The Spiritual Development of Man
GA 84 — 21 April 1923, Dornach
Die Physische Welt und die Moralisch-Geistigen Impulse Vier Stufen des Inneren Erlebens
Wir haben in den letzten Betrachtungen uns damit beschäftigt, wie dem Menschenwesen außer dem physischen Leib der ätherische und der astralische Leib innewohnt. Und wir haben auch darauf hingewiesen, wie der ätherische oder Bildekräfteleib erfaßt werden kann, wenn der Mensch sich bewußt wird des inneren Lebens des Denkens. Wenn der Mensch sich so dieser inneren Lebendigkeit des Denkens bewußt wird, daß er in diesem Denken leben kann, auch wenn er nicht von äußeren Sinneswahrnehmungen beeindruckt wird, und wenn dieses Denken nicht dadurch angeregt wird, daß es die äußeren Sinneswahrnehmungen kombiniert, sondern der Mensch sich aufrafft, aus der reinen inneren Kraft, ohne die Anregung, die das Denken sonst hat durch die äußeren Sinneswahrnehmungen, ein eigenes, in ihm bestehendes Weben und Wellen des Denkens zu erleben, dann kann dieser Bildekräfteleib erfaßt werden. Dieses Erleben des Denkens ist zu gleicher Zeit das Erleben der ätherischen Welt. Und ich habe ja gestern ausgeführt, wie dann, wenn man durch ein solches inneres Aufraffen und Denken, das eigentlich gar nicht so schwer zu erreichen ist, sich in seinem zweiten Menschen fühlt, man erlebt, daß man in diesem zweiten Menschen eine Art von Zeitleib hat, etwas, was nicht so in Ruhe im Raume abgeschlossen ist, wie der physische Leib, sondern etwas, das fortwährend fluktuiert, das fortwährend in Bewegung ist, das nur für einen Augenblick räumlich angeschaut werden kann, und auch da kaum in Konturen bestehend. Aber dieser Zeitleib, der enthüllt sich selber in seinem Erleben als das Lebenstableau, das uns Menschen unsere ganze bisherige Erdenlaufbahn als eine Einheit vor das Seelenauge stellt.
Nun ist es im Grunde genommen ein recht seelisch-geistiger Vorgang, in dem man da lebt, wenn man so durch innere Erfassung des Denkens in das Ätherleben des Universums sich hinein begibt. Man fühlt in diesem imaginativen Weben und Leben der Seele, das zum Erleben des Ätherischen wird, nicht jene innere Schattenhaftigkeit, die das Seelenleben des gewöhnlichen Bewußtseins hat, man fühlt nicht mehr das Traumhafte, das das Seelenleben des gewöhnlichen Bewußtseins hat. Man fühlt sich auch nicht mehr so abgeschlossen von der Welt, wie im physischen Leib, wo man sich in seiner Haut abgeschlossen fühlt. Man fühlt die äußere Welt in sich einströmen, das eigene Wesen in die Welt ausströmen. Man fühlt sich als ein bewegtes, und mit der Welt sich bewegendes Glied des ganzen ätherischen Universums. Aber immerhin, das, was man da erlebt, hat gerade etwas von einem stark bangemachenden Unwirklichen. Während sich der Mensch durch Gewöhnung in seinem physischen Leib feststehend auf der Erde fühlt, empfindet er in dem Erleben im Ätherischen eine gewisse Unsicherheit seines eigenen Daseins. Er fühlt sich hinausgehoben über die physische Welt und noch nicht fest begründet in der geistigen Welt.
Dieses Fest-begründet-Sein in der geistigen Welt tritt aber ein, wenn von dem strebenden Menschen das erreicht wird, was ich gestern hier genannt habe: das tiefe Schweigen der Seele. Der Mensch muß dahin kommen, diejenige Kraft, die er sonst braucht als eine modifizierte Atemkraft, in Gemäßheit dessen, was ich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben habe, nicht dazu zu verwenden, um im Atmungsprozeß die äußeren Worte der äußeren Sprache erstehen zu lassen, sondern er muß das, was in Worten überfließen will, zurückhalten. Aber er muß dennoch innerlich jene Tätigkeit entfalten, die sonst in die Worte ausfließt, er muß die innerlichen Anstrengungen machen, wie sonst zum Lautreden, und dadurch muß er zum innerlichen Schweigen gelangen. Und wenn die Seele nicht nur bis zum Schweigen gleich Null kommt, sondern noch unter das Schweigen gleich Null hinuntergeht zu dem negativen Schweigen, zu dem, was unter das Niveau des Schweigens im Erleben hinuntersinkt, wenn wir uns gleichsam nicht selbst übertönen in unserem Geistigsein durch die Kräfte, die in den Atem hineinwollen, indem gesprochen wird, und wir dennoch innerlich den Impuls zum Sprechen entwickeln, aber das Sprechen zurückhalten, bevor es den Kehlkopf ergreifen will, wenn wir das Sprechen also zurückhalten und dennoch innerlich die Sprachfähigkeit entwickeln, so gelangen wir nicht bloß zu einer innerlichen Stille, sondern zu etwas, was eben das tiefe Schweigen der Seele ist. Zu diesem tiefen Schweigen der Seele gelangen wir, das sich zu der Entfaltung der Sprache, der Worte, die äußerlich in der physischen Welt ertönen, nicht nur so verhält, wie die Null, sondern wie die negative Größe. Dann tönt aus diesem tiefen Schweigen heraus das, was uns die geistige Welt, was uns, um ein altes Wort zu gebrauchen, der Logos aus dem Universum herein offenbaren will. Dann sprechen nicht wir, dann sind wir das Instrument geworden, durch das der Logos hier spricht. Und dann werden wir gewahr unseren eigenen astralischen Leib in uns und jene astralische Welt, von der ich gestern gesprochen habe. Diese astralische Welt ist eine wesentlich andere, als die Welt, die man durch die Sinne und den kombinierenden Verstand im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt.
In dieser Welt der Sinne und des kombinierenden Verstandes im gewöhnlichen Bewußtsein nehmen wir in derber Dichtigkeit die stofflichen Dinge und stofflichen Vorgänge wahr, welche den Raum erfüllen, welche, wenn ich mich zwar ungenau, aber populär ausdrücken will, auf unsere Sinne drücken, so daß wir sie eben sinnlich wahrnehmen können. Wenn wir auf der einen Seite gewissermaßen stehen haben für unser Erleben durch die Sinne und durch den kombinierenden Verstand die derb stofflichen Dinge und Vorgänge der Außenwelt, dann stehen auf der andern Seite die unwirklichen Gedanken, die unwirklichen Empfindungen, wie wir sagen, jene unwirklichen Gedanken und unwirklichen Empfindungen, über die zu allen Zeiten philosophierende Menschen gestritten haben, wie sie sich zu der Wirklichkeit verhalten. Der Mensch, der nur des gewöhnlichen Bewußtseins sich bedient, möchte sozusagen immer, wenn vor seiner Seele bloß Gedanken und Empfindungen auftauchen, irgendwo in der stofflichen Welt mit seinen Händen anfassen, um sich des realen Daseins zu versichern.
So steht also auf der andern Seite das Dasein in den Gedanken und Empfindungen, das nicht sogleich als ein reales wirkt, und aus diesen Gedanken und Empfindungen heraus kommt ja für den Menschen, gewissermaßen herausflutend, die moralische Welt, die Welt der moralischen Impulse. Wenn der Mensch die Welt in ihrer Zweiheit so anschaut — einmal das derb Materiell-Konkrete, was für ihn zunächst das Wirkliche ist, dann die in ihrer Wirklichkeit zweifelhaften Gedanken und Empfindungen, welche die moralischen Impulse enthalten —, so hat es für ihn etwas, man möchte sagen, Bedrückendes, wenn er nun hinschaut und naturwissenschaftlich bewiesen findet, daß durch die Erhaltung von Materie und Kraft das äußerlich Wirkliche eine gewisse Ewigkeit hat, daß aber das, was sich als moralische Weltordnung heraushebt aus den bloßen Gedanken und Empfindungen, dann vernichtet wird innerhalb eines gewissen großen Friedhofes im materiellen Dasein, der ja aus der hypothetischen Verfolgung der Naturerscheinungen unbedingt hervorgeht. Es steht vor dem gewöhnlichen Bewußtsein eben als eine Zweiheit da die materielle Welt auf der einen Seite, die moralisch-geistige Welt auf der andern Seite, und der Mensch steht innerhalb dieser Welt, oder eigentlich dieser zwei Welten, die so wenig miteinander zu tun haben. Er steht darinnen, er ist mit der einen Seite seines Wesens übergeben der materiellen Welt, in welcher seine Ernährungsvorgänge vor sich gehen, in welcher aus den Ernährungsvorgängen heraus sich seine Triebe erheben, in welcher seine Sinne Eindrücke empfangen, in welcher sein Verstand die Sinneseindrücke kombiniert. Der Mensch wird sich bewußt, daß er dieser materiellen Welt angehört, er wird sich aber auch bewußt, daß seine Menschenwürde nur erfüllt ist, wenn für ihn eine reale Bedeutung hat, was an moralisch-geistigen Impulsen ihm aus den in bezug auf ihre Wirklichkeit strittigen Gedanken und Empfindungen erfließt.
Da tritt an den Menschen des gewöhnlichen Bewußtseins die Forderung heran, den physischen Körper, durch den er in die physische Welt eingegliedert ist, zu erfüllen mit dem, dessen Wirklichkeit ihm zweifelhaft erscheinen muß. Er sieht, wie in der äußeren Natur nirgends zur Herrschaft gelangt, was in den Impulsen des Moralisch-Geistigen gegeben ist. Da sieht er die Steine, die nach ehernen Gesetzen ihre Vorgänge bewirken, da fließt in dieses Geschehen innerhalb der mineralischen Welt nichts von den moralisch-geistigen Impulsen hinein. Da sieht er die Pflanzenwelt in ihrer sanften Stille, er sieht sie zu ihrem blühenden Dasein aufgerufen durch das neutrale Sonnenlicht und die neutrale Sonnenwärme, und er wird auch da nicht gewahr, wie die moralischen Impulse irgendwie hineinströmen sollen in die weckende Wärme der Sonne, in das weckende Licht der Sonne, das die Pflanzendecke der Erde zur Entfaltung bringt.
Und endlich, er sieht hin auf das dritte Reich des Natürlichen, auf die Tierheit, mit der er seiner physischen Organisation nach selber so viel gemein hat, und er muß sich sagen: In der Tierheit ist das Moralische in solche Formen hineingegangen, daß es nicht mehr als Moralisches erscheint. Da übt das Raubtier die Grausamkeit, ohne daß man ein Recht hat, das als Grausamkeit auch im moralischen Sinne zu bezeichnen, weil das Tier hinuntergegangen ist unter dasjenige Niveau, wo der moralische Impuls als ein moralisch-geistiger Impuls bezeichnet werden darf. Und dann schaut der Mensch wohl auf seine eigene physisch-materielle Natur hin und findet, daß er mit einem Teil seines Wesens ebenso hinuntergegangen ist. Dennoch steht vor ihm die Forderung, wenn er seine volle Menschenwürde erfüllen will, in diese heruntergesunkene Wesenheit, in sich selber einzuführen die moralischen Impulse. Da gibt es innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins keine Möglichkeit, einen harmonischen Einklang, ein Ineinanderschlagen der physisch-materiellen Impulse und der geistig-moralischen Impulse zu erkennen. Da fallen das Geistige und das Stoffliche auseinander. Und der Mensch blickt hin auf seinen vor ihm stehenden Erdenlauf bis zum Tode und sagt sich, er werde bis zum Tode in bezug auf sein eigenes Wesen in diesem Zwiespalte leben, daß er auf der einen Seite seine physisch-materielle Organisation hat, für welche die Forderung besteht, einzuführen die moralisch-geistigen Impulse, und auf der andern Seite ihm die Natur zeigt, daß überall die moralisch-geistigen Impulse in den unmittelbaren Naturgesetzen nicht zur Wirksamkeit gelangen können. In diesen Dualismus sieht er sich hineinversetzt bis zu seinem Tode.
Dann aber, wenn der Mensch in der Weise, wie ich es beschrieben habe, aus dem tiefen Schweigen seiner Seele herauftönen vernimmt seinen astralischen Leib und diejenige Welt, der er angehört durch seinen astralischen Leib, dann tritt vor seinem Seelenerleben eine Welt auf, die er hier mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht haben kann, eine Welt, die er aber hier mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein ersehnt, wenn er die Dualität von Physisch-Materiellem und Geistig-Moralischem vor sich hat. Dann gewinnt er den Ausblick in eine Welt, die nicht unwirklich ist, die ihm geradeso wirklich erscheint, wie ihm die derb-materiell konkrete Welt des Physisch-Sinnlichen wirklich erscheint, aber auch eine Welt, die überall da, wo Vorgänge stattfinden, einlaufen läßt in die physisch-materiellen Impulse die moralisch-geistigen Impulse. Da schaut der Mensch in eine Welt hinein, in der es auf einer höheren Stufe so ist, als wenn in dieser Erdenwelt dann, wenn chemische Prozesse vor sich gehen, in das chemische Verbinden und Zersetzen einlaufen würden moralische Impulse. Es schaut der Mensch in eine Welt hinein, in der es so etwas nicht gibt, daß sich Wasserstoff und Sauerstoff nur nach gleichgültigen neutralen Naturgesetzen verbinden, sondern in der sich Wasserstoff und Sauerstoff so verbinden, daß sie moralischen Impulsen folgen in ihrer Verbindung. Da gibt es keine Vorgänge, die nicht zu gleicher Zeit einen moralisch-geistigen Sinn haben.
Jetzt aber kommt der Mensch darauf: Die Welt, in der das dort gesteigerte Materielle und das zu wirklicher schöpferischer Macht gelangte Moralisch-Geistige sich innerlich durchdringen, betrittst du, wenn du durch die Pforte des Todes gegangen bist. Aus dieser Welt bist du heruntergestiegen in die physische Erdenwelt, als du vom vorirdischen Leben in das irdische heruntergestiegen bist. Da lernt der Mensch wissen, daß nur diese physische Erdenwelt die Welt des Dualismus, die Welt der Zweiheit ist, wo sich Natur und Geist gegenüberstehen, wie wenn sie durch einen Abgrund getrennt wären, wo das eine nicht in das andere hinein kann. Da lernt der Mensch aber auch kennen, wie er versetzt werden mußte in diese physische Erdenwelt, damit er erleben kann, wie der Geist in dieser physischen Erdenwelt an die Materie nicht herankann, so daß er, dieser Mensch, das alleinige Wesen innerhalb dieser physischen Erdenwelt ist, das nun aus seiner eigenen Freiheit, aus seinem eigensten innersten individuellen Impulse diese Verbindung bewirken kann.
Würde in dieser physischen Welt irgendwo an einer Stelle ein moralisch-geistiger Impuls in einen chemischen Prozeß, in ein Pflanzenwachstum, in ein tierisches Triebleben durch objektive Gesetze hineinfließen, dann würde, weil der Mensch eine Zusammenfassung ist alles dessen, was im Kosmos ist, der Mensch innerlich niemals haben zur Freiheit kommen können, zu dem selbsteigenen Verbinden des Geistigen mit dem Materiellen.
Nun aber stehen im menschlichen Erdenleben zwei Zustände einander entgegen: Der Zustand des Wachens vom Aufwachen bis zum Einschlafen, der Zustand des Schlafens vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Während des Zustandes des Wachens lebt der Mensch durchaus in derjenigen Welt, wo sich Geist und Materie streng gegenüberstehen, wo der Geist nicht herankann an die Materie, um sie zu durchsetzen, wo die Materie ohnmächtig ist, sich zum Geistigen in ihren Vorgängen zu erheben. Dann aber, wenn der Mensch eingedrungen ist in jene Welt, von der ich gesagt habe, daß sie herauftöne aus dem tiefen Schweigen der Seele, dann erblickt der Mensch jene Tätigkeit, der er sich hingibt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, der Tätigkeit seines astralischen Leibes. Und dann weiß er, daß er das Erdenleben mit jedem Einschlafen verläßt und mit jedem Aufwachen wieder zurückkommt. Dann weiß er, daß er in diesen schlafenden Unterbrechungen des Erdenlebens in jener Welt lebt, in der er zunächst vorbereiten kann die Verbindung des Geistes mit der Materie. Aber in alledem, was da in den Schlafzuständen zwischen der Geburt und dem Tode in einem dünnen ätherisch-astralischen Elemente gewoben wird, so daß es wiederum eintritt beim Aufwachen in die Dualität zwischen Geist und Materie als das, was der Mensch lebt und webt in allen den Lebensperioden, die er schlafend zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht: In alledem lebt dasjenige, was dann, wenn der Mensch sein Wesen durch die Pforte des Todes trägt, eintritt in jene Welt, in der es das nicht gibt, daß die Materie ohnmächtig ist, sich mit ihren Prozessen zur Geistigkeit zu erheben, daß der Geist nicht an die Materie herankommen kann. Sondern der Mensch tritt da mit alledem, was er sich im Schlaf gewoben hat, in diejenige Welt ein, in der alles der Materie Ähnliche sich zu geistigen Vorgängen erhebt, in der der Geist fortwährend in die Materie eingreift. Und er sieht, daß die Dualität zwischen Geist und Materie nur in der Welt vorhanden ist, die er episodisch durchmacht zwischen der Geburt und dem Tode. Er weiß ferner, daß er da in eine ganz andere Welt eintritt, die ihm nur wie im Spiegelbild, wie in einer Fata Morgana erscheint zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wo er sich vorbereitet für die Realität dieser Welt.
Aber wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, tritt er in diese Welt wirklich ein, und er webt nun weiter an dem Leben, das er durchgemacht hat zwischen der Geburt und dem Tode. Aber er webt jetzt so weiter, daß nicht auf der einen Seite der materiefreie Geist steht, der gewärtig sein muß, daß er einmal verschwindet in seinen geistig-moralischen Impulsen, wenn die Erde zum Beispiel beim Wärmetod angekommen sein wird. Der Mensch tritt in eine Welt ein, wo das, was ihm zwischen dem Einschlafen und Aufwachen wie im Bilde, wie in einer geistig-seelischen Fata Morgana erschienen ist, in einer realen Welt drinnensteht, in der es keine Dualität zwischen Geist und Materie gibt, in der die geistige Substantialität fortwährend die materielle Substantialität, die materienähnliche Substantialität durchdringt, in der es keine bloßen Naturgesetze gibt, sondern in der die Naturgesetze nur die untersten geistigen Gesetze sind, in der es keine bloß abstrakten geistigen Geistgesetze gibt, sondern in der die unteren Geistesprozesse, Geistesgesetze schon hinüberspielen in die dort befindlichen, materienähnlichen Prozesse. In diese Welt tritt der Mensch ein, um nun durchzumachen, was zwischen dem Tod und einer zukünftigen Geburt liegt.
Mit dieser Welt macht sich der Mensch bekannt, indem er aus dem tiefen Schweigen der Seele heraus hört, wie der Geist, der universelle Logos — aber in seinen Individualitäten — zu ihm spricht; nicht in einer physisch hörbaren Sprache zu ihm spricht, sondern in einer Sprache, die nicht nur unhörbar, sondern weniger als unhörbar ist, und die eben deshalb gerade wiederum geistig wahrnehmbar ist. Und indem er das innere Wort gewinnt, das nicht äußeres Wort wird, und dennoch jene Kraft innerlich aufwendet, die sonst nur durch Vermittlung des Atems im äußeren Worte sich offenbart, arbeitet sich der Mensch durch, jene Welt kennenzulernen, aus der er heruntergestiegen ist als aus einer geistigen Welt, aber als einer solchen, bei deren Wirklichkeit nicht der geringste Zweifel mehr sein kann, daß der Mensch aus ihr heruntergestiegen ist zum physischen Erdendasein und zu ihr hinaufsteigen wird, nachdem er die Pforte des Todes durchschritten hat. In dieser Welt ist aller Geist zu gleicher Zeit so wirksam, wie hier auf der Erde das Materielle wirksam ist. In dieser Welt ist alles Materielle so weit hinaufgehoben, daß es nicht durch seine Derbheit, durch seine Dichtigkeit den Einflüssen der moralisch-geistigen Impulse Widerstand entgegensetzt.
Wenn man hineingelangen will in die ätherisch-imaginative Welt, da muß man gewissermaßen hinter das Denken, hinter das abstrakte tote Denken gelangen, zu dem innerlich lebendigen Denken. Wenn man hineingelangen will in die Welt des tiefen Schweigens, das heißt in die Welt, wo alles materienähnliche Wirken geistig, und alles geistige Leben in der Materie schöpferisch ist, so muß man nicht nur hinter das gewöhnliche tote Denken zum lebendigen Denken kommen, sondern hinter die hörbare Sprachfähigkeit zu der hinter ihr liegenden unhörbaren Sprachfähigkeit, die nicht Lautheit ist, die tiefes Schweigen ist, aus der nicht hörbare Worte, sondern der aus der Stille, gerade durch die verstärkte Stille wirkende Logos spricht.
Will man aber noch weiter gelangen, dann muß man nicht nur aufsteigen von dem lebendigen Denken, was verhältnismäßig nur ein bildhafter Prozeß ist, zu demjenigen, was, wie ich sagen möchte, durch die Welt webt und fluter, was aber im Weben und Fluten aus dem tiefen Schweigen heraus spricht, so daß man sich darinnen fühlt als in etwas, was eben die Welt durchströmt und in dem man selber strömt mit dem Hören, mit seinem dritten Menschenwesen, sondern wenn man noch weiter gelangen will, muß man sich erheben zu einem anderen Prozesse, zu einem noch anderen Vorgange im Innern.
Man lebt in dem lebendigen Denken für das Ätherische. Man lebt in dem nicht von uns in Bewegung gesetzten, sondern durch den Logos erleuchteten Prozeß, der sonst nur in der physischen Luft beim Sprechen lebt, auf der zweiten Stufe. Auf der dritten Stufe muß man etwas erkennen, was das Gegenbild eines Zerstörungsprozesses im physischen Leben der Erde ist. Da muß man jetzt nicht nur durch eine Steigerung des Denkens, durch eine in die Stille hinein erfolgende Steigerung des Sprachvermögens, sondern da muß man durch eine Verinnerlichung desjenigen, was vorgeht, wenn wir als Menschen hier auf der Erde etwas tun, zu der dritten Stufe gelangen. Man muß sich nur klar sein darüber, daß mit «Tun» dabei nicht bloß gemeint ist das äußere physische Tun. Wir tun auch etwas, wenn wir bloß innerlich in Gedanken arbeiten, denn auch da entfaltet sich der Wille. Alles das, wodurch der Mensch sich zur Aktivität aufrafft, sei es ein innerlicher, sei es ein äußerer Prozeß, verfließt im Tun und nicht im bloßen Leiden. Aber jedesmal, wenn ein solches Tun erfolgt, selbst wenn es nur erfolgt im Denken, das eine Initiative hat für Aktivität, erfolgt in ihm ein physischer Prozeß. So wie im physischen Denken ein Gehirnprozeß erfolgt, wie im physischen Sprechen ein modifizierter Atmungsprozeß erfolgt, so erfolgt bei einer solchen in die Tat, in die Handlung überfließenden Willensinitiative ein innerlicher Prozeß, ein Prozeß, den wir vergleichen können mit jener Vernichtung materiellen Wesens, die wir in allen Verbrennungsprozessen gewahr werden. Sehen wir, wie eine Flamme die Kerzensubstanz zerstört, so sehen wir — ich will jetzt nicht auf irgendwelche feinere chemische Position eingehen, sondern eben nur in populärer Weise auseinandersetzen, was als sinnlich-physischer Vorgang angeschaut werden kann und soll -, wir sehen da, ganz gleichgültig, ob das sich metamorphosiert und in anderes, mehr Unsichtbares hineinverschwindet, wie die Flamme, wie das Verbrennen die Konstitution des Materiellen vernichtet.
Solche Prozesse, wo etwas erfaßt wird von etwas Ähnlichem, wie von der Flamme die Kerzensubstanz, solche Vorgänge sind es immer, wenn Willensinitiativen in uns vor sich gehen, jene dunklen Prozesse des Willens, die der Mensch sonst im gewöhnlichen Bewußtsein verschläft, zu denen er nicht hinuntersieht. Er weiß nichts davon, was geschieht zwischen der Absicht, die er für die Handlung einer Handbewegung hat, und dem Heben der Hand. Er weiß nicht, wie die Absicht, die im Gedanken lebt, hineinschießt in die Muskeln und dann die Hand zum Heben bringt. Er sieht erst wiederum die Entfaltung in der sich bewegenden Hand. Aber was dazwischen liegt, ist ein verbrennungsähnlicher Prozeß. Nur haben wir innerhalb des menschlichen Organismus nicht die Möglichkeit, so zu sprechen, wenn wir durch ein höheres Geistiges diesen Verbrennungsprozeß anschauen, der der materielle Prozeß ist für die menschliche Willensentfaltung. Wenn wir diesen Verbrennungsprozeß verfolgen, haben wir nicht die Möglichkeit, da festzustellen, daß nur Materie umgewandelt wird, sondern es kommt dabei auf die Vernichtung derjenigen Prozesse an, die erst angefacht werden, indem der Mensch sich der gewöhnlichen Ernährung unterzieht. Alle diejenigen physischen verbrennungsähnlichen Prozesse, welche sich abspielen als die Grundlage der Willensentfaltungen, alle diese Prozesse, die eben, wie gesagt, verbrennungsähnlich sind, spielen sich ab zwischen der Fortsetzung des Ernährungsvorganges und der Blutbildung.
Wo wir das Blut sich bilden sehen, sehen wir in diese verbrennungsähnlichen Prozesse hinein. Da sehen wir aber auch hinein, wie innerhalb dieser verbrennungsähnlichen Prozesse der menschliche Wille sprüht und kraftet. Wir sehen in einen absteigenden materiellen Prozeß hinein. Da sehen wir, zunächst populär gesprochen, wie Materie verschwindet. Aber da können wir etwas Ähnliches gewahr werden, wie wir es bei einer sorgfältigen Meditation gewahr werden, wenn wir von dem äußerlich angeregten Denken übergehen zu dem innerlich bewegten Denken. Wir haben dann im innerlich bewegten Denken etwas, was wir eben erst durch unsere eigene Aktivität gewahr werden. Wir haben in dem tiefen Schweigen der Seele etwas, was hinter unserem physischen Atmungsprozeß steckt und aus der geistig-seelischen Welt hereintönt in dem entgegengesetzt Negativen als der aus dem Schweigen heraustönende Logos.
Wir kommen aber auch hinter diejenigen Prozesse, die als Verbrennungsprozesse in unserem Organismus wirken, wenn wir dasjenige schauen können, was in unserem Organismus dahinter ist, wenn wir schauen können, wie eben in dem Zerstören, in dem Entwickeln der Verbrennungen in unserem Organismus der Weltenwille wirkt: So wie die Kraft des Logos hinter der Atmungskraft des äußerlich hörbaren Wortes, so sprüht hinter dieser Verbrennungskraft, die fortwährend an unserem Organismus wirkt, die schöpferische Kraft des Weltenwillens, der in uns hereinwirkt. Lernen wir im modifizierten Atem (rot), der aus unserem Kehlkopf zum äußerlich hörbaren Worte sich entwickelt, das dahinterliegende Geistige (hellblau, weiß) kennen, das aus dem tiefen Schweigen heraus in entgegengesetzter Richtung der physischen Worte kommt, so aber, daß wir es nicht herauslassen dürfen über den Kehlkopf, lernen wir dieses Geistige kennen, das uns gegenwärtig macht die schweigsame, aber deshalb doch deutlich sprechende Stimme des Weltenlogos, so nehmen wir wahr in all den verbrennungsähnlichen Prozessen (rot, siehe Zeichnung Seite 127), die wir schauen können innerhalb unseres Organismus, den in ihnen flutenden und wellenden Weltenwillen (gelblich), an dem wir selber teilnehmen; nicht den Schopenhauerschen ge‘dankenlosen Willen, sondern einen überall vom Geiste sprühenden und durchsetzten Willen.
Wir fühlen einen vierten Menschen nun in uns. Wir fühlen überall da, wo im physischen Organismus Verbrennungsprozesse, Prozesse des Abbaues walten, schöpferische Prozesse. Wir fühlen uns in der schöpferischen Welt drinnen. Und in dieser schöpferischen Welt werden wir nun gewahr alles das, was in uns selber schöpferisch ist.
Und wenn wir vorher, indem wir unseren eigenen dritten Menschen, den astralischen Menschen, gewahr wurden, eine Welt kennengelernt haben, in der es den Unterschied von Materie und Geist nicht gibt, so lernen wir jetzt eine Welt kennen, in der der Geist nicht nur in allen Vorgängen lebt, sondern in der der Geist in allen Vorgängen das Schöpferische ist, in der es keine materienähnliche Substanz gibt, die nicht aus dem Geiste heraus geformt ist. Und wir lernen in uns selbst dasjenige kennen, was so schöpferischer Art ist, daß innerhalb seines Bereiches kein Materienähnliches ist, das nicht seine Schöpfung wäre, Und wenn wir eben vorher eine Welt kennengelernt haben, in der es die Dualität zwischen Geist und Materie nicht gibt, so lernen wir jetzt eine Welt kennen, in der die moralisch-geistigen Impulse selber das einzig Wirkliche sind. Und indem wir hineinschauen in diese Welt, von der eben der entsprechende Tropfen in uns selber waltet, indem wir hineinschauen in das, was als vierter Mensch unser Anteil an dieser Welt ist, zu der wir jetzt aufgestiegen sind, da lernen wir in diesem vierten Menschen kennen ein Schöpferisches in uns, aber ein solches Schöpferisches, von dem wir uns sagen: Das ist ja nirgends vorhanden hier in dieser Welt der natürlichen Umgebung, wo der Geist nicht an die Materie herankommt, das ist ja nirgends vorhanden zunächst in der Welt, die uns erscheint innerhalb unseres eigenen astralischen Leibes. Aber das macht sich überall geltend, wo noch ein Höheres, ein Wesenhaftes eintritt in diese astralische Welt. So wie der Mensch als physischer Mensch in die für ihn als physischen Menschen durchdringliche Luft eintritt, so werden wir das Astralleben gewahr, eine geistig-seelische Atmosphäre, und innerhalb dieser Atmosphäre herumwandelnde Geistwesen, wie wir hier als physische Menschen in der physischen Luftatmosphäre herumwandeln. Wir schauen hinein jetzt nicht nur in den im allgemeinen sprechenden Logos der astralischen Welt, wir schauen hinein in das, was als Geistwesen sich bewegt und west in dieser astralischen Welt.
Und da lernen wir unsere eigene Wesenheit erkennen als diejenige, die jetzt gar nicht da sein kann, die aber durchgegangen ist durch diese ätherische Welt im vorirdischen Dasein, und die in einem vorigen Erdenleben da war. Da werden wir gewahr, wie dem zerstörenden Verbrennungsprozesse die moralischen Impulse aus unserem vorigen, oder aus unseren verschiedenen vorigen Erdenleben innewohnen, wie dieser vierte Mensch in uns lebt, der zu gleicher Zeit der Schöpfer unseres grundlegenden Schicksals ist. Da entdecken wir hinter dem Brand unseres Leibes die schöpferische Macht des Inhaltes unseres vorigen Erdenlebens, das jetzt zu dieser Region hat aufsteigen können, wo es der zerstörenden Macht der Verbrennung als die schöpferische Macht entgegenwirkt, weil es eben nicht gegenwärtiges Dasein ist, sondern Jang vergangenes Erdenleben, das alles abgestreift hat, was mit der Dualität von Geist und Materie zusammenhängt, was durchgegangen ist durch die geistige Welt und in dieser geistigen Welt den Charakter des Geistig-Schöpferischen angenommen hat. Da entdecken wir gerade innerhalb desjenigen, was in den Tiefen unseres sonst so dunklen Willens heraufpulst in unserer Menschenwesenheit, das, was da hereinsprüht, hereinkraftet als etwas, was einmal so war, wie wir jetzt im Erdenleben dastehen, was aber anders geworden ist, indem es erst sich ätherisiert hat, dann in einer astralischen Welt gelebt hat, und in dieser astralischen Welt zu einer dritthöheren Stufe aufgestiegen ist. Und jetzt erscheint es in uns als das, was in unserem nur schattenhaften Ich der Gegenwart als der es erhärtende, mit Realität durchsetzende, schöpferische Kraftwille der vorangegangenen Erdenleben darinnen ist.
Da sind wir aufgestiegen von der physischen Wesenheit des Menschen zu seinen drei höheren Wesenheiten: zu der ätherischen Wesenheit oder der Bildekraftwesenheit, zu der astralischen Wesenheit, der eigentlich seelischen Wesenheit, und zu der eigentlichen Ich-Wesenheit, welche das Ergebnis früherer Erdenleben ist, während dasjenige, was als Ich im jetzigen Erdenleben in gleicher Art webt, in uns nur west zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Ich habe Ihnen vorhin beschrieben, wie zwischen dem Einschlafen und Aufwachen der astralische Leib in der Wesenheit der astralischen Welt drinnen webt und west; aber innerhalb dieses astralischen Leibes tragen wir noch an uns, zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, das Ich, so wie ich es geschildert habe. Das ist aber noch nicht fähig, insofern es das Ich der Gegenwart ist, hineinzukraften in den physischen Leib. Denn hier teilt der Mensch das Schicksal der übrigen Natur, die Dualität des Geistes mit der Materie. Hier steht dem Menschen selber gegenüber der in der Materie noch nicht wirksame Geist, die Materie, die ohnmächtig ist und nicht an den Geist herankann.
Was da im Menschen in diesem Kampf zwischen Geist und Materie, der in ihn hereinleuchtet, der da besteht in dem Überwindenwollen des Dualismus von Geist und Materie in der äußeren physischen Erdenwelt, als ein innerer Konflikt hinter den Kulissen seines Daseins sich auch wachend im bloßen Willen abspielt, das spielt sich hinter den Kulissen des Daseins im Schlafe ab zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Das ist für den Menschen zunächst, wie er sich im gewöhnlichen Bewußtsein entfaltet, verdeckt durch den Schlaf. Da aber wird dasjenige im Schlafe verwoben, was nun, wenn es sich wiederum ätherisiert und astralisiert nach dem Tode, eben zu jener schöpferischen Kraft aufsteigt, was aber ein neues Glied hinzugefügt haben wird, wenn die nächste Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verflossen sein wird, zu dem, was in unserem Willen kraftet aus den lang vergangenen Erdenleben her.
Und so können wir hinschauen auf das menschliche Leben. Wir schauen zunächst nicht hinunter in den Willen, wir schauen nicht hinein in den Schlaf. Eine wirkliche Geistesschau aber enthüllt uns, was da eigentlich wirkt als schöpferisches, der Verbrennung entgegengesetztes Prinzip aus lang vergangenen Erdenleben. Und wir werden gewahr, wie durch unseren Willen pulsen, aus moralischen Impulsen unser Schicksal bereitend, die früheren Erdenleben, wie, wenn wir in den Schlaf hineingehen, das, was sonst aus seinen Trieben, Emotionen, aus den bewußten Absichten der menschliche Wille auch im Wachen schlafend vollbringt, wie das zwischen dem Einschlafen und Aufwachen sich webt zu dem Wesen, das dem Menschen in der Gegenwart verhüllt ist durch das Schlafen, das aber in unserem nächsten Erdenleben als wirksamer Wille unser Blut durchpulsend in dem Verbrennungsprozeß des künftigen Leibes sich als das schöpferische Ich entfalten wird — dieses schöpferische Ich, das dann wiederum um dasjenige Glied vermehrt worden sein wird, das wir in diesem Erdenleben zwischen Geburt und Tod entfaltet haben und hinzugefügt haben zu demjenigen, was in der geschilderten Weise aus den früheren Erdenleben zu uns herübergekommen ist.
In dieser Weise kann hineingeschaut werden in die Konstitution des Menschen aus vier Wesensgliedern. Und indem wir gewahr werden, wie diese vier Wesensglieder im Menschen real sind, blicken wir zu gleicher Zeit hin auf das gesamte menschliche Leben. Es erweitert sich, wie ich gestern gezeigt habe, das, was irdisches Leben ist, zu dem Leben im Weltenäther, der bis zu einer gewissen Kugelschale geht, aber das Kosmisch-Astralische überall zurückstrahlt. Wir leben mit unserem astralischen Leib mit diesem Kosmisch-Astralischen, das für das irdische Beobachten unwahrnehmbar ist. Leben wir uns aber in dieses Kosmisch-Astralische so ein, wie ich es heute geschildert habe, dann tönt dieses Kosmisch-Astralische nicht nur als der Weltenlogos, sondern aus den Worten des Weltenlogos treten an uns heran, wie durch reale Untergründe des geistigen Lebens, die realen Wesenheiten der höheren und niederen Hierarchien, und unter diesen unsere eigene Geistwesenheit aus lang vergangenen Erdenleben.
So erweitert sich, indem wir den Menschen erkennen, zu gleicher Zeit unser geistig-seelisches Erkennen über den Kosmos, über das Universum, nicht nur über den Kosmos als einen physischen, als einen ätherischen, sondern über den Kosmos auch als einen geistig-seelischen. Es erweitert sich die Menschenerkenntnis zur Welterkenntnis. So wie wir im physischen Erdenleben niemals einseitig haben können Einatmung und Ausatmung, wie die Einatmung in stetiger Wechselwirkung mit der Ausatmung uns durchdringen und durchwellen muß, wie wir in der Einatmung und Ausatmung rhythmisch leben, so können wir nicht einseitig auf einer höheren Stufe bloß Menschenerkenntnis oder Welterkenntnis erwerben, sondern Menschenerkenntnis fordert, wie die Einatmung die Ausatmung, die Welterkenntnis, und Welterkenntnis fordert, wie die Ausatmung die Einatmung, Menschenerkenntnis. Systole und Diastole des großen physisch-seelisch-geistigen Weltenlebens ist Welterkenntnis und Menschenerkenntnis, die nicht nebeneinander sein können auf einer höheren Stufe, sondern nur ineinander, auseinander, ineinander, auseinander, in ewig wechselndem Rhythmus einander durchdringend und wirkend, wie das un sterbliche Leben des Kosmos selbst, dem auch der unsterbliche Mensch angehört.