Dreizehnter Vortrag
## GA 354 — 20 September 1924, Dornach
### Dreizehnter Vortrag
Guten Morgen, meine Herren! Ist jemandem eine interessante Frage eingefallen?
Frage in bezug auf Anthroposophie: Was sie eigentlich ist und will, was für eine Aufgabe sie in der Welt eigentlich habe und so weiter.
Dr. Steiner: Die Frage, die gestellt worden ist, ist diese: Der Herr möchte gern wissen, was eigentlich Anthroposophie ist und was sie für die Menschheit im allgemeinen, und ich könnte auch sagen, für die Arbeiterschaft oder die Arbeiterklasse, bedeutet.
Natürlich ist es schwer, in ganz kurzen Worten diese Dinge zu besprechen. Ich möchte bemerken, daß diejenigen Herren, die schon länger da sind, doch wohl sich immer mehr und mehr überzeugt haben, daß so etwas wie Anthroposophie in die Entwickelung der Menschheit hineinkommen muß. Diejenigen, die nun noch weniger lange da sind, werden natürlich Mühe haben und solch eine Sache erst nach und nach verstehen.
Sehen Sie, da muß man ja vor allen Dingen zuerst darauf aufmerksam machen, wie wenig eigentlich die Menschen geneigt sind, dann, wenn etwas Neues in die Welt kommt, dieses Neue anzunehmen. Man könnte ja da die allermerkwürdigsten Beispiele anführen, wie neue wissenschaftliche Entdeckungen in der Welt aufgenommen worden sind. Man braucht nur daran zu erinnern, daß ja heute alles im Grunde genommen beherrscht wird von der Entdeckung der Dampfgewalt, der Dampfmaschinen. Denken Sie sich nur, was heute die Welt wäre, wenn es keine Dampfmaschinen gäbe in ihren verschiedensten Formen! Als die Dampfmaschine zuallererst aufgekommen ist, da fuhr ein ganz ganz kleines Dampfboot den Fluß hinauf: Die Bauern haben es kaputt gemacht, weil sie gesagt haben, so etwas ließen sie sich nicht gefallen; das tauge nichts für die Menschen! Nun, nicht immer waren es die Bauern, die so etwas kaputt gemacht haben. Als zuerst über die Meteorsteine in der gelehrten Körperschaft von Paris berichtet worden ist, haben die Leute denjenigen, der berichtet hat, für einen Narren erklärt.
Von Julius Robert Mayer, der heute eine große Berühmtheit ist und als großer Gelehrter angesehen wird, habe ich Ihnen neulich erzählt; ich habe Ihnen gesagt, daß er eine gewisse Zeit seines Lebens ins Irrenhaus gesperrt worden ist.
Und wie ist es mit den Eisenbahnen gegangen? Ja, wissen Sie, mit den Eisenbahnen, da ist es ganz besonders merkwürdig gegangen. Sie wissen Ja, es ist noch nicht so lange her, daß die Menschen Eisenbahnen haben; es ist erst im 19. Jahrhundert gewesen. Früher mußten die Leute mit der Postkutsche fahren. Nun ja, sehen Sie, als die erste Eisenbahn von Berlin nach Potsdam gebaut werden sollte, da sagte der Direktor der Postkutschen, er lasse jede Woche zwei Postkutschen von Berlin nach Potsdam fahren, und da sitze niemand drinnen - er sehe nicht ein, wozu Eisenbahnen in der Welt gut seien! Der Mann dachte eben nicht daran, daß, wenn Eisenbahnen da sind, dann mehr Leute fahren werden als mit der Postkutsche.
Aber noch interessanter benahm sich ein Ärztekollegium, in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als man die erste Eisenbahn baute von Fürth nach Nürnberg. Da erklärten die gelehrten Herren, daß man keine Eisenbahn bauen solle, weil die Leute drinnen sehr leicht krank, nervös werden könnten von der schnellen Fahrerei; aber nachdem sich das die Leute nun einmal nicht nehmen ließen, Eisenbahnen zu bauen - Sie können heute noch diese schönen Dokumente lesen —, sollten hohe Bretterwände links und rechts der Bahnlinie errichtet werden, damit die Bauern, wenn die Eisenbahnen vorbeifahren, nicht Gehirnerschütterung kriegen! — Nun, sehen Sie, so ist die Sache gegangen. Die Eisenbahnen sind doch gebaut worden, haben ihren großen Aufschwung genommen, gegen all diejenigen, die sich dagegen gewendet haben. So wird auch Anthroposophie ihren Weg durch die Welt machen, weil sie eben einfach kommen muß, weil nichts in der Welt wirklich verstanden werden kann, wenn nicht die Dinge vom Geiste aus verstanden werden, wenn man nicht die geistigen Grundlagen von allem wirklich erkennt.
Sehen Sie, Anthroposophie ist entstanden nicht gegen die Naturwissenschaft, sondern weil die Naturwissenschaft da ist, ist Anthroposophie entstanden und mußte entstehen aus den Gründen, weil die Naturwissenschaft mit ihren vollkommenen Instrumenten, mit ihren ganz ausgebildeten Experimenten eine große Menge von Tatsachen gefunden hat, die eigentlich, so wie sie die Naturwissenschaft findet, nicht wirklich verstanden werden können. Sie können nicht verstanden werden. Sie können erst verstanden werden, wenn man überall hinter den Dingen wahrnimmt, daß das Geistige da ist, daß ein Geistiges in allem wirklich drinnen ist.
Nehmen Sie nur einmal eine ganz gewöhnliche praktische Frage. Ich will ganz von einer praktischen Frage ausgehen. Nehmen Sie, sagen wir, das Kartoffelessen. Ich will von etwas ganz Gewöhnlichem ausgehen : vom Kartoffelessen. Sehen Sie, es gab ja Zeiten, wo es in Europa keine Kartoffeln gab; die Kartoffeln sind ja erst von auswärtigen Ländern in Europa eingeführt worden. Man schreibt solch einem Menschen, der Drake heißt, die Einführung der Kartoffel zu. Aber das ist nicht wahr; sie sind auf andere Weise eingeführt worden. In Offenburg draußen hat der Drake deshalb doch ein Denkmal! Und ich war einmal neugierig, warum der Drake in Offenburg das Denkmal habe — es war während des Krieges, wir mußten dort Station machen -, ich war neugierig und schaute im Konversationslexikon nach und richtig steht im Konversationslexikon: Dem Drake ist in Offenburg ein Denkmal errichtet worden, weil er angeblich die Kartoffel in Europa eingeführt habe! — Sehen Sie, so kommen Bücher, so kommt Geschichteschreiben zustande.
Also nun die Kartoffel! Wenn heute irgend jemand sagen würde, ein Naturwissenschafter oder ein Mediziner solle sagen, wie eigentlich die Kartoffel wirkt, wenn sie gegessen wird — was tut er? Sie wissen ja, die Kartoffel ist allmählich ein Nahrungsmittel geworden, und es ist außerordentlich schwer, in manchen Gegenden die Leute davon abzubringen, daß sie sich fast ausschließlich von Kartoffeln nähren. Nun, was tut der heutige Naturforscher, wenn er die Kartoffel auf ihren Nährwert prüft? Ja, er untersucht, was da in der Kartoffel an Stoffen drinnen ist. Das kann man ja natürlich im Laboratorium untersuchen, was in der Kartoffel an Stoffen drinnen ist. Man findet da Kohlehydrate, die also bestehen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff, die in einer bestimmten Weise angeordnet sind. Man kommt noch dazu, einzusehen, daß sich im menschlichen Körper diese Stoffe umwandeln, daß sie zuletzt zu einer Art von Zucker werden, aber man kommt nicht weiter damit. Man kann auch nicht weiterkommen. Denn, sehen Sie, wenn man irgendeinem Tier, das man mit Milch füttern will, Milch gibt, so kann es unter Umständen ganz gut gedeihen. Wenn man aber die Milch in ihre chemischen Bestandteile zerlegt und untersucht, aus was sie besteht, und nun statt der Milch dem Tiere diese chemischen Bestandteile gibt, krepiert das Tier dabei, kann sich nicht ernähren. Worauf beruht das? Das beruht darauf, daß noch etwas anderes in den chemischen Bestandteilen in der Milch wirkt. Und so wirkt auch in der Kartoffel noch etwas anderes als die bloßen chemischen Bestandteile. Das ist das Geistige dabei. Und überall, in allem in der Natur wirkt das Geistige.
Und wir sehen, wenn man jetzt mit der Geisteswissenschaft- Anthroposophie ist ja nur ein Name -, wenn man also wirklich mit der Geisteswissenschaft kommt und die Art und Weise untersucht, wie die Kartoffel den Menschen ernährt, da kommt man darauf, daß die Kartoffel etwas ist, was in den Verdauungsorganen nicht ganz verdaut wird. Die Kartoffel wird nicht ganz in den Verdauungsorganen verdaut, sondern geht durch die Lymphdrüsen, durch das Blut so in den Kopf hinauf, daß der Kopf noch gerade bei der Kartoffel als ein Verdauungsorgan dienen muß. Der Kopf wird gewissermaßen, wenn man recht viel Kartoffeln ißt, zum Magen; er verdaut mit.
Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.
Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat. So kommt man darauf, wie in der neueren Zeit die Menschen ruiniert worden sind durch das Kartoffelessen. Also man sieht ein, daß in den letzten Jahrhunderten zu der allgemein geschwächten Gesundheit der Menschen ganz besonders beigetragen hat der Kartoffelgenuß. Das ist ein ganz grobes Beispiel, wie man geistig forschen kann in all dem, was die Naturwissenschaft in so ausgezeichneter Weise schafft, wenn man sie als Grundlage nimmt.
Nun aber will ich Ihnen etwas anderes noch sagen: Von demselben Standpunkt aus kann man jede Substanz, die in der Welt vorkommt, auf ihren geistigen Gehalt prüfen. Dadurch kriegt man erst Heilmittel heraus für Krankheiten. Und so liefert die Geisteswissenschaft eine ganz besondere Grundlage für das Medizinische.
Wir haben in der Geisteswissenschaft nur eine Fortsetzung der Naturwissenschaft, durchaus nicht irgend etwas, was der Naturwissenschaft widerspricht. Und außerdem haben wir in der Geisteswissenschaft etwas, das auf wissenschaftliche Weise den Geist erforscht, also die Leute nicht darauf verweist, daß sie irgend etwas glauben sollen, was die Menschen sagen. Die Glaubensbekenntnisse, die werden dadurch ersetzt durch etwas wirklich Wissenschaftliches.
Nun will ich Ihnen noch etwas anderes sagen. Sehen Sie, die Wissenschaft kommt überall bis zu einem gewissen Grad dazu, die Sachen zu erkennen. Und die Menschheit muß natürlich nicht teilnehmen an allen kleinen wissenschaftlichen Dingen, aber die Hauptsachen über die Welt müßte eigentlich jeder Mensch wissen.
Ich will Ihnen nun etwas erzählen, woraus Sie ersehen können, wie großartig und wichtig es ist, in der Welt auch den Geist zu erkennen, wie er wirklich wirkt. Sehen Sie, es war 1773, da wurde plötzlich in Paris das Gerücht verbreitet, ein Gelehrter würde einen Vortrag halten in einer gelehrten Gesellschaft; in dem Vortrag würde er beweisen, daß ein Komet mit der Erde zusammenstoßen und daß der Untergang der Erde kommen werde. Das war dazumal etwas, was man glaubte, daß es ganz wissenschaftlich bewiesen werden könnte. Und es ist also da im 18. Jahrhundert — der Aberglaube war noch groß — eine riesige Angst dutch ganz Paris gegangen. Wenn man heute die Dinge verfolgt, die dazumal in Paris geschehen sind, so findet man, daß eine ganz große Anzahl von Fehlgeburten geschehen ist. Die Frauen haben vor lauter Schrecken früher geboren. Die Leute, die irgendwie schwere Krankheiten gehabt haben, sind gestorben, als das bekanntgeworden ist. Es war eine riesige Aufregung in ganz Paris, weil bekanntgeworden ist, daß da ein Gelehrter einen Vortrag halten solle darüber, daß da ein Komet mit der Erde zusammenstoßen und die Erde zugrunde gehen werde.
Ja, meine Herren, die Polizei, die ja, wie Sie wissen, immer auf ihrem Posten ist, die hat natürlich den Vortrag außerdem noch verboten. Und so haben die Leute nicht einmal erfahren, was der Gelehrte nun eigentlich sagen wollte. Aber die Bescherung war da! Sehen Sie einmal, jetzt können Sie fragen: Hat der Gelehrte — der hat ja wirklich den Vortrag halten wollen - nun recht oder hat er nicht recht gehabt?
Nun, die Geschichte ist doch nicht so ganz einfach. Denn seitdem der Kopernikus das neue Weltsystem aufgestellt hat, rechnet man ja alles, und die Rechnung hat dazumal ja wirklich folgendes ergeben. Man stellt sich vor, die Sonne ist im Mittelpunkt des Weltsystems; da kommen Merkur, Venus, Mond, Erde, Mars her (es wird gezeichnet), die Planetoiden; da kommt Jupiter, da der Saturn. Und jetzt die Kometen, die machen solche Bahnen (es wird gezeichnet). Da kommt der Komet heran. Nun bedenken Sie: Da geht die Erde herum; man kann ausrechnen, wann die Erde da steht und wann der Komet herankommt plumps, stoßen sie zusammen nach der Rechnung! — Ja, meine Herren, zusammengestoßen sind die dazumal auch wirklich; aber der Komet war eben so klein, daß er sich in der Luft aufgelöst hat — nicht gerade in Paris, aber an einer anderen Stelle. Die Rechnung hat also durchaus gestimmt, aber-es war kein besonderer Grund zur Angst da.
Aber sehen Sie einmal dieses an: Im Jahre 1832, da ist die Geschichte schon sengeriger geworden, denn da konnte man wieder ausrechnen, daß ein Komet mit der Erdbahn sich kreuzt und ganz nahe an der Erde vorübergeht. Und der ist nicht so ein kleiner Knirps gewesen, wie der andere war, sondern der wirkte schon etwas verderblicher. Aber es war nun die Rechnung dazumal noch ziemlich glücklich verlaufen, denn man kriegte heraus, daß, wenn der Komet da vorbeikommt bei der Erde, er dann noch immer dreizehn Millionen Meilen von ihr entfernt bleibe; das ist ja immerhin ein Stückchen, nicht wahr! Also da brauchte man sich nicht zu fürchten, daß er die Erde durchstößt, kaputt macht. Aber die Leute fürchteten dazumal doch auch schon recht viel, denn die Weltenkörper ziehen sich gegenseitig an und man mußte abwarten, ob nicht der Komet irgendwie große Meereskonvulsionen hervorrufen werde durch seine Schwerkraft und so weiter. Es ist ja dann nichts Besonderes geschehen — eine allgemeine Unruhe in der Natur, aber nichts Besonderes. Er war eben noch dreizehn Millionen Meilen entfernt; die Sonne, die ist dreizehn mal so weit entfernt, so daß also die Erde dazumal keinen Schaden genommen hat.
Als ich ein kleiner Bub war, 1872 - ich war dazumal mit meinen Eltern auf einem kleinen Bahnhof -, da kriegten wir überallhin Schriften: Die Welt geht unter —, denn da sollte der Komet wieder kommen. Gewisse Kometen kommen ja immer wiederum; er sollte also wieder kommen. Jetzt sollte er schon näher sein; also die Geschichte wurde schon gefährlich in der Richtung. Der Komet war auch schon 1845/46 und 1852 wieder gekommen, aber dieser merkwürdige Himmelskörper, dieser Komet, der trat jetzt auf entzweigespalten! Während er vorher so war, immer so gekommen ist, kam er jetzt so (es wird gezeichnet). Und jeder war um soviel dünner, weil er sich eben abgespalten hat. Und was war 1872 zu sehen? Ja, 1872 war zu sehen, daß so etwas wie ein Lichtregen von Sternschnuppen herunterfiel, besonders viele Sternschnuppen herunterfielen! Der Komet war schon nähergekommen, aber er hat sich zerspalten und hat außerdem Materie abgegeben, dünne Materie, die heruntergeregnet ist wie ein Lichtregen. Das war damals zu sehen. Einige Leute haben etwas gesehen - das heißt, sehen konnte es jeder, denn nicht wahr, wenn in der Nacht mächtige Sternschnuppenfälle geschehen, so sieht man etwas aus dem Himmel kommen. Aber einige, die es gesehen haben, haben geglaubt, der Jüngste Tag wäre gekommen! Es ist doch wiederum ein großer Schreck entstanden. Aber die Sternschnuppen haben sich eben in der Atmosphäre, in der Luft aufgelöst.
Und denken Sie sich dieses Merkwürdige: Wäre der Komet beisammengeblieben, so wäre es uns 1872 doch recht schlecht gegangen mit der Erde! Aber wie gesagt, auf unserem Bahnhof kriegten wir lauter Schriften: Die Welt geht unter! -, die Astronomen hätten ausgerechnet, nach der Naturwissenschaft ganz richtig: die Welt geht unter. Und wie viele Leute dazumal reichliche Beichtgelder zahlten, damit sie rasch von ihren Sünden freigesprochen wurden, das geht nicht weiter aufzuschreiben, denn das tritt immer ein, meine Herren. Auch in Paris dazumal, 1773, oh, da haben die Beichtväter viel Geld eingenommen, denn die Leute wollten rasch von ihren Sünden befreit werden.
Nun aber erschien dazumal eine etwas gescheitere Schrift von einem Astronomen Littrow. Aber dieser Astronom hat doch etwas ganz Besonderes berechnet, was sehr bemerkenswert ist. Er hat berechnet: Im Jahre 1832 war der Komet, der dann später auseinandergegangen ist, von der Erde noch dreizehn Millionen Meilen entfernt; aber er kommt eben immer näher. Er war früher ganz weit weg; jedesmal, wenn er kommt, rückt er näher, ist er der Erde näher. Und nun hat Littrow ganz richtig ausgerechnet, woran die Geschichte liegt.
Sehen Sie, die Gefahr, die die Leute ausgerechnet haben, daß dieser Komet mit der Erde zusammenstößt, die war damals 1872 im September. Hätte der Komet den Punkt dazumal schon erreicht gehabt, den er für dieses Jahr [1872] erst am 27. November erreicht hat, dann wäre die Geschichte noch immer nicht bei einem Kometenregen geblieben, sondern wäre trotzdem sehr schlimm geworden. Also diese Dinge gibt es schon. — Aber er hat ausgerechnet, warum die Geschichte doch so steht, daß 1933 — also wir haben jetzt 1924 -, wenn der Komet so geblieben wäre, wie er im 18. Jahrhundert war, unbedingt ein Zusammenstoß erfolgen müsse, und die Erde müßte dabei kaputtgehen! — Die Rechnung stimmte auf das Haar. Nur konnten sich dazumal die Leute schon sagen: Der Komet hat es gnädig gemacht. Denn während er fähig geworden wäre, 1933 die Erde so durchzuschlagen, daß alle Meere vom Äquator heraufgeströmt wären nach dem Nordpol und die ganze Erde zugrundegegangen wäre — das konnte man ausrechnen —, hat er sich entzweigeteilt, und hat außerdem seine Materie, die ihm zu schwer geworden ist, als auseinandergestreute Meteorsteine abgegeben, die dann nicht mehr schädlich werden konnten.
Also sehen Sie, wir leben schon in einer Zeit, von der wir sagen können: Wäre der Komet nicht gnädig gewesen, so säßen wir heute alle nicht mehr da! Es ist schon so. Und zuletzt ist es so gekommen, daß er überhaupt nicht mehr als Komet erscheint, sondern immer an den Tagen, wo er erscheinen soll, kommt noch immer der Meteorregen. Er wirft seine gesamte Materie langsam im Laufe der Jahrhunderte aus und wird sehr bald überhaupt nicht mehr sichtbar sein; er wird nicht mehr kommen, weil er seine Materie langsam an den Weltenraum und etwas auch an die Erde abgegeben hat.
Da will ich Ihnen aber die andere Seite der Sache zeigen. Sehen Sie einmal, wenn man die menschliche Entwickelung verfolgt, dann ist es so, daß ja die geistigen Fähigkeiten der Menschen immer andere werden. Wer es nicht glaubt, versteht eben die ganze geistige Entwickelung der Menschheit nicht. Denn, nicht wahr, alle unsere Entdeckungen hätten ja viel früher gemacht werden müssen, wenn die Menschen dieselben geistigen Fähigkeiten gehabt hätten! Sie haben nicht geringere geistige Fähigkeiten gehabt, aber etwas andere in alten Zeiten. Das habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise schon auseinandergesetzt, auch auf Fragen, die gestellt worden sind nach dieser Richtung.
Wenn man aber jetzt zurückgeht, so ist das ja nicht der einzige Komet, der in dieser Weise so gnädig durch den Weltenraum geht, daß er sich im rechten Moment spaltet und ganz auflöst, sondern es gibt eine ganze Anzahl anderer Kometen, die das taten. An die Kometen hat sich immer der Aberglaube angeschlossen. Anthroposophie betrachtet die ganze Sache absolut wissenschaftlich.
Aber wenn wir uns so weiterentwickeln würden, wie wir uns heute entwickelt haben, das wäre ja nicht auszudenken. Ach, die Menschheit ist Ja so furchtbar gescheit! Vergleichen Sie nur einmal einen Menschen mit seiner Gescheitheit, mit dem, was er in der Schule gelernt hat, mit einem Menschen im 12., 13. Jahrhundert, der nicht schreiben konnte! Sie müssen nur bedenken: Wir haben ein sehr schönes Gedicht von Wolfram von Eschenbach, der war ein Adliger des 13. Jahrhunderts; er hat das Gedicht verfaßt — aber er hat nicht schreiben können; er hat sich müssen einen Pater kommen lassen, dem er es diktiert hat: das ist der «Parzival», nach dem Wagner seinen «Parsifal» umgedichtet und komponiert hat! Also Sie sehen, die Leute haben dazumal andere Fähigkeiten gehabt. Wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen als bis ins 12. bis 13. Jahrhundert: Dazumal konnte ein Adliger nicht schreiben; lesen konnte der Wolfram von Eschenbach, aber schreiben konnte er nicht.
Nun, sehen Sie, diese Fähigkeiten, die kommen ja nicht von selber, die entwickeln sich ja. Und wenn wir so fortfahren würden, wie wir jetzt es tun, daß wir jeden vollpfropfen zwischen dem sechsten und zwölften, vierzehnten Lebensjahr mit allen möglichen Wissenschaften was ja gut ist auf der einen Seite —, dann würden wir Menschen aber alle nach und nach das werden, was früher gar nicht da war, und was jetzt so häufig da ist, wie man sagt: nervös. Nervöse Menschen würden wir werden. Und da kommt etwas, was Ihnen klarmachen wird, daß die Herren Ärzte, die dazumal in den vierziger Jahren so dumm waren, daß sie geglaubt haben, die Menschen würden gar nicht leben können, wenn es Eisenbahnen gibt, daß diese Herren Ärzte vom Standpunkt ihrer Wissenschaft aus doch nicht so ganz dumm waren! Denn, was sie dazumal haben wissen können, das geht alles darauf hin, daß sie sagen mußten: Wenn der Mensch in der Eisenbahn fährt, so wird er einfach nach und nach ganz arbeitsunfähig; das Gedächtnis verliert er, die Nerven werden aufgeregt, zappelig wird er. — Das konnten sie sich nach ihrer damaligen Wissenschaft sagen. Es war ganz richtig, absolut richtig, was sie sich sagten; aber sie bedachten eines nicht. Ein bißchen nervöser sind ja auch die Menschen geworden. Wenn Sie nur vergleichen, wie Sie heute, wenn Sie von der Arbeit kommen, anders sind, als die Leute aus den dreißiger, vierziger Jahren, die sich abends die Schlafmützen aufgesetzt haben und so furchtbar gemütliche Leute waren, ganz ohne alle Nerven! Die Welt ist schon anders geworden in dieser Beziehung; aber doch nicht so stark, als es sich die Herren Ärzte von Nürnberg dazumal vorstellten. Nun ist es aber so: Die Nürnberger hängen keinen, wenn sie ihn nicht erst haben; und so ist es bei den Nürnbergern dazumal auch gewesen: sie haben keine Wissenschaft betrieben, die sie nicht erst hatten. Nun aber, was konnten diese Herren Ärzte dazumal nicht wissen? Sie konnte nicht wissen, daß, während sie das alles lernen, dieser Komet sich allmählich auflöst. Was tut denn der? Ja, meine Herren, diesen feinen Meteorregen, den haben wir ja von diesem Kometen! Statt daß er einmal mit der Erde zusammenstößt und der Menschheit den Schädel einschlägt, statt dessen gibt er langsam seine Materie ab. Die ist in der Erde drinnen, diese Materie, Stück für Stück. Alle paar Jahre lieferte der Komet etwas für die Erde. Und diejenigen Leute, die von der Wissenschaft leben wollen und nicht zugeben wollen, daß da die Erde etwas aus dem Weltenraum einfach frißt, die sind so dumm wie diejenigen, die behaupten, wenn einer ein Stück Brot ißt, so ist es nicht in ihm drinnen. Es ist natürlich in der Erde drinnen, was wir vom Kometen haben. Aber die Menschen übersehen das immer. Die Wissenschaft nimmt davon keine Notiz. Wo haben wir denn das, was der Komet abgegeben hat? Das geht in die Luft über; von der Luft geht es über ins Wasser, wenn das Wasser hinauf und wieder heruntergeht; vom Wasser geht es über in die Wurzeln der Pflanzen, von den Wurzeln der Pflanzen in dasjenige, was wir auf den Tisch tragen. Und von dem geht es in unseren eigenen Leib, und wir essen mit dasjenige, was uns der Komet gegeben hat seit Jahrhunderten. Das hat sich aber längst vergeistigt. Und statt daß 1933 der Komet der Erde den Garaus macht, hat er sich längst in die Erde als eine Erdennahrung hineinbegeben und nimmt von den Menschen weg — durch das, daß er ein Heilmittel ist, ein Weltheilmittel — die Nervosität.
Sehen Sie, da haben Sie ein Stück Geschichte: Die Kometen erscheinen draußen am Himmel, und nach einiger Zeit kommen sie zu uns vergeistigt aus der Erde heraus. Solche Sachen greifen doch jetzt schon ein ins Menschenleben. Jetzt kann man nicht mehr so die Geschichte darstellen, wie man sie wörtlich darstellt, wenn man ein Philister sein will, sondern jetzt muß man Rücksicht darauf nehmen, was in der Welt vorgeht im Geistigen. Das kann man nur, wenn man die Welt geistig durchdringt, mit Anthroposophie durchschaut. Da können Sie ja sagen: Nun ja, schön, diese Dinge, die werden schon vor sich gehen. Gerade der Komet lehrt uns, daß wir Menschen dumm bleiben können; wir brauchen uns nicht darum zu bekümmern. Denn wenn auch die Leute.dann aufgeklärt sein wollen, praktisch sind sie dann furchtbar schicksalsgläubig, denken sich: In der Welt wird schon alles ordentlich zugehen. — Ja, aber es gibt die Möglichkeit, so etwas zu wissen, sich zu beschäftigen mit einer solchen Wissenschaft, oder sich nicht damit zu beschäftigen.
Nun, meine Herren, da ist eines gekommen: Sie wissen, ich habe durch Jahre hindurch gerade unter Arbeitern Vorträge gehalten. In diesen Vorträgen, die ich gehalten habe, habe ich oftmals aufmerksam gemacht auf einen großartigen Vortrag von Lassalle, der geheißen hat «Die Wissenschaft und die Arbeiter». Ich weiß nicht, ob heute die Sache noch viel bekannt ist; aber ich bin ja mittlerweile sehr alt geworden, und ich habe die Entstehung der Arbeiterbewegung gesehen. Von meinem Elternhaus konnte ich zum Fenster hinausschauen: Da sind die ersten Leute, die dazumal noch die großen Hüte getragen haben - demokratische Hüte -, da sind die’ersten Sozialdemokraten vorbeigezogen im Anfang der siebziger Jahre, hinaus in den Wald, um da ihre Versammlungen abzuhalten. Also ich habe die ganze Entstehung der Dinge durchaus immer mitgemacht, Stück für Stück. Und dazumal verehrten die Leute noch sehr Lassalle. Man fand überall, wo Arbeiterversammlungen waren, Lassalles Büste. Heute sind die Dinge mehr oder weniger vergessen worden, denn es ist ja fünfzig Jahre her. Dazumal war ich acht, zehn oder elf Jahre alt, aber ich bekümmerte mich schon um die Sache. Nun hat Lassalle diesen Vortrag gehalten — dazumal war es acht, neun Jahre her, daß er diesen Vortrag gehalten hatte: «Die Wissenschaft und die Arbeiter». Und in diesem Vortrag hat er darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Arbeiterfrage abhängt von der Wissenschaft, daß die Arbeiter zuerst eine soziale Anschauung aus der Wissenschaft heraus gebildet haben, was all den anderen Menschen nicht eingefallen ist. Das war in einer gewissen Weise außerordentlich wichtig.
Aber nun denken Sie einmal, was ist denn geworden seit jener Zeit? Ich frage Sie: Sind Sie zufrieden? Können Sie zufrieden sein mit der Art und Weise, wie sich die Arbeiterfrage entwickelt hat? Haben Sie nicht furchtbar viel zu klagen überall über die Art und Weise, wie die Arbeiter tyrannisiert werden von ihren Gewerkschaften und so weiter? Das spürt man; das spürt der Arbeiter. Aber was er nicht spürt, das ist das, woher das gekommen ist. Woher ist es gekommen? Es ist davon gekommen, daß ganz richtig ist, daß die Lösung der Arbeiterfrage nicht gefunden werden kann ohne Wissenschaft. Früher hat man die Frage durch Religion und so weiter gelöst. Jetzt müssen diese Fragen mit Wissenschaft gelöst werden. Aber dazu muß man erst ein wirklich wissenschaftliches Denken haben! Und das hatte niemand, weil man nur immer auf die Materie ging, weil die ganze Wissenschaft Materialismus war. Niemals wird irgend etwas gelöst werden in der sozialen Frage, bevor die Wissenschaft nicht wiederum geistig wird.
Geistig kann sie nur werden, wenn sie sich herbeiläßt, in allem sei es in der Kartoffel, sei es in dem Kometen — das Geistige zu suchen. Denn die Dinge suchen, wie sie zusammenhängen, lernt man nur durch geistige Erkenntnisse. Und so lernt man auch nur durch geistige Erkenntnisse die sozialen Zusammenhänge kennen. Die muß man wirklich erkennen; dann wird man finden, daß die Dinge ja sehr, sehr gut gemeint waren, die zum Beispiel durch den Marxismus heraufgekommen sind, aber sie beruhten auf einer irrtümlichen Wissenschaft. Und das will ich Ihnen jetzt auch noch zeigen, inwiefern diese Dinge auf einer irrtümlichen Wissenschaft beruhen. Und das kann nicht gedeihen, was auf einer irrtümlichen Wissenschaft beruht.
Sehen Sie, es ist ungemein scharfsinnig, ungemein gescheit, wie der Marx berechnet, und man kann gar nichts einwenden, weil er eben in der rein materialistischen Wissenschaft drinnensteckt. Alles klappt gerade so, wie es bei dem Astronomen 1773 geklappt hat, daß die Erde sich mit dem Kometen begegnet. Aber der Komet, das war ein anderer, als der spätere, war eben längst so dünn geworden, daß er der Erde nichts mehr getan hat! Und das, was Marx berechnet, beruht auf einer ebenso ausgezeichneten, aber ebenso nicht vollkommenen Wissenschaft.
Nehmen Sie an eines, was er berechnet hat. Er hat gesagt: Wenn der Mensch arbeitet, verbraucht er innerlich Kräfte. — Gewiß, wir geben die Kräfte an die Arbeit ab, werden abends müde, und haben also während des Tages eine bestimmte Anzahl von Kräften abgegeben. Jetzt braucht der Arbeiter selbstverständlich dasjenige, was ihm diese Kraft wieder ersetzt. Man kann also das ausrechnen; die Rechnung klappt, stimmt vollkommen. Es ist absolut richtig; man kann es ausrechnen, wieviel Arbeitslohn da sein muß, damit der Arbeiter seine Kräfte ersetzen kann. Ja, kriegt man aber auf diesem Wege, auf dem Marx sucht, wirklich den richtigen Arbeitslohn und so weiter heraus? Das ist die Frage, ob man ihn da herauskriegt! Daß er bis jetzt noch nicht sehr starken Eindruck gemacht hat, das zeigt sich ja; aber man kann ihn gar nicht auf diesem Wege herauskriegen, weil die Wissenschaft zwar ausgezeichnet, aber falsch ist.
Denken Sie nur einmal: Einer ist da, der arbeitet den ganzen Tag nichts. Entweder geht er spazieren, oder er kann selbst von einem Stuhl auf den anderen sich setzen, wenn er ein Rentier ist. Der verbraucht ebenso seine Kräfte vom Morgen bis zum Abend, ganz genau so! Ich habe einmal gesehen in Arbeiterkonzerten, daß die Leute, die Arbeiter waren, viel weniger müde waren als die Rentiers, die gar nichts getan haben. Die gähnten fortwährend; die anderen waren sehr fidel.
Ja, sehen Sie, da steckt ein Fehler in der Rechnung. Es sind gar nicht dieselben Kräfte, die wir innerlich in unserem Organismus verbrauchen, die wir äußerlich an die Arbeit abgeben! Das ist gar nicht wahr. Und deshalb kann man auf diesen naturwissenschaftlichen Grundlagen die ganze Rechnung nicht aufbauen. Man muß die Sache in ganz anderer Weise machen; man muß die Sache auf Menschenwürde und Menschenrecht und so weiter begründen. Und so ist es in sehr vielen Dingen. Und die Folge davon ist, daß aus der Wissenschaft, wie sie bisher war, auch in sozialer Beziehung eine furchtbare Verwirrung hergegangen ist und ein Nichtwissen.
Mit Geisteswissenschaft können Sie jetzt sagen, wieviel wert die Kartoffeln sind für die Nahrung, wieviel wert der Kohl für die Nahrung ist, wieviel wert das Salz ist und so weiter. Und dann kriegen Sie heraus, was der Mensch haben muß, damit er gesund gedeihen kann. Das kriegen Sie erst durch Geisteswissenschaft heraus. Da müssen Sie zuerst aufbauen auf einem solchen Wissen, das aus Geisteswissenschaft kommt. Dann können Sie übergehen zu der Betrachtung des sozialen Lebens. Dann wird die Arbeiterfrage ganz andere Gestalt annehmen, und die Sache wird endlich auf eine gesundere Basis kommen, gerade dadurch, daß man alles geistig ansieht.
Und so, sehen Sie, verstehen die Menschen heute überhaupt gar nicht, wie die Dinge in der Welt zusammenhängen, glauben immer, alles geht so fort, wie es ist; aber es ist eben nicht so! Es muß fortwährend der Mensch verstehen, wie die Dinge in der Welt sich ändern. Und das größte Unglück, könnte man sagen, das ist, daß die Menschheit früher abergläubisch war und jetzt wissenschaftlich. Aber Stück für Stück hat sich in die Wissenschaft überall der Aberglaube hineingeschlichen, und heute haben wir eben einfach eine Naturwissenschaft mit Aberglauben. Die Leute glauben, wenn der Magen voll ist mit Kartoffeln, dann habe man etwas davon. Man verdirbt sich dadurch die Gesundheit des Kopfes, weil der Kopf da Verdauungsorgan werden muß!
Und so sind alle Fragen eben so zu behandeln, daß man dabei das Geistige nicht vernachlässigt, wie es durch lange Zeiten geschehen ist, sondern daß man das Geistige überall hineinbringt. Und so haben die Leute geredet in den sechziger, siebziger Jahren: Wissenschaft muß unter die Arbeiter kommen. — Aber richtige Wissenschaft, die dazumal gar nicht vorhanden war, und die man jetzt sucht eben als Geisteswissenschaft, die nur äußerlich den Namen Anthroposophie hat. Es will einfach diese Anthroposophie nicht — wie man es bisher gemacht hat — das Pferd beim Schwanz aufzäumen, bei der Materie, sondern beim Kopf, wie es richtig ist: beim Geiste; dann wird man die Dinge finden, wie es richtig ist, und wird auch wiederum zu den richtigen Erziehungsmethoden kommen, wird eine Pädagogik haben, in der man die Kinder richtig erzieht. Davon hängt auch ungeheuer viel ab. Und man wird in einer rechtmäßigen Weise ins soziale Leben hineinkommen.
In einer Stunde kann ich natürlich nur andeuten, wie es ist; aber dazu waren alle die Vorträge veranstaltet, um aus den Fragen angedeutet zu bekommen, was die Herren wissen wollten. Vielleicht werde ich in der nächsten Stunde noch eine Ergänzung dazu sagen — heute konnte ich nur die Grundlage geben -, damit das noch immer besser verstanden werden kann. Aber einiges über das, was Sie gerade mit Ihrer Frage wollten, haben Sie wohl schon daraus entnehmen können: Was eigentlich Geisteswissenschaft will.
Also am nächsten Mittwoch dann weiter.