Spiritual Science and Medicine

GA 312/1920-03-28 · 1920-03-28 · original · 28 passages · 4842 words
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## GA 312 — 28 March 1920, Dornach

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### Achter Vortrag

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Die Ausdrucksweise, die wir ja schon, ich möchte sagen, mehr zur Verkürzung oder zur Vereinfachung unserer Ideen anwenden müssen, wenn wir sagen «Ätherleib», «Astralleib» und so weiter, kann durchaus zurückgeführt werden auf dasjenige, was sich von ihr gewissermaßen abdrückt im physischen Geschehen. Nur ist man heute nicht sehr geneigt, dasjenige, was sich im physischen Geschehen ausdrückt, wirklich in richtige Beziehung zu setzen zu der geistigen Grundlage des Daseins. Für eine Durchgeistigung des medizinischen Denkens und Anschauens wird aber das unbedingt geschehen müssen. Man wird unbedingt zum Beispiel darauf eingehen müssen, wie das Wechselspiel zwischen dem, was wir Ätherleib nennen, und dem, was wir physischen Leib nennen, eigentlich geschieht. Sie wissen, dieses Wechselspiel geschieht im Menschen, und wir haben gestern gesprochen von einer Seite dieses Wechselspiels, nämlich, wenn es in eine Art Unordnung kommt gegenüber den Einwirkungen des astralischen Leibes. Aber dieses Wechselspiel geschieht ja auch draußen in der außermenschlichen Natur.

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Nun bedenken Sie, daß Sie, wenn Sie diesen Gedanken ordentlich zu Ende führen, dann eigentlich recht gründlich hineinschauen in den Zusammenhang des Menschen mit der außermenschlichen Natur. Sie schauen hinaus in die außermenschliche Natur. Sie haben um sich — halten wir zunächst heute daran fest — die ganze Flora mit allen ihren einzelnen Arten, und Sie werden diese Flora durch Ihre verschiedenen Sinne gewahr. So können Sie, wenn Sie da hinausschauen, mit Ihren verschiedenen Sinnen die Flora gewahr werden, mindestens ahnen ein Wechselspiel zwischen dieser Flora und alledem, was erstens in der irdischen Atmosphäre ist, und alledem, was dann außerhalb dieser irdischen Sphäre im Planetarischen, im Astralischen liegt. Wir können gewissermaßen sagen, wenn wir die Flora der Erde betrachten, wenn hier (siehe Zeichnung Seite 158) Tafel 12

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die Erdoberfläche ist, so weist uns diese Flora hinaus auf das Atmosphärische, auf das Astralische, jetzt in diesem Sinne gemeint, daß es zu den Sternen hingeht, zu dem Außertellurischen, und wir können zunächst, auch wenn wir nicht auf Okkultes eingehen, ahnen, daß da draußen eine lebendige Wechselwirkung ist zwischen dem, was sich in der Flora, in dem Blüte- und dem Fruchtaufschießen zeigt, und dem, was da hereinwirkt aus dem ganzen weiten Weltenall.

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Wenn wir dann von alledem wegsehen und den Gedanken hineinleiten in unser Inneres — allerdings müssen Sie versuchen, bei dieser Anschauung etwas Intuition zu Hilfe zu nehmen, aber ich habe schon gesagt, ohne Intuition geht es in der Medizin absolut nicht ab —, wenn wir diesen Gedanken ableiten von diesem Äußeren und in unser eigenes Inneres hineinschauen, so finden wir mit demjenigen, was da draußen ist, eine gewisse Verwandtschaft. Und da wir uns sagen müssen: In der Flora ist eng verbunden das Ätherische mit dem Physischen, so müssen wir auch ahnen eine gewisse Verwandtschaft dieser Art von Verbindung des Ätherischen mit dem Physischen in der Flora und der Art der Verbindung des Ätherischen mit dem Physischen im Menschen selbst.

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Nun handelt es sich darum, daß wir uns Rechenschaft darüber geben, durch was wir äußerlich konkret sprechen können über diese Verwandtschaft des Ätherischen mit dem Physischen. Wir werden uns ja zunächst abstrakt sagen können: Das Ätherische steht dem Astralischen näher als dem Physischen, insofern es sich nach oben öffnet. Wir werden uns aber auch sagen müssen, daß das Ätherische irgendeine Beziehung zu dem Physischen hin hat. Wir werden also auf diese Doppelverwandtschaft hinschauen müssen, in der das Ätherische auf der einen Seite zu dem Physischen, auf der anderen Seite zu dem Astralischen steht, und wir werden etwas aufsuchen müssen, was uns gewissermaßen in diese Doppelverwandtschaft hineinführt. Nun möchte ich Ihnen zunächst möglichst konkret darstellen, wie Sie in diese Doppelverwandtschaft hineingeführt werden können.

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Gehen Sie einmal, sagen wir, durch eine Lindenblütenallee und versuchen Sie sich recht klarzumachen, wie Sie in dieser Lindenblütenallee durch den Duft der blühenden Linden hindurchgehen. Machen Sie sich klar, daß nun ein Prozeß sich abspielt zwischen all dem, was sich, sagen wir, nervenartig in Ihre Geruchsorgane ausbreitet, und diesem Lindenblütenduft. Dann haben Sie, wenn Sie auf diesen Prozeß des Wahrnehmens des Lindenblütenduftes hin Ihre Aufmerksamkeit wenden, gewissermaßen das Aufschießen des Innern, des Geruchsfähigen gegen den Lindenblütenduft, den Lindenblütengeruch, und Sie müssen sich sagen: Da spielt sich ein Prozeß ab, der ein Inneres einem Äußeren entgegenbringt, die irgendwie etwas miteinander vollbringen durch ihre innere Verwandtschaft. Und Sie müssen sich sagen: Dasjenige, was sich durch den Lindenblütenduft draußen zerstreut, was zweifellos auf einer Wechselwirkung der Flora mit der ganzen außerirdischen Umgebung beruht, der sich nach der außerirdischen Umgebung hin aufschlieBenden Flora, das wird gewissermaßen verinnerlicht in der Geruchswahrnehmung selber. Da haben Sie innerlich, weil Sie ja die Sache wahrnehmen, ganz zweifellos etwas gegeben, was vom Ätherleib aus auf den astralischen Leib wirkt, denn sonst könnten Sie nicht wahrnehmen, sonst wäre es ein bloßer Lebensprozeß. Der Geruchsvorgang selbst bezeugt einem, daß der astralische Leib daran beteiligt ist. Aber dasjenige, was Ihnen die Verwandtschaft enthüllt mit der Außenwelt, zeigt Ihnen zugleich, daß das Entstehen jenes süßlichen Geruches, den die Lindenblüten ausströmen, in einem gewissen Sinne verwandt ist, polarisch ist zu dem, was in Ihrem Geruchsorgan vor sich geht. Und in der Tat haben wir in diesem sich verbreitenden süßlichen Geruche der Lindenblüten die Wechselwirkung des Pflanzlich-Ätherischen mit dem Umliegenden gegeben, den allgemeinen Weltenraum durchfüllenden Astralischen. Wir haben daher in unserem Riechen einen Prozeß, der sich so abspielt, daß wir durch diesen Prozeß an dem teilnehmen, was verwandt ist in der Flora mit dem außertellurischen Astralischen.

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Wenn wir nun nehmen irgendeinen Geschmack, sagen wir, um wiederum etwas dem eben Angeführten Verwandtes zum Beispiel zu haben, den Geschmack des Süßholzes oder den Geschmack süßer Weintrauben, da haben wir etwas Ähnliches. Da haben wir es aber zu tun mit einem Vorgang, der sich abspielt in unserem Geschmacksorgan im Gegensatz zu den Vorgängen, die sich abspielen in unseren Geruchsorganen. Sie wissen, wie nahe verwandt das Geschmacksorgan dem Geruchsorgan ist, und Sie werden daher ohne weiteres eine Vorstellung davon haben müssen, wie nahe verwandt auch in bezug auf das ganze natürliche Geschehen dasjenige ist, was im Schmecken vor sich geht, mit dem, was im Riechen vor sich geht. Aber Sie müssen sich zugleich klar sein, daß das Schmecken ein viel organisch-innerlicherer Prozeß ist als das Riechen. Das Riechen spielt sich mehr an der Oberfläche ab. Das Riechen nimmt teil an den Prozessen des Außermenschlichen, die sich gewissermaßen ausbreiten, die im Raume ausgebreitet sind. So ist es beim Schmecken nicht der Fall. Durch das Schmecken kommen Sie mehr auf gewisse Eigenschaften, die innerlich in den Substanzen liegen müssen, die also mit dem Substantiellen selber verbunden sein müssen. Sie kommen mehr durch das Schmecken als durch das Riechen darauf, was die Dinge, die Pflanzen also in diesem Falle, im Innern sind. Und Sie brauchen einfach ein wenig Ihre Intuition zu Hilfe zu nehmen, so werden Sie sich sagen, daß alles dasjenige, was mit dem Festwerden in den Pflanzen, mit den organischen Prozessen des Festwerdens in den Pflanzen zusammenhängt, sich enthüllt, sich offenbart durch das Schmecken alles desjenigen, was in der Pflanze ist. Nun wehrt sich aber dieses Pflanzliche gegen das Festwerden. Das tritt uns hervor in dem, was die Pflanze veranlaßt, riechbar zu werden. Daher werden Sie nicht eigentlich zweifeln können, daß der Geschmack ein Vorgang ist, der zusammenhängt mit den Beziehungen des Ätherischen zum Physischen.

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Also nehmen Sie jetzt zusammen Riechen und Schmecken. Indem Sie im Riechen und Schmecken gegenüber der Flora leben, leben Sie eigentlich in jenen Beziehungen, welche das Ätherische nach den beiden Seiten hin hat, nach dem Astralischen und nach dem Physischen. Sie gehen so recht ins Ätherische hinein, das heißt in seinem Abdruck, wenn Sie zum Riechen und Schmecken mit Ihrer Aufmerksamkeit sich hinwenden. Da wo Riechen und Schmecken im Menschen ist, da ist im Grunde genommen eine in der physischen Welt befindliche Offenbarung des Ätherischen in seinen Beziehungen zum Astralischen und zum Physischen. Wir sind damit gewissermaßen selber an des Menschen Oberfläche, wenn wir so untersuchen, was sich im Riechen und Schmecken abspielt. Aber sehen Sie, es handelt sich wirklich heute darum, daß wir endlich zur Befruchtung der wirklichen Wissenschaft von seiten der Geisteswissenschaft über das Abstrakt-Mystische hinauskommen und zum konkreten Geist-Erfassen wirklich vordringen. Was nützt es denn wirklich, wenn die Leute immer fort und fort nur reden davon, es soll das Göttliche im Menschen erfaßt werden, wenn sie unter diesem Göttlichen höchstens irgendein ganz abstraktes Göttliches verstehen? Es wird diese Betrachtungsweise erst dann fruchtbar, wenn wir auf die konkreten Erscheinungen eingehen können, wenn wir in diesem konkreten Sinne das Innerlichwerden der äußeren Vorgänge betrachten, zum Beispiel also, indem wir im Riechen und Schmecken tatsächlich dasjenige, was äußerlich, verwandt dem Menschen, lebt, das Ätherische betrachten, wie das sich verinnerlicht, wie wir in diesem vielleicht gröbsten oberen Sinnesprozesse unmittelbar ein Innerlichwerden der äußeren Vorgänge sehen. Das ist für unsere Zeit so außerordentlich wichtig, hinauszukommen über das bloß Abstrakte, Mystische. Nun werden Sie aber sich klar sein darüber, daß in der Natur alles in fortwährendem Übergang zu etwas anderem ist, daß in der Natur alles so ist, daß ein Vorgang die Tendenz hat, in einen anderen überzugehen, sich zu metamorphosieren in einen anderen Vorgang hinein. Nehmen Sie also das, was wir eben gesagt haben: mehr an der Oberfläche gelegen das Riechen (siehe Zeichnung Seite 162), mehr in das Innere des Menschen hineinverlegt — alles das ist auf die Flora, die Pflanzen bezüglich — das Schmecken, den Geschmack, und diese, ich möchte sagen, verlaufend im Ätherischen, insofern sich das Ätherische gegen das Astralische aufschließt oder in das Physische hinein verfestigt, nach außen also gehend, nach alledem, was in der Flora geschieht im Verflüchtigen, im Aromatischwerden oder auch im sich dem Aromatischen Entziehen im Schmecken, alles dasjenige verinnerlichend, was im Außernführt zum Festwerden. Es fließen gewissermaßen zusammen das Äußerliche und das Innerliche, wenn wir die Aufmerksamkeit in bezug auf Riechen und Schmecken festhalten.

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Aber in der Natur geht immer ein Prozeß in den anderen über. Richten wir einmal unseren Sinn auf dieses Aromatische der Flora, auf alles dasjenige, wodurch die Flora sich gewissermaßen ihrem 'Festwerden entzieht, wo die Flora das Pflanzensein noch über sich hinaustreiben will, wo die Pflanze gewissermaßen noch — verzeihen Sie den Laienausdruck — ihre Geistigkeit hinaussetzt in die Atmosphäre, so daß die Atmosphäre in dem Riechstoff noch etwas von dem Pflanzensein in sich trägt. Es sind gewissermaßen noch die Schemen der Pflanzen in dem, was da draußen riecht. Nehmen Sie das. Was ist denn das eigentlich, was da draußen vorgeht, wenn die Pflanze ihre Riechschemen hinausschickt, wenn sie es nicht ganz zum verfestigten Pflanzensein kommen läßt, wenn sie aus der Blüte noch etwas hinaussendet, was zwar Blüte werden will, was sich aber diesem Blütewerden entzieht, was sich in dem Flüchtigsein erhält? Das ist nämlich nichts anderes als ein zurückgehaltener Verbrennungsprozeß. Sie kommen, wenn Sie sich dieses Aromatisieren metamorphosisch fortgesetzt denken, dahin, zu denken: dieses Aromatisieren ist eigentlich ein zurückgehaltener Verbrennungsprozeß. Sie sehen auf der einen Seite die Verbrennung und auf der anderen Seite das Aromatisieren der Pflanzenwelt an, dann erkennen Sie darinnen zwei Metamorphosen einer gemeinsamen Einheit. Ich möchte sagen: es ist einfach im Aromatisieren auf einer anderen Stufe das Verbrennen gegeben.

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Jetzt schauen wir auf dasjenige bei der Pflanze, was Anregung gibt zum Schmecken, was also in der Pflanze tiefer drinnen liegt, was in der Pflanze dazu Veranlassung gibt, daß sie nun nicht ihre Pflanzenbildekraft wie ein Schemen aus sich heraustreibt in die Umgebung hinein, sondern daß sie sie in sich zusammenhält, daß sie sie zur inneren Bildung verwendet. Da kommen Sie, weil Sie dieses innere Bilden im Schmecken mitmachen, zu demselben Prozeß, der unterhalb des Festwerdens des Pflanzlichen liegt, der aber eine Metamorphose ist auf dieser anderen Stufe zum Salzwerden, aber natürlich zum Salzwerden der Pflanze, denn wir reden von der Flora (siehe Zeichnung Seite 162).

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Denken Sie, Sie haben in der Pflanze eine merkwürdige Metamorphosierung gegeben. Sie haben in der Pflanze nach oben das Aromatisieren gegeben, das gewissermaßen ein zurückgehaltener Verbrennungsprozeß ist und schon auch zu dem Anfange der Verbrennungsprozesse führen kann; denn Prozesse des Blütigwerdens sind eben einfach Verbrennungsprozesse, die sich da hineingliedern. Nach unten haben Sie das Festwerden, das Salzwerden. Und das, was Sie in der Pflanze schmecken, ist dasjenige, was noch zurückgehaltenes Salzwerden ist. Aber wenn sich das Salz eingliedert und Sie das Salz in der Pflanze selber finden, also diese Pflanzensalze haben, so sind diese etwas, was in der Pflanze selbst über den Weg des Pflanzenwerdens hinausgeschritten ist, wo die Pflanze in ihr eigenes Wesen hineingepreßt ihren eigenen Schemen hat.

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Da ist die Ratio für das Heilmittel erkannt, da beginnt es, ich möchte sagen, in einem gewissen Sinne Licht zu werden in der Flora, weil man hineinschaut in dasjenige, was da geschieht. Auf dieses, ich muß es immer wieder betonen, konkrete Hineinschauen kommt es an.

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Nun brauchen Sie sich, um weiterzugehen, nur an folgendes zu erinnern: Ich will da, wo es geht, ich möchte sagen, rein aus höheren opportunistischen Gründen dasjenige, was auseinanderzusetzen ist, doch anknüpfen an das, was heute gang und gäbe ist, damit Sie auch in der Lage sind, die Brücke zu schlagen zwischen dem, was Geisteswissenschaft geben kann, und dem, was äußere Wissenschaft ist. Natürlich könnte ich jetzt auch das, was ich in den folgenden Sätzen auseinandersetzen werde, noch geisteswissenschaftlicher charakterisieren, aber ich will anknüpfen an gebräuchliche Vorstellungen der heutigen Wissenschaft, die eben schon da sind. Der Physiologe spricht heute von dem, was ihm vorliegt, was dem Geisteswissenschafter aus dem Grunde nicht vorzuliegen braucht, weil er nicht in diesem selben Sinne zu anatomisieren braucht. Aber knüpfen wir eben an die gebräuchlichen Vorstellungen an. Wir haben ja nicht nötig, die anatomisierenden Unfuge der anderen aufzunehmen, aber wir müssen doch mit dem Faktum rechnen, daß sie eben schon dagewesen sind und ihre Ergebnisse geliefert haben. Aufhören werden sie doch nur, wenn Naturwissenschaft etwas von Geisteswissenschaft befruchtet worden sein wird. Also prüfen wir einmal! Es wird dann aus der Geisteswissenschaft ganz klar werden, welch nahe Verwandtschaft, welch nahe Beziehung besteht zwischen jenem Prozeß, der sich im Auge abspielt, und dem Prozeß, der sich im Geruch und namentlich im Geschmack abspielt, in dem Ausbreiten des Geschmacksnervs in der übrigen Organsubstanz und in dem Ausbreiten des Augennervs im Auge. Da besteht eine so nahe Verwandtschaft, daß man eigentlich fast nicht umhin kann, wenn man das Innerliche des Sehvorganges charakterisiert, Analogien zum Geschmacksvorgang zu suchen. Natürlich, da beim Ausbreiten des Geschmacksnervs in der organischen Substanz sich nicht dasjenige anschließt, was die kunstvolle Bildung des Auges ist, die der Ausbreitung des Sehnervs in der organischen Substanz vorgelagert ist, so ist das Sehen etwas ganz anderes. Aber dasjenige, was gewissermaßen als Sehvorgang beginnt hinter dem kunstvollen Ausbau des physischen Auges, das ist schon sehr innerlich verwandt mit dem Geschmacksvorgang. Ich möchte sagen: Wir vollziehen im Sehen ein metamorphosiertes Schmecken, metamorphosiert dadurch, daß wir eben den Organvorgängen, die sich im Schmecken abspielen, all dasjenige vorgelagert haben, was durch den kunstvollen Bau des Auges bedingt ist.

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Nun müssen wir natürlich bei jedem Sinn unterscheiden zwischen dem, was unser Organismus der Außenwelt entgegenbringt, und dem, was die Außenwelt unserem Organismus entgegenbringt. Wir müssen also auf dasjenige hinschauen, was von innen als Vorgänge geschieht dadurch, daß das Blut ins Auge hineinstößt, daß also der Organismus ins Auge hineinwirkt. Das ist noch stärker bei gewissen Tieren, die zu unseren Organen hinzu noch im Auge den Fächer und den Schwertfortsatz haben, also Blutorgane, wodurch das Ego mehr hineingetrieben wird in den Augapfel, während bei uns sich das Ego zurückzieht und den Augapfel innerlich freiläßt. Aber es wirkt da hinein die ganze Organisation auf dem Umwege des Blutes durch das Auge in den ganzen Sinnenvorgang, und da drinnen im Sehvorgang ist gewissermaßen metamorphosiert der Geschmacksvorgang, so daß wir das Sehen ein metamorphosiertes Schmecken nennen können. Wir würden also gewissermaßen oberhalb des Schmeckens und Riechens das Sehen gelagert haben als metamorphosiertes Schmecken (siehe Zeichnung Seite 162).

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Es entspricht also dem, was der gesamte Geschmacksvorgang sowohl wie Sehvorgang ist, etwas Äußeres, das mit dem Inneren zusammenwirkt. Es muß sich also der Vorgang gewissermaßen nach oben hin metamorphosieren. Eine Metamorphose des Schmeckvorganges ist der Sehvorgang. Aber es muß dann auch nach unten in den Körper hinein eine Metamorphose des Schmeckvorganges geben. Wir müssen, während wir im Sehvorgang mehr nach der Außenwelt steigen — das Auge ist eingeschlossen nur in der Knochenhöhle und wir kommen da nach außen, das Auge ist ein sehr äußerliches Organ, es wird der Sehvorgang mehr nach dem Äußeren hin organisiert —, jetzt nach der entgegengesetzten Seite uns die Metamorphose des Schmeckvorganges nach unten in den Organismus hineindenken. Wir kommen dann gewissermaßen zum anderen Pol des Sehens, zu dem, was im Organismus dem Sehvorgang entspricht, auf etwas, was uns ungeheuer viel Licht werfen wird in den folgenden Betrachtungen. Denn was ist nun da gegeben, wenn wir die Metamorphose des Geschmacksvorganges nach unten verfolgen? Da ist nämlich die Verdauung bedingt, und Sie kommen zu einem wirklichen innerlichen Verstehen der Verdauung nur, wenn Sie sich auf der einen Seite das Sehen als eine metamorphosierte Fortsetzung des Schmeckens vorstellen, auf der anderen Seite die Verdauung als metamorphosierte Fortsetzung des Schmeckens, aber so, daß Sie die Verdauung in ihrem vollen polarischen Gegensatz zu dem veräußerlichten Sehen aufzufassen vermögen, denn das veräußerlichte Sehen führt Sie gerade darauf hin, zu erkennen, was in der Außenwelt dieser Verdauung entspricht, von was die Verdauung organisch eine Verinnerlichung ist. Auf der anderen Seite werden Sie gewahr, wie der Verdauungsvorgang verwandt gedacht werden muß dem Schmeckvorgang. Sie können einfach die intimen Wirksamkeiten im menschlichen Organismus, insofern sie auf den Verdauungsprozeß hin lokalisiert sind, gar nicht verstehen, wenn Sie sich nicht den gesamten Verdauungsprozeß so vorstellen, daß das gute Verdauen auf einer Fähigkeit beruht, die gewissermaßen mit dem ganzen Verdauungstrakt zu schmecken versteht, daß das schlechte Verdauen gewissermaßen auf der Unfähigkeit beruht, mit dem ganzen Verdauungsapparat zu schmecken.

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Nun sondert sich der Vorgang, den wir da betrachtet haben, in Schmecken und Riechen. Da spaltet sich gewissermaßen ein Vorgang so, daß wir es einmal zu tun haben mit einem Prozeß, der mehr in Wechselwirkung des Ätherischen und des Physischen steht im Schmecken und auf der anderen Seite mit einem Vorgange, der mehr in den Beziehungen des Ätherischen zum Astralischen steht, was wir in dem Riechen vorliegen haben. Dasjenige, was wir als Fortsetzung des Schmeckens in den Organismus hinein haben, das haben wir der gleichen Spaltung unterworfen, indem wir auf der einen Seite das Verdauen hinneigend haben zu den Ausscheidungen durch den Darm, zu den fäkalen Ausscheidungen, und indem wir auf der anderen Seite die Ausscheidungen durch die Nieren, durch das Urinieren haben. Da haben Sie genau das Entsprechende in dem Unteren und in dem Oberen des Menschen. Sie haben ganz genau etwas, was vorliegt wie zwei polarische Gegensätze, indem Sie spalten zum Schmecken und Riechen und indem Sie spalten zum gewöhnlichen Verdauen und zu dem, was vom gewöhnlichen Verdauen sich abscheidet als alles dasjenige, was auf der intimeren Nierentätigkeit beruht, auf demjenigen, was der intimeren Nierentätigkeit zugeordnet ist.

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Da haben wir gewissermaßen die Möglichkeit, dasjenige, was im Innern des Organismus durch die Haut begrenzt geschieht, als ein Verinnerlichtes des Äußerlichen zu betrachten. Denn mit alledem, was wir da nach oben fortsetzen, kommen wir eben mehr ins ÄAußerliche hinein; da schließt sich der Mensch nach dem Äußerlichen auf. Jetzt haben wir die Sache so weiter zu verfolgen, daß wir in dem, was gewissermaßen in uns seelisch lebt, aber an den Organismus eben gebunden ist, nicht im materialistischen Sinne, sondern in einem anderen Sinne, den Sie ja aus den Vorträgen kennen, ein metamorphosiertes Sehen haben, wiederum nach einer gewissen Seite nach dem Innern gelegen, im Denken, im Vorstellen (siehe Zeichnung Seite 162), wobei wir uns zu denken haben diejenigen Organe, die zugrunde liegen den Vorstellungen, also die des menschlichen Innenhauptes als metamorphosierte Sehorgane nach einer gewissen Richtung. Bitte, orientieren Sie sich nur darüber, wie die meisten Ihrer Vorstellungen, die im Denken leben, einfach Fortsetzungen sind der Sehvorstellungen, Sie brauchen ja nur das seelische Leben des Blindgeborenen, des Taubgeborenen zu vergleichen. Wir haben eine Fortsetzung des Sehens nach dem Inneren im Denken. Und wir kommen so dazu, uns zu sagen, daß auch ein Licht geworfen wird auf das merkwürdige Wechselwirken, das ja zwischen der Anatomie des Kopfes, des Gehirnes und dem Denkvorgang selber besteht. Es ist ja zum Beispiel sehr eigentümlich, daß, wenn man ordentlich zu Leibe geht unseren Denkvorgängen — ein schönes Kapitel für eine medizinische Dissertation übrigens — und untersuchen will, wie mit dem zusammenfassenden Denken die Organisation des Gehirnes zusammenhängt, man sonderbarerweise auf Strukturen kommt, die sich wie eine Umbildung des Riechnervs ausnehmen. So daß man sagen könnte: unser zerstreutes, analytisches Denken ist, innerlich angesehen, in seinem Gegenbilde sehr ähnlich dem Sehen. Aber das Zusammenfassen des Gesehenen, das Assoziieren der Vorstellungen, ist eigentlich, innerlich organisch angesehen, sehr ähnlich dem Riechen. Das drückt sich nämlich in der anatomischen Struktur des Gehirnes sogar in einer sehr bemerkenswerten Weise aus. Wir kommen also jedenfalls da zum Vorstellen, zum Denken nach der einen Seite.

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Wohin kommen wir nun, wenn wir wiederum den innerlichen Prozeß suchen? Nicht wahr, im Vorstellen haben wir vom Sehen aus dasjenige, was veräußerlicht ist im Sehen, was wiederum gewissermaßen nach dem Inneren zurückstrahlt im Denken. Man bemüht sich, den Sehprozeß gewissermaßen umzukehren, nach dem Organismus wiederum zu leiten. Sein polarisch entgegengesetzter Prozeß wird daher darinnen bestehen, daß man sich nicht bemüht, dasjenige, was da Prozeß ist, nach dem Innern, sondern nach dem Äußeren zu leiten. Und das ist: der Verdauungsprozeß setzt sich fort in den Ausscheidungsprozeß (siehe Zeichnung Seite 162), der damit zum Gegenbilde des Vorstellens wird. Da haben Sie von einem anderen, intimeren Standpunkte aus das gesehen, was ich Ihnen mehr durch die vergleichende Anatomie gezeigt habe vor ein paar Tagen, wo ich Sie auch darauf hingewiesen habe, wie einfach der Bau des Menschen und namentlich das Auftreten der Darmflora in einer gewissen Weise darauf hindeuten, welch innige Verwandtschaft besteht zwischen den sogenannten geistigen Fähigkeiten des Menschen und seinem regulierten Ausscheideprozeß oder nichtregulierten Ausscheideprozeß. Da haben Sie das von einer anderen Seite. Da haben Sie also, wie wir nach innen eine Fortsetzung des Sehprozesses im Denkprozeß haben, nach außen eine Fortsetzung des Verdauungsprozesses im Ausscheidungsprozeß. Wenn wir nun zurückgehen auf dasjenige, was wir beobachtet haben vorhin gerade, daß das Aromatisieren ein zurückgehaltenes Verbrennen ist und das Festwerden der Pflanze ein zurückgehaltenes Salzwerden, so werden wir wiederum auf dasjenige Licht geworfen haben, was da nun im Innern geschieht, nur müssen wir uns klar sein darüber, daß ja eine Umkehrung geschieht. Hier (oben) ist eine Umkehrung des Sehens nach der Verinnerlichung, hier (unten) ist es eine Umkehrung nach der Veräußerlichung, daher werden wir hier (oben) zu der Anerkennung einer Verwandtschaft der Vorgänge mit dem Salzwerden kommen und hier (unten) zu einer Verwandtschaft der Vorgänge mit dem Feuerwerden oder mit dem Verbrennen, mit dem Feuer (siehe Zeichnung Seite 162). Leiten Sie also dasjenige, was geeignet ist, das Aromatisieren und den zurückgehaltenen Verbrennungsprozeß in den Pflanzen zu bewirken (siehe Hinweise), nach dem Unterleibe, so helfen Sie dem Unterleibe. Leiten Sie das, was in der Pflanze berufen ist, den Salzprozeß zurückzuhalten oder ihn in der Pflanze zu verinnerlichen, nach dem oberen Menschen, so helfen Sie den Vorgängen des oberen Menschen. Das werden wir im einzelnen dann durchzuführen haben.

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Da sehen Sie, wie gewissermaßen wieder auftreten kann das ganze Äußere im ganzen Inneren. Und je innerlicher wir in den Menschen hineinkommen, desto mehr müssen wir im Innern des Menschen das Äußerliche suchen. Wir müssen geradezu in dem, was sich in den Verdauungsorganen, namentlich in den Nieren, abspielt, etwas suchen, was sehr, sehr verwandt ist mit dem Aromatisierungs- und Verbrennungsprozeß, nur eben der andere Pol ist. Und wir müssen in dem, was sich abspielt in der Organisation des Menschen, von der Lunge angefangen nach oben durch Kehlkopf und Kopf, etwas suchen, was innerlich verwandt ist mit all dem, was in der Pflanze zum Salzwerden, was überhaupt in der menschlichen Natur zum Salzwerden hinneigt. Man möchte also sagen — das heißt, nicht nur man möchte es sagen, man kann es sagen: kennt man die verschiedenen Arten, wie die Pflanzen Salz in sich ansammeln, dann braucht man nur zu suchen das Entsprechende in der menschlichen Organisation. Im Großen haben wir es heute gesucht, im Speziellen werden wir es in den folgenden Vorträgen aufsuchen.

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Hier sehen Sie gewissermaßen die ganze Pflanzenheilkunde zunächst im Prinzip charakterisiert. Sie sehen, worauf sie beruht. Ich möchte sagen: Sie sehen in den ganzen realen Prozeß, der sich abspielt in seiner Wechselwirkung zwischen dem Inneren und dem Äußeren, hinein; Sie sehen aber auch ganz Spezielles schon. Nehmen Sie zum Beispiel diejenigen Gerüche, die, ich möchte sagen, schon als Gerüche mehr zum Geschmacklichen hinneigen, so daß man eigentlich, indem man die betreffende Pflanze kaut, erst auf den richtigen Geruch kommt und eigentlich eine Synthese zwischen Geruch und Geschmack wahrnimmt, wie bei der Melisse oder bei der Gundelrebe, dann finden wir, daß da drinnen schon etwas von Salzwerden liegt, daß da drinnen schon ein Zusammenwirken zwischen dem Salzwerden und dem Aromatisieren ist. Das weist uns darauf hin, daß die Organe, die zu diesen Pflanzen Verwandtschaft haben müssen, wie Melisse und so weiter, mehr nach dem Äußeren, nach der Brust zu liegen, während diejenigen Organe, die verwandt sein müssen mit dem, was stark aromatisch ist, wie, sagen wir, die Linde oder die Rose, verwandt sein müssen mit dem, was mehr in den Unterleib eingegraben ist oder mehr nach dem Unterleib hin liegt.

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Nun finden Sie, daß zwischen all dem, was da im oberen Menschen liegt in der Gegend des Riechens oder Schmeckens, organisch betrachtet, sich ein anderer Prozeß hineingliedert, der nun in einem etwas tieferen Sinne für den Menschen ein wichtiger Lebensprozeß ist; das ist der Atmungsprozeß, der sich hier hineingliedert (siehe Zeichnung Seite 162). Wir können zu diesem Atmungsprozeß nun auch den polarisch zugeordneten Prozeß suchen. Es muß derjenige Prozeß sein, der gewissermaßen sich so von dem Verdauungsprozeß abgliedert, insofern der Verdauungsprozeß zum Ausscheideprozeß führt und das Polarische ist zu dem organischen Vorstellungsprozeß. Es muß sich da auch etwas abgliedern, was noch naheliegt organisch dem Verdauungsprozeß, so wie naheliegt lokalisiert das Atmen dem Riech- oder Schmeckprozeß, organisch angesehen. Das ist alles das, was sich im Lymph- und Blutprozeß abspielt, im Blurbildungsprozeß, respektive was von der Verdauung nach innen geschoben wird, was also in den Organen liegt wie in den Lymphdrüsen und so weiter, in all den Organen, die an der Blutbildung beteiligt sind. Sie sehen also hier zwei polarische Prozesse, den einen abgespalten von der Verdauung, den anderen abgespalten von den mehr nach außen gelegenen Sinnesvorgängen, dasjenige, was gewissermaßen zurückliegt hinter den Sinnesvorgängen, die Atmung, und was vorgelagert ist der Verdauung, insofern diese Verdauung dann zur Ausscheidung führt, den Blutbildungs-Lymphbildungsprozeß. Es ist merkwürdig, wie wir da vom Prozesse aus in den ganzen Menschen hineinführen, währenddem man heute gewöhnlich nur von den vorliegenden Organen aus den Menschen betrachtet. Hier suchen wir von dem Prozesse aus und von dem ganzen Zusammenhang des Menschen mit der außermenschlichen Welt diesen Menschen zu erkennen, zu durchschauen, und wir finden in der Tat Zusammenhänge, die uns wirklich unmittelbar ein Bild sind des ganzen Ätherwirkens im Menschen, denn wir haben ja eigentlich in der heutigen Stunde die Ätherwirkung im Menschen studiert. Und die zwei Prozesse begegnen sich wiederum, Atmungsund Blutbildungsprozeß, und ihre Begegnung geschieht im menschlichen Herzen. Sie sehen, die ganze Außenwelt, insofern sie auch das Äußere des Menschen einschließt, tritt uns als eine Dualität entgegen, die sich im menschlichen Herzen staut, die im menschlichen Herzen zu einer Art von Ausgleich strebt.

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Und so können wir zu einem merkwürdigen Bilde kommen, zu dem Bilde des menschlichen Herzens mit seiner Innerlichkeit, mit seinem Synthetisieren desjenigen, was äußerlich auf uns nach dem ganzen Umfang des Leibes einwirkt, ein Synthetisieren, und in der Außenwelt ein Analysieren, ein überall Zerstreutsein desjenigen, was im Herzen, ich möchte sagen, zusammengeschoppt ist (siehe Zeichnung Seite 172). Sie kommen da zu der wichtigen Vorstellung, die man etwa so aussprechen könnte: Sie gucken in die Welt hinaus und sehen den Umkreis und fragen sich: Was ist da in diesem Umkreis, was wirkt aus diesem Umkreis herein? Wo finde ich irgend etwas in mir, was damit verwandt und gleicher Art ist? — Wenn ich in mein eigenes Herz hineinschaue! Da ist gewissermaßen der umgekehrte Himmel drinnen, das polarisch Entgegengesetzte. Während Sie hier das Peripherische haben, den, ich möchte sagen, ins Unendliche erweiterten Punkt, haben Sie den Kreis zusammengenommen im menschlichen Herzen. Die ganze Welt ist da drinnen. Wenn man ein grobes Bild gebraucht, so könnte man einfach sagen: Man denke sich, der Mensch steht auf einem Berge und guckt hinaus in den weiten Umkreis und sieht den weiten Umkreis der Welt. Und stellen Sie ein ganz winziges Zwerglein in das menschliche Herz hinein und versuchen sich zu vergegenwärtigen, was dieses Zwerglein da drinnen sieht, so sieht das da drinnen in Umkehrung das vollständige Bild der Welt zusammengezogen, synthetisiert. Das ist ja vielleicht eine bloß bildliche Vorstellung, eine Art von Imagination, allein, es ist zu gleicher Zeit dasjenige, was, wenn man es in der richtigen Weise aufnimmt, als ein ganz ordentliches, regulatives Bild, als regulatives Prinzip wirken kann und was uns anleiten kann, gerade das, was wir im einzelnen erkennen, in der richtigen Weise zusammenzufassen.

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Ich habe nun die meisten Grundlagen zu dem geschaffen, was spezielle Betrachtungen sein werden, was auch Grundlagen sein werden für die Beantwortung der mannigfaltig mir gestellten Fragen im einzelnen.

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