ihnen sind. Beim Traume, da stoßen Sie auf die Sinnesbilder auf. Das Denken, das ist jetzt weiter weg, das können Sie nicht erhaschen. Kurz, Sie bekommen, wenn Sie die Sache vernünftig betrachten, den Eindruck: Wenn Sie wachen, so leben Sie von innen nach außen, da sind die Sinnesbilder außen (gelbe Pfeile), und da drinnen ist das Denken (violette Pfeile). Das macht sich geltend.

Wenn Sie träumen, dann ist es umgekehrt (rote Pfeile), dann nähern Sie sich erst den Sinnesbildern, können aber nicht das Denken dahinten erhaschen; an das kommen Sie nicht ordentlich heran. Daher spielt das Denken im Traum drinnen so bunt.

Sie können durch eine richtige Beobachtung unterscheiden, wie es mit Traum und sinnlicher Wirklichkeit ist. Bei der gewöhnlichen tagwachenden sinnlichen Wirklichkeit leben Sie von innen nach außen. Da sind Sie mit Ihrem Denken recht intim zusammen. Da ist Ihnen das Denken näher. Mit diesem Denken kombinieren Sie die Sinneseindrücke.

Blackboard
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Beim Träumen - es ergibt sich das aus der Betrachtung — da muß man draußen sein, denn an das Denken kommt man nicht ordentlich heran. Daher spielt der Traum eine so kuriose Logik, weil das Denken jenseits ist. Man ist also, wenn man wacht, da, und wenn man träumt, dort draußen (siehe Zeichnung). Aber man ist gerade eben hereingekommen, denn das geht dann über in den gewöhnlichen Wachzustand, wo man mit dem Denken intim ist. Fühlen Sie nur, wenn der Traum verläuft, verläuft er ja in das gewöhnliche Tagesbewußtsein. Sie sausen hinein in Ihr ordentliches Denken, Sie passieren Ihre Körperoberfläche. Sie passieren die Augen, aber von außen. Sie haben noch nicht den Sehnerv. Sie haben die Augen, die passieren Sie. Und der Sehnerv, der wirkt von der andern Seite, von einer Art Jenseits, gaukelt da mit den Bildern noch herum, wenn Sie hereinschlüpfen; dann sind Sie mit dem Nerv intim, der macht aus den Bildern eine ordentliche Welt. So ist es mit allen übrigen Sinnen.

Sie können also sehen, einfach indem Sie die Tatsachen konstatieren, wie das Erwachen wirklich in einem Hineinschlüpfen in den Leib besteht. Worin muß denn also der Schlaf bestehen? Sie brauchen nur diesen Tatbestand ordentlich sich vor das Seelenauge zu rücken, so werden Sie sich sagen: Da muß ich irgendwie außer meinem Leibe sein.

Und jetzt gehen wir einmal das gewöhnliche Bewußtsein des Tages durch. Die «Erleuchteten», die werden eben nur eine Wiederholung in dem haben, was ich jetzt zu sagen habe. Gehen wir die Vorstellungen durch, da werden wir finden: In dem Vorstellen wachen wir wirklich, da sind wir mit unserem Denken intim zusammen, da wachen wir wirklich. Also mit dem, was da als unser Denken in uns sitzt, mit dem sind wir intim zusammen im Wachen, mit Bezug auf das wachen wir wirklich.

Aber nehmen wir nun das Fühlen. Sie werden, wenn Sie wiederum das, was Sie im Erleben haben, ordentlich beobachten, sich nicht sagen können, daß das Fühlen ebenso intensiv da ist wie das Denken. Sie werden sich sagen müssen: Das Fühlen, das ist weniger logisch schon als das Denken. Man gestattet sich ja auch im Fühlen eine viel geringere Logik als im Denken. Was einem sympathisch oder antipathisch ist, darüber gestattet man sich eine viel größere Freiheit und Willkür als über das, was mathematisch ist. Es ist ja klar, wenn es auf das Gefühl ankäme, wäre es den Hausfrauen lieber, wenn sie zwei Franken und wieder zwei Franken nehmen würden, daß das fünf Franken wären statt vier, und nicht nur den Hausfrauen, sondern ich glaube, allen Leuten wäre es wahrscheinlich lieber. Allein, da kommt es beim Denken eben nicht auf Unbestimmtheit, sondern auf Bestimmtheit an.

Kurz, wenn wir auch sehen, wie verschieden in bezug auf den Erlebnisinhalt das Fühlen vom Träumen ist, an Unbestimmtheit gibt das Fühlen dem "Träumen gar nichts nach. Indem wir fühlen, sind wir in demselben Zustand, wie wenn wir träumen. Nur daß der Traum uns Bilder gibt, dagegen das Fühlen eben jenen eigentümlichen Lebensinhalt, den wir Gefühle nennen. Fühlen ist seinem Zustande nach durchaus ein wachendes Träumen.

Wir wissen ja auch, wenn wir unsere logischen Vorstellungen in Künstlerisches tauchen wollen, da müssen wir das Gefühl anwenden. Ohne Fühlen gibt es kein Künstlerisches. Wir müssen es in das Gefühl eintauchen. Wir empfinden, wir müssen ihm ein Element verleihen, das dem Träumen ähnlich ist. Dadurch schaffen wir nach innen etwas Ähnliches, wie die Traumeswelt von außen her schafft. Wir schaffen nach innen nicht logische Vorstellungen, sondern Bilder der Phantasie. Und das hat man ja zu allen Zeiten gefühlt, wie die Träume von außen mit aller Unbekanntheit und allem Frappierenden, was von außen kommt, angefüllt sind, aber doch ähnlich sind wie die Phantasievorstellungen, die nach innen gehen.

Und gehen wir zum Wollen über - nun, da seien wir uns nur ganz klar: Vom Wollen weiß das tagwachende Bewußtsein nichts. Es hat zunächst den Gedanken, du willst daoder dorthin gehen. Wenn wir auch vom Wollen sprechen müssen gerade dann, wenn wir aufwachen, weil wir spüren, wir bemächtigen uns dann unseres Körpers, wissen tun wir aber trotzdem nichts vom Wollen. Wir haben einen Gedanken: Du willst da- oder dorthin gehen. Wie der nun hinunterschießt in den Organismus und die Beine bewegt, so daß Wille daraus wird, das bleibt unbekannt. Sie sehen erst wiederum an sich selber, wie Sie sich bewegen. Was zwischen dem Gedanken und der Offenbarung des Willens verfließt, das ist für das Bewußtsein eben unbekannt, so unbekannt wie das, was man verschläft. Sie schlafen in der Tat, indem Sie einen Willen entfalten, in Ihren Organismus hinein.

Wir können also sagen: Das Fühlen ist ein Träumen während des Tagwachens; das Wollen ist ein Schlafen während des Tagwachens. In bezug auf das Wollen wacht man mit dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein gar nicht auf. Das verläuft auch während des Tagesbewußtseins im Schlafe. So daß wir sagen können: Wir schlafen zwar, wenn wir anständige Menschen sind, durchschnittlich nur ein Drittel unseres Lebens — ganz ernsthaftig —, manche mehr, manche weniger. Aber auf der andern Seite werden wir dadurch entschädigt, daß wir auch während des Wachens das Schlafen in uns tragen, nämlich im Willen. Und wenn man das zusammenrechnet, dann wird schon was anderes herauskommen als ein Drittel.

Und das Fühlen, das sind die Träume, die aus dem Wollen, also wiederum aus dem Schlaf heraussteigen und das Vorstellen erregen. Wie aus dem Schlaf heraus die Träume sich offenbaren, so offenbart sich aus dem Willen heraus das Fühlen. Das können Sie auch in einer gewissen Weise beobachten. Denken Sie nur einmal, Sie haben, sagen wir, eine Blume vor sich. Wenn Sie in der Lage sind, sie zu pflücken und mit sich zu nehmen, so haben Sie sie dann. Da haben Sie einen Willensimpuls angewendet. Wenn Sie nicht in der Lage sind, sie mitzunehmen, so begnügen Sie sich mit dem Duft, mit dem Angenehmen des Duftes, mit dem Sympathischen. Sie erleben die Blume nur im Innern, im Gefühlsleben. Aber man könnte fast sagen: Was ist ein angenehmes Gefühl? Ein angenehmes Gefühl ist das innere, das abgeschwächte Erlebnis für dasjenige, wofür das starke Erlebnis, das man eigentlich anstrebt, ein Willensentschluß ist. Man möchte das haben, was einem sympathisch ist; kommt man nicht zum Haben, so bleibt es einem bloß sympathisch. Also das Gefühl ist abgeschwächter Wille. Das Träumen kommt nur auf eine andere Weise während des Tagwachens zustande als während des Schlafens. Das Träumen während des Schlafens ist ein zurückgehaltener Schlaf. Das Fühlen während des Tagwachens ist ein nicht ganz zustande gekommenes Wollen.

Hätten wir nicht Hemmungen in uns, so würden wir alles wollen, was uns sympathisch ist, alles von uns stoßen, auch eine Willensäußerung, was uns nicht sympathisch ist. Wir halten nur an uns das Wollen, wenn wir fühlen. Wir träumen bloß vom Wollen, statt wirklich zu wollen, wenn wir fühlen.

Diagram 2
Diagram 2

Nun, so können wir sagen: Wenn wir uns durch einen gewöhnlichen Strich die Grenze zwischen Schlafen und Wachen ziehen, dann haben wir während des Wachens das Denken. Da haben wir nichts dafür während des Schlafens; das ist weg. Wir haben während des Schlafens das Träumen. Dem entspricht während des Wachens das Fühlen. Wir haben während des Wachens das Wollen. Dem entspricht während des Schlafens eben der wirkliche Schlaf, der Schlafzustand, der traumlose Schlaf.

Nun sehen Sie sich das einmal an. Wir haben herausbekommen: Fühlen und Träumen, Wollen und Schlafen lebt eigentlich in demselben Element. Das Träumen ist gewissermaßen das, was wir in der Nacht tun, und das Fühlen ist das, was wir bei Tag tun. Es ist dasselbe, derselbe Zustand. Es muß also einmal dasjenige, was bei Tag fühlt, träumen, und was bei Tag will, traumlos schlafen. Also damit ich bei Tag fühlen und wollen, beim Schlafen träumen und diesen Schlafzustand des Wollens ausleben kann, muß das im Körper darinnen sein. Sie bekommen also eine Anschauung von einem Wesen des Menschen, das drinnen und draußen sein kann in bezug auf den Leib. Ist es außer dem Leibe, schläft es traumlos oder läßt die Träume aufsteigen; ist es in dem Leibe, will es oder fühlt es. Nur wenn es in den Leib kommt, begegnet es dem Denken. Das Denken können Sie äußerlich nicht sehen. Das ist also etwas, was im ganzen Leben, wie wir gesagt haben, im Menschen ist, aber als ein Unsichtbares. Nun, nennen wir, weil es ein Unsichtbares ist - wir werden schon sehen, daß man es auch aus einem anderen Grunde so nennen kann -, zu dem physischen Sichtbaren dazu Atherleib dasjenige, was denkt. Dieser Ätherleib bleibt das ganze Leben schlafend und wachend im physischen Leib drinnen.

Dasjenige, was fühlt, bleibt nicht darinnen; das spaziert heraus während des Schlafens und gibt die Möglichkeit der Träume. Wir nennen es astralischen Leib.

Und dasjenige, was will, und was im traumlosen Schlaf verharrt, das nennen wir das Ich. Und so bekommen wir durch die bloße Beobachtung diese drei unsichtbaren Glieder der menschlichen Wesenheit: Ätherleib, astralischen Leib und Ich. An dem physischen Leib brauchen wir nicht zu zweifeln.

Nun handelt es sich darum: Den physischen Leib sehen wir mit den physischen Sinnen. Was sonst noch am Menschen ist, das ist mit den physischen Sinnen nicht wahrzunehmen. Kann es irgendwie sichtbar, wahrnehmbar, anschaubar gemacht werden? Das kann eben geschehen dadurch, daß man folgendes im Menschen bewirkt.

Ich sagte Ihnen, lebt man wach, so lebt man von innen nach außen. Nun stellen Sie sich vor, Sie haben meinetwillen das Auge oder irgendein anderes Sinnesorgan. Von dem gehen die Nerven aus. Die endigen im Auge drinnen, haben irgendwo Enden. Nun betrachten wir diesen wachenden Zustand. Wir leben intim mit unserem Denken zusammen, das heißt im physischen Leib mit dem Nerv. Mit diesem Nerv leben wir da zusammen. Aber wir leben nicht nur im Denken, wir leben in dem Sinneseindruck. Der Nerv strahlt gewissermaßen in dasjenige, was das Sinnesbild ist, hinein. Man kann es auch physiologisch ausdrücken: Der Nerv berührt sich mit der Blutzirkulation, und dadurch kommt er ins Sinnesbild hinein. Da nehmen wir wahr die Außenwelt.

Denken Sie aber, wir nehmen nicht wahr die Außenwelt, wir entwickeln bloß das Leben im Nerv selber und kommen bloß bis zum Ende des Nerven. Wir gehen nicht in die Blutzirkulation des Auges hinein, sondern wir machen halt da, wo der Nerv seine Stümpfe hat; wir gehen bloß bis zum Ende des Nerven. Da haben wir eine Einnerungsvorstellung, also auch einen Gedanken. Da bleibt die Sache Erinnerung. Die ist daher schattenhaft, weil sie nicht ans Blut herandringt.

Blackboard
Blackboard

Sehen Sie, im gewöhnlichen Leben, da macht man das so, daß man die Wahrnehmungen hat. Die gehen in die Nerven über. Die Nerven endigen im Körper drinnen. Dann wird erlebt in der Erinnerung bis zum Endzustand des Nerven hin. Da stößt die Vorstellung an, da wird sie Erinnerungsvorstellung. Stößt sie durch bis zum Ende des Nerven, so wird sie Wahrnehmung; kommt es bloß bis zum Stumpf hin, stößt es nicht durch, wird es Erinnerung. Aber man kann zunächst nichts anderes erinnern als das, was man in sich trägt. Nun stellen Sie sich vor, daß man durch gewisse Übungen nicht nur das, was man in sich trägt, bis zum Ende des Nerven bringt, sondern dasjenige, was man von der anderen Seite, von außen aufnimmt. Denken Sie sich also, Sie stoßen nicht nur bis zu Ihren Nervenendigungen dasjenige, was Sie zuerst hereingelassen haben in Ihren Kopf, sondern dasjenige, was Sie von der Welt ohne Wahrnehmung aufnehmen, oder was Sie durch Ihren Rückenmarksnerv ohne Wahrnehmung aufnehmen, dann kommt das Erleben auf der andern Seite in den Nerv herein. Es stößt hier auf. (Siehe Zeichnung.) Das geht nicht an die Wahrnehmung. Dann bekommen Sie diejenigen Bilder, die wir den Inhalt der Imagination nennen. Und dann nehmen Sie diesen Ätherleib, der die Tätigkeit des Denkens in sich enthält, wahr.

Und ebenso kann man, wie wir morgen sehen werden, auch in das Fühlen dasjenige hineinnehmen, was nicht erst von außen kommt und reflektiert wird, sondern was man gewissermaßen von rückwärts hereinnimmt in den Körper. Dann kommt die Inspiration. Die geht nun nicht in die Nerven, die geht in den Atmungsprozeß und in den Zirkulationsprozeß hinein. Dadurch begreift man den astralischen Leib. Und wenn man endlich die Intuition ausbildet, wenn man nicht nur das, was man im Leben gelernt hat, als Gehen empfindet, sondern wenn man sich als den anderen Menschen fühlt, der wirkt und ist, wenn man ganz übergeht in den anderen Menschen, dann kommt die Intuition. Und dadurch begreift man das Ich und das Wollen. So daß man sagen kann:

Den Ätherleib begreift man durch die Imagination,
den Astralleib begreift man durch die Inspiration,
das Ich begreift man durch die Intuition.

Im gewöhnlichen Leben hat man ja nicht das Ich, sondern das Ich schläft. Man weiß nur etwas von seinem Ich, das schläft, wie man im Dunklen auch weiß, daß es dunkel ist. Aber man hat nicht die Gegenstände, die da sind. So schläft auch das Ich.

Man kann im allerstrengsten Denken sozusagen diejenigen Dinge finden, die Sie in meiner «Theosophie» von Anfang an beschrieben finden: Physischen Leib, ätherischen Leib, astralischen Leib, Ich. Und dann kann man darauf hinweisen, wie diese Glieder der menschlichen Natur durch Imagination, Inspiration, Intuition eben auch schaubar erfaßt werden können.

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