Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Leipzig, 1914-01-02

GA 266c/1914-01-02 · 1914-01-02 · original · 8 passages · 3176 words
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners» (Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.
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## GA 266/3 — 1914-01-02, Leipzig

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Leipzig, 2. Januar 1914 Aufzeichnung Α Das, was jedem Esoteriker am Herzen liegt, ist der Erfolg bei seinen meditativen Anstrengungen. Erfolg hat ein jeder, auch wenn er ihn nicht merkt. Der angehende Esoteriker beklagt sich oft über Schmerzen. Diese Schmerzen sind Unordnungen, die im Körper dadurch entstehen, daß der physische und ätherische Körper nicht in richtigem Kontakt miteinander sind. Diese Schmerzen waren auch schon früher da, nur hat sie der Mensch nicht empfunden, da er gröber, robuster war. Jetzt als Esoteriker, da er feiner, sensibler wird, empfindet er sie. Der Esoteriker muß solche Schmerzen ertragen lernen. Da muß man natürlich unterscheiden lernen, ob es sich um einen Krankheitsprozeß handelt, bei dem man eingreifen muß. Woher kommt es denn, daß man seinen physischen Körper so wenig kennt? Weil man in ihm lebt und ihn nur empfindungsgemäß wahrnimmt. Man sieht mit dem Auge, daher kann man es nicht beobachten. Der Esoteriker muß dazu gelangen, sich mit seinem Geistig-Seelischen zurückzuziehen, frei zu machen vom Physischen. Dann wird es ihm gelingen, seinen physischen Körper zu beobachten. Es verhilft uns dazu, wenn wir unsere Gedanken möglichst auf einen Punkt zusammenziehen, konzentrieren und in diesen Punkt dann untertauchen, für eine Zeitlang darin leben. Durch solche Konzentration tritt eine Verstärkung der Denkkraft ein und durch sie kann man allmählich dahin gelangen, seinen physischen Körper zu beobachten. Ferner müssen wir dahin gelangen, unseren Ätherkörper kennenzulernen. Das ist noch schwieriger, denn der ätherische Körper ist nicht von der Haut eingeschlossen wie der physische Leib, sondern er ist ein feines Gewebe, das seine Strömungen überall hinaussendet in die Außenwelt und auch von allem, was

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in der Außenwelt vorgeht, beeindruckt wird, oft dem Menschen ganz unbewußt. Den Ätherleib lernt man erfühlen durch richtiges Betreiben der zweiten Nebenübung, der Übung des Willens. Gewöhnlich wird ja der Mensch durch äußere Eindrücke zu seinen Handlungen getrieben. Er sieht die Blume auf der Wiese, und da sie ihm gefällt, streckt er die Hand nach ihr aus, um sie zu pflücken. Nun, als Esoteriker, müssen wir dahin gelangen, ohne Anregung von außen, nur aus dem inneren Impulse heraus, den wir uns bewußt geben, dies oder jenes zu tun. Dann kommt man dazu [zu erkennen], es ist der Ätherleib, der die Hand zu der Bewegung veranlaßt. So fühlt man seinen Ätherleib erwachen. Durch diesen erwachenden Ätherleib lernt man nach und nach, sich zu erleben in einer ätherischen Welt. In Wirklichkeit geschieht bei jeder Bewegung, die wir machen, ζ. Β. wenn ich einen Gegenstand angreife, mich daran stoße, ein Angriff auf die Außenwelt. Der Nicht-Esoteriker ahnt nichts davon, er ist behütet durch den Hüter der Schwelle vor diesem Wissen, aber der Esoteriker verselbständigt nach und nach seinen Ätherleib, der in der ätherischen Welt sich erlebt. Seine Organe werden feiner, er eignet sich immer mehr eine Empfindung an dafür, daß ein jeder Raum erfüllt ist nicht nur von physischen Gegenständen, sondern von einer zahllosen Menge von Elementarwesen, die sich durch Stechen, Stoßen, Brennen bemerkbar machen. Man muß sich in dieser elementarischen Ätherwelt überall Raum schaffen durch Willensimpulse wie Ausstrecken, Zurückziehen, Stoßen, Vorwärtsschreiten etc., und solche Bewegungen müssen mit dem vollen Bewußtsein, daß man es aus seinem eigensten Wesen heraus will, geschehen. Das ist das zweite: Initiative der Handlungen. Wer sich in der Ätherwelt ohne seinen InitiativWillen keinen Raum schaffen kann, der kann in dieser Welt ebensowenig etwas ausrichten, wie jemand, der in der physischen Welt tanzen wollte auf einem Podium, das voller Stühle steht. Erst müssen die Stühle fortgeschafft werden. Das lernt man im Geistigen durch die zweite Übung. Um unseres Astralleibes bewußt zu werden, müssen wir genau das Umgekehrte tun. Wir müssen da die im Astralleib wogenden Begierden zurückhalten, da müssen wir diesen gegenüber Gelassenheit und Gleichmut entwickeln. Wir müssen absolute Windstille, absolute Ruhe in uns herstellen. Dann erst fühlen wir die äußere astrale Welt an unsere innere astrale Welt stoßen. Wie wir an die ätherische Welt stoßen dadurch, daß wir von uns aus in sie eingreifen in unserem Wollen, so fühlen wir die äußere astrale Welt dadurch, daß wir ruhig in uns selber bleiben, daß wir alle Begierden, Wünsche zur Ruhe bringen. Bevor der Astralleib soweit ist, betäubt er sich durch den Schrei. Wir wissen ja, daß ein Schmerz entsteht, wenn der physische Leib und der ätherische Leib nicht in richtigem Kontakt sind. Das empfindet der Astralleib als Schmerz. Das kleine Kind, wenn es Schmerz empfindet, schreit. Es sucht den Schmerz zu übertönen im Schreien. Der Erwachsene ruft vielleicht: au! Wenn es dem Menschen gelänge, seinen Schmerz völlig in den Vibrationen des Tons hinströmen zu lassen, so würden durch dessen Schwingungen in der Formation des Ätherleibes solche Veränderungen entstehen, daß er nicht den Schmerz empfände, sondern daß er hinuntersänke ins Unterbewußtsein. Aber die guten Götter haben den Menschen schwächer veranlagt, und es ist gut so, denn sonst gäbe es kein Leid und auch keine artikulierte Sprache. Der Esoteriker muß dahin gelangen, alle Schmerzen, überhaupt alles, was durch das Äußere in ihm angeregt wird, in ihm vorgeht, ruhig, gelassen, gleichmütig zu ertragen. Dann wird er nicht Angriffe machen (durch seinen Astralleib) auf die Außenwelt, sondern die Angriffe wenden sich von außen an ihn. Aber da er völlige Gelassenheit entwickelt hat, so berühren sie nur seinen physischen und ätherischen Leib. Der Astralleib bleibt unberührt. Er wird sozusagen frei, und man kann ihn beobachten. Also durch die Übung in der Gelassenheit gelange ich dazu, meinen Astralleib kennenzulernen. Schließlich muß ich auch noch dazu kommen, mein Ich kennenzulernen. Ich kann mein Ich nicht erfühlen, weil ich in ihm

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lebe. Daher müssen wir es in die Welt ausgießen. Mein Ich lerne ich kennen durch das, was wir bezeichnen als Positivität (Gleichnis vom Hunde). Wenn wir es machen wie der Christus-Jesus, so sehen wir nicht das Häßliche, sondern tauchen soweit hinein in alles, daß wir an das Gute kommen. Auf diese Weise kommen wir los von unserm Ich und können es beobachten. Ich ist Liebe und Wille. Durch den entwickelten Willen lernen wir erkennen die Substanz aller Dinge, die im Göttlichen urständet. Durch die Liebe lernen wir das Wesen der Dinge miterleben. So dringen wir durch Wille und Liebe vor zum Erkennen, das frei ist vom persönlichen Ich. Als geistiges Ich lernen wir untertauchen in Wesen und Substanz aller Dinge, die ja aus dem geistigen Vatergrund stammen, wie auch unser eigenes Ich. Unser Ich schaut uns aus allem Geschaffenen an («Schwan»). Der Schüler erreicht die Stufe des «Schwan», wenn er das erleben kann. Auf der fünften Stufe entwickeln wir Manas oder Geistselbst. Da dürfen wir uns nicht festlegen auf dasjenige, was wir bisher gesehen, gelernt, gehört haben. Wir müssen lernen, von alle dem abzusehen, uns allem, was uns entgegentritt, ganz wie ausgeleert von dem Bisherigen zu erhalten. Manas kann nur entwickelt werden, wenn man lernt, alles, was wir uns durch Eigendenken erworben haben, doch nur zu empfinden als etwas Minderwertiges gegenüber dem, was wir uns erwerben können, indem wir uns den Gedanken öffnen, die aus dem gottgewobenen Kosmos einströmen. Aus diesen göttlichen Gedanken ist alles, was uns umgibt, entstanden. Wir haben sie nicht durch unser bisheriges Denken finden können. Da verbergen es uns die Dinge. Jetzt lernen wir hinter allem wie ein verborgenes Rätsel dies Göttliche zu erahnen. Immer mehr lernen wir in Bescheidenheit einsehen, wie wenig wir bisher von diesen Rätseln ergründet haben. Und wir lernen, daß wir eigentlich alles aus unserer Seele entfernen müssen, was wir bisher gelernt haben, daß wir ganz unbefangen, wie ein Kind, allem entgegentreten müssen — daß sich nur der Unbefangenheit der Seele darbieten die göttlichen Rätsel, die uns umgeben. Kindlich muß die Seele werden, um in die Reiche der Himmel eindringen zu können. Der kindlichen Seele strömt dann entgegen die verborgene Weisheit - Manas - wie ein Geschenk der Gnade aus der geistigen Welt. Weiter zu gehen ist für den Menschen nicht nötig, da er durch diese fünf Stufen den Kontakt mit der geistigen Welt herstellt. Es muß nun noch durch stete Wiederholung dieser fünf Übungen zwischen den verschiedenen Fähigkeiten, die durch sie erlangt werden sollen, die Harmonie des Zusammenwirkens hergestellt werden. Das bewirkt die sechste Übung. Diese Übungen sind von allergrößter Wichtigkeit. Durch sie kann die Seele den Weg finden in die geistigen Welten. Überall, in allen Schriften, Zyklen, Vorträgen finden Sie Hinweise auf diese fünf Übungen. Und es brauchte keine esoterische Stunde stattzufinden, wenn jeder sie aufmerksam läse und die Kräfte dieser Übungen in seiner Seele zum Leben erweckte. Sie dienen den speziell gegebenen Übungen zur Unterstützung. Der Esoteriker muß nur aufmerksam sein, auch auf das Kleinste. Er muß alles gewissenhaft beobachten, noch in ganz anderer Weise, als es im Physischen geschieht, sobald er sich den geistigen Welten nähert. Denn die Dinge im Geistigen sind ja soviel subtiler, feiner als im Physischen. Darum muß der Esoteriker diese Übungen beständig machen und sich immer wieder anfachen zu neuem Streben, zu neuen Beobachtungen, da es ihm sonst nicht möglich ist, Einblicke in die geistige Welt zu bekommen. Und vor allem muß der Esoteriker Geduld üben. Die meisten denken, nachdem sie kurze Zeit geübt haben, sie könnten nun in die geistige Welt gelangen, alle Pforten zur geistigen Welt ständen ihnen offen. Bedenken Sie doch, daß ein bedeutsamer Impuls, eine bedeutende Idee neunzehn Jahre braucht, um innerlich gut ergriffen und verstanden zu werden. Wenn der Esoteriker glaubt, nach einigem Üben nun ohne weiteres reif zu sein zum Eintritt in die geistigen Welten, so ist das gerade so, als wenn ein Kind, das eben sprechen gelernt hat, nun sagen wollte: Das dauert mir zu lange, Jahre hindurch zu warten, bis ich ein Mann bin. Ich will gleich Mann sein. Ein Zweites, das man im esoterischen Leben lernen muß, ist die Wahrhaftigkeit. Wer sie im physischen Leben nicht schon gelernt hat, wird große Mühe haben bei seinem Aufstieg in die geistige Welt, da er ja auch sein logisches Denken und alles, was an den Verstand gebunden ist, zurücklassen muß und in der geistigen Welt nicht korrigiert wird durch die Tatsachen wie hier in der physischen Welt. Die guten Götter haben gerade dadurch den Menschen erziehen wollen zur Wahrhaftigkeit, daß sie ihn versetzt haben in die physische Welt, wo eine jede Unwahrheit - d. h. alles, was nicht den Tatsachen entspricht - korrigiert wird durch die Tatsachen. Die Neigung zur Wahrhaftigkeit kann nur in der physischen Welt erworben werden, nicht erst in der geistigen Welt. Endlich muß der Esoteriker bestrebt sein, sich gewohnheitsmäßig ein gutes Gedächtnis anzuerziehen. Der Bewahrer des Gedächtnisses ist der Ätherleib, aber ohne den physischen Leib würde er schlecht bewahren können. Die Nerven werden beeindruckt, und es muß hineingeschrieben werden in den physischen Leib. Der ist sozusagen der Aufschreibeapparat für das, was der Mensch behalten will. Und wenn der Mensch sich erinnern will an etwas, so durchdringt er mit dem Ätherleib den physischen Leib bis zu der Stelle, wo das, was erinnert werden soll, eingeschrieben steht, und dann wird das Erinnerungsbild lebendig, und der Mensch liest es dann ab vom physischen Leib. Schüler machen es ja so, wenn sie etwas auswendig zu lernen haben, daß sie es sich solange wiederholen, bis es sich eingeschrieben hat. Aber da kann es vorkommen, daß, wenn sie ζ. Β. lernen: «Es stand vor alten Zeiten ...», sie es sich gewaltsam einpressen in den physischen Leib dadurch, daß sie den Laut zu Hilfe nehmen. Gewohnheitsmäßig muß ein solches Einschreiben und Ablesen werden dadurch, daß es uns zur inneren Gewohnheit wird, alle Verrichtungen mit Aufmerksamkeit und Nachdenken zu durchdringen. Für geistige Erlebnisse kann man den physischen Leib nicht brauchen als Erinnerungsorgan, an die Stelle muß das Gewohnheitsmäßige treten. Wir müssen uns die dazu gehörende Empfindungsnuance vor die Seele rufen. Der Inhalt dessen, was dem Meditanten zufließt, wenn er sich nach der Meditation leer macht - auch von dem Einwirken der Meditation - ist ja in gewissem Sinne Verdienst. Niemals wird eine Meditation einmal ebenso sein wie ein anderes Mal. Das, was uns zufließt, hängt ab von unserer Moralität, von unserer Wahrheitsliebe, davon, wie wir seit der letzten Meditation gelebt haben. Sind wir in irgendeiner Weise nicht ganz bei der Wahrheit geblieben, oder haben wir Zorn, Ärger in uns aufkommen lassen, so kann nichts aus der geistigen Welt in uns einströmen. Es ist damit schon so, wie wir es verdienen. Bei aufmerksamem Nachspüren werden wir schon immer den Grund dafür, daß wir nicht mit dem Geistigen begnadet wurden, in irgendeiner Unwahrheit, in irgendeiner Aufwallung von Zorn oder dergleichen finden. Aufzeichnung Β (Auszug) [...] Ein Zweites, das man im esoterischen Leben üben muß, ist die Wahrhaftigkeit. Wer im physischen Leben nicht die Wahrhaftigkeit geübt hat, wird große Mühe haben bei seinem Aufstieg in die geistigen Welten, da er ja auch sein logisches Denken und alles, was an den Verstand gebunden ist, zurücklassen muß und nicht korrigiert wird durch die physische Welt. Die guten Götter haben gerade den Menschen erziehen wollen zur Wahrhaftigkeit dadurch, daß sie ihn in die physische Welt versetzt haben. Die Neigung zur Wahrhaftigkeit kann nur in der physischen Welt erworben werden, nicht erst in der geistigen Welt. Endlich muß der Esoteriker bestrebt sein, sich gewohnheitsmäßig ein gutes Gedächtnis anzuerziehen (indem man alles mit starkem Bewußtsein tut, immer ganz bewußt bei allem ist). Wir

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kennen alle die Geschichte von jenem Manne, der wenig Sinn hatte für Raumverhältnisse und nie wußte, wo er etwas hingelegt hatte. Um dem abzuhelfen, stellte er verschiedene Tische in seinem Zimmer auf und legte alles darauf. - Es gibt Gelehrte, die nur arbeiten können, wenn sie zwölf Tische um sich herum haben, auf denen die Nachschlagewerke aufgeschlagen da liegen, um die Zitate leicht bei der Hand zu haben, und die von einem Tisch zum andern gehn müssen. Man lächelt darüber, aber in Wirklichkeit ist es im Unterbewußtsein bei uns allen ebenso. Der Bewahrer des Gedächtnisses ist der Ätherleib, aber ohne den physischen Leib würde er schlecht bewahren können. Die Nerven werden beeindruckt, und es muß hineingeschrieben werden in den physischen Leib; der ist sozusagen der Aufschreibe-Apparat für das, was ich behalten will. Und wenn der Mensch sich erinnern will, so durchdringt er mit dem Ätherleib den physischen Leib bis zu der Stelle, wo er eingeschrieben hat, und dann wird das Erinnerungsbild lebendig, und er liest es dann vom physischen Leib ab. Schüler machen es ja so, wenn sie etwas auswendig zu lernen haben, daß sie es sich so lange laut wiederholen, bis es sich eingeschrieben hat. Aber da kann es dann kommen, daß, wenn sie zum Beispiel lernen: «Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so hoch und hehr ...», sie dadurch, daß sie den Laut zu Hilfe nehmen, es gewaltsam einpressen in den physischen Leib. Gewohnheitsmäßig muß ein solches Einschreiben und Ablesen werden dadurch, daß es uns zur inneren Gewohnheit wird, alle Verrichtungen mit Aufmerksamkeit und Nachdenken zu durchdringen. Für geistige Erlebnisse kann man den physischen Leib nicht gebrauchen als Erinnerungsorgan; an die Stelle muß das Gewohnheitsmäßige treten. Wir müssen uns die dazugehörige Empfindungsnuance vor die Seele rufen.

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Aufzeichnung C Vieles wird anders durch unser meditatives Leben, und wir müssen subtil auf alles achten, um uns dieses Anderswerdens bewußt zu werden. Im gewöhnlichen Leben sind wir uns gewöhnlich von etwas nicht bewußt als Außenwelt, was doch zur Außenwelt gehört, nämlich von unserem physischen Leib. I. Durch konzentriertes Denken, durch unsere Konzentrationsübungen werden wir uns allmählich von unserem physischen Leib als von etwas Äußerem bewußt, wir fühlen es als etwas, was da ist und was gewissermaßen zu uns gehört. IL Durch die Initiative des Handelns (Herrschaft über die Willensimpulse) werden wir uns unseres ätherischen Leibes bewußt. Solange wir einfach etwas wollen oder begehren durch die auf uns eindringenden Stimuli der Außenwelt, fühlen wir nicht die Strömungen im Ätherleib, die in Bewegung kommen, wenn wir handeln. Wir müssen Raum um uns her schaffen, wenn wir etwas von uns selbst aus tun wollen, ebenso wie jemand, der tanzen will, Tische und Stühle zuerst hinwegräumen muß. Sobald wir von uns aus, nicht durch etwas Äußeres veranlaßt, etwas tun, machen wir uns von innen heraus stark, schicken unseren Willen von innen nach außen und fühlen dann die Strömungen und Bewegungen, die zu jeder Tat im Ätherleib vorgehen müssen. Jede Bewegung ist ein Angriff auf die Außenwelt; wir werden uns mehr und mehr bewußt, daß jeder Raum erfüllt ist von einer Menge von Elementarwesen; wenn wir handeln von innen heraus, stoßen wir auf diese Elementarwesen und werden uns dadurch unseres Ätherleibes bewußt. III. Um uns unseres Astralleibes bewußt zu werden, müssen wir gerade das Umgekehrte tun. Wir müssen die im Astralleibe wogenden Begierden zurückhalten, müssen, statt alles von uns ausgehen zu lassen, Gelassenheit und Gleichgewicht entwickeln. Dann, ruhig in uns selbst seiend, fühlen wir die äußere astralische Welt an uns stoßen. So, wie wir auf die ätherische Welt stoßen, indem wir von uns aus in sie eingreifen (Handeln vom Willenszentrum), fühlen wir die astralische Welt an uns stoßen, indem wir ruhig in uns selbst bleiben und alles Begehren und Wünschen und Aufwogen von Lust und Leid zur Ruhe bringen. Bevor der Mensch sich dazu erzogen hat, betäubt er sich über die in ihm waltenden Begierden durch Schreien, er läßt sie in Tönen ausgehen. Aber weil unser astralischer Leib durch die Götter abgeschwächt ist, wird dies später zur artikulierten Sprache und Gesang. IV. Unseres Ichs werden wir uns bewußt, indem wir Positivität in uns entwickeln, Urteile von uns selbst aus entwickeln, die uns imstande machen, in allem, selbst im Häßlichsten, auch das Schöne zu sehen. V. Und durch Unbefangenheit oder Vertrauen, durch das Vonuns-selbst-aus-in-andere-Gehen, um unbefangen sie in uns aufzunehmen, lernen wir das Geistselbst kennen und fühlen usw. Unter dem Einfluß dieser Übungen ändert sich unser Seelenleben. Unsere Erinnerung wird nicht mehr etwas, was auch im physischen Leib eingeschrieben ist, sondern muß durch die innere Gewöhnung, alles selbständig nachzudenken, ersetzt werden. Dazu müssen wir aber alle Faulheit überwinden. (Geduld muß man haben. Ein bedeutsamer Impuls, eine bedeutsame Idee braucht neunzehn Jahre, um innerlich gut ergriffen und verstanden zu werden.) Und unsere Wahrhaftigkeit muß auch innere Gewöhnung werden, die uns dann den Sinn für das Richtige und Wahre gibt. So sehen wir wieder, wie schon alles für das esoterische Leben auch in unserer Literatur gegeben ist. Der Esoteriker muß nur aufmerksam sein, auch auf das Kleinste, er muß alles gewissenhaft beobachten und sich immer wieder anfeuern zu neuem Streben und zu erneuter Beobachtung und Geduld. E.D.N. - I.C.M. - P.S.S.R.

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Aufzeichnung D Schmerzgefühle treten häufig beim Esoteriker auf, die er früher nicht kannte. Sie waren früher auch schon da, aber sie machten sich nicht störend bemerkbar. Jetzt merkt man sie, und da gilt es, nicht wehleidig zu sein, wenn man auch im Gesundheitlichen nichts versäumen darf. Wie kommt man zu einem Gefühl des physischen Leibes? Wir fühlen nicht den physischen Leib, wenn alles in ihm in Ordnung ist, das heißt, wenn auch die Ätherteile ihm im richtigen Maße entsprechen. Entsprechen sich die beiden aber nicht, so entsteht Schmerz. Durch Konzentration des Denkens müssen wir dahin kommen, auf den physischen Körper Einwirkungen auszuüben oder ein wacheres Bewußtsein seiner zu entwickeln. «Au»-Rufen bei Schmerzempfinden als Betäubungsmittel. Durch Initiativ-Handlung Ätherkörper durch Gleichgewichtsübung Astralleib durch Positivität Ich durch Unbefangenheit, Vorurteilslosigkeit Geistselbst Das ist die höchste Stufe, zu der wir uns zunächst erheben. Andere Übungen reichen dann noch weiter hinauf.

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ESOTERISCHE STUNDE

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Cite: GA 266c/1914-01-02 · edition original